Freitag, 9. August 2019

NE GEHÖRIGE PORTION NOSTALGIE GEFÄLLIG ?

Ich möchte euch heute mal wieder mit auf eine Zeitreise nehmen. Wir schreiben das goldene Zeitalter der 80er Jahre (welches auch sonst!). Euer ergebener Erzähler, gerade mal zarte 13-14 Lenze alt, sitzt in seinem Zimmer am Schreibtisch, hört mit einem (kabelgebundenen!) Kopfhörer die Songs von Iron Maiden, Saxon oder den Scorpions, und ist völlig vertieft in den gerade neu heraus gekommenen SPORT-SCHECK-Katalog, meiner damaligen Bibel!
Man muss dazu wissen, dass zu jener Zeit meine überdurchschnittlich starke Affinität zu Sportschuhen (neu-deutsch Sneaker) bereits voll entwickelt war. Ich kannte jedes Modell der großen Marken, und studierte sie mit der meistens traurigen Gewissheit, die meisten dieser Schönheiten niemals mein Eigen nennen zu dürfen. Und wenn ich heute noch alte Kataloge oder Prospekte aus dieser Zeit sehe, fährt es mir vor lauter Sehnsucht regelrecht durch den Magen, was mich zu dem Schluss kommen lässt, dass es sich damals (wie heute) tatsächlich um eine Art romantische Beziehung handeln musste, die sich da zu diesen ganzen Tretern entwickelt hatte. Wie in vielen anderen Bereichen auch (Filme, Musik, Ami-Lifestyle) waren eben auch in der Welt der Sneaker die 80er DAS goldene Zeitalter schlechthin! Nicht umsonst werden gut erhaltene Originale von damals teilweise mit Gold aufgewogen. Aber glücklicherweise sind auch eine Firmen auf den Trichter gekommen, zumindest einige Modelle der damaligen Zeit nicht gänzlich aussterben zu lassen. Es kommen regelmäßig Neuauflagen alter Schönheiten aus Leder und Gummi auf den Markt, oft gnadenlos limitiert um noch mehr Kohle dafür verlangen zu können, aber dennoch ein gutes Gefühl manche dieser Kleinode in neuem Gewand zu sehen! Und aus diesen nostalgischen Gründen habe ich mir vorgenommen, soviel Anschauungsmaterial wie nur irgend möglich zusammen zu tragen. Einige Kataloge konnte ich sogar direkt von damals in die Neuzeit retten, anderen kamen nach und nach dazu. Ebay&Co. machen es möglich. Doch leider (oder Gott sei dank?!) gibt es wohl immer noch eine Unmenge von Menschen, die hier ähnlich denkt wie ich und ebenso scharf auf solche Printmedien der damaligen Zeit ist. Anders sind die teilweise exorbitanten Preise, die da manchmal gehandelt (und gezahlt!) werden,, kaum zu erklären. Doch ab uns an rutscht mal einer für nen schmalen Taler durch, und dann muss man halt auf Zack sein und zuschlagen. So geschehen vor drei Wochen als ich den SPORT-SCHECK Sommer-Katalog von 1985(!) ergattern konnte, für vergleichsweise super-günstige 15 Mäuse! Das Ding ist nicht nur wegen der Sneaker geil, sondern auch wegen der Mode, wegen dem Spirit der damaligen Zeit, was damals den Menschen wichtig war. Die Amerikanisierung war überall zu spüren, ganz besonders in der Welt der Sport-Artikel. Für mich ist so ein Katalog wie eine Zeitmaschine, in der ich mich regelrecht verlieren möchte.
Deswegen überkam mich der Gedanke, dass man doch einige dieser Katalog-Seiten auch auf digitale Weise der Nachwelt erhalten sollte .. nein sogar müsste!

Gesagt...getan...gebloggt...bitte schön!



SPORT SCHECK KATALOG SOMMER 1985


...bei den Hosen links würden Hipster heutzutage ausflippen ...
...hier sind einige heilige Grale dabei ...
...man beachte den schnieken Bayern-Anzug ...
ERIMA FAN KATALOG 1982
Diesen Katalog habe ich kürzlich ebenfalls ersteigert, in der Vorschau der Versteigerung waren einge Bilder abgebildet ...
...DIESES war verständlicherweise nicht dabei, was für ein Haufen von Hackfressen ...
... aber auch echt gutes altes Zeug dabei ...
SPORT SCHECK KATALOG SOMMER 1988

...ADIDAS Ivan Lendl und Stefan Edberg ... herrlich... was für Klassiker...

Donnerstag, 11. Juli 2019

MARK HOLLIS - DER NÄCHSTE GROSSE IST WEG

Ich beginne mit den Worten der Shakespears Sisters:
IS THERE ANYBODY OUT THERE?
Aufgrund meiner doch recht spärlich gewordenen Blogs muss ich davon ausgehen, dass das hier nicht mehr allzu viele erreichen wird. Wenn doch, umso besser!
Eher beiläufig erführ ich vor zwei Wochen, dass MARK HOLLIS, die legendäre Stimme von TALK TALK, leider mit nur 66 Jahren verstorben ist. Und das schon im Februar! Leider war das den Medien keine größere Meldung würdig, klar, warum auch. Wer kümmert sich schon um so "abgehalfterte" Stars. Da schreib ich lieber was über den fetten Ärsche der Kardashians oder die neue Schamhaar-Frisur von Justin Bieber.
MARK HOLLIS war für mich einer der Größten. Eigentlich war er mit ein paar wenigen anderen DIE Stimme der 80er. Ich hätte mir den kleinen Finger dafür abgeschnitten, diese Band nochmals live zu erleben. Das wäre aber aller Wahrscheinlichkeit nach ohnehin nicht passiert, haben sich TALK TALK doch schon 1991 aufgelöst. Und die in den darauffolgenden Jahren aufgekommenen Reunion-Gerüchte konnte man an einem Finger abzählen.
MARK HOLLIS war unumstrittener Mastermind bei Talk Talk, die 1984 ein geniales Meisterwerk namens "IT'S MY LIFE" schufen, eine Platte, die absolut zeitlos ist und die einen auch heute noch in ihren Bann zieht, zumindest mich. Diese Platte quillt vor Traurigkeit und Melancholie förmlich über, und damit meine ich keine nervige Traurigkeit der Marke BJÖRK, die man mit ihrem Gejaule am liebsten an den Haaren über den Schulhof schleifen möchte. Nein, TALK TALK haben speziell auf diesem Album geschafft, unglaublich gute, tiefsinnige und eingängige Songs zu schreiben, deren Atmosphäre HOLLIS mit seiner unverwechselbaren Stimme perfekt umsetzten konnte. Natürlich sind auf diesem Album auch die beiden größten Hits mit "Such a Shame" und "It's my Life". Letzterer wurde ja viele Jahre später vom Rauschgold-Engel Gwen Stefani komplett vergewaltigt. Dennoch eine Würdigung, wenn heutzutage noch so ein Lied gecovert wird und das sogar mit Erfolg. Aber das Album bietet noch so viel mehr, denn eigentlich noch besser sind solche Genie-Streiche wie "Tommorow started", "The Last Line" oder die tragisch-schöne Ballade "Renée". Dieses New-Wave-angehauchte Kunstwerk fing den Spirit der 80er wie kaum ein anderes Machwerk ein und hat diesen für alle Zeit in Stein gemeißelt. Es ist ein Jammer, es tut tatsächlich etwas weh, dass solche Charaktere mittlerweile wie die Fliegen wegsterben, klar keiner lebt ewig, aber das eigentlich schlimme daran ist, dass Künstler von diesem Kaliber eigentlich gar nicht mehr nachkommen. Talente gibt es sicher genug, aber jemanden mit solch einer Aura, mit solch einer Stimme, mit solch einer Seele, mit solch einer Schaffenskraft, selbst wenn es solche Künstler heute noch gäbe, sie hätten wahrscheinlich gar keine Chance mehr aus dem schier unendlichen Wust von Bands und vermeintlichen Künstlern hervor zu stechen. Es wird einfach zu viel (sowohl Schrott als auch Qualität) zu schnell groß und verschwindet nach kürzester Zeit auch wieder von der Bildfläche um Platz zu machen für die nächste 0815-Sinnlos-Seifenblase - SUCH A SHAME !!!
MARK HOLLIS ist tot ... TALK TALK ist Geschichte ... doch die Musik bleibt.

Mittwoch, 15. Mai 2019

TREAT
(07.11.2018, 7er CLUB MANNHEIM)

Jaaaaa, es gibt mich noch, es ist einfach unsagbar schwer geworden, hier regelmäßig etwas zu verfassen. Aber ich kämpfe gegen fehlende Zeit und Faulheit an. Wahrscheinlich habe ich mittlerweile ohnehin sämtliche Leute vergrault, die sich bisher (mehr oder weniger regelmäßig) meine geistigen Ergüsse antaten. Jedenfalls habe ich einiges in den Backen angesammelt, was jetzt nach und nach durch due Tuba geblasen wird. Versprochen!
TREAT, eine der geilsten AOR-Hardrock-Bands machte im 7er Club Halt, das war Pflicht, keine Ausreden. Die Schweden haben mit "Dreamhunter" (1987) eine meiner absoluten Lieblingsscheiben geschaffen, standen aber in dieser Zeit im absoluten Schatten von EUROPE, die die Charts in aller Welt eroberten. Umso erfreulicher, dass sich TREAT bis heute gehalten haben, und das mit einem Großteil des Lineups von damals. Erste Vorband waren JESSICA WOLF, ne hübsche und durchaus talentierte Sängerin aus Finnland, die Musik, na ja, nicht wirklich schlecht, aber auch nicht umwerfend, man konnte es gut anhören und und vor allem ansehen, ist wie gesagt ne ganz Nette. Zweiter Support waren DARK SKY aus Rottweil, der Sänger, übelst hässlich, sah aus wie Connie Dachs mit Vokuhila, aber mal ehrlich, wenn man in der heutigen Zeit noch mit soner Friese rum rennt, dann hat das schon wieder Respekt verdient, denn der Typ bzw. die Band, auch wenn sie sicher nie die großen Erfolge einfahren werden, diese Band lebt Hardrock, und nebenbei waren die auch noch gut. Wer aus sowas steht sollte die mal antesten. Eingängige Songs, klasse Songwriting, gute Musiker und vor allem, ein richtig geiler Sänger! Ach ja, beim Thema Sänger komm ich doch gleich zur Hauptband. TREAT !!! Was hab ich mich gefreut, und wie wurde ich enttäscht ... Das Beste an der Show war, dass da TREAT in einer wirklich alten Besetzung auf der Bühne standen, auch wenn die Haare eher wie dünne Wollfädchen herum flogen, weil diesen Matten keine Substanz der Welt noch Volumen verleihen kann. Aber der Sänger hatte mit den hohen Tönen echte Probleme und wurde oft mit Playback unterstützt, aber auch das hätte ich ja noch hinnehmen können, das ist bei solch alten Bands ja fast schon in Ordnung, was ich aber keineswegs nachvollziehen kann: von den ersten beiden HIT-ALBEN spielten sie glaub nur einen oder zwei Songs, von der "Dreamhunter" gar keinen !! Dafür klimperten sie massig neues Zeugs runter, totaler Einheitsbrei ohne Höhepunkte, ohne das was im Ohr hängen blieb. Eine echte Enttäuschung, dieser Abend! Ich kann es nicht anders sagen und will gar nicht mehr darüber schreiben. Erfreulicherweise hatte der Abend aber auch noch was Gutes: ich lernte Jan Knopf kennen, einen klasse Sänger aus Karlsruhe, der mit seiner Band HIGH ROAD EASY schon einige mehr als beachtliche Platten abgeliefert hat und auch so eine Persönlichkeit der Karlsruher Musik-Szene ist. Den Kontakt stellte natürlich Musikpapst Armin her, der Jan schon lange Jahre kennt (aber nicht im Stande ist, mir ein paar Platten von HIGH ROAD EASY zu besorgen!) Also beste Grüße an Armin, Jan und an den 7er Club, die solche Bands überhaupt holen, dass TREAT an dem Abend eher ein Reinfall waren, dafür kann die Location nun wirklich nichts.

Mittwoch, 16. Januar 2019

FILMTIPP: BOHEMIAN RHAPSODY

Hier auch mal wieder etwas Besonderes aus der cineastischen Welt.
Die von vielen Fans lang und sehnlich erwartete Hommage an eine der größten Rockbands aller Zeiten:
QUEEN - BOHEMIAN RHAPSODY !!!
Ich selbst bezeichne mich eigentlich nicht als riesigen QUEEN-Fan, sicher, ein paar Platten nenne ich mein Eigen,
und speziell die alten und rockigen Songs hab ich schon immer gefeiert und höre sie auch heute noch gerne an.
Aber so richtig Hardcore war ich nie. Auch als Freddy Mercury damals starb verfiel ich vor lauter Trauer nicht in eine mentale Starre,
wie das damals tatsächlich bei einigen Leuten passierte. Aber tief getroffen hatte es mich damals auch,das gebe ich gerne zu. Es war eben ein unglaublich schwerwiegender Verlust für die Musikwelt, Mercury war wahrscheinlich einer der größten Performer aller Zeiten und schon zu Lebzeiten eine Legende.
Umso schwerer, DAS in einem Spielfilm so umzusetzen. Ich war skeptisch,doch schon der Trailer warf seine Strahlen wie die Spätsommersonne voraus.
Und der Film selbst toppte das Ganze noch um ein vielfaches.Natürlich kommen sicher wieder eine Puristen aus den Löchern und prangern etwaige Filmfehler an, zumindest hatte ich im Nachgang des Films derartiges vernommen.Doch das war mir völlig schnuppe. BOHEMIAN RHAPSODY hat meiner Meinung nach alles, um dem Film irgendwann sogar Kult-Status zu verleihen, falls sowas heutzutage überhaupt noch wirklich möglich ist. Was für mich am eindrucksvollsten hängen blieb, waren ALLE VIER Hauptdarsteller. Allen voran natürlich Rami Malek als grandioser Freddy Mercury, aber eigentlich keinen Deut weniger gut dargstellt wurde Brian May alias Gwilym Lee. Mimik, Gestik, Frisur, sogar das markante und unverwechselbare Gitarrenspiel wurde zumindest visuell bis ins Detail verwirklicht.
Auch Schlagzeuger Roger Tayler und Bassist John Deacon wurden von den jeweiligen Darstellern nahezu perfekt gecovert.
Letzterer übrigens gespielt von Joseph Mazzello, vielen vielleicht noch bekannt als der kleine Klugschwätzer Timmy aus dem ersten Jurassic Park !!
Hatte ich aber auch nur durch knallharte Recherche heraus gefunden.
Als wirklichen Musik-Fan kam mir im Film die Musik an sich etwas zu kurz, da hätte man sich gewünscht,
dass der ein oder andere Song mehr seinen Platz gefunden hätte. Für mich der einzige Makel des Streifens, aber selbst darunter leidet die Aura dieses Meisterwerkes keinesfalls.
Auch wenn die Exzesse und psychologischen Täler, die speziell Mercury damals durchlebte, hier nur angeschnitten wurden, wird dennoch auf herz-zerreisende Weise deutlich,
was für ein armer Tropf dieser eigentlich verlorene Mensch doch war. Umso bemerkenswerter die epische Art und Weise, wie er auf der Bühne ganze Stadien in seinen Bann zog.
Ich kann, nein ich MUSS diesen Film jedem Rock-Liebhaber empfehlen, ich glaube, dass man ihn schauspielerisch unmöglich hätte besser umsetzen können.
Egal ob Musik-verrückt oder nicht, die Geschichte um Queen und ihren charismatischen Frontmann berührt auch heute noch, fast 30 Jahre nach Mercurys Tod, so viele Menschen, sogar jene, die damals noch gar nicht geboren waren bzw. noch zu klein, um die tragische Geschichte zu jener Zeit wirklich wahrzunehmen.
BOHEMIAN RHAPSODY trägt dazu bei, dass eine der größten Rockbands unserer Zeit auch kommenden Generationen ein Begriff sein wird.
Sicher nicht für alle Zeiten, aber...who wants to live forever?