Donnerstag, 27. Februar 2020

STEEL PANTHER
(30.01.2020 BACKSTAGE MÜNCHEN)

STEEL PANTHER sind wahrlich ein Phänomen!
Was eher als Comedy-Verarsche der Glam-Rockszene begann (...was es auch noch ist), wurde mittlerweile zum begehrten Hardrock-Act, der zumindest in Europa sämtliche Hallen füllt. Auch die aktuelle Deutschland-Tour war zumindest in München dermaßen erfolgreich, dass es sogar einen Zusatztermin gab, der ebenso ausverkauft war.
Es ist die Kombination, die hier den Reiz ausmacht und die unterschiedlichsten Leute anlockt.
In der Hauptsache sind das drei "Fan-Gruppierungen":
1.) die richtigen Musik-Fans, die die Qualität der der Musik erkannt haben, egal, was da so drum herumgekaspert wird
2.) die Party-People, die heutzutage jedes Event wie Heuschrecken belagern, nur um ausgelassen zu sein und sich dämlich zu verkleiden
3.) und last but not least: die Stelzbock-Fraktion, denn die Anzahl der Frauen, die bei den STEEL PANTHER Konzerten blank ziehen und den
Zuschauern nur zu gerne einige ihrer besten Stücke zeigen, ist durchaus nicht von der Hand zu weisen und steigt stetig an.
Ich persönlich sehe mich als Schnittmenge zwischen 1 und 3, da bin ich jetzt einfach mal so ehrlich!
Die Show im Backstage war schlichtweg DELUXE! Perfekter Sound, (not)geile Show, tonnenweise dumpfe Sprüche und eine Location, die glaube ich deutschlandweit
ihresgleichen sucht. Jeder, der das Backstage kennt, weiß sicher, wovon ich rede. Diese Mini-Colosseum-Charakter und die ultimative Nähe zum Publikum
sind unschlagbar und sorgen für eine unvergleichliche Atmosphäre. Es gab sogar den ein oder anderen Moshpit, den man bei soner Mucke eigentlich eher selten zu Gesicht bekommt. Das gleiche Konzert wäre beispielsweise in der sterilen Maimarkthalle in Mannheim nur halb so gut gewesen, wenn überhaupt!
Auch wenn die neuen Alben der Amis nicht mehr soooo prickelnd waren wie die ersten beiden, haben STEEL PANTHER mehr als genügend Munition, um ein epochales
Hardrock-Feuerwerk zu zünden. Alle Hits waren am Start, wer die Platten kennt, weiß welche ich meine, wer sie nicht kennt, wird mit den Namen der Songs wenig anfangen können.
Also spar ich mir das an dieser Stelle. Höhepunkt der Shows ist ja immer, die Bühne mit allerlei zeigefreudigen Damen zu füllen, von denen dann jede so lasziv
wie möglich rüber kommen will, aber realistisch gesehen war das in München nicht das Gelbe der Eierwelt. Der Versuch einiger Mädels, erotisch zu tanzen glich eher
dem Herumgewackel frisch geernteter Kartoffeln auf einem Rüttelsieb (siehe Video unten).
Aber egal, sehenswert war es alles in allem allemal!
Ich kann jedem Musik-Fan nur empfehlen, sich mal ein STEEL PANTHER Konzert reinzuziehen, insbesondere wenn man zu eienr der drei oben genannten Interessengruppen gehört.

Mittwoch, 20. November 2019

ALCATRAZZ
(10.10.2019, 7ER CLUB MANNHEIM)

Es ist wie es ist: eine Band, im speziellen eine Metal-Band, steht und fällt mit zwei Komponenten:
1. dem Sänger und
2. dem Gitarristen.
Und zwar genau in der Reihenfolge!
Deshalb passe ich auch oft bei Konzerten von Gruppen, deren aktuelles Lineup, wenn überhaupt, nur noch aus dem Bassisten oder dem Drummer der Ursprungs-Formation besteht.
Der Sound wird einfach maßgeblich durch Gesang und Gitarrenspiel geprägt,das macht nunmal den Großteil der Identität aus.
Im Falle der Metal-Legende ALCATRAZZ allerdings genügte mir schon die Tatsache, der Original-Sänger GRAHAM BONNET mit von der Partie war.
Eine DER Stimmen der Metal- und Hardrock-Geschichte, ebenfalls bekannt durch sein Engagement bei IMPELLITTERI,
der MICHAEL SCHENKER GROUP, der japanischen Metal-Legende ANTHEM und natürlich allen voran bei RAINBOW, deren Hit "Since you've been gone" unter anderem durch Bonnets perfekt passende Stimme
zu einem Welthit wurde.
Wäre der Original-Gitarrist noch mit dabei gewesen, hätte das, gelinde gesagt den Rahmen des 7er-Club gesprengt: denn dieser war ja kein geringerer als der Saiten-Magier YNGWIE MALMSTEEN!!!
Und selbst dessen zwischenzeitlicher Nachfolger hätte die Massen angezogen wie kaum ein anderer, den für knapp ein Jahr spielte auch ein weiterer Gitarren-Gott bei ALCATRAZZ: STEVE VAI !!!
Diese beiden ersetzt in der aktuellen Besetzung aber auch kein Leichtgewicht: Joe Stump! Zwar nie in einer wirklich großen Band aktiv, aber dennoch ein unglaublich guter, wenn auch pott-hässlicher Gitarrist, der seinen Stil tatsächlich auch dem großen MALMSTEEN gewidmet hat!
ALCATRAZZ lockte circa 100 Leute in den 7er Club, eigentlich lächerlich wenig bei so einer Stimme, aber der Laden ist ja nicht groß
und sogar mit diesen 100 Gästen kam eine gut gefüllte Atmosphäre zustande.
Bonnet machte zunächst einen ungluablich alten und senilen Eindruck, er konnte nur schlecht laufen und hatten auf den ersten Blick wohl seine Zähne vergessen. Schlagartig schoss einem der Gedanke durch den Kopf, wie der denn dann noch die Töne treffenn will???
Doch alles löste sich blitzartig auf, der schlechte Gang kam von einer Hüft-OP, und bei ersten überschwenglichen lachen sah man
auch sämtliche Tasten des Beiss-Klaviers, einige, vielleicht sogar alle, generalüberholt, aber dennoch vollumfänglich vorhanden.
Und was dieser Mann gesanglich noch drauf hat, das geht im wahrsten Sinne auf kein Zwerchfell!!
Der hat höhen Töne dermaßen laut und klar gesungen, dass es mir tatsächlich in den Ohren weh tat.
Und das mit fast 72 Lenzen auf dem Buckel!!!. Absolut grandiose Leistung!
Der Abend war geprägt durch alte ALCATRAZZ-Hits wie "Hiroshima mon Amour", "Island in the Sun" oder "too young to die, too drunk to live" und ebenso eine Ansammlung von Hits, bei denen Bonnet im Laufe seiner Jahre bei anderen Bands mitgewirkt hatte. Dabei natürlich die RAINBOW-Knaller "All night long", "Lost in Hollywood" oder "Since you've been gone", dazu noch ein paar Esslöffel IMPELLITTERI und zum Abschluss wurde das Ganze garniert mit einer Handvoll BONNET und MSG Songs. Das war sozusagen eine Reise durch die Hardrock-Geschichte.
Ein Konzert, das seines gleichen sucht: ein geiler Sänger, der an diesem Abend trotz aller Handicaps in Hochform war und ein irrer Gitarrist, dessen Spiel dem Wahnsinn nahe kam und der agierte, wie ein tollwütiger Gorilla (und irgendwie auch so aussah).
Wer nicht dabei war, hat definitv was verpasst!

Freitag, 15. November 2019

FILMTIPP: JOKER

In Zeiten, in denen die Comic-Universen MARVEL und DC ihre Outputs so ziemlich ausgereizt haben und es aufgrund der Reizüberflutung selbst DieHard-Fans schwer fällt, die verschiedenen Handlungsstränge und Verknüpfungen nachzuvollziehen, in solchen Zeiten müsste ein weiterer Streifen über DEN Comic-Bösewichten schlechthin, den JOKER, auf jeden Fall etwas besonderes sein. Um herauszustechen und einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen müsste dieser Film entweder von den Effekten und der Handlung her schier unglaubliches bieten, um die Leute in die Kinos zu locken, oder .... oder es müsste einfach ein begnadeter Schauspieler her, der dieser Rolle ein neues, und noch kaputteres Leben einhaucht, als seine bisherigen Vorgänger. Den eines ist sicher: mit Jack Nicholson, Heath Ledger und Jared Leto (letzterer wollte den neuen JOKER angeblich sogar verhindern) haben sich bereits einige Hochkaräter an dieser Rolle versucht.
Jeder auf seine Weise, und jeder, meiner Meinung nach, ziemlich nah an der zeitgenössischen Perfektion. Klar, Nicholson war noch sehr plakativ und comicartig und nah an der Komik der früheren Batman-Comics, aber gerade deshalb eine klasse Vorstellung. Heath Ledger nahm einige Jahre später die Komik der Rolle auf und paarte diese mit dem durchgeknallten Verhalten eine kranken Psychopathen. Ebenfalls eine phantastische Vorstellung.
Und Jared Leto wiederum interpretierte die Rolle des psychopathischen Joker auf eine Art und Weise, bei der sich selbst der Zuschauer wünschte, dass dieser kranke Typ doch endlich in eine Zwangsjacke gesteckt wird. Also Mission ebenfalls vollstens erfüllt. Alle drei bisherigen JOKER-Darbietungen fand ich klasse und der Zeit entsprechend genial umgesetzt.
Und dann kam Joaquon Phoenix !!
Obwohl ich grundsätzlich gar nichts drauf gebe, wie andere einen Film beurteilen und ich immer so unvoreingenommen wie möglich einen Kino-Saal betrete, nahm ich dennoch zwei Dinge mit, die ich von anderen gehört hatte:
1.) der Film ist überaus brutal
2.) Phoenix würde das gut spielen
Und wie so oft konnte man beide Aussagen komplett in die Tonne treten. Ja, es gibt 1-2 brutale Szenen, aber deswegen den Film als "überaus brutal" zu bezeichnen ist kompletter Humbug!!
Gemessen am neuen RAMBO ist das lediglich ein inkontinenter Senioren-Nachmittag!
Und nein, Joaquin Phoenix spielt die Rolle nicht "gut", das wäre die Untertreibung des Jahrzehnts.

Er spielt sie in höchstem Maße brilliant!!!

Selten hat mich eine schauspielerische Leistung dermaßen beeindruckt, vielleicht sogar noch nie zuvor?! Phoenix zieht einen regelrecht in seinen neurotischen Bann. Tatsächlich war ich wie gefesselt.
Selbst den mitwirkenden Altmeister Robert de Niro spielter regelrecht an die Wand. Und das muss man ja auch erstmal schaffen! Phoenix stellt die verschiedenen Stadion des verrückt-werdens so beklemmend und hoffnungslos dar, dass es einen fast erdrückt. Aber nicht nur die Leistung des Hauptdarstellers ist grandios. Auch das Screenplay und die Ausstattung der Szenen ist so unglaublich gut. Viele Bilder sind voll trauriger Schönheit, bunt und dennoch trostlos, krank und dennoch vertraut. Das oben zu sehende Kino-Plakat zeigt dies meiner Meinung nach recht eindrucksvoll. In vielen Kinofilmen schaue ich ab und an auf die Uhr und verliere kurz den Focus, in dem ich mir spontan über irgend etwas anderes Gedanken mache. Doch der JOKER verlangte mir jede Millisekunde meiner Aufmerksamkeit ab, und das sogar über die komplette Dauer des Abspanns, bei dem sich das Gesehene erst einmal ein Platz suchen musste, um sich zu setzen.
Meinungen sind subjektiv, mag sein, dass andere absolut nicht nachvollziehen, was ich hier durch den Äther schiesse, aber meiner Meinung nach ist der 2019er JOKER einer der besten Filme, die ich je gesehen habe. SAFE !!!

Freitag, 1. November 2019

DOG EAT DOG
(20.09.2019, SUBSTAGE KARLSRUHE)

Was war das damals für ein unglaublicher Spass als DOG EAT DOG das Licht der Musikwelt erblickten. Die Musik war voll guter Laune, die Mischung zwischen Metal und Rap traf damals genau den Zahn der Zeit. Außergewöhnliches Detail der Mucke, was hinlänglich bekannt sein sollte, war der Einsatz eines Saxophones. Das passte wie die Faust aufs Auge und untermalte die positive Aura der Band. Ihr größter Coup war natürlich das 1994er Album ALL BORO KINGS, auf welchem noch Gitarrist Dan Nastasi, der den Sound der Band maßgeblich geprägt hatte, mit von der Partie war. Das kann man auch leicht an der Ableger-Combo NASTASEE erkennen, welcher der Gitarrist nach seinem Ausstieg gründete. Definitv wert mal reinzuhören. Jedenfalls waren DOG EAT DOG damals auf der (oder einer ihrer) ersten Europa-Tour und erröffneten für keine geringeren als die damaligen Harcore-Monster BIOHAZARD. Ich war damals auf der Tour, mit dabei waren noch DOWNSET (was für ein Line-Up). Und owohl BIOHAZARD mit ihrer Power und ihren Hits damals unmöglich schlechte Konzerte abliefern konnten, liefen ihnen an diesem Abend im damals altehr- und heute verabscheuungswürdigen Longhorn (ja, ich war damals öfter bei den Kesselfotzen)eindeutig den Rang ab. DOG EAT DOG räumten alles von der Platte ab und ließen für den Hauptact nur noch Krümel übrig. Die Meute tat bei dieser Show ihr übriges und rissen den Laden förmlich ein. Sicher 1.500 Leute hüpften wild durch die Gegend, den geisteskranken Stagedivern war kein Boxen-Turm zu hoch, es war einfach nur perfekt. Auch beim 1995er DYNAMO OPEN AIR waren BIOHAZARD und DOG EAT DOG am Start, weshalb einige unserer Clique damals den Weg ins "ferne" Holland antraten.
Wer dachte, dass DOG EAT DOG bei der Club Tour die Leute zum maximalen durchdrehen brachte, der sah sich in Eindhoven eines besseren belehrt. Den hier lag die Psychopathen-Mosh-Quote sicher bei 10.000 !!! Unfassbar, was da los war. Bei dieser Show erfand olle John Connor auch das eigentliche Crowd-Surfen, in dem er ein Surfbrett auf die Menge schmiss und darauf über fast das gesamte Festival getragen wurde.
Übrigens fällt mir gerade ein, dass ich glaube ich schon einmal einen Blog über ein DOG EAT DOG Konzert schrieb und dabei ebenfalls intensiv auf die glorreiche Historie einging. Bin aber grad zu faul, um nachzuschauen. Wenn dem so war, dann gibg es bei diesem Blog um eine Show in Pforzheim (Kupferdächle), die zwar auch sehr ansprechend war, aber mit nur circa 70 Leuten mehr als enttäuschend besucht war. Das ist dann halt meistens die Quittung, wenn von der Original-Besetzung einer Band nur noch ein oder zwei Leute übrig sind und musikalisch auch nicht mehr viel zählbares veröffentlicht werden konnte.
Deshalb, und nun kommen wir endlich zum eigentlichen Zweck dieses Blogs, deshalb war ich skeptisch, wieviele denn ins Substage kommen würden. Doch da kann ich schon mal die einigermaßen positive Meldung vorweg nehmen. An diesem lauen Spätsommer-Abend zog es circa 400 Fans in die Halle, für mich absolut in Ordnung. Grund für die ordentliche Menge war unter anderem die Ankündigung der Band, das gesamte Album ALL BORO KINGS zu spielen und damit sein 25 jähriges Jubiläum zu feiern. Die Stimmung war von Beginn an gut, es war fast wie ein großes Klassentreffen aus der damaligen Zeit. Und mit dem ersten Song ging der Spass auch gleich los. Die Lieder wurden gefeiert, es wurde gehüpft, gemosht und gelacht.
Der Abend hatte nur einen Haken. Das gefeierte Album ist nur gut 35-40 Minuten lang. Aus diesem Grund streute Connor immer wieder einige Rap-Klassiker ein. Das kam auch sehr gut an, denn DOG EAT DOG zog auch schon damals viele Rap-Fans an und Connor ist ein wirklich ausgezeichneter Rapper. Doch irgendwann war die Platte durch und der Großeteil der Rap-Klassiker verheizt. Und obwohl die Band ankündigte, bereits neues Material zu haben, spielten sie lieber noch einige Punkrock-Covers, was mir ehrlich gesagt dann etwas auf den Senkel ging. Doch so wie es aussah, gefiel auch das den meisten Leuten. Also alle glücklich - alles gut! Bin mal gespannt, was die neue Platte bringen wird. Sicher wird sie nicht an damalige Zeiten anknüpfen können (oder doch?), aber ich freu mich dennoch drauf.
Denn "what it is ... what it was ... and what it always will be" !!!! DOG EAT DOG ist ein Stückchen supergeile Musik-Geschichte!

Freitag, 9. August 2019

NE GEHÖRIGE PORTION NOSTALGIE GEFÄLLIG ?

Ich möchte euch heute mal wieder mit auf eine Zeitreise nehmen. Wir schreiben das goldene Zeitalter der 80er Jahre (welches auch sonst!). Euer ergebener Erzähler, gerade mal zarte 13-14 Lenze alt, sitzt in seinem Zimmer am Schreibtisch, hört mit einem (kabelgebundenen!) Kopfhörer die Songs von Iron Maiden, Saxon oder den Scorpions, und ist völlig vertieft in den gerade neu heraus gekommenen SPORT-SCHECK-Katalog, meiner damaligen Bibel!
Man muss dazu wissen, dass zu jener Zeit meine überdurchschnittlich starke Affinität zu Sportschuhen (neu-deutsch Sneaker) bereits voll entwickelt war. Ich kannte jedes Modell der großen Marken, und studierte sie mit der meistens traurigen Gewissheit, die meisten dieser Schönheiten niemals mein Eigen nennen zu dürfen. Und wenn ich heute noch alte Kataloge oder Prospekte aus dieser Zeit sehe, fährt es mir vor lauter Sehnsucht regelrecht durch den Magen, was mich zu dem Schluss kommen lässt, dass es sich damals (wie heute) tatsächlich um eine Art romantische Beziehung handeln musste, die sich da zu diesen ganzen Tretern entwickelt hatte. Wie in vielen anderen Bereichen auch (Filme, Musik, Ami-Lifestyle) waren eben auch in der Welt der Sneaker die 80er DAS goldene Zeitalter schlechthin! Nicht umsonst werden gut erhaltene Originale von damals teilweise mit Gold aufgewogen. Aber glücklicherweise sind auch eine Firmen auf den Trichter gekommen, zumindest einige Modelle der damaligen Zeit nicht gänzlich aussterben zu lassen. Es kommen regelmäßig Neuauflagen alter Schönheiten aus Leder und Gummi auf den Markt, oft gnadenlos limitiert um noch mehr Kohle dafür verlangen zu können, aber dennoch ein gutes Gefühl manche dieser Kleinode in neuem Gewand zu sehen! Und aus diesen nostalgischen Gründen habe ich mir vorgenommen, soviel Anschauungsmaterial wie nur irgend möglich zusammen zu tragen. Einige Kataloge konnte ich sogar direkt von damals in die Neuzeit retten, anderen kamen nach und nach dazu. Ebay&Co. machen es möglich. Doch leider (oder Gott sei dank?!) gibt es wohl immer noch eine Unmenge von Menschen, die hier ähnlich denkt wie ich und ebenso scharf auf solche Printmedien der damaligen Zeit ist. Anders sind die teilweise exorbitanten Preise, die da manchmal gehandelt (und gezahlt!) werden,, kaum zu erklären. Doch ab uns an rutscht mal einer für nen schmalen Taler durch, und dann muss man halt auf Zack sein und zuschlagen. So geschehen vor drei Wochen als ich den SPORT-SCHECK Sommer-Katalog von 1985(!) ergattern konnte, für vergleichsweise super-günstige 15 Mäuse! Das Ding ist nicht nur wegen der Sneaker geil, sondern auch wegen der Mode, wegen dem Spirit der damaligen Zeit, was damals den Menschen wichtig war. Die Amerikanisierung war überall zu spüren, ganz besonders in der Welt der Sport-Artikel. Für mich ist so ein Katalog wie eine Zeitmaschine, in der ich mich regelrecht verlieren möchte.
Deswegen überkam mich der Gedanke, dass man doch einige dieser Katalog-Seiten auch auf digitale Weise der Nachwelt erhalten sollte .. nein sogar müsste!

Gesagt...getan...gebloggt...bitte schön!



SPORT SCHECK KATALOG SOMMER 1985


...bei den Hosen links würden Hipster heutzutage ausflippen ...
...hier sind einige heilige Grale dabei ...
...man beachte den schnieken Bayern-Anzug ...
ERIMA FAN KATALOG 1982
Diesen Katalog habe ich kürzlich ebenfalls ersteigert, in der Vorschau der Versteigerung waren einge Bilder abgebildet ...
...DIESES war verständlicherweise nicht dabei, was für ein Haufen von Hackfressen ...
... aber auch echt gutes altes Zeug dabei ...
SPORT SCHECK KATALOG SOMMER 1988

...ADIDAS Ivan Lendl und Stefan Edberg ... herrlich... was für Klassiker...

Donnerstag, 11. Juli 2019

MARK HOLLIS - DER NÄCHSTE GROSSE IST WEG

Ich beginne mit den Worten der Shakespears Sisters:
IS THERE ANYBODY OUT THERE?
Aufgrund meiner doch recht spärlich gewordenen Blogs muss ich davon ausgehen, dass das hier nicht mehr allzu viele erreichen wird. Wenn doch, umso besser!
Eher beiläufig erführ ich vor zwei Wochen, dass MARK HOLLIS, die legendäre Stimme von TALK TALK, leider mit nur 66 Jahren verstorben ist. Und das schon im Februar! Leider war das den Medien keine größere Meldung würdig, klar, warum auch. Wer kümmert sich schon um so "abgehalfterte" Stars. Da schreib ich lieber was über den fetten Ärsche der Kardashians oder die neue Schamhaar-Frisur von Justin Bieber.
MARK HOLLIS war für mich einer der Größten. Eigentlich war er mit ein paar wenigen anderen DIE Stimme der 80er. Ich hätte mir den kleinen Finger dafür abgeschnitten, diese Band nochmals live zu erleben. Das wäre aber aller Wahrscheinlichkeit nach ohnehin nicht passiert, haben sich TALK TALK doch schon 1991 aufgelöst. Und die in den darauffolgenden Jahren aufgekommenen Reunion-Gerüchte konnte man an einem Finger abzählen.
MARK HOLLIS war unumstrittener Mastermind bei Talk Talk, die 1984 ein geniales Meisterwerk namens "IT'S MY LIFE" schufen, eine Platte, die absolut zeitlos ist und die einen auch heute noch in ihren Bann zieht, zumindest mich. Diese Platte quillt vor Traurigkeit und Melancholie förmlich über, und damit meine ich keine nervige Traurigkeit der Marke BJÖRK, die man mit ihrem Gejaule am liebsten an den Haaren über den Schulhof schleifen möchte. Nein, TALK TALK haben speziell auf diesem Album geschafft, unglaublich gute, tiefsinnige und eingängige Songs zu schreiben, deren Atmosphäre HOLLIS mit seiner unverwechselbaren Stimme perfekt umsetzten konnte. Natürlich sind auf diesem Album auch die beiden größten Hits mit "Such a Shame" und "It's my Life". Letzterer wurde ja viele Jahre später vom Rauschgold-Engel Gwen Stefani komplett vergewaltigt. Dennoch eine Würdigung, wenn heutzutage noch so ein Lied gecovert wird und das sogar mit Erfolg. Aber das Album bietet noch so viel mehr, denn eigentlich noch besser sind solche Genie-Streiche wie "Tommorow started", "The Last Line" oder die tragisch-schöne Ballade "Renée". Dieses New-Wave-angehauchte Kunstwerk fing den Spirit der 80er wie kaum ein anderes Machwerk ein und hat diesen für alle Zeit in Stein gemeißelt. Es ist ein Jammer, es tut tatsächlich etwas weh, dass solche Charaktere mittlerweile wie die Fliegen wegsterben, klar keiner lebt ewig, aber das eigentlich schlimme daran ist, dass Künstler von diesem Kaliber eigentlich gar nicht mehr nachkommen. Talente gibt es sicher genug, aber jemanden mit solch einer Aura, mit solch einer Stimme, mit solch einer Seele, mit solch einer Schaffenskraft, selbst wenn es solche Künstler heute noch gäbe, sie hätten wahrscheinlich gar keine Chance mehr aus dem schier unendlichen Wust von Bands und vermeintlichen Künstlern hervor zu stechen. Es wird einfach zu viel (sowohl Schrott als auch Qualität) zu schnell groß und verschwindet nach kürzester Zeit auch wieder von der Bildfläche um Platz zu machen für die nächste 0815-Sinnlos-Seifenblase - SUCH A SHAME !!!
MARK HOLLIS ist tot ... TALK TALK ist Geschichte ... doch die Musik bleibt.

Mittwoch, 15. Mai 2019

TREAT
(07.11.2018, 7er CLUB MANNHEIM)

Jaaaaa, es gibt mich noch, es ist einfach unsagbar schwer geworden, hier regelmäßig etwas zu verfassen. Aber ich kämpfe gegen fehlende Zeit und Faulheit an. Wahrscheinlich habe ich mittlerweile ohnehin sämtliche Leute vergrault, die sich bisher (mehr oder weniger regelmäßig) meine geistigen Ergüsse antaten. Jedenfalls habe ich einiges in den Backen angesammelt, was jetzt nach und nach durch due Tuba geblasen wird. Versprochen!
TREAT, eine der geilsten AOR-Hardrock-Bands machte im 7er Club Halt, das war Pflicht, keine Ausreden. Die Schweden haben mit "Dreamhunter" (1987) eine meiner absoluten Lieblingsscheiben geschaffen, standen aber in dieser Zeit im absoluten Schatten von EUROPE, die die Charts in aller Welt eroberten. Umso erfreulicher, dass sich TREAT bis heute gehalten haben, und das mit einem Großteil des Lineups von damals. Erste Vorband waren JESSICA WOLF, ne hübsche und durchaus talentierte Sängerin aus Finnland, die Musik, na ja, nicht wirklich schlecht, aber auch nicht umwerfend, man konnte es gut anhören und und vor allem ansehen, ist wie gesagt ne ganz Nette. Zweiter Support waren DARK SKY aus Rottweil, der Sänger, übelst hässlich, sah aus wie Connie Dachs mit Vokuhila, aber mal ehrlich, wenn man in der heutigen Zeit noch mit soner Friese rum rennt, dann hat das schon wieder Respekt verdient, denn der Typ bzw. die Band, auch wenn sie sicher nie die großen Erfolge einfahren werden, diese Band lebt Hardrock, und nebenbei waren die auch noch gut. Wer aus sowas steht sollte die mal antesten. Eingängige Songs, klasse Songwriting, gute Musiker und vor allem, ein richtig geiler Sänger! Ach ja, beim Thema Sänger komm ich doch gleich zur Hauptband. TREAT !!! Was hab ich mich gefreut, und wie wurde ich enttäscht ... Das Beste an der Show war, dass da TREAT in einer wirklich alten Besetzung auf der Bühne standen, auch wenn die Haare eher wie dünne Wollfädchen herum flogen, weil diesen Matten keine Substanz der Welt noch Volumen verleihen kann. Aber der Sänger hatte mit den hohen Tönen echte Probleme und wurde oft mit Playback unterstützt, aber auch das hätte ich ja noch hinnehmen können, das ist bei solch alten Bands ja fast schon in Ordnung, was ich aber keineswegs nachvollziehen kann: von den ersten beiden HIT-ALBEN spielten sie glaub nur einen oder zwei Songs, von der "Dreamhunter" gar keinen !! Dafür klimperten sie massig neues Zeugs runter, totaler Einheitsbrei ohne Höhepunkte, ohne das was im Ohr hängen blieb. Eine echte Enttäuschung, dieser Abend! Ich kann es nicht anders sagen und will gar nicht mehr darüber schreiben. Erfreulicherweise hatte der Abend aber auch noch was Gutes: ich lernte Jan Knopf kennen, einen klasse Sänger aus Karlsruhe, der mit seiner Band HIGH ROAD EASY schon einige mehr als beachtliche Platten abgeliefert hat und auch so eine Persönlichkeit der Karlsruher Musik-Szene ist. Den Kontakt stellte natürlich Musikpapst Armin her, der Jan schon lange Jahre kennt (aber nicht im Stande ist, mir ein paar Platten von HIGH ROAD EASY zu besorgen!) Also beste Grüße an Armin, Jan und an den 7er Club, die solche Bands überhaupt holen, dass TREAT an dem Abend eher ein Reinfall waren, dafür kann die Location nun wirklich nichts.