Mittwoch, 23. Dezember 2015

JOAN ARMATRADING
(16.11.2015 TOLLHAUS KARLSRUHE)

Wer sich regelmäßig meinen Blog antut, der kann sich vielleicht an den Beitrag erinnern, in dem ich beschreibe, wie die Dramaturgie mancher Szenen in Filmen oder Serien durch den passenden Song regelrecht explodiert.
Und bei einer dieser dort beschriebenen Szenen aus Miami Vice sprengte ein Song (Dark Truth) meine Sinne, gesungen von einer gewissen Joan Armatrading . Offengestanden hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nie von dieser Dame gehört. Nachdem ich also erleuchtet war, wollte es das Schicksal, dass eben jene Künstlerin zufälligerweise einige Monate später ins Tollhaus kommen sollte. Da musste ich natürlich hin.
Leider schreckten mich zwei Dinge im Vorfeld ab. Der stolze Preis von 35 Mäusen und die Tatsache, dass das Tollhaus an diesem abend komplett bestuhlt sein sollte. Na ja, sone Soul/Blues-Diva kann man durchaus auch mal im sitzen erleben, aber man weiß halt schon vorher: an so nem Abend bleibt die Luzie eher ungetanzt!
Dennoch wollte ich hin, ich spekulierte auf ne günstige Schwarmarkt-Karte was auch hervorragend klappte. Schnell hatte ich ein Ticket für 25 Steinchen eingetütet. Also nix wie ning, Vorband bzw. Vorsänger war ein blass-rosa Typ namens Ben Holland, so ne windige Fahhrad-Speiche, die sich hinter der Stange eines Verkehrsschildes verstecken könnte und sich höchstens 2 mal im Jahr die Haare abkauen lässt. Aber konnte das Jungchen singen!!! Wirkliches Hitpotential, klang etwas wie Bob Dylan und manchmal hörte man sogar etwas die folkige Seite vom Boss heraus. Auf alle Fälle ein SingerSongwriter, der sich etwas von der schlitzpissenden Masse absetzt auch wenn er so wie alle ausschaut.
Joan Armatrading kam danach mit ihrer E-Gitarre völlig unspektakulär in unspektakulärem Outfit auf eine unspektakulär aufgemachte Bühne. Man hätte fast annehmen können, sie wollte einen eher unspektakulären Auftritt inszinieren!
Doch entgegen aller Vorzeichen sollte die Show dann visuell doch eher unspektakulär werden. Joan spielte ihre Songs, von denen ich herzlich wenig kannte (obwohl ich miitlerweile natürlich einiges Material gesichtet habe).Einige Lieder waren wirklich atmosphärisch, manche ziemlich rockig, eigentlich war von allem was dabei, sei es Blues, Soul oder Rock dabei. Das wirklich beeindruckende aber war eine Dia-Show in der Mitte des Konzertes, in der Joan Armatrading auf die Stationen und Highlights ihrer Karriere einging.
SCHEISS DIE WAND AN !!! Was hat die denn alles erlebt bzw. mit wem hat die schon die Bühne geteilt!!
Ich weiß nicht mehr alle, aber da waren so Namen wie Eric Clapton, Elton John, Paul McCartney oder Bob Dylan dabei. In Südafrika traf sie Nelson Mandela und spielte bei einem Anti-Apartheid-Konzert vor 200.000 Menschen.
Die Liste war weitaus länger und beeinhaltet noch ne Menge anderer großer Namen und Ereignisse. Eigentlich ist Joan Armatrading ein Weltstar, den hier irgendwie kaum einer kennt. Klar, das Tollhaus war voll, aber eben hauptsächlich mit Insidern (und mir). Aber trotz des imposanten Lebens dieser Frau und den eigentlich guten Songs sprang der Funke bei mir nicht über. Es war kurzweilig aber nicht umhauend.Zuviele Songs fand ich eher mittelmäßig.Auch ihre eher einfachen Gitarren-Soli, die vom Publikum frenetisch gefeiert wurden, beeindruckten mich nur wenig, sehe ich doch Woche für Woche die virtuosesten Klampf-Künstler der Welt. Mag auch sein, dass ich den ganzen Abend auf dieses eine Lied wartete, weswegen ich hier war. Doch dieser Wunsch sollte unerfüllt bleiben. Der Song "Dark Truth", der mir von Konserve schon durch Mark und Bein geht, wird mir wohl live niemals mehr vergönnt sein. Unterm Strich war ich aber doch froh dort gewesen zu sein, denn diese Frau ist eine "grande Dame" der Musikgeschichte, auch wenn sie den meisten Menschen (nebst mir, zumindest bis vor einem halben Jahr) gänzlich unbekannt ist.

Dienstag, 8. Dezember 2015

TEN YEARS AFTER
(30.10.2015 REITHALLE RASTATT)

Um Gottes Willen, als ich laß, dass TEN YEARS AFTER ausgerechnet nach Rastatt kommen sollten, dachte ich offen gestanden zunächst nichts Gutes. Ne zwar kultige, aber doch etwas abgehalfterte Truppe in der musikalisch nur noch durch Orte wie Dudenhofen oder Reitzenhain getoppten Provinz. Das konnte ja was werden. Aber endlich einmal wurde ich lügen gestraft. Es sollte in allen Belangen der HAMMER werden. Mit dabei wie immer Musikkenner Armin (der ab und an seine Jacke mit hochgestrupften Ärmeln trägt, deshalb werd ich ihn ab und an auch einfach mal Sonny (Crocket) nennen!).
Der erste positive Schock: die Reithalle ist ein ganz cooler Laden.
Der zweite noch viel positivere Schock: Die Halle war mit fast 600 Leute VOLL !!!
Das hätte ich nun wirklich in den kühnsten Träumen nicht erwartet. Vorband sah ich wegen der "langen" Anreise leider nicht ;-). TEN YEARS AFTER sind ja vier Mann, zwei davon (Ric Lee/Drums und Chick Churchill/Keys) waren schon zu Woodstock-Zeiten aktiv!! Unglaublich, dass die heute noch auf der Bühne stehen und dazu noch abartig rocken. Am Bass ist mittlerweile auch ein Großer Name: Colin Hodgkinson der schon für die "Weisseschlange" die Saiten zupfte. Der sieht zwar aus wie der Vollstrecker von Donnerlippchen und kann nur noch gebückt spielen, aber den Groove kann er niemals mehr auf die Bühne gebracht haben als heute.
Abgerundet wird das Lineup von einem Jungspunt namens Marcus Bonfanti, der erst seit 2014 mit dabei ist und Gitarre und Stimmbänder bedient. Und ich übertreibe jetzt nicht, aber was dieser Junge leistet, kann man nur mit einem Wort beschreiben: GENIAL!
Ein über alle Maßen talentierter Frontmann, Gitarrist und Sänger, der die Songs mit so großer Leichtigkeit performte, dass er dabei getrost seinen Kopf schütteln konnte und oft minutenlang nicht auf die Gitarre schauen musste, nicht einmal bei den durchaus hochwertigen Soli. Ich weiß, ich neige oft zu Übertreibungen, aber DAS war wirklich fantastisch. Keiner der Anwesenden konnte zappelfrei stehen bleiben, irgendwas zuckte bei jedem.
Hier eine kleine Kostprobe aus meiner (Handy)Feder, in der Mitte des Videos sieht man übrigens Armin so richtig abhotten! Wenn man übrigens in manchen Songs den Orgelsound von Chick Churchill hört, dann kann man schon erahnen, wo olle Jon Lord damals seine Inspiration her nahm, das Ganze bei den Purples einzusetzen.
Das Konzert war einmalig gut und macht mächtig Lust auf mehr, und wenn man die älteren Herren da rocken sah, kann man auch davon ausgehen, daß die sicher nochmal irgendwo auftauchen werden ... hoffentlich!!
Wenn ja, dann sollte das für ALLE Musikfans nicht EIN sondern DER Pflichttermin sein! Jedenfalls ist von der Legende TEN YEARS AFTER noch ne Menge übrig und der fehlende Rest wurde mehr als adäquat ersetzt!
Beste Grüße an Sonny Crocket (der heute nicht mehr so viel Schaumfestiger braucht als zu den glorreichen Vice-Zeiten!)

Montag, 23. November 2015

RAVEN
(15.10.2015 ROCKFABRIK BRUCHSAL)

So Mädels, ihr habt es ja sicher schon gemerkt, dass die Einträge hier etwas seltener geworden sind. Das hat nicht unerheblich damit zu tun, dass Papa sich wieder zur arbeitenden Bevölkerung gesellt hat, und jeder, der mal fast ein Jahr den Faulen machen durfte und Vadder Staat für sich zahlen ließ, der weiß: es ist verdammt schwierig, sich der Maloche wieder voll und ganz zu opfern. In meinem Fall geht neuerdings noch ne Menge ehemaliger Freizeit drauf. Aber jeder kommt mal im Leben der Erwachsenen an, ich jetzt halt auch!
Ich arbeite jedenfalls mit Nachdruck daran, das alles wieder in einen geregelten und wieder fruchtenden Ablauf zu zwängen, was jeden Tag ein Stückchen mehr gelingt ... sofern ich nicht plötzlich vor lauter Erschöpfung einschlafe.
Doch genug von soner Kacke, es geht ja um Musik.
Denn keine geringeren als die NWOBHM-Legende RAVEN war zu Gast. Das Trio hatte in ihrer Band Karriere lediglich einen Besetzungs-Wechsel und der ist nun auch schon fast 30 Lenze her. Die Chefs sind die die Gallagher-Brüder, ein singender Bruder am Bass, der andere krächzt nur ab und an ins Mikro und kümmert sich ansonsten äusserst eindrucksvoll um die sechs Saiten seiner Klampfe. Wer sich übrigens fragt, warum so eine Band auf einer kleinen Bühne in einem Kaff wie Bruchsal spielt, und nicht wie ihre Kollegen Maiden, Saxon oder Priest die großen Hallen füllen, der findet die Antwort keinesfalls in der Qualität der Musik... oh nein..., der Grund dafür ist weitaus trivialer: die drei sind HÄSSLICH wie die Nacht !!!
Auf dem Tourplakat oben sind sie sogar noch gut getroffen!! Aber können die noch rocken!! Die Rockfabrik war gut gefüllt, schätze mal so 200 Leute werden da gewesen sein. Erfeulicherweise auch einige Kuttenträger der jüngeren Art.
Die Gallagher-Brüder (natürlich nicht zu verwechseln mit den verstrittenen Weichflöten aus Manchester!)legten los, als hätten sie um zehn wieder im Senioren-Stift sein müssen. Tonnenschwere Riffs, eingängige Hooklines, quitschende Vocals, der Groove hatte den Saal im Nu in seinem Bann. Es war bis zum vierten oder fünften Song gerade zu fantastisch. Doch dann fing es an, etwas nervig zu werden, denn, warum auch immer, legten alle drei nach und nach schier unendliche Soli aufs Parkett, qualitativ hochwertig, aber ab einem gewissen Zeitpunkt nur noch anstrengend. Kamen sie dann mal wieder mit einem Powerriff zurück zu einem Hit, war der Laden ruckzuck wieder am beben. Aber leider kochte so die Stimmung unnötigerweise immer wieder runter. Hätten sie die Show auf 10-12 Knaller-Songs reduziert, wäre sie perfekt gewesen. Zwar kürzer wie erwartet, dafür unbändige Power am Stück. Unterm Strich war es natürlich dennoch ein geiles Konzert des Trios aus Newcastle, die, und das war die wahre Quintessenz des Abends, dieses Metal-Ding ehrlich und vollens leben, wie wahrscheinlich kaum eine andere Band mit vergleichbarer Historie.
Am besten ist es wahrscheinlich, die Band bei einem größeren Festival zu sehen, denn dort müssen sie das Ganze auf das Power-Minimum reduzieren.
Auf alle Fälle eine geiler Abend voll antiquiertem und gleichzeitig herrlich frischem Heavy Metal, so wie er sein soll!

Mittwoch, 4. November 2015

MIKE TRAMP
(03.10.2015 FESTHALLE DURLACH

Die Karlsruher Rock-Band WICKED SENSATION, die sich schon über die regionalen Grenzen hinaus einen ordentlichen Namen gemacht haben, wollen mit diesem ersten Konzert eine Art kleines Festvial etablieren, welches den Titel "Night on Fire" tragen soll. Diese erste Ausgabe beeinhaltete drei Bands, die erste verpasste ich (wie fast immer). Soll aber auch net der Überhammer gewesen sein. Der nächste Act, eben WICKED SENSATION, spielte dann sozusagen die Rolle des selbsternannten Co-Headliners. Woran ich die Aussage festmache? Diese Vögel spielten fast zwei Stunden!!!! Nichts gegen die Musik, das ist astreiner Hardrock von klasse Musikern, aber nach ner Stunde wäre es gut gewesen, irgendwann konnte ich es kaum erwarten, daß die Burschen endlich Platz für die wirkliche Hauptattraktion des Abends machten. Falls WS bei jedem Konzert als Co-Headliner auftreten wollen, kann ich mir künftig noch etwas mehr Zeit lassen, bis ich dort aufschlage. Den Meisten der ca. 3-400 Leuten ging es ähnlich und fast alle wollten eigentlich nur einen sehen;
Und das war MIKE TRAMP, Ex-Voice der Glamrock-Legende WHITE LION und auch der etwas unbekannteren Band FREAK OF NATURE. Und da ihm zwei Bands nicht genug waren, hat er sich noch ein fettes Solo-Programm zugelegt. Wobei diese Sachen dann teilweise eher in die folkige Rock-Ecke gehen. Ich war gespannt wie ein Flitzebogen. Aber das was dann kam, war komplett unerwartet. MIKE TRAMP kam auf die Bühne und hatte eine Band im Schlepptau, die so aussahen, als seien sie gestern erst geworfen worden. Ne blutjunge Band, 3 Mann, alle um die 20 Jahre, Gitarrist und Bassist schienen Brüder zu sein und hatten dazu noch sone Emo-Köpfe, als hätten gerade noch die Ratten dran genagt. Mitten drin MIKE TRAMP, der fast schon der Opa der Jungs hätte sein können. Der Gute steht zwar noch bestens im Saft, aber die Jahre der Exzesse sind auch an ihm nicht spurlos vorbei gegangen und so sieht er schon etwas verlebt aus, wenn man genauer hinschaut. Aber kann der Junge noch singen !!! Dazu noch ein exzellenter Gitarrenspieler, was er beeindruckend an seiner Akkustik-Klampfe bewies. Mein vorübergehender Schock, wie jung und unpassend seine Band doch schien, verwandelte sich schnell in purste Begeisterung. Selten so talentierte Jungs gesehen, die das gesamte Repertoire von MIKE TRAMP perfekt präsentierten. Schnell war die ganze Halle im Banne des TRAMP. Alte LIONs und neue TRAMPs,wirklich alles wurde geboten. Das allein wäre schon Grund genug gewesen den Abend zu feiern. Aber garniert wurde das Ganze noch von mörder-witzigen und kurzweiligen Anekdoten aus der Welt des Hardrock, manchmal zum Schmunzeln, manchmal nachdenklich, meistens zum totlachen. Das macht eben auch einen guten Frontman aus. Was ich aber an dem ganzen Abend am beeindruckensten fand, ist die Liebe zur Musik, die MIKE TRAMP wirklich lebt. Mit WHITE LION hatte er den großen Erfolg, spielte in vollen Stadien und Hallen, war weltbekannt, heute tingelt er mit einer Nachwuchs-Band durch die kleinen Clubs und macht immernoch einfach gute Musik. Und im Gegensatz zu manch anderem, bei dem sowas armselig wirkt, macht TRAMP das voller Stolz und Leidenschaft. Für mich ein großer Abend mit einem großen Mann (und einen schier endlos spielenden Vorband ;-) Höhepunkt des Abends war natürlich der Welthit "When the Children cry" und als Zugabe gabs noch "Southbound" von den legendären THIN LIZZY.
Was war das für ein geiler Abend!
Beste Grüße gehen an Air Guitar Armin nebst Kumpan Markus!

Mittwoch, 14. Oktober 2015

BLACK TRIP
(24.09.2015 CAFE CENTRAL WEINHEIM)

Eine der Bands, die aktuell noch eher als Geheimtipp gehandelt wird, die aber in den nächsten Jahren durchaus durch die Decke gehen könnte, sind die Schweden BLACK TRIP, eine Art Supergroup aus dem Land der Elche, die sich u.a. aus Ex-Leuten bzw. Leuten von ENFORCER und ENTOMBED zusammensetzen.
Wie bei Geheimtipps oftmals üblich, weil sie ja nunmal "geheim" sind, war das Cafe Central leider nicht voll, aber letztenendes mit ca.100 Leuten ordentlich angefüllt. Vorband waren die Russen von REDSCOOL, die ich schon als Support von UFO gesehen hatte. Ne echt gute Hardrock Band mit Potential, und wenn der Gitarrist noch ein paar Restbeisserchen in seiner Kauleiste hätte, dann könnte man sich mit der Band auch mal zu Werbezwecken irgendwo fröhlich ablichten lassen. Doch das Zahnklavier des Burschen scheint völlig tastenlos, naja, kommt ja bei den Herren aus den östlichen Gefilden schon mal vor.
Den Anwesenden gefiel es, aber eigentlich war es dann doch ne ganz andere Richtung, wie BLACK TRIP dann klarstellen sollten. Die Schweden starteten richtig los und hatten mit ihrem Gemisch aus Stoner und klassischem Metal schnell ihre Flughöhe erreicht, welche sie nicht mehr verlassen sollten. Die Songs haben nahezu alle Hitpotential, lediglich der Sänger, der (noch?) hauptberuflich bei ENFORCER die Saiten zupft, gab zumindest mir Anlass zu geringer Kritik, denn dessen Stimmvolumen scheint doch etwas beschränkt. Seine Stimme passt zu der Musik, das steht ausser Frage, und der kann auch singen, nur ist eben mittlerweile Standard, dass die Sänger der "neuen Metal Welle" ein weitaus größeres Stimm-Spektrum aufweisen.
Aber dieser Kritikpunkt fiel mit jedem guten Song mehr und mehr unter den Tisch. Es war ein klasse Konzert einer Band, von der man sicher noch einiges hören wird. Der Meute gefiel es ebenso und die Läusematten flogen nur so durch die Gegend. Auch als Armin grade mit geschlossenen Augen und und vor lauter Wonne geöffneten Lippen zu einem Luftgitarren-Solo ansetzte, drängte sich ein moshender Metalhead vor ihn und ihm Nu hatte der Gute den Mund voll klebender Zotteln, war das ein Spass. Zum Schluss noch ein kleenet Bildchen, welche ich mit meinem neuen Handy gemacht habe, das macht echt ganz gute Schnappschüsse!
Beste Grüsse an die Crew bestehend aus MusikMogulArmen (abgekürzt M.M.A.) und natürlich Larsomat, der vielen auch als Griesgram oder Muffi Schlumpf bekannt sein dürfte!

Mittwoch, 7. Oktober 2015

ZOCKER-NOSTALGIE

Ich war nie einer der Computer-Nerds, die tage- und vor allem nächtelang vor ihren Kisten saßen, sich dauernd nach neuen Spielen informierten, sich diese aufwendig kopieren ließen und sogar auf irgend welchen Zocker-Sessions zusammen kamen, um sich an den Joysticks die Finger wund zu zwirbeln. Da ich aber schon immer solche Leute in meinem Umfeld hatte, kam ich nicht drum herum, ab und an mehr in die Welt der Videospiele abzutauchen. Dazu kam natürlich noch, dass mein Vater uns in den frühen 80ern die damalige Spielekonsole schlechthin unter den Weihnachtsbaum legte, die legendäre ATARI 2600. Die dazugehörigen Joysticks erinnerten mich übrigens schon immer daran, dass sie nicht nur Computer-Fans einiges an Freude bereiten konnten, sondern auch die ein oder andere einsame Hausfrau durchaus hätten beglücken können.
Zufällig bin ich kürzlich bei Youtube auf Videos alter Computer-Spiele gestoßen, was auch der eigentliche Beweggrund dieses Blogs war. Man findet praktisch alle alten Klassiker. Im Zeitalter von "World of Warcraft", "Halo" oder "FIFA16" dürften diese alten Kamellen bei der jüngeren Fraktion eher ein bemitleidenswertes Lächeln auslösen, aber die 80er Generation wird diesen Ausflug in die glorreichen Zeiten mit Sicherheit zu schätzen wissen, sofern sie eben auch mal mehr oder weniger leidenschaftliche Zocker gewesen sind.

Hier einige Beispiele, die damals meine zarten Nerven belasteten: Auf ATARI hatte ich das Spiel RIVER RAID, bei dem war ich der absolute Chef, wenn ich den Sound und die Grafik heute erlebe, kommt es mir wie damals vor, als ich Sonntags morgens vor allen aufstand nur um im Wohnzimmer etwas rumzuballern.
Ich erwarte natürlich von keinem, sich die ganzen 24 Minuten reinzuziehen ;-)

das weitaus bekanntere SPACE INVADERS dürften natürlich mehr kennen, nicht mein größter Favorit aber auch Kult!


DAS dürfte nun wirklich auch heute noch jeder kennen, war glaube ich bei der Konsole sogar dabei. Ich will nicht wissen, für wieviele epileptische Anfälle PAC MAN letztlich verantwortlich war!


Meine Bruder hatte einen COMMODORE C64 mit Datasette (Vorgänger der Floppy-Disc)!!! Damit lud man jedes Spiel ca 20 Minuten !!! Damit spielten wir so Hammer-Dinger wie BLUE MAX


ZAXXON


oder ONE ON ONE (dagegen kackt NBA2K16 doch voll ab!)


Natürlich ist das legendäre SUMMER GAMES nicht zu vergessen, bei dem man sich immer Schwielen an den Händen holte, die von Aussenstehenden schonmal falsch interpretiert werden konnten


Kinders, waren das noch Zeiten, da könnt man schon fast melancholisch werden ...

NEW NOISE FESTIVAL 10
(22.08.2015 SCHLACHTHOFGELÄNDE KARLSRUHE)

Nachdem die Stadt Karlsruhe bzw. diese komischen Zirkus-Menschen des ehemaligen Geländes der NEW NOISE Truppe nach eigentlich guter Zusammenarbeit dann doch diverse Steine in den Weg legen wollten, wurde kurzerhand beschlossen, das Ganze aufs Schlachthofgelände zu verlegen. Vorteil hier ist die gute Infrastruktur und massenhaft Parkplätze. Und mit den drei Locations Hackerei, Substage und Fleischmarkthalle hat man auf engstem Raum drei verschieden große Läden, in denen man nahezu jede Band standesgemäß präsentieren kann. Die Vorzeichen waren also perfekt und das Wetter war ja in dieser Zeit ohnehin südländisch. Es sollten an diesem Tag fast 30 Bands auftreten, aber wie so oft trifft man rund herum zig Leute und kommt aus dem labern und chillen oft nicht raus. Deshalb habe ich, wie jedes Jahr, mal wieder weitaus weniger Bands gesehen, wie ich mir vorgenommen hatte. Am Ende des Tages hatte ich gerade mal fünf Bands richtig gesehen, zumindest so, dass ich was darüber schreiben kann. Mein Opener waren GONE TO WASTE aus dem schönen Ruhrpott, die in der pickepackevollen Hackerei aufspielen sollten. Das war schon mal der erste Komplett-Abriss!! War das eine Ansage, ich stand auf einem Barhocker und hatte somit brilliante Sicht. Vor der Bühne flogen die Fetzen samt Leuten und selbst die Band war extremst überrascht, wie gut das alles war. Einzig Plüschi kam aus dem Schwitzen nimmer raus, musste er doch dauernd Stagediver von seinem Mischpult wegstoßen, glücklicherweise hängte sich keiner an die Disco-Kugel!
Hier ein Video, Copyright by me (verzeiht mir den merkwürdigen Aufnahmewinkel, man sollte während der Aufnahme nicht die Perspektive wechseln) Nach diesem ersten Hammer-Ding verbrachte ich erstmal ne lange Zeit auf dem Festivalgelände und sprach mit allerhand Geleut. Darunter auch Jockes von Empowerment straight aus dem Klo-Kessel Stuttgart. Jedesmal wenn wir uns sehen, labern wir über das Fussball-Ding, die Rivalität und allerhand anderes Zeugs. Egal wie sehr man Stuttgart und alles was da raus gekrochen kommt, hasst, Jockes ist eine Hardcore-Institution, ein netter Typ und einer der ganz wenigen Lichtblicke, die aus diesem Loch kommen. Und natürlich wurde er ob der erbärmlichen Leistungen des VFB mit allergrößter Häme überschüttet. Ich hab die EMPOWERMENT Show zwar nicht gesehen, aber vertrauenswürdige Quellen berichteten mir, dass mir Jockes sogar ein Lied gewidmet hatte.
Falls er das hier liesst, darf er sich herzlich gegrüsst fühlen.
Danach sah ich das erste Konzert in der äußerst authentischen und stimmungsvollen Fleischmarkthalle, die unter Denkmalschutz steht, wodurch viele alte Details der Halle erhalten blieben. Echt klasse! Die Band hiess HARM/SHELTER aus Giessen, fünf Jungs, die es mal richtig krachen liessen. 1A Power Hardcore, der sofort bei den Leuten ankam. Die Jungs hatten wohl auch einige Supporter dabei, die die Meute gleich mal richtig aufmischten und ein ums andere Mal aufteilten, um danach mächtig wüten zu können. Echt ein Geheimtipp, mal sehen, welchen Weg die noch gehen.
Die nächste Band, die ich mir ansah, hatte dann schon Headliner-Status. LIONHEART enterten das Substage, welches aber irgendwie zu groß war, jedenfalls waren lediglich 300-400 Leute drin. Mag auch damit zusammen hängen, das GUNS UP! laut Zeitplan gleichzeitig in der Fleischmarkthalle spielen sollten. Gott sei dank hinkte der Plan dort etwas hinterher, und so konnte man einen Großteil der LIONHEART-Show sehen und dann relaxed zu GUNS UP! rüber schlendern.
LIONHEART boten ne explodiernde Show, was sich aber nur bedingt auf das Publikum übertrug. Es war einfach zu viel Platz bzw eben zu wenig Leute. Das nächste Mal sollte man das Substage halbieren, das würde in solch einer Situation schon mal viel bringen. Die Tatsache, dass im Publikum nicht ausgerastet wurde, ließ wiederum den Sänger der Band etwas ausrasten, der immer wieder recht aggressiv den Leuten aufgrund ihrer Passivität ins Gedächtnis zurück rufen wollte, dass man doch auf einer Hardcoreshow sei und so ein Konzert vom Ausflipp-Faktor der Leute lebt. Aber scheiss drauf, war ne geile Show und absolut sehenswert.
Doch nichts, aber wirklich NICHTS im Vergleich zu dem, was mich dann in der Fleischmarkthalle erwarten sollte.
GUNS UP! waren wohl eh der eigentliche Festival-Headliner, den dann auch entsprechend viele Leute sehen wollten. Doch viele in der Halle sollten nichts bis recht wenig sehen, weil es dort keine Bühne gab und die Band ebenbürtig mit der Crowd spielte. Übrigens ein Zustand, den mittlerweile wohl viele Bands bevorzugen.
Die Burschen aus Massachusetts räumten so richtig derbe ab, die Singalongs waren brachial, der Moshpit glich einem Hafenbecken, in dem die sturmgepeitschte Gischt von links nach rechts schwappt und sich ab und an vor dem Sänger auftürmte. Visuelles Schmankerl waren einige Durchgeknallte, die die Säulen der Halle hochkletterten, um sich danach in die Wogen zu stürzen. Keine Ahnung, wie die da immer wieder so schnell hochkamen, hätte ich das versucht, ich wäre an der Säule quietschend herunter gerutscht wie ein nasser Sack! Es war wirklich ein alles überragendes Konzert, dessen Intensität bisher nur von wenigen Shows in Kalrsruhe erreicht wurde. Auch hier hab ich ein Video geschossen, der Winkel ist hier natürlich ungleich schlechter als vorher Als Abschluss eines geilen Tages gönnte ich mir dann noch ne gehörige Portion THE STORY SO FAR, die mit ihren eingängigen und melancholisch schönen Punkrock-Hymnen das volle Substage begeisterten. Da gab nochmal jeder alles und sämtliche Lieder wurden lauthals mitgesungen. Das war wirklich das melodische Sahnehäubchen des Festivals. Doch auch das war dann irgendwann verzehrt. Bleibt zu hoffen, dass das nächste Jahr wieder auf dem Gelände stattfinden kann. Ich werde auf alle Fälle dabei sein! Beste Grüsse gehen raus an Jensos, der glaub noch weniger sah als ich, weil er dort am Getränkestand half, an T-Dog und sein Mädel, an meine Burschen von der Substage Crew, natürlich an Jockes aus Häberle, DJ Ketch, der definitv ALLES erfunden hat und natürlich, die allerwichtigsten Leute des Tages: Alex, Lucas und ihre ganze Crew, die dieses geile Festival erst möglich machen und mit geringsten Mitteln europaweit etabliert haben. Alle Hüte up!

Montag, 5. Oktober 2015

THE QUIREBOYS
(12.08.2015 FESTHALLE DUDENHOFEN)

Was kann einen denn bitte schön an einem brütend heißen Mittwoch Abend im August ins schöne und beschauliche Dudenhofen locken, einem pfälzischen Ort, den die kulturelle Entwicklung der Menschheit bisher eher weit umfahren hat?
Die Antwort ist eine Band, deren internationales Renommee unumstritten ist, die sich aber offensichtlich nicht zu schade sind, ihre Künste auch an einem eher "einfachen" Ort darzubieten: THE QUIREBOYS, Glamrock-Legende aus England, die sich mit ihrer Mischung aus Southern- und Sleaze-Rock einen weltweiten Namen gemacht haben!
Mal Spaß ohne, Dudenhofen ist tatsächlich ein übles Kaff, aber vor den Leuten, die da immer wieder echt gute und vor allem internationale Rockbands hin holen, zieh ich meinen imaginären Hut.
Jedenfalls düsten wir in einem Auto ohne Klimaanlage Richtung Pfalz, mit dabei Guru Armin und zwei Bekannte von ihm. In der Festhalle, die eine typische Dorflocation darstellt und sonst eher Theaterstücke von Laiendarstellern oder urkomische Karnevalssitzungen beherbergt, war ganz gut erfüllt. Eine Support-Band spielte die Halle aber schnell wieder leer. Keine Ahnung mehr, wie die hießen und vielleicht hatten die nen schlechten Tag, aber das war einfach nicht gut.
Ganz im Gegensatz zu den QUIREBOYS, denen kein widriger Umstand einen Strich durch die Rechnung machen konnte, seien es die Hitze, die eigentlich schlechte Akustik oder die Zwergen-Bühne. Nein, man merkte sofort, dass hier absolute Profis am Werk waren und im Nu hatten sie die ca. 200 Leute in ihren Bann gezogen. Ich konnte es wirklich kaum fassen wie gut und eingängig die waren. Frontman und Glamrock-Ikone Spike, der in Gestik und Style etwas an Axl Rose erinnerte, übernahm das Kommando und schon während des ersten Songs hatte er die komplette Meute im Sack. Den Fans war die Hitze, etwaige Schweiss-Ränder oder Flüsse von Arsch-Saft schlichtweg egal. Keiner konnte ruhig stehen bleiben, entweder wurde getanzt oder die Luftgitarre geschwungen. Es war echt ein fantastisches Konzert und mal wieder der Beweis, dass auch alteingesessene Bands immer und immer wieder eine Chance verdienen, denn die Meisten haben es halt einfach noch monstermäßig drauf und QUIREBOYS gehören da absolut dazu.
Hier noch ein Video eines Konzertes aus Finkenbach, einer weiteren "Rock-Metropole", in der sie zwei Tage später spielten. Das war bei einem kleinen Rock-Festival, und wenn ich es richtig mitbekommen habe, ist der Veranstalter der gleiche, der die Jungs auch vorher nach Dudenhofen geholt hatte. (Falls das jemanden interessiert)

Mittwoch, 16. September 2015

ACCEPT / W.A.S.P. / "SABBER-TON"
(10.08.2015 COLMAR)

Da ist quasi grad um die Ecke jedes Jahr ein riesiges Wein/Volksfest, welches es sich auf die Fahne geschrieben(und offensichtlich auch die finaziellen Mittel dazu) hat, Musik-Größen der verschiedensten Genres zu präsentieren, und ich dämlicher Latz bekomm dass erst jetzt wirklich mit!
Das besondere daran ist aber nichtmal die Tatsache, was für Hammer-Bands die da jedes Jahr an Land ziehen, sondern die übergeile Location: eine Art modernes Amphitheater inmitten des Festgeländes, eigentlich im freien, aber durch ein großes Zeltdach geschützt. Perfekt!
Und speziell die Metal-Fans (es gibt auch andere Genre-Tage) sehen halt schon witzig aus, wenn sie durch das Weinfest laufen, vorbei an spiessigen Rentnern, dickbrüstigen Bauern-Mägden oder der Karusell-fahrenden Dorfjugend! Dieses Jahr standen keine geringeren als die Legenden ACCEPT und W.A.S.P. auf dem Programm. Dazu noch ENSIFERUM (die wir verpassten) und die unglaublich schlechte Imitation einer Metal-Band namens Sabaton ...wurgs! Wir, das heißt unsere kleine aber feine Metal-Crüe bestehend aus mir und meinen treuen Gefolgsleuten Grimmser, Daddy D. und Bob. Naturgewalt Faxe musste leider passen.
Und da saßen wir gleich nach der Ankunft auf der Tribüne, ein laues Sommerlüftchen umgarnte den unters Zeltdach spickelnden Sonnenuntergang und wir verspeisten jeder ein großes "American" (Baguette mit Pommes und Merguez darin), auch Cholesterin-Torpedos genannt. Dies alles geschah in der Umbau-Pause zwischen ENSIFERUM und W.A.S.P. also mussten wir für Blackie Lawless nur noch die Soße vom Kinn putzen und es konnte richtig losgehen.
Ich hatte ja die Burschen grad aufm Bang your Head gesehen und war da schon begeistert. Dies sollte an diesem Abend aber noch getoppt werden. Nicht zuletzt, weil im Stehplatzbereich vor der Bühne ne stabile Mischung aus alt und jung standen, und sehr viele waren mosh-willig !!! Übrigens bestätigte sich der Vorwurf des Playback nicht wirklich. Dies gilt nur, wenn Chöre zugespielt wurden. In diesen Playbacks hört man Blackies Stimme halt deutlich raus, obwohl er manchmal gar nicht singt, aber die eigentlichen Songs werden meiner Meinung nach alle live gesungen.
Woher ich das weiß? Na weil ich es auf den Sitzplätzen nach 2-3 Songs vor lauter Geilheit nicht mehr aushalten konnte und mich und meine Kutte laut kreischend bis in die ersten Reihen tankte, und da hatte ich eine blendende Sicht auf Blackies Lippenakrobatik.
Bob tat dem ebenso. Zurück auf der Tribüne blieben lediglich unsere Ewoks Grimmser und Daddy, na ja, die wollten halt auch was sehen!
Die Playlist war übrigens die gleiche wie in Balingen, aber eben alles etwas enthusiastischer und ausgeflippter. Als Blackie die Menge teilen wollte, um herauszufinden, welche Seite lauter sei, machten die verrückten Franzosen sogar ne Wall of Death daraus. Da mir Bob zuälligerweise auf der anderen Seite gegenüber stand, konnte ich nicht widerstehen, ihn beim Zusammentreffen kurz mal "prallen" zu lassen. Allein W.A.S.P. war das Geld schon wert. Ich kam bereits voll auf meine Kosten und konnte ACCEPT in etwas ruhigeren Zügen geniessen. War nie ein Riesen-Fan dieser Combo, aber leck Fett, haben die abgeräumt. Klar, man hört jedem Lied (trotz neuem Ami-Sänger) sofort an, dass es ne deutsche Band ist, aber nichtsdestotrotz drehten die Ruhrpottler derart am Power-Knopf, dass sich teilweise das Zeltdach aufblähte!!
Das konnte man nur schwer steigern, schon gar nicht konnten das Sabaton, eine meiner Meinung nach komplett überbewertete Band, die gerne Heavy Metal spielen würde, aber das ganze nur imitiert. Die Songs sind vom Aufbau eher Pop-Songs, die einfach nur härter gespielt werden. Dazu kommt noch eine oberpeinliche Show ... aber was soll ich sagen ... es gefällt vielen, unglaublich vielen! Der Großteil der Leute feierte diese Clowns ab, ebenso meine drei Mitstreiter, die dies nur taten , um mir, ihrem musikalischen Mentor, eins auszuwischen. Denn hätte es ihnen wirklich gefallen, hätte ich alle drei an das fahrende Volk verkauft, auf dass sie auf ewig hätten Boxautos eingeparken müssen !!!

Sonntag, 6. September 2015

EVERLAST
(06.08.2015 SUBSTAGE KARLSRUHE)

Ich mochte EVERLAST schon immer, natürlich in der Hauptsache zu seinen HOUSE OF PAIN Zeiten, in denen er der HipHop-Combo den nötigen Hate-Faktor verlieh, aber auch seine Allstar-Rappers LA COKA NOSTRA zählen zu meinen Favoriten.
Bei diesem musikalischen Hintergrund ist es eher verwunderlich, welchem Genre sich EVERLAST aka Eric Schrody seit einiger Zeit verschrieben hat. Er ist ein meiner Meinung nach genialer Blues-Folk Musiker mit melancholischen Songs und rauchiger Stimme, die erstaunlicherweise sogar singen kann!!
Also war mein Besuch bei dieser Show sozusagen in Stein gemeißelt! Der Vorverkauf schien regelrecht zu explodieren und so waren an diesem Abend sage und schreibe 900 Leute im Laden. Das war schonmal erfreulich. Leider erfuhr ich auch, dass der feine Herr EVERLAST bei den letzten Shows etwas rumgezickt hatte, weil sich die Leute im Saal zu laut unterhalten hätten. Aber das will ich ihm nichtmal negativ anrechnen. Mich nervt es auch, wenn bei einem Konzert der ruhigeren Töne die Anwesenden sich komplett respektlos und uninteressiert verhalten, laut labern und mit Gläsern klirren. Das kann man auch vor der Halle machen. Na ja, ich hoffte, dieser Abend würde ohne negative Höhepunkte auskommen.
Vorsänger war ein Herr namens Tom Mess, ein Singer/Songwriter aus Karlsruhe, der meiner Meinung nach vor diesen vielen Leuten komplett unterging. Nicht zuletzt aus eben genannten Gründen, denn der Geräuschpegel verschlang beinahe alle Versuche des Burschen, der aber irgendwie auch nicht viel zu bieten hatte. Kann aber auch sein, dass ich ihm Unrecht tue, weil bei mir einfach zu wenig ankam.
Dann kam EVERLAST auf die Bühne, mit Sonnebrille und ziemlich grimmiger Aura. Mit dabei war lediglich ein Musiker am Keyboard. Ohne großes Rumgeeier ging es dann auch in die Vollen, der Sound war bombastisch, EVERLAST war voll dabei und schmetterte einen Eingänger am anderen durch den Äther. Ich jauchzte innerlich vor Glück. Auch der Rest des Publikums war hingerissen und diese positive Stimmung übertrug sich auch auf den Mann auf der Bühne denn teilweise zerbrach sogar ein Lächeln seine zuvor versteinerte Miene. Er taute regelrecht auf nd hatte zusehens Spass an der Show. Es schien so, dass er selbst etwas Negatives erwartet hätte, was dann aber glücklicherweise nicht eintrat ...bis jetzt !!!!
Dann geschah es, ein Vorfall, der als "Lemongate" in die Geschichtsbücher eingehen wird. Denn irgendein wahrscheinlich besoffener Vollidiot hatte nichts besseres zu tun, als die Zitronenscheibe aus seinem Becher durch die halbe Halle zu werfen, straight in EVERLAST's Face! Er brach das Konzert sofort ab, vergewisserte sich erst, was ihn da grad am Kopf getroffen hatte, um dann wieder an den Bühnenrand zu treten und den Werfer aufs übelste zu beschimpfen. Er verfluchte nicht nur ihn, sondern auch seine komplette Verwandt- und Ahnenschaft und ging dabei mindestens 100 Jahre zurück. Allen und vor allem dem Täter wünschte er Pest und Cholera an den Hals, er steigerte sich regelrecht in einen Shitstorm hinein. Er forderte ebenso die Leute drum herum auf, diesen Typen umzuboxen, so sie ihn denn bei der Tat gesehen hatten.
Ihr merkt, die Stimmung war leicht gekippt.
Einerseits kann ich EVERLAST verstehen, mich würde so ein Depp auch anstressen und es ist richtig, seinen Unmut zu äussern, gerade wenn man wie Schrody irisches Blut in seinen Adern hat.
Doch leider übertrieb er es masslos, er hörte gar nicht mehr auf. Glücklicherweise entschuldigte er sich beim Rest des Publikums für sein Tun, aber er könne einfach nicht anders, als auszuflippen, wenn so was passiert.
Nach sicher 7-8 Minuten derbster Flüche und Beleidigungen führte er das Konzert fort, aber liess gleichzeitig die Drohung raus, dass bei einem erneuten Zwischenfall das Konzert vorbei wäre.
Ein Glück passierte nichts mehr, aber die Stimmung war natürlich im Arsch. Er zog zwar seine Songs durch und es war auch wieder richtig gut, aber die Chemie entstand nie mehr so wie vor der Zitronen-Affäre. Auch in den weiteren Songpausen ließ er es sich nicht nehmen, dem Delinquenten immer neue Dinger an den Kopf zu werfen, irgedwann nervte es dann wirklich, er bot demjenigen sogar an, nach der Show an den Hinterausgang zu kommen, er würde sich dann gern mit ihm unterhalten. Na ja, er ist halt schon ne kleine Diva, deren Ausbruch ich wie gesagt bedingt verstehen kann, aber was er daraus machte, war eindeutig zuviel.
Das Konzert an sich war aber trotz allem genial, es ist einfach klasse Musik die einem ein gutes Gefühl vermittelt, egal ob live, auf CD oder mit einer Zitrone in der Fresse!

SEPULTURA / SUICIDE ANGELS / DUST BOLT
(30.07.2015 GARAGE SAARBRÜCKEN)

So langsam sollte ich ja nicht mehr ins Staunen kommen, was mein Mädel manchmal so aus dem Hut zaubert, aber am Vortag bzw. nachts um zwölf, also an meinem Geburtstag, zog sie dann doch ein Ass aus dem Ärmel, mit dem ich niemals gerechnet hätte.
Sie hatte eine regelrechte Geburtstagstour geplant: zuerst gab es ne nahrhafte Burger-Mahlzeit im Durlcher Diner, danach ging es ins Outlet Zweibrücken, wo es ein paar neue Treter für mich geben sollte, und zuguterletzt noch nach Saarbrücken, wo das oben genannte Thrash-Package zu Gast war.
Ich freute mich wie Bolle, musste sie aber gleichzeitig fragen, ob sie denn wusste, worauf sie sich da eingelassen hatte!
Drei Knüppelbands in einem Laden voller Läusematten und das bei 30 Grad!
Aber egal, ICH hatte ja schliesslich Geburtstag!
Neue Sneakers waren schnell eingetütet und sie hatte auch noch Glück, denn ich fand ein paar geniale ASCIS GEL LYTE III für schmale 39 Taler! Danach directemundo in die Garage nach Saarbrücken. Saudummerweise verpassten wir DUST BOLT, die Band, die ich eigentlich am liebsten gesehen hätte. Dass wir die erste Band nicht sahen war aber keineswegs unsere Schuld, das Ganze fing einfach viel früher als angekündigt an. So schlugen wir in der Mitte der SUICIDE ANGELS Show auf. Und mal ehrlich, ich hatte die Griechen schon zweimal gesehen und die bringen es mir einfach nicht. Klasse Musiker, fetter Sound, keine Frage, aber irgendwie ist es einfallslos und geht in Richtung 0815. Ich muss ja nicht alles abfeiern.
SEPULTURA legten dann ein paar hundert Schippen drauf. Der Laden war wie bei HATEBREED wieder mit einer schwarzen Wand um die Hälfte verkleinert, demnach waren ca. 4-500 Leute da. Und die erwachten jetzt richtig zum Leben. In der Mitte entwickelte sich ein übler Mosh und wirklich jedes Lied wurde zelebriert. Ich genoss die Show, auch wenn ich natürlich immer ein Auge auf mein Mädel hatte, die sich zwar tapfer hielt, aber deren Gesichtszüge stetig "wolkiger" wurden. Vielleicht war es gar nicht so schlecht, dass wir die Hälfte des Dreierpacks verpasst hatten, drei volle Bands wären wohl etwas too much gewesen. So konnte ich mir die Jungs aus Brasilien mit gutem Gewissen und in voller Länge reinziehen. Und die hauten natürlich alle ihre Hits raus. Ich spar es mir jetzt, die alle aufzuzählen, wer sich für SEPULTURA interssiert, der kennt se alle!
Ein Hoch auf meine Süsse für diesen geilen Tag!!

CROWBAR
(28.07.2015 CAFE CENTRAL WEINHEIM)

So oft hatte ich die Doom-Legende (oder heisst das jetzt Sludge?) CROWBAR in den letzten Jahren verpasst, an diesem heißen Juli-Tag wollte ich diese gigageile Band endlich mal wieder sehen, komme was da wolle. Den gleichen Gedanken hatten Kumpan Nr.1 Larso und Blitz und Donner-Sepp, das war schonmal ein gutes Package.
Vorband war glaube ich eine Ding namens VOID OBELISK. Die spielten lupenreinen Doom Metal, wie er lupenreiner nicht sein konnte, was so viel heisst wie, extremst langsam und düster, in manchen Songminuten schienen die Temperaments-Bolzen lediglich zwei Snare bzw. Bassdrum-Schläge zu setzten. Das Zeugs hatte die Geschwindigkeit von Baumharz und konnte nur ab und an gefallen, wenn sie mal aus ihrer Agonie erwachten und nen guten Part raushauten! Aber insgesamt war das des guten zuviel und wir genossen lieber draussen die laue Sommernacht.
Vorher allerdings konnten wir nicht widerstehen, mit Mastermind Kirk Windstein ein Foto zu schiessen, ein Mann, dessen Gesicht eigentlich nur aus Bart und Augenringen zu bestehen scheint, der Rest ähnelt einfach nur uralter Baumrinde. Eine Kultfigur, die wir fast verwechselt hätten, denn außer Kirk stand noch ein anderer kleiner Glatzkopf mit Bart beim Merch, aber glücklicherweise fragten wir den richtigen und wir schossen diesen durchaus morbiden Schnappschuss!
Wer sich fragt, warum Lars nicht mit aufs Foto wollte, dem sei gesagt, dass man munkelt, er hatte etwas Muffe vor dem garstigen Baumrinden-Mann!
Das Konzert war abartig gut, die Power schien den Raum beinahe zu sprengen. Die Musik von CROWBAR erscheint mir vor allem live wie großes und alles zerreissendes Sägeblatt, welches manchmal zwar langsamer wird und etwas ins stocken kommt, danach aber wieder mit unbändiger Kraft durch alles durchfegt, was nur in die Nähe davon kommt. Der Sound war extrem gut und die ca. 150 Leute gingen entsprechend mit. Die Jungs aus den Sümpfen New Orleans spielten einige Stücke ihr beiden letzten Platten, die beide absolute Hammer-Alben sind und eigentlich in jedem Rega stehen müssten. Ich bin heilfroh, dass wir an diesem Abend nach Weinheim gefahren sind, besser kann so ein Konzert gar nicht hängen bleiben.

GEORGE THOROGOOD & THE DESTROYERS
(27.07.2015 TOLLHAUS KARLSRUHE)

Das war mal ein richtiges Highlight, was das Tollhaus da an Land gezogen hat. Auch wenn GEORGE THOROGOOD in Deutschland eher nur wirklichen Insidern bekannt ist, ist der Bursche in Amerika ne ganz große Rock'n'Roll-Nummer. Ich ergriff die Gelegenheit, bei dieser Show zu arbeiten und kam ob der technischen Möglichkeiten und dem professionellen Standard des Tollhauses nicht mehr aus dem Staunen heraus. Der Laden ist wirklich komplett durchdacht und bis aufs kleinste Detail perfekt geplant.
Auch der Tourtross, das Equipment und die Mannschaft waren erstklassig, alles nur vom Feinsten, allein daran konnte man schon erkennen, was für ein Kaliber GEORGE THOROGOOD eigentlich ist.
Abends waren dann über 1000(!) Leute im Tollhaus, sozusagen die Creme de la Creme der hiesigen Rock-Szene. Allen war klar, dass das eine vielleicht einmalige Chance war, diese Rock-Legende nochmals in Deutschland zu sehen, der Gute ist ja nun auch schon 65!
Im Schlepptau hatte ich Musikpabst Armin und Larso Niemalszufrieden, genialerweise konnten wir drei geile Sitzer auf der Empore ergattern.
Support des Abends war ein gewisser J.J. GREY und seine Band MOFRO. Ein mehr als merkwürdiger Name, aber Hallo, eine Band von Spitzenmusikern, allen voran Sänger und brillianter Gitarrist J.J. GREY. Der Typ sieht eher aus wie ein Standup-Comedian, aber kann der Bursche die Saiten zupfen !!! Eine fantastische Blues-Rock Show, deren Hits sofort in aller Ohren gingen.
Das war genau der richtige Zunder für das kommende Feuerwerk, welches GEORGE THOROGOOD und seine DESTROYERS danach abbrennen sollten. Olle George kam ganz in schwarz, nur sein gebundene Rambo-Stirnband war weiß. Das war schon mal ein Bild für Götter. Und obwohl ich ehrlicherweise vom ganzen Set nur 4-5 Songs kannte, war das dermaßen gut und mitreissend, dass man nur schwer ruhig sitzen bleiben konnte. Purster Rock'n'Roll ohne jegliche Bühnen-Schnörkel, aber gerade deswegen eine gnadenlos gutes Konzert, bei der ab und an sogar das komödiantische Talent des geborenen Frontmannes zur Geltung kam. Er brachte einige saukomische Slapstickeinlagen (auch zum Thema Star-Allüren), was ihn noch sympathischer machte, als er ohnehin schon rüber kam. Klar, er und seine Jungs sind Vollprofis und verstehen es, dem Publikum eine gute Show zu bieten, aber dennoch kann man eben bei manchen Künstlern merken, dass sie es ehrlich meinen und mit beiden Beinen auf dem Boden geblieben sind.
Einzig vom Publikum hätte ich mir mehr erhofft, denn elektrisierend genug war es allemal. Doch lediglich ein kleiner Teil der Leute war am "brodeln". Der Großteil feierte die Songs zwar ab, stand aber meistens nur teilnahmslos rum. Es war halt auch schweineheiss an dem Tag.
Alles in allem war es eine geniale Show einer Rocklegende, die hierzulande leider fast nur Rock-Nerds (und natürlich seinen Fans) ein Begriff ist, von der aber fast jeder mindestens einen Song kennt (entweder "Bad to the bone" oder "One Borbon, one Scotch, one Beer")
Als ich nach der Show zum Abbau hinter die Bühne ging, sah ich GEORGE THOROGOOD wie wild den Gang in Richtung Backstage-Bereich hinunter zu rennen und er schrie dabei lauthals: "YEAH...WE ROCKED!!!"
Treffender kann man es nicht ausdrücken! Hier noch eine Art Medley-Video vom Tollhaus selbst

Samstag, 15. August 2015

HATEBREED
(21.07.2015 GARAGE SAARBRÜCKEN)

Seit Ewigkeiten hoffte ich bereits auf eine neue Tour von HATEBREED. Diese Naturgewalt sollte man einfach in regelmäßigen zu Gesicht bzw. zu Gehör bekommen. Deshalb überlegte ich nicht zweimal, als ich von der Show in Saarbrücken laß. Und mit 23 Euro war das Ganze auch noch ordentlich bepreist. Ich zog mir schon frühzeitig ein Ticket, auch wenn ich noch nicht sicher war, ob überhaupt jemand mit dabei wäre. Dem war dann tatsächlich nicht so und tatsächlich niemand wollte mich ins beschauliche Saarland begleiten.
Überflüssig zu erwähnen, dass ich natürlich auch alleine hingebraust bin ... Gott sei dank!
Es war, wie diesen Sommer dummerweise recht üblich, schweineheiss, folglich herrschten auch in der Garage mollige Temperaturen. Der große Saal war zwar voll, aber mit einer schwarzen Plane um fast die Hälfte verkleinert. Ich schätze, es waren so 500-600 Leute da. Ich hätte bei Bekanntgabe der Tour geschworen, dass der Laden in normaler Größe geschissen voll gewesen wäre. Vielleicht war es auch eine Art Festival-Übersättigung, aber immerhin waren mehr als genug gute Leute anwesend.
Vorbands waren BORN FROM PAIN und UNEARTH.
Erstere kesselten dann gewohnt gut los, hab die Jungs ja schon sicher 10 Mal gesehen, und bei jedem Konzert schaffte es der BFP-Sänger, eine mäßige Meute zu einer guten zu machen, hat echte Frontsau-Qualitäten, der Mann.
Doch diesen Abend gelang es nicht mal ihm wirklich. Die Show wirkte auch nicht ganz so explosiv wie sonst, aber keineswegs schlecht. Ein bissl Gemosche war dann das höchste der Gefühle.
UNEARTH schenkte ich mir, weil ich die einfach ziemlich langweilig finde. Da setzte ich mich lieber draussen auf ne Bank in die Abendsonne und genoss ein extrem laues, aber dennoch angenehmes Lüftchen.
Ich wollte eh nur HATEBREED sehen, was ich dann auch tat.
LEGGO MIO ... war das ein MEGABRETT. Jasta und seine Jungs hatten einen Gehirn-zermürbenden und alles, aber wirklich ALLES aus dem Weg walzenden Sound. Bei der Musik kann man unmöglich NICHT MOSHEN. Multitalent Jamey Jasta ist mittlerweile ein kleines Moppelchen geworden, vielleicht podcastet er zuviel. Ich kann mich an Shows erinnern, als er wie ein Wirbelwind über die Bühne fegte. An diesem Abend war er eher passiv,aber nur was das rumzappeln anging. Seine Power-Vocals brachte er gewohnt brachial und kompromisslos an den Mann. Der Sound war so heftig und so laut, dass es sogar in den Ohren weh tat. Ein übler Mosh brach schon beim Opener aus, aber nicht unbedingt weil die Leute es zwingend wollten, sondern weil der Mörder-Blast einfach wie ne Welle über die gesammte Halle hinweg fegte, dem nichts, aber auch gar nichts standhalten konnte.
Während jedes Songs jauchzte ich vor Glück in mich hinein. Es war eine gute Entscheidung, mir diese Show zu geben, auch wenn ich dafür alleine über 300 km zurücklegen musste.
HATEBREED sind immer eine Reise wert!

Dienstag, 11. August 2015

BANG YOUR HEAD
TAG 2
(17.07.2015 Balingen)

Tag zwei des Festivals, und dieses Mal hofften wir endlich etwas Sonne abzubekommen. die 40GRad-Vollverbrennung des Vortages machten dann doch Lust auf mehr.
Den Reigen begann die britische NWOBHM-Band TANK. Von deren Original-Lineup ist allerdings keiner mehr übrig, aber wenigstens sind die beiden Gitarristen seit den frühen 80ern dabei. Das Gelände war schon ganz gut gefüllt, obwohl es schon wieder mörderheiss war. Die frühen Gäste sollten auch gleich auf ihre Kosten kommen. TANK boten eine coole Show, zündeten einige Bömbchen und waren das perfekte Vorspiel für den ersten Höhepunkt das Tages: JAG PANZER !! Für mich eine Legende, die lächerlich früh angesetzt wurde. Die Mannen um Urgestein Harry Conklin waren ein Knaller. Ein Hit am anderen, Powermetal vom Feinsten, eine Band, die Zeit ihres Daseins unterschätzt wurde und nie die Aufmerksamkeit bekam, die 0815-Drecks-Pseudo-Metalbands wie Sabberton schon bekommen, wenn sie gegen den Verstärker pissen!
Seis drum, ich stritt mich währends des Sets mit Kumpel Armin (aka der Mogul), welches denn der Beste Song der Band sei. Er meinte "Shadow thief", ich "License to kill". Da MEIN Song gespielt wurde, ist wohl klar, wer diese Battle gewonnen hat!
An dem Tag schien es schon früh Legenden nur so zu hageln, denn keine geringeren als die TYGERS OF PAN TANG stürmten als nächstes die Bühne, doch leider hielt der Sturm nicht lange an. Die Jungs aus England enttäuschten, die Show kam mir etwas blutleer vor, vielleicht war es auch eine schlechte Songauswahl oder den gar nicht mal mehr sooo jungen Männern machte etwas die Hitze zu schaffen. Es war nicht schlecht, aber gemessen an den beiden vorherigen Bands, die aber die Messlatte auch hoch angesetzt hatten, war das irgendwie nur mittelmäßig.
Nun wäre REFUGE dran gewesen, doch die fielen einer längeren Pause zum Opfer, deren Ziel es war, sämtliche Flüssigkeitsdefizite auf einen Schlag auszugleichen.
Am frühen Nachmittag waren PRIMAL FEAR an der Reihe. Sind halt dreckige Stuttgarter, speziell Gitarrist und deutsche Rockgröße Matt Sinner, der wohl sogar sone VFB-Kellerassel sein soll. Aber was soll ich sagen, man muss Qualität auch mal annerkennen, auch wenn sie von einem Unsympathen kommt. Die Show war gierig! Spitzenmäßiger Sound und klasse Songs, die sich fast alle gleich ins Ohr verkrochen. Muss mir wohl oder übel was von denen kaufen ... oder doch nicht?
Dann wurde es wieder lebensverändernd: eine wirkliche Legende und überaus selten zu Gast in europäischen Gefilden. Die japanischen Metal-Götter LOUDNESS sollten das BYH regelrecht im Sturm erobern! Das war schlicht perfekt, der Sound des Gitarristen (die Tamagotchi-Namen erspar ich euch) war so überfett, um für drei Klampfen gehalten zu werden, der Schlagzeuger (der einzige, der nicht zur Original-Besetzung gehört) glich der Präzizision eines Schweizer Uhrwerks und der Sänger traf traumwandlerisch jeden Ton, von denen sogar ein paar menschlich schier unmöglich schienen. Die Bühnenshow des Sängers hinkte im wahrsten Sinne des Wortes ein bißchen, denn er hatte wohl irgendeine Hüftverletzung, aber das tat der Genialität dieser Offenbahrung keinen Abbruch. Ich übertreibe echt nicht, das war dickste Schlagsahne, was die "Karate-Rocker" (wie sie 1988 im Metal-Hammer genannt wurden) da ablieferten.
Das mittlerweile volle Gelände feierte Hits wie "Like hell", "Crazy doctor", "In the mirror", "The sun will rise again" oder dem Opener "Crazy nights". Speziell die Gitarrensoli waren sowas von unglaublich gut, die machten sogar einem Steve Vai alle Ehre. Danach konnte nichts besseres mehr kommen, dass war uns beiden klar. Schon gar nicht Hormonika-fronted ARCH ENEMY. Auf die verzichteten wir gänzlich.
Wir hatten erst wieder Bock auf QUEENSRYCHE. Ja ja, ich weiß, die sind ja auch nicht mehr das, was sie in den guten Geoff Tate Zeiten waren. Aber diesen jungen Burschen, den die sich da geangelt haben (ex Crimson Glory), der ist schon ne überaus talentierte Singdrossel. Der Junge ist ein außerordentlicher Sänger und er schaffte es sogar, ab und an wie Tate zu klingen, ohne ihn dabei zu kopieren. Hat mich echt überrascht und die Songs (speziell die Mindcrime-Ära) sind ja ohnehin purer Honig.
Headliner auf der Hauptbühne sollten an diesem Abend KREATOR sein. Doch bis dafür die Bühne umgebaut wurde, konnte wir noch einges von ANVIL anschauen, die gerade zeitgleich in der Halle spielten. Eigentlich auch ne Legende, aber ziemlich langweilig, total platter Sound und irgendwie null Flair, oder waren wir einfach nur verLOUDNESSt ??
Auch KREATOR konnte uns keine Harten mehr machen, schon allein die mittlerweile extrem schwachen und fast schon dämlichen Ansagen von Mille waren ein Grund dafür. Irgendwie hatte der früher echt was zu sagen. Heute wird die Musik immer mehr zum Allerweltsmetal, der zugegebenermaßen qualitativ hochwertig ist, aber längst nicht mehr soviel Wiedererkennungswert hat, wie in den alten Tagen. Aber keinesfalls sind KREATOR schlecht, Musik und Sound haben einen Wegpust-Faktor, von dem andere Bands träumen, aber dennoch riss es uns nicht um und wir nutzen die Möglichkeit, noch ca. 5-6 Songs nen frühen Abflug zu machen. Unterm Strich wieder ein geiler Tag eines guten und vor allem noch echten Festivals, bei dem nicht die Verkarnevalisierung oder der Kommerz im Vordergrund steht, sondern es größtenteils noch um die Erhaltung des Metal-Grundgedankens geht und mit dafür sorgt, dass fast schon totgeglaubte Legenden nochmal eine würdige Bühne betreten können.
Nächstes Jahr ist schon gebongt!

Montag, 3. August 2015

BANG YOUR HEAD
TAG 1
(16.07.2015 Balingen)

Es hat tatsächlich 20 Jahre gedauert, bis ich es endlich mal geschafft habe, dieses Festival zu besuchen. Haupt-Hinderungsgrund war für mich immer die Reise ins verhasste Schwabenland, aber mal ehrlich, der eigentliche Hass geht ja gegen die Kesselfotzen. So ein paar ländliche Spätzle-Bauern kann man für so ein Konzert ja dann doch schonmal ertragen.
Dazu kommt, dass es sich bei dem BYH-Klientel ja eher um altgediente Metal-Recken handelt und deshalb musste ich wahrscheinlich auch nicht soviele Festival-Clowns ertragen. Eine Hoffnung, die Gott sei dank erfüllt wurde. Nicht der einzige Grund, warum ich da nächstes Jahr wieder hinfahre.
Nun zum Wesentlichen. Unterwegs war ich mit Guru Armin, den ersten Tag wollten wir über Freundenstadt durch den malerischen Schwarzwald fahren, herrliche Strecke bei strahlendem Wetter, nur halt zeitlich um einiges länger, als die hässliche A8 abzupeitschen.
Es war schweineheiss, knapp unter 40 Grad, und auf dem Festival-Gelände (welches aus einem Openair-Bereich und einer großen Halle besteht) gab es kaum einen Platz, wo man mal etwas abkühlen konnte. Ausser auf den Klos, wo tatsächlich Gebirgsbach-kaltes Wasser aus den Hähnen sprudelte. Ich glaube, dass rettete an diesem Wochenende so manches Metaller-Leben.
A propos Metaller. Heavy Metal-Fans zählen ja meistens nicht zu den schönsten Menschen, aber was ich an den beiden Tagen so alles sehen musste, glich einer Armee von Höhlen-Trollen. Aber wenigstens waren diese authentisch und hatten es kaum nötig, aus dem Festival eine wie heutzutage sonst übliche Karnevals-Veranstaltung zu machen.
Jetzt aber zur Musik. Wie beim jedem Festival (vor allem mit zwei Bühnen) sieht man ja nie alle Bands bzw. manche nur kurz und/oder sporadisch. Dazu kam hier noch die Hitze, die es nötig machte, desöfteren die prall gefüllte Kühlbox im Auto oder den Getränkemarkt neben dem Festival-Gelände zu kontaktieren. Ich werde also nur von den Bands schreiben, zu deren Shows ich auch wirklich was sagen kann ... irgendwie ist das ja auch logisch, oder?
ONSLAUGHT wäre die erste Band gewesen, die ich eugentlich unbedingt sehen wollte, aber irgendwie hatten da ca. 4 Traktoren und einige Zweirad-Rentner etwas dagegen, die immer wieder die diversen Landstrassen blockierten, sprich, wir kamen zu spät und sahen als erste Band HARDCORE SUPERSTAR. Das war dann aber auch schonmal ein richtiges Brett. Astreiner Hardrock, Power-Sound und Songs, die auf Anhieb ins Ohr gingen. Bisher hatten ich noch keine Scheibe der Schweden, aber das wird sich ja sowas von ändern!
Die nächste Band war ebenfalls ein Schweden-Import, von denen ich sogar einges kannte. Die Hardrocker von H.E.A.T. versuchten ihr Bestes und es war auch gut, aber keinesfalls so eine Granate wie HARDCORE SUPERSTAR. Aber schlecht war es wie gesagt auf keinen Fall, nur eben kein son Sackaufreisser wie vorher!
Bei brennender Hitze erstrahlte das erste wirkliche Highlight, und ratet mal woher? Richtig, wieder Smörebröds aus Schweden.
Die epischen GRAND MAGUS !!! Das eher statische Trio konnte die große Bühne visuell natürlich mit nichten ausfüllen. Aber diesen Zustand machten sie akkustisch 1000mal wett, leck mich, war das eine Ansage. Deren neuesten Machwerk ist gespickt mit eingängigen Metal-Hymnen, von denen sie auch einige zum Besten gaben. Wirklich eine Hammer-Show.
GRAND MAGUS = GEHEIMTIPP !
Man hätte an dem Tag locker ne Gartenbude bauen können, denn das nächste Brett war schon im Anflug.
Keine geringeren als die mächtigen Bay Area Thrasher DEATH ANGEL adelten das Lineup. War das geil, hab die Jungs schon mal gesehen, die sind eh ne Bank, aber an dem Tag liefen sie regelrecht zur Höchstform auf. Alte Hits und neue Kracher, ne Metal-Show, die wirklich keine Wünsche offen ließ. Mittlerweile war es zwar Nachmittag aber die Sonne brannte immernoch gnadenlos auf die Genicke der Leute, von denen einige bereits dabei waren, sich langsam aber sicher in feuerrote Langusten zu verwandeln. Und wo wir grad bei den Leuten sind, Crowd-Action war bisher eher Fehlanzeige, und das wahrscheinlich nichtmal wegen der Temperaturen, sondern, weil das Publikum dort einfach nicht so gepolt ist, zumindest größtenteils. Was aber nicht heisst, dass keine gute Stimmung war, im Gegenteil, die Leute genossen die Musik der Bands und gingen dementsprechend mit, aber eben weniger moshend und mehr feiernd.
Und genau DAS sollte bei der folgenden Band zum Höhepunkt kommen. Die Metal-Legende W.A.S.P. gab sich die Ehre. Natürlich mit Mastermind Blackie Lawless, etwas aufgeschwemmter und mopsiger als früher, aber kein bißchen leiser.Und natürlich mit den obligatorischen Highheel-Stiefeln, mit denen er Storchen-artig über die Bühne tänzelte. Das war der vorgezogene Höhepunkt des Tages. Ein Singalong-Hymne jagte die nächste, es war unglaublich gut. Evergreens wie das Who-Cover "The real me", "Love machine" oder "Wild child" waren nur einige Granaten, die gezündet wurden. Zwischenzeitlich hatte ich allerdings mal den Eindruck, dass Blackie ab und an stimmliche Unterstützung vom Band bekam, ein Eindruck, der sich wohl zwischenzeitlich inoffiziell bestätigt hat, aber mal ehrlich, anders wie bei den Clowns von Manowar war das nur ab und an und bei weitem nicht so dilentisch; und zudem war die gesamte W.A.S.P Show so obergeil, daß man das einer fast 60 Jahre alten Metal-Legende schon mal verzeihen kann, ich tue das jedenfalls! Natürlich sind die New Yorker Vollprofis und können sich auf Knopfdruck perfekt präsentieren (sofern sie das wollen), aber die Show hatte meiner Meinung nach Herz und Seele und war, wie ich so gerne sage, lebensverändernd !!!
Headliner des Abends (was eigentlich W.A.S.P. hätten sein müssen) war die Kasper-Truppe von SABATON, worüber ich aber in keinsterweise unglücklich war, denn so konnten wir uns recht frühzeitig verpissen, denn zu Hause lockte eine bitternötige Dusche. Um ein Uhr nachts hätt zwar noch liebend gern CRAZY LIXX gesehen, aber FINNTROLL und KORPIKLAANI wollte ich nicht mehr 2 Stunden lang ertragen müssen, ebenso wenig wie SABATON, deshalb konnten wir Tag eins von zweien erfolgreich abhaken (am dritten Tag des Festivals war ich anders verplant).

Montag, 6. Juli 2015

FILMTIPP: DEIN WEG

Aus der Überfülle des Angebots ist es manchmal gar nicht so leicht, sich die Film-Rosinchen heraus zu picken. Aber ab und an gelingt es, ob durch Zufall oder nicht. Dieser Film hier ist zumindest meiner Meinung nach ein wahres Juwel.
Wenn Filme eine Seele haben sollten, dann ist das eines der Machwerke, zu dem ich eine Art Verwandtschaft fühlen könnte, ähnlich wie bei "Into the Wild".
Regisseur Emilio Estevez machte diesen wunderschönen und auch nachdenklichen Film, der keineswegs laut oder aufdringlich ist. Ein Vater(Martin Sheen) führt ein recht spiessiges und sicheres Leben, ist Augenarzt und spielt Golf im Country-Club.
Sein Sohn (sinnigerweise gespielt von Emilio Estevez) ist komplett anders und will im Gegensatz zu seinem Vater aus den Fesseln des Alltags ausbrechen, die Welt erkunden und etwas erleben. Aus diesen verschiedenen Lebensauffassungen ensteht sogar ein Konflikt, der das Verhältnis der beiden belastet.
Als der Sohn gerade den Jacobs-Weg begonnen hat, gerät er in ein Unwetter und kommt dabei tragischerweise ums Leben. Sein Vater bricht bei der Nachricht natürlich zusammen und setzt sich sofort ins Flugzeug, um seinen Sohn nach Hause zu holen, doch als er dort die ganzen Sachen und Pläne seines Sohnes durchschaut, entscheidet er sich spontan, den Weg seines Sohnes fertig zu gehen und die Asche seines Sohnes auf der Reise zu verstreuen. Auf dem langen Marsch lernt er, ob er will oder nicht, eine Menge Menschen kennen, die allesamt ihre eigenen Schicksale haben bzw. sich von diesen lösen wollen.
Wirkich ein sehenswerter, nachdenklicher, aber auch lebensbejahender Film mit tollen Landschaftsbildern und einem grandiosen Altmeister Marin Sheen, der von seinem Sohn perfekt eingesetzt wurde.
Ich jedenfalls liebe ihn!

MERAUDER / PROVIDENCE / DOG TRACK
(25.06.2015 CAFE CENTRAL WEINHEIM)

ANOTHER AWESOME SHOW -
ANOTHER LOUSY CROWD !!!
Diese beiden Sätze würden genügen, um den Abend zu beschreiben.
Dennoch geh ich natürlich näher darauf ein. Eigentlich hatten sich genug Leute eingefunden, zumindest genug, um einiges an Action zu starten. Vorband waren meine Buddies von DOG TRACK, ne hoffnungsvolle Oldschool-Hardcore Band mit zwei Ex-Warsteet Leuten. Die Jungs haben sich echt ganz schön schnell gemacht und boten ne gute und energie-geladene Show, und das, obwohl sie erst einige Monate zusammen spielen. Man darf gespannt sein, was da noch nachkommen wird.
Natürlich gab es kaum Getümmel auf der Tanzfläche, 95% der Leute waren wie Ständer und verbrachten das Konzert im (un)respektvollen Abstand und ohne große Reaktionen ca. 8 Meter vor der Bühne (und das sollte mit fortlaufendem Abend nicht wirklich besser werden).
Nach der Show standen Freako Lars und ich mit den DOG TRACK Jungs vor dem Cafe, witzigerweise gesellte sich olle Jorge von MERAUDER dazu und erzählte und etwas angekifft einige Schwänke aus seinem Leben. Allein das war die Anfahrt schon wert!
Zweite Band des Abends waren PROVIDENCE, Paris-Style Hardcore, der seine Herkunft aber auch gar nicht verleugnen lässt. Fetteste Beats, raplastiger Staccato-Gesang und mächtiges Mosh-Potential. Aber auch hier konnten sich lediglich einige wenige zum tanzen überreden lassen.
MERAUDER kamen danach höchst relaxed auf die Bühne, Jorge machte noch etwas Facetime mit seinem pummeligen Sohnemann, um danach aber die Powerkuh fliegen zu lassen. Die Band hat solche Mosh-Hits, solche saugeilen Songs, aber, warum auch immer, noch nie habe ich eine MERAUDER-Show mit gutem Publikum gesehen. Und das waren über einen Zeitraum von 15 Jahren sicher 8-9 Konzerte! Die einzige Erklärung, die ich dafür habe: Den Metal-Fans ist die Mucke zu sehr Hardcore, den Hardcore-Leuten zu sehr Metal. Ich weiß, dieser Grund ist höchst suspekt, aber mir fällt beim besten Willen kein anderer Grund ein, warum diese New Yorker Legende so geschnitten wird.
Jedenfalls waren ca. 60-70 Leute da, davon wollten nur 6-7 die Band(s) wirklich supporten, und das obwohl MERAUDER mal wieder einen klasse Tag erwischt hatten und Jorge growlte, als wäre er wegen übertriebener Derbheit direkt aus der Hölle geflogen.
Es ist wie es ist und unterm Strich war es trotzdem gut, aber hätte halt mit wenig Einsatz soviel besser sein können.
Grüsse gehen an Türr-Hund, sein "Fussball"-Mädel ;-)und seine Band-Crew und natürlich an meinen Alteisen-Mitstreiter Lars, der sich mal wieder als einziger begeistern konnte, mitzukommen.

Sonntag, 5. Juli 2015

LUICIDAL
(14.06.2015 ALTE HACKEREI KARLSRUHE)

Kompliment was der alte Plüschi da wieder an Land gezogen hat. LUICIDAL aus dem schönen Venice Beach !
Die Namens- und Outfit-Ähnlichkeit zu den großen SUICIDAL TENDENCIES kommt nicht von ungefähr, denn hier handelt es sich um einen Ableger zweier Ex-Mitglieder von S.T.
Da die Band aber anscheinend leider nicht allzu bekannt ist, kamen mal wieder viel zu wenig Leute in die Hacke. Und die ca.50-60 Leute die vor Ort waren, ignorierten die Vorband BLOODSTAINS beinahe komplett und zogen es vor, im gechillten Biergarten auf die Hauptband zu warten. Ein Fehler, wie ich finde, denn die Jungs aus Aachen, waren mehr als ordentlich. Astreiner Hardcore-Skatepunk, der mehr als nur 6-7 Zuschauer verdient gehabt hätte.
Anyway, bei LUICIDAL kamen dann wenigstens alle rein. Die drei größtenteils reifen Herren (verstärkt durch den Drummer von Scheisse Minnelli) legten dann auch los, wies feuerrote Spielmobil und schnell wurde klar, dass es sich hier um nichts weiter handelte als eine räudige Straßenversion von SUICIDAL TENDENCIES, denn auch der Großteil der Songs waren S.T.-Machwerke.
Und was war das für ein Genuss!! Und was hätte dieses Konzert für eine Meute verdient gehabt. Gerade in der kleinen und "gemütlichen" Hackerei genügen ja schon 15-20 Tanzwütige um ne passable Action vom Zaun zu brechen. Aber diese konnten zu keinem Zeitpunkt rekrutiert werden. Lediglich einmal entwickelte sich ein kleiner Pit, in dem sich sogar Freund Larso die Ehre gab und etwas umher moshte, aber seine Luft hielt nur einen Song, danach stampfte er nur noch etwas durch die Gegend bevor er völlig ausgepumpt wieder in die hinteren Reihen verschwand.
Aber mal ehrlich, die Tatsache, dass auf der Tanzfläche nicht die größten Fetzen flogen, kümmerte die Band nicht allzu sehr, denn die haben einfach nur Spass, noch etwas auf der Bühne zu stehen und die Sau raus zu lassen. Sie selbst sind ja bis auf den Sänger auch nicht mehr die Ausgeflipptesten und sehen eher aus, wie gut genährte Bosse der Mexican Mafia.
Es hat auf alle Fälle Riesenspass gemacht und man bekam spontan ne mächtige Lust, sich die ein oder andere S.T.-Platte sozusagen ad hoc in den Kopf zu schieben !!
Beste Grüsse gehen raus an Larso aka "caught in a one-song-mosh", die Jensens und natürlich an Plüschi für diesen schönen Nachmittag!

Donnerstag, 2. Juli 2015

JUDAS PRIEST
(16.06.2015 ROCKHAL LUXEMBURG)

Es ist ja schon etwas beschämend, dass ich es als Metal-Fan erst im Jahr 2015 zu Stande gebracht habe, endlich und wahrhaftig ein Konzert der großen Legende JUDAS PRIEST zu erleben. Wie bei ein paar anderen großen Bands hat es sich einfach nie ergeben. Aber diese Chance wollte ich mir dieses Mal auf keinen Fall entgehen lassen. Ebenso dachte auch mein Kumpan Freako-Lars, weshalb wir beide extrem frühzeitig Karten für dieses Metal-Ohr-gie orderten. Verwunderlich nur, dass sonst keiner mitwollte, aber diejenigen sollten etwas verpassen ... da kannst du aber drauf die Wand bekacken!
Luxemburg ist ja auch nicht so viele Ecken weg, in 2-3 Stündchen ist man dort. Die dortige Rockhal ist ne große aber auch recht atmosphärische Halle inmitten eines aufstrebenden Kulturparks, der früher einmal ein riesiges Fabrikgelände war.Coolerweise stehen einige der abgefuckten und komplett verfallenen Fabrikanlagen immer noch, während drum herum haufenweise Läden, Cafés und Clubs entstehen.
Vorband des Abends waren FIVE FINGER DEATH PUNCH, meine Güte, wo soll ich da anfangen: gute Musiker, ein guter Sänger, aber was für eine musikalische Güllepumpe. Total massentauglicher Einheitsmetalbrei der etwas härteren Sorte, 0815-Songs und vollkommen überfüssiges Gepose, der Knaller waren ganz seltsame Bühnen-Outfits, die etwas an die des Films "Mad Max" erinnerten, aber nur, wenn dieser Streifen damals in den ostdeutschen DEFA-Studios entstanden wäre! Das beste an deren Show war noch ne Cover-Version eines alten Bad Company Songs, das war echt cool, den Rest kann man ablegen unter: gesehen und für nicht würdig befunden, in meinem Buch der coolen Bands vermerkt zu werden.
Dann endlich, die Legende, die Götter, die Godfathers of Metal straight from Birmingham:

J U D A S   P R I E S T  ! ! !


Vom ersten Riff an war ich Feuer und Flamme und ich wäre in einem etwaigen Moshpit zur Power-Hummel geworden, aber leider war auf der Tanzfläche fast ausschliesslich stehen und filmen angesagt. Und mal ehrlich, an was erkennt man eine schlechte Metal-Meute? Nicht nur, dass mehr Leute filmen als moshen, sondern dass speziell in den vorderen Reihen überhaupt jemand im Stande ist, sein verschissenes Handy unbeschadet nach oben halten zu können. Aber wenigstens waren die Leute enthusiastische und sangen die Hymnen lauthals mit.
Die Musik zog mich erdrutschartig in ihren Bann, die Leute waren mir schnell egal, und PRIEST taten dem ebenso. Die hatten sichtlich ihren Spass eine Hit-Granate nach der anderen zu zünden, und der Sound war so fantastisch, dass es mir vorkam, die Band würde direkt in meinem Kopf spielen. Das hab ich nur ganz selten bei Konzerten, aber an dem Abend verursachten bei mir tatsächlich einige Songs ne gehörige Gänsehaut!
Der Opener war "Dragonaut" von der neuen Platte, danach war der Liedtitel Programm, denn "Metal Gods" quoll aus den Boxen. Den ersten Big-Point setzen die Engländer bereits mit der vierten Granate: "Victim of Changes", der für mich beste Priest-Song und eine wahrliche Metal-Hymne. Und so ging es gerade weiter, "Halls of Walhalla", "Love bites", "March of Demand". Ich war entzückt und verschwand mehrmals in den schier endlosen Gitarren-Soli Glenn Tiptons. Natürlich durften auch die bekanntesten Dinger wie "Turbo Lover", "Jawbreaker", "Breaking the Law", "Hellbent for Leather", "Living after Midnight" und natürlich der allmächtige "Painkiller" nicht fehlen, alles wurde geboten. Und im Gegensatz zum AC/DC Konzert vor ein paar Wochen war in dieser Show wirklich Seele drin. Natürlich kann sich jeder selbst denken, dass auch die Herren um Rob Halford bestens betucht sind und von so etwas wie einem Heavy-Metal-Livestyle meilenweit entfernt sind, aber sie haben nicht vergessen, woher sie kommen und haben ebenfalls nicht vergessen, dass man Metal nur dann wirklich glaubhaft an den Mann bringt, wenn man es ehrlich meint, seine Fans ernst nimmt und eine Menge Herzblut hinein hängt.
Und das alles taten JUDAS PRIEST an diesem Abend !
Ich wurde während des Konzertes regelrecht high und war noch weit über die Rückfahrt hinaus berauscht von dieser Darbietung. Ich kann PRIEST wirklich allerwärmstens jedem Metal-Head empfehlen, und damit meine ich natürlich nicht die allseits bekannte Musik anzutesten, die sollte ja jeder kennen, ich meine mit der Empfehlung, dass man sich diese Urgesteine auf alle Fälle nochmal live reinziehen sollte, bevor sie von der große Metal-Bühne abtreten, auch wenn das angesichts solcher Shows wohl hoffentlich noch etwas dauern wird.
Beste Grüsse gehen an meinen Mit-Priester Larso, mit dem ich vor der Show einen Burger runterschlingen musste, der nach allem schmeckte, nur nicht nach Burger! Aber wie wir beide auf nonchalante Weise feststellten: auch die Burger stopfen ein Loch !

Dienstag, 23. Juni 2015

RUDE AWAKENING / DETRIMENT
(03.06.2015 ART CANROBERT RASTATT)

Die Geschichte zu diesem Konzert ist schnell geschrieben. Erstmal saugeil, dass die Leute vom Canrobert son geiles Konzi nach Rastatt geholt haben, denn ursprünglich hätte auch noch SUBURBAN SCUM mit dabei sein sollen (siehe Plakat), aber die hatten irgendwie ne Panne und fielen demnach aus. Dummerweise war ich eigentlich nur wegen denen vor Ort, aber da sich mein Anfahrtsweg ja auf schmale 10 Minütchen beschränkte, war das kein großer Heulgrund. Und überhaupt war es eh viel wichtiger, einige meiner liebsten Kumpanen zu treffen.
Im großen Saal hatten sich ca. 50-60 Leute eingefunden, leider recht dünn. Erste Band, die ich sah, waren DETRIMENT aus Long Island NY, und die waren gar nicht mal von schlechten Eltern. Fetter Hardcore, aber leider nur wenig Resonanz. In der Umbau-Pause zu RUDE AWAKENING nutzen wir die Gelegenheit, im Nebenraum etwas zu couchen und ne leckere Fritz-Limo zu schlürfen. Die Räumlichkeiten im Canrobert sind zwar etwas abgefuckt, aber absolut gemütlich, muss da unbedingt öfter hin.
RUDE AWAKENING waren dann komisch. Irgendwie hatte ich mir da viel mehr erhofft. Power war schon okay, aber irgendwie wirkten die Jungs aus Mässetschusets eher wie ne grünohrige Newcomer Band. Ihren DIY-Style in allen Ehren, aber die haben mich nicht richtig überzeugt. Vor der Bühne gab es dann auch nur ab und an einige Selbstdarsteller, die etwas die Beinchen und Ärmchen von sich weg warfen. Ein wirklicher Mosh entwickelte sich nie. Dass mich R.A. nicht so antörnten mag auch damit zusammen hängen, dass der Sänger bei gefühlten 35 Grad den ganzen Set in seiner REGENJACKE runterspulte! Will nicht wissen, wie das nachher Backstage gestunken hat. Sone Kleinigkeiten können dann schnell meine Wahrnehmung blockieren oder wenigstens trüben
Anyway, unterm Strich wars okay, auf alle Fälle zwei coole Bands gesehen und nette Menschen getroffen.
Die allerbesten Grüsse gehen an Jens nebst Frau Jens, Lars aka "ich schreib dir fünf Minuten vor Beginn, dass der Hauptact ausfällt" und natürlich an the man, the myth, the mighty Jim-Bob (dem ich, wie mir gerade einfällt, noch gar nicht für das Buch gedankt habe >>> DANKE !!!)

TURNSTILE / NO TURNING BACK
(27.04.2015 STADTMITTE KARLSRUHE)

Endlich mal wieder ein geiler Hardcore-Act in der Stadtmitte. Und wer die "Jahrhundertshow" gesehen hatte, welche EXPIRE, ANGEL DUST und eben und vor allem TURNSTILE vor eingen Monaten dort abgeliefert haben, der durfte gespannt sein, was die TS-Jungs da wieder abliefern würde. Mit von der Partie war diesemal NOTHINGS LEFT und die mächtigen NO TURNING BACK.
NOTHINGS LEFT ging komplett an mir vorbei, war erst bei NTB 100% dabei, aber irgendwie bin ich von den Jungs aus Holland stärkeren Tobak gewohnt. Auch die Meute war nicht sooo präsent wie ich mir das gewünscht hätte, aber vielleicht waren ja auch einfach nur die meisten wegen TURNSTILE da. Und tatsächlich, dieser Verdacht erhärtete sich schwerlich, denn der cholerische und hyperagressive Mosh-Style der Amis entfesselte sozusagen mit dem ersten Riff den Mosh-Kraken als diese endlich das Hauptdeck enterten.
Es war zwar nicht ganz so verrückt und Gesundheits-verachtend wie beim letzten Mal aber die ca. 200 Hardcores machten ihrem Namen alle Ehre sowohl im Pit als auch in der Luft. Der Mosh war bärenstark und zu den Singalongs türmten sich Gischtberge von zappelten Jungs und Mädels auf.SO und nicht anders muss es sein!!!
TURNSTILE sind aber auch ne Nummer, kaum ein Frontmann ist so explosiv wie Brendon Yates, der die Musik irgendwie mit jeder Faser seines Körpers performed und somit auch unglaublich gut auf den Punkt bringt.
Jedenfalls ne absolut klasse Show einer Band, die für mich momentan zu den TopFive der aktuell geilsten HC-Acts zählt.
Wer die Möglichkeit hat, ne TURNSTILE Show zu sehen und zufällig auch noch auf Hardcore steht, der sollte sich das Ganze tunlichst nichz entgehen lassen. Echt jetzt!
Beste Grüsse gehen raus an die Crew aka Larso, Freddy Fiasko und Türr-Hund himself! Und ebenso auch an die New-Noise-Boys for having this wonderful Band !

Montag, 15. Juni 2015

BONFIRE
(07.05.2015 HALLE 101 SPEYER)

Weil das Leben nunmal kurz ist, hab ich mir ja (wie schon mehrfach erwähnt) zur Lebensmaxime gemacht, speziell konzertmässig alles mitzunehmen was geht. Und da im musikalischen Teil meines Gehirns in den letzten Monaten eine Art Reunion passiert ist und ich mehr denn je zu dieser geilen 80er Glam-Poser-Hair-Metalmucke gefunden habe (die ich früher schon aus Thrasher-Prinzip verabscheuen musste), traf es sich blendend gut, daß die deutsche Hardrock-Größe BONFIRE gerade ihr neues Album auf einer Tour vorstellt und diese Tour auch im beschaulichen Speyer vorbei kam. Mit dem neuen Album haben BONFIRE auch noch einen neuen Sänger am Start. Keinen geringeren als David Reece, seines zeichens Ex-Shouter von ACCEPT und ne ganze schön räudige Kellerassel.
Mit von der Partie war Musikmogul Armin, der die Ingolstädter natürlich schon zigmal gesehen hat (wie so ziemlich jede andere Band der westlichen Hemisphäre).
Vorband war ELA, ne "Tussie-fronted" Hardrock-Band ... und einfach nur schlecht.
In die Halle 101, übrigens gar kein schlechter Laden, passen sicher 1000 Leute, dummerweise waren an diesem Abend aber nur höchstens 100 da. Schonmal kein gutes Omen. Als BONFIRE dann mit pyrotechnischen Effekten die Bühne enterten, hatten das vor den paar Würstchen im Publikum schon etwas lächerliches, aber dafür war der Sound bombenstark! Sänger Reece hatte wohl schon nen kleinen im Tee, was aber nur in den Ansagen (in JEDER Pause erwähnte er, dass sie ein neues Album draussen haben) etwas heraus kam, in den Songs war er Profi und setzte jeden Ton, wohin er gehörte. Auch der Rest der Band um Mastermind Hansi Ziller sind musikalisch oberste Sahne, speziell der Schlagzeuger hatte eine perfekte Betonung und ein geilen Stil. Auch wenn ich eigentlich kaum Songs der Band kannte, hatte ich echt meinen Spaß. War einfach gute und super performte Musik, die einem da geboten wurde.
Mein persönlicher Höhepunkt des Abends fand aber aufm Klo statt, ja aufm Klo!
Ich wollte gerade die Keramik benetzen, als ich aus der Klo-Kabine nebenan höchst merkwürdige Geräusche und dann auch geflüsterte Dialoge hörte. Ich konnte nicht anders, ich schaute unten durch und sah vier Beine und alle hatten sone billigen, ausgelatschten Wildleder-Cowboystiefel an. Und die Anordnung der Beine ließ nur einen Schluss zu: da wurd gepimpert !!!
Und das Flüstern entlarvte die Delinquenten als waschechte und lediglich halb-behirnte Pfälzer par Exellence!
Es fielen Sätze wie "Mensch, bass uff, isch han de Drügger im Rügge" oder "mach endlisch fertisch, ich will widda noi". Kein Witz! War das amüsant!
Aber auch das Konzert ließ mich und Armin glücklich nach Hause fahren. Dicke Grüsse an Armin und auch an die Klofickels!

Samstag, 13. Juni 2015

SO WURDE ICH SCHLAU !!!

Da ich ja noch nicht genug vor der Glotze herum hänge, habe ich mir den Amazon Fire Stick besorgt, und als wäre das nicht schon Lebenszeit-füllend hab ich mir auf diesem Weg auch noch Netflix abonniert. Für alle technisch Unversierten: zu den 36 Stunden, die ich täglich schon fernsehen könnte kommt jetzt noch die Hülle und Fülle des Internet-Programms dazu, welches nun ebenfalls auf dem Bildchirm meines besten Freundes erscheint, also noch 36 weitere Stunden, die ich täglich schauen kann. Und irgendwann schaff ich das auch die vollen 72 ... versprochen!
In dieser Internet-Auswahl gibt es natürlich auch massig Serien, leider nicht soviele alte Schinken, wie ich mir wünschen würde. Aber ein alter Schinken ist drin, wenn man es genau nimmt, der wahrscheinlich älteste Fernseh-Schinken meines Lebens. Auf jeden Fall eine der ersten Serien, an die ich mich erinnern kann:
ES WAR EINMAL ... DAS LEBEN !!!
Spontan hab ich voll Nostalgie die ersten Folgen verschlungen und sofort überkam mich beim Trailer wieder dieses aufgeregt spannende Gefühl in der unteren Magengegend, welches schon früher im zarten Alter von 7-8 Jahren haufenweise Aufregungs-Bläschen in mir produzierte. Und wenn Udo Jürgens dann zum dramatischen Finale "ein Augenblick ... ein Stundenschlag... TAUSEND JAHRE SIND EIN TAG" ansetzte, entwich mir dann doch der ein oder andere Spannungs-Pubs (welchen ich aber schon damals mit einem geschickten Räuspern erfolgreich übertönte;-)
Ich habe diesen Vorspann so oft gesehen, heute, nach über 30 Jahren ist er ruckzug wieder präsent und jede Szene ist mir vertraut. Diese Sendung war einfach klasse gemacht, denn die Kinder lernten nicht nur etwas über die Entstehung der Menschheit sondern auch in durchaus kindgerechter Weise über den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse.
Witzigerweise waren es immer die gleichen Charaktere, die die Guten bzw. die Bösen waren, egal in welcher Epoche die Episode spielte.
Die Erwachsenen (und immer wieder kehrenden) von links nach rechts hießen JUMBO, dann kamen EVA und ADAM, dann der nur Bart und Extremitäten bestehende MAESTRO, der die Rolle des Erzählers übernahm, und last and least, die "Bad Boys", die im deutschen witzigerweise KLOTZ und EKEL hießen. Speziell EKEL war geil, der gebohrene Denunziant und Hetzer, der dem kräftigen Klotz immer irgendwelche hinterfotzigen Flausen ins Ohr flüsterte.
Ich habe diese Serie wirklich geliebt und ich bin überzeugt, daß dieses Kleinod aus damaliger Zeit mit dafür verantwortlich ist, dass ich heute auf so ein immenses Wissen zurückgreifen kann.
Diese Sendung machte mich nicht nur schlau, sondern auch überaus kluk!
Auch der spätere Ableger ES WAR EINMAL ... DAS LEBEN (hier ging es um die Entstehung und die Anatomie des Menschen), welches speziell den Jüngeren noch etwas geläufiger sein dürfte, ist es wert, dass man sich das nochmals reinzieht, ob alleine oder mit den Sprösslingen. Schon der alten und unbeschwerten Zeiten wegen!

AC/DC
(16.05.2015 HOCKENHEIM)

Ich könnte mir zu diesem Konzert über Fandasein und Musik-Philosophie die Finger wund schreiben. Doch ich versuche mich kurz zu fassen. Zunächst staunte ich das dritte Mal (nach den SOAD und Chuck Ragan Karten) nicht wenig, als NOCHMAL Tickets für ein Konzert verschenkt wurden. Da war ich ja mal wieder die Glücks-Marie !!!
Und ich hätt sie fast nicht gefunden, weil mein Mädel mir zunächst die neue AC/DC Scheibe auf Vinyl schenkte und die Karten meisterhaft in der Folie der Verpackung eingearbeitet hatte. Da meine Glubsch-Kugeln auch nicht mehr die besten sind und die Farbenwelt im allgemeinen eh zu meinen Hauptfeinden zählt, hatte ich da halt so meine Schwierigkeiten, aber letztenendes fand ich sie natürlich und freute mich dann doch sehr. Die Formulierung "dann doch" rührt daher, dass ich eigentlich nicht mehr zu AC/DC wollte. Hauptgrund dafür war der krankheitsbedingte Rückzug von Malcolm Young, der eigentlichen Seele der Band. Dazu regen mich solche überteuerten Großevents auch nur noch auf, weil sie tonnenweise Spasties und Allesverwerter anziehen und man dank des Internet-Hypes nicht mal mehr auf normale und gechillte Weise ein Ticket kaufen kann, sondern an dem Wahnsinn des Karten-Runs mitmachen muss.
Aber wie gesagt, ich freute mich dann doch und wollte dem ganzen nochmals eine Chnace geben. Die Tatsache, dass die schottischen Australier vielleicht das letzte Mal zu sehen sein würden, spielte natürlich auch eine Rolle.
Aber ich wollte mich ja kurz fassen:
Es waren sicher 100.000 Leute auf dem Konzert und 95.000 davon werden begeistert gewesen sein und das Konzert als unvergesslich genialen Abend in ihren Poesie-Alben verewigen.
Ich denke da anders. Musikalisch war die Show klasse, keine Frage. AC/DC haben halt auch erstklassiges Material in der Schublade. Aber das Konzert war über alle Maßen steril und unpersönlich. KEINE EINZIGE Ansage von Brian Johnson, kein Smalltalk unter den Bandmitgliedern, nichts aber auch gar nichts, was diesen Abend einzigartig und nicht völlig austauschbar gemacht hätte. Hätte man einige Konzerte dieser Tour gesehen, man könnte sich keinen Ansatzpunkt herauspicken, um die Show von einer anderen zu unterscheiden.
Es wurde strikt nach Ablauf vorgegangen: Immer zwei Songs spielen, dann 30 Sekunden alle Lichter aus und Pause für die Band. In diesen Pausen herrschte fast eine bedrohliche Stille, die nur von einigen wenigen AC/DC Rufen "gestört" wurde.
Aber die Songs selbst wurden natürlich abgefeiert.Aber nicht, weil das alles Musik-Fans waren, nein, diese Leute waren hauptsächlich allesverwertende Radiohörer, die die mediengesteuerten Großevents besuchen, die ihnen vor die Haustür gesetzt werden. Ich will nicht wissen, wieviele dieser 100.000 Leute auch zu Helene Fischer, zu Pur oder zu den Onkelz gehen. Ich bin mir sogar sicher, dass der Großteil der Anwesenden wenn überhaupt nur ein zwei CDs von AC/DC im Schrank hat, und die sind wahrscheinlich auch noch gebrannt.
Das sind übrigens auch meistens DIE Menschen, die auf die Frage, welche Musik man denn gern höre, antworten:
"ICH HÖRE EIGENTLICH ALLES." ?!?!?!?!?!?!?
Dieser Satz ist gleichermaßen an Überheblichkeit, Beschränktheit und Unwissenheit kaum zu überbieten. Als würde jemand "alles" hören. Ich nenne jedem dieser Vögel spontan 10 Musikrichtungen, die er nicht mal kennt, geschweige denn hört. Was die meinen ist:" ich höre eigentlich alles, was mir im Radio vorgekotzt wird ohne auch jemals mit dem Gedanken zu spielen, mir einen eigenen und indiviuellen Musik-Geschmack zuzulegen.
Mag sein, dass dass das alles ziemlich elitär klingt und für viele Menschen Musik einfach nicht den Stellenwert hat, den sie beispielweise in meinem Leben hat. Aber gerade deswegen bin ich in der Beziehung auch sehr emotional.
Doch zurück zu AC/DC!
So lange man im Radio "Hells Bells", "Highway to hell" oder "T.N.T." hoch und runter hört und der beinahe schon lächerliche Hype um solche Konzert anhält, solange sind solche Konzerte für wirkliche Musik-Fans, die ihre Leidenschaft auf echten und lebendigen Konzerten ausleben, eigentlich der falsche Ort.
Nebenbei erwähnt sind solche Konzerte jenseits der 50-60.000 Zuschauer ohnehin völliger Humbug, denn 99% der Show sieht man über die riesigen Video-Tafeln, also könnte man sich das Ganze auch als (ganz sicher erscheinende) DVD anschauen, aber halt Moment, ich vergaß, zu Hause kann ich ja keine dämlichen und völlig sinnlosen Handy-Videos aufnehmen!!
Dazu macht wie bei Fussball-WMs, Skispringen oder Dart-Turnieren auch bei solchen Konzerten und (vor allem) Festivals diese leidige und verachtenswerte Verkarnevalisierung nicht halt. Was da für möchtegern-witzig verkleidete Gestalten herumliefen war höchst nervig. Zwar war hier das Ausmaß eines "Rock am Ring" Konzertes sicher lange nicht erreicht, aber alleine die Anzahl dieser lächerlichen Teufels-Hörnchen war schlichtweg beängstigend. Das waren ZEHNTAUSENDE !
Ob diese Dinger auch noch lustig blinken, wenn man sie ins Maul gestopft bekommt?
Das werde ich Gott sei dank nie erfahren, denn für mich hat es sich mit solchen Mega-Konzerten ein für alle Mal erledigt. Wenn überhaupt, dann nur noch für den Boss, aber seine Fans sind auch überwiegend cool.
Unterm Strich war das Konzert nicht so schlecht, wie ich mich jetzt hier wieder reingesteigert habe. Die Qualität und der Sound der Mucke sind einfach eine Bank. Aber Fakt ist auch, dass die Band mit dem Verlust von Malcolm viel an Flair und Ausstrahlung verloren hat, obwohl der immer ganz unauffällig im Hintergrund stand.

Mittwoch, 3. Juni 2015

SYSTEM OF A DOWN
(13.04.2015 LANXESS ARENA KÖLN)

Das war dann doch eine Überraschung, als zu Weihnachten diese Tickets unterm Weihnachtsbaum lagen. SOAD sind eine der Bands, die mich schon jahrelang begleitet haben, von denen man einige Lieder kennt, auch die ein oder andere Platte im Schrank hat, von denen ich aber nie Fan war. Dafür war mir die Musik immer zu frickelig.
Doch die Exklusivität dieses Konzertes (es war die einzige Deutschland-Show) bewog mein Mädel zum Kauf dieser Dinger und sie tat so gut daran!
Ich war jedenfalls megamässig gespannt darauf. SOAD stellen ihre gesamte Tour unter die Prämisse, den vor hundert Jahren begangenen Völkermord in Armenien nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Die Lanxess Arena war komplett ausverkauft, ich schätze mal sicher 20.000 Leute, darunter auch TONNEN von Vögeln und Fremdkörpern, aber das ist bei so einer Menge von Menschen wohl kaum zu vermeiden. Wir hatten Sitzplätze im Oberrang und damit eine ausgezeichnete Sicht auf den Stehplatzbereich aka den zu erwartenden Moshpit.
Zu Beginn (und zwischendurch immer mal wieder) kamen über die Leinwände ziemlich bedrückende Filme mit Szenen von sämtlichen Genoziden der Neuzeit. Doch als die Band danach auf die Bühne kam, war von zurückhaltender oder gedrückter Stimmung keine Spur. Im Gegenteil: zieht man mal die paar Tausend Handyfilmer ab, explodierte die Halle förmlich. Alle Sitzer standen auf, hüpften umher und bildeten überall 2-3 Mann-Moshpits auf den Rängen, ganz zu schweigen von den wirklichen Stehplätzen, hier brach sozusagen die Hölle los!
Obwohl SOAD kaum Bühnenpräsenz zeigten und wie angewurzelt die Songs runter spielten, hatte das Ganze eine unbändige aber auch melancholische Power, die alles und jeden einnahm. Die Songs der Kalifornier haben aber auch allesamt die perfekte Mischung aus gnadenlosem Druck, musikalisch hohem Anspruch und ethnischer Mystik. Speziell letztere und natürlich Serj Tankians unverwechselbare Stimme machten dieses Konzert zu was wirklich besonderem und spätestens jetzt war mir klar, warum die solchen Erfolg haben und eine Halle wie die Lanxess Arena spielend voll bekamen (lag natürlich auch an der Reunion und der längeren Abwesenheit).Der Moshpit sah von oben wie ein Meterologen-Bild aus, auf dem zeitweise bis zu drei riesige Zyklonen wüteten. Die wahrscheinlich krasseste und größte Crowd-Action, die ich jemals live sah. Auch fast jeder im Rest der Halle ging richtig mit und die Singalongs der Hits waren teilweise ohrenbetäubend. Es war eine unvergessliche Erfahrung. Obwohl ich immernoch kein Fan bin, weiß ich jetzt diese Band und deren Erfolg absolut zu schätzen. Hier noch ein ganz nettes Video, welches meine Ausführungen ganz gut wiederspiegelt,es gibt natürlich noch Millionen weiterer: