Mittwoch, 15. Mai 2019

TREAT
(07.11.2018, 7er CLUB MANNHEIM)

Jaaaaa, es gibt mich noch, es ist einfach unsagbar schwer geworden, hier regelmäßig etwas zu verfassen. Aber ich kämpfe gegen fehlende Zeit und Faulheit an. Wahrscheinlich habe ich mittlerweile ohnehin sämtliche Leute vergrault, die sich bisher (mehr oder weniger regelmäßig) meine geistigen Ergüsse antaten. Jedenfalls habe ich einiges in den Backen angesammelt, was jetzt nach und nach durch due Tuba geblasen wird. Versprochen!
TREAT, eine der geilsten AOR-Hardrock-Bands machte im 7er Club Halt, das war Pflicht, keine Ausreden. Die Schweden haben mit "Dreamhunter" (1987) eine meiner absoluten Lieblingsscheiben geschaffen, standen aber in dieser Zeit im absoluten Schatten von EUROPE, die die Charts in aller Welt eroberten. Umso erfreulicher, dass sich TREAT bis heute gehalten haben, und das mit einem Großteil des Lineups von damals. Erste Vorband waren JESSICA WOLF, ne hübsche und durchaus talentierte Sängerin aus Finnland, die Musik, na ja, nicht wirklich schlecht, aber auch nicht umwerfend, man konnte es gut anhören und und vor allem ansehen, ist wie gesagt ne ganz Nette. Zweiter Support waren DARK SKY aus Rottweil, der Sänger, übelst hässlich, sah aus wie Connie Dachs mit Vokuhila, aber mal ehrlich, wenn man in der heutigen Zeit noch mit soner Friese rum rennt, dann hat das schon wieder Respekt verdient, denn der Typ bzw. die Band, auch wenn sie sicher nie die großen Erfolge einfahren werden, diese Band lebt Hardrock, und nebenbei waren die auch noch gut. Wer aus sowas steht sollte die mal antesten. Eingängige Songs, klasse Songwriting, gute Musiker und vor allem, ein richtig geiler Sänger! Ach ja, beim Thema Sänger komm ich doch gleich zur Hauptband. TREAT !!! Was hab ich mich gefreut, und wie wurde ich enttäscht ... Das Beste an der Show war, dass da TREAT in einer wirklich alten Besetzung auf der Bühne standen, auch wenn die Haare eher wie dünne Wollfädchen herum flogen, weil diesen Matten keine Substanz der Welt noch Volumen verleihen kann. Aber der Sänger hatte mit den hohen Tönen echte Probleme und wurde oft mit Playback unterstützt, aber auch das hätte ich ja noch hinnehmen können, das ist bei solch alten Bands ja fast schon in Ordnung, was ich aber keineswegs nachvollziehen kann: von den ersten beiden HIT-ALBEN spielten sie glaub nur einen oder zwei Songs, von der "Dreamhunter" gar keinen !! Dafür klimperten sie massig neues Zeugs runter, totaler Einheitsbrei ohne Höhepunkte, ohne das was im Ohr hängen blieb. Eine echte Enttäuschung, dieser Abend! Ich kann es nicht anders sagen und will gar nicht mehr darüber schreiben. Erfreulicherweise hatte der Abend aber auch noch was Gutes: ich lernte Jan Knopf kennen, einen klasse Sänger aus Karlsruhe, der mit seiner Band HIGH ROAD EASY schon einige mehr als beachtliche Platten abgeliefert hat und auch so eine Persönlichkeit der Karlsruher Musik-Szene ist. Den Kontakt stellte natürlich Musikpapst Armin her, der Jan schon lange Jahre kennt (aber nicht im Stande ist, mir ein paar Platten von HIGH ROAD EASY zu besorgen!) Also beste Grüße an Armin, Jan und an den 7er Club, die solche Bands überhaupt holen, dass TREAT an dem Abend eher ein Reinfall waren, dafür kann die Location nun wirklich nichts.

Mittwoch, 16. Januar 2019

FILMTIPP: BOHEMIAN RHAPSODY

Hier auch mal wieder etwas Besonderes aus der cineastischen Welt.
Die von vielen Fans lang und sehnlich erwartete Hommage an eine der größten Rockbands aller Zeiten:
QUEEN - BOHEMIAN RHAPSODY !!!
Ich selbst bezeichne mich eigentlich nicht als riesigen QUEEN-Fan, sicher, ein paar Platten nenne ich mein Eigen,
und speziell die alten und rockigen Songs hab ich schon immer gefeiert und höre sie auch heute noch gerne an.
Aber so richtig Hardcore war ich nie. Auch als Freddy Mercury damals starb verfiel ich vor lauter Trauer nicht in eine mentale Starre,
wie das damals tatsächlich bei einigen Leuten passierte. Aber tief getroffen hatte es mich damals auch,das gebe ich gerne zu. Es war eben ein unglaublich schwerwiegender Verlust für die Musikwelt, Mercury war wahrscheinlich einer der größten Performer aller Zeiten und schon zu Lebzeiten eine Legende.
Umso schwerer, DAS in einem Spielfilm so umzusetzen. Ich war skeptisch,doch schon der Trailer warf seine Strahlen wie die Spätsommersonne voraus.
Und der Film selbst toppte das Ganze noch um ein vielfaches.Natürlich kommen sicher wieder eine Puristen aus den Löchern und prangern etwaige Filmfehler an, zumindest hatte ich im Nachgang des Films derartiges vernommen.Doch das war mir völlig schnuppe. BOHEMIAN RHAPSODY hat meiner Meinung nach alles, um dem Film irgendwann sogar Kult-Status zu verleihen, falls sowas heutzutage überhaupt noch wirklich möglich ist. Was für mich am eindrucksvollsten hängen blieb, waren ALLE VIER Hauptdarsteller. Allen voran natürlich Rami Malek als grandioser Freddy Mercury, aber eigentlich keinen Deut weniger gut dargstellt wurde Brian May alias Gwilym Lee. Mimik, Gestik, Frisur, sogar das markante und unverwechselbare Gitarrenspiel wurde zumindest visuell bis ins Detail verwirklicht.
Auch Schlagzeuger Roger Tayler und Bassist John Deacon wurden von den jeweiligen Darstellern nahezu perfekt gecovert.
Letzterer übrigens gespielt von Joseph Mazzello, vielen vielleicht noch bekannt als der kleine Klugschwätzer Timmy aus dem ersten Jurassic Park !!
Hatte ich aber auch nur durch knallharte Recherche heraus gefunden.
Als wirklichen Musik-Fan kam mir im Film die Musik an sich etwas zu kurz, da hätte man sich gewünscht,
dass der ein oder andere Song mehr seinen Platz gefunden hätte. Für mich der einzige Makel des Streifens, aber selbst darunter leidet die Aura dieses Meisterwerkes keinesfalls.
Auch wenn die Exzesse und psychologischen Täler, die speziell Mercury damals durchlebte, hier nur angeschnitten wurden, wird dennoch auf herz-zerreisende Weise deutlich,
was für ein armer Tropf dieser eigentlich verlorene Mensch doch war. Umso bemerkenswerter die epische Art und Weise, wie er auf der Bühne ganze Stadien in seinen Bann zog.
Ich kann, nein ich MUSS diesen Film jedem Rock-Liebhaber empfehlen, ich glaube, dass man ihn schauspielerisch unmöglich hätte besser umsetzen können.
Egal ob Musik-verrückt oder nicht, die Geschichte um Queen und ihren charismatischen Frontmann berührt auch heute noch, fast 30 Jahre nach Mercurys Tod, so viele Menschen, sogar jene, die damals noch gar nicht geboren waren bzw. noch zu klein, um die tragische Geschichte zu jener Zeit wirklich wahrzunehmen.
BOHEMIAN RHAPSODY trägt dazu bei, dass eine der größten Rockbands unserer Zeit auch kommenden Generationen ein Begriff sein wird.
Sicher nicht für alle Zeiten, aber...who wants to live forever?

Freitag, 16. November 2018

MADBALL
(05.08.2018, CAFE CENTRAL WEINHEIM)

Irgendwie hab ich die Mannen um Frontmann Freddy Cricien schon sicher 15-20 Mal live erleben dürfen. Das geht wohl jedem Hardcore-Fan ähnlich, da die New Yorker, genau wie AGNOSTIC, TERROR
oder SICK OF IT ALL einfach scheisse oft auf Tour sind und beinahe jedes Jahr auf vorbei kommen. Und trotzdem geht man immer wieder hin. Und warum? Weil se einfach geil sind und über die Jahre
eigentlich nichts an Qualität eingebüßt haben. Speziell die neue Platte von MADBALL ist ein Kracher und läuft rein wie warme Sahne.
Glücklicherweise bekam ich zum Geburtstag von meinem Mädel auch noch Tickets geschenkt und somit stand einem aufs äußerste schweißtreibender Abend nichts mehr im Wege.
Tagsüber waren es knackige 38 Grad und wer das Cafe Central kennt, der weiß: in Sachen Lüftung könnten sie allerhöchstens bei den Paralympics starten.
Mit von der Partie an diesem Abend waren Mad und Matt oder Pat und Sepp, oder wie auch immer man sie nennen mag. Und beide waren richtig angefixt, derbe das Tanzbein zu schwingen.
Mir war da zunächst aufgrund der Ofen-Hitze nicht unbedingt danach. Die ersten paar Songs sah ich vom Vorraum aus, wobei man da zwar nur etwas auf die Bühne durchspiekeln konnte,
dafür aber ein Mindestmaß von verwertbarem Sauerstoff aus der Luft saugen konnte.
Doch der Sound und die Power, die da aus der Sauna-Hölle heraus quollen waren so mitreissend, dass es mich irgendwann packte und ich mit schäumender Fresse durch die Menge schoss. Innerhalb von
Sekunden war ich klatschnass, ich schlug um mich und genoss das Chaos, bis ... ja bis ich dem Erstickungstod bedenklich nahe kam. Wie ein gelandeter Karpfen rang ich nach Luft, aber irgendwie
bekam ich nur stinkenden Dampf in die Lungen. Es war schier unerträglich und als ich wirklich und wahrhaftig die ersten Sternchen um mich herum tanzen sah, war nach gerade mal 3-4 Song
Schicht in meinem Schacht. Ich musste den Moshpit verlassen. Unglaublich, wie das manche die ganze Show über durchhielten. Waren wohl alles geschulte Sauna-Gänger!
Auch auf der Bühne muss es knallig gewesen sein. Freddy goss sich nach jedem Song eine ganze Flasche Wasser über die Läusematte. Übrigens war diese Show für mich die erste,
die ich ohne Mitts an der Gitarre sah. Obwohl ich dachte, dass das mörder-groovige Gittaren-Spiel von ihm nur schwerlich zu ersetzen sein würde, war der Unterschied zum
neuen Gitarristen kaum wahrnehmbar.Auch der hauchte jedem Mosh-Part das nötige Leben ein.
Und so war es wieder einmal eine klasse MADBALL-Show, die rein gar nichts zu wünschen übrig ließ ... außer vielleicht einer original Kaiser-Klimaanlage, die man an dem Abend tatsächlich
auf Blitzkrieg hätte stellen müssen.

Montag, 20. August 2018

NIK KERSHAW / ROBIN BECK
(28.07.2018, SEEBÜHNE MANNHEIM)

Helden-Alarm in Mannheim!!!
NIK KERSHAW, einer der geilsten Acts aus den 80ern, und dann auch noch auf einer atmosphärisch durchaus ansprechenden Location wie der Seebühne Mannheim.
DAS WAR PFLICHT!
Normalerweise zieht mich ja nicht viel in das Drecksloch Mannheim, aber sieht man mal von den ganzen Waldhof-Baracklern ab, gibt es dort tatsächlich einige gute Clubs die
immer wieder klasse Bands und Künstler an Land ziehen.
In diesem Fall sogar den großen NIK KERSHAW !!!
Sein musikalisches Schaffen geht weit über seine großen Hits hinaus, aber selbst diese sind zeitlos und liebkosen meine Gehörgänge bei jedem Zusammentreffen.
Nicht weniger attraktiv der Support: ROBIN BECK, eine der Grand Dames des Ami-Rocks.
Der Abend hätte kaum besser laufen können, ein lauer Sommerabend, eine wunnderschöne Kulisse mit Bühne im See und eine gut gefüllte Tribüne.
Romantik pur und das im Moloch Mannheim, wo man in manchen Stadtteilen sogar den Müll wegschliessen muss!
Als ROBIN BECK mit ihrer Band die Bühne betrat, war es noch ziemlich hell, eigentlich zu hell für ne gute Open-Air Atmosphäre. Aber das kümmerte die Rock-Röhre wenig.
Der Sound war klasse, hat richtig gut gedrückt, kann mir denken, dass das vielen normaleren Leuten sogar zu laut war. Ohne hin war das für ein NIK KERSHAW Konzert ein überaus
hardrockiger Einstieg, aber ich fands klasse. Vom Look und demm Auftreten her scheint Frau Beck ein wenig in den 90er hängen geblieben zu sein, aber auf alle Fälle noch ein
brandheisser Feger. Mir fiel fast das Handy in den Teich, als ich ihr Alter googelte. Satte und unglaubliche 63(!!!) Lenze hat das gute Stück schon auf dem Buckel.
Unfassbar, die sieht aus wie 40, zumindest auf den ersten Blick.
Mit in ihrem Set dabei waren natürlich ihr größten Hits "First Time first Love" (unvergessen aus der Coca-Cola Werbung),"Tears in the rain" und auch "Save up all your tears",
ein Song, der zwar aus ihrer Feder stammt, den aber CHER weitaus bekannter machte, als sie ihn coverte. Offengestanden finde ich die Version von Cher auch besser,
Robin Beck hat zwar eine fantastische Stimme, aber dieser Song ist CHER einfach auf den Leib geschrieben.
Jedenfalls ne klasse (Hard)Rock Show, hat wirklich Spass gemacht und das neue Album "Love is comming", welches ROBIN BECK gerade heraus gebracht hat, bietet
teilweise echt kernige Rock-Musik, die einem beim Hören viele Dinge mit Sicherheit kurzweiliger macht.
Auf jeden Fall war ROBIN BECK schonmal eine würdige Einleitung für NIK KERSHAW. Dass der Brite kein Freund von pompösen Shows oder extrovertierten Auftritten ist,
ist zumindest den Leuten bekannt, die sich etwas mit seiner musikalischen Karriere befassen. Und diesen Leuten ist ebefalls bewusst, dass NIK KERSHAW in seinen Songs
auch imemr eine gehörige Portion Progressivität hatte, sicher nicht immer jedermanns Sache, aber oftmals auch erfischend, wenn man sich etwas vom schnöden Mainstream
absetzt. Nichtsdestotrotz machte KERSHAW Zeit seines Lebens kommerzielle Musik und kann auch heute noch sicher sehr gut von seinen Hits leben.
Und dementsprechend wurde auch die Setlist gestaltet. Gleich zu Beginn drei Prog-Pop-Hits mit "Dancing Girls", "Don Quixote" und "Human Racing", danach
zwei seiner größten Erfolge mit "The Riddle" und "Wouldn't it be good". Ich hatte Pippi im Schritt!! Speziell letzterer Song war wahrscheinlich das erste Lied, welches mir als gekaufter Tonträger mit Hilfe eines 19 D-Mark Walkmanns die Welt der Musik öffnete. Ich hatte von meinem Vater so nen Sampler auf Kassette bekommen.
Bis dahin kannte ich nur Hörspiele oder Radio. Und auf diesem Sampler waren u.a. eben das oben erwähnte "Wouldn'it be good" oder Depeche Mode's "People are People" enthalten.
Neben KERSHAWs Hits ließ er es sich auch nicht nehmen, dem 2016 verstorbenen David Bowie mit einer Coverversion von "Ashes to Ashes" Tribut zu zollen. Das war großer See-Bühnenzauber!!
Ein weiterer "Ausreisser" der Setlist war Chesney Hawkes Mega Hit "The one and only", den hat Kershaw aberselbst geschrieben. Muss ich gestehen, dass ich das vorher auch nicht wusste. Im übrigen gibt es viele Infos über diesen bodenständigen Briten, die heutzutage kaum einer mehr auf dem Schirm hat.
Beispielsweise stand er 1985 bei Bob Geldof's legendärem LIVE AID Konzert mit auf der Bühne und teilte sich diese u.a. mit Größen wie QUEEN, DIRE STRAITS,
MADONNA, THE WHO, ERIC CLAPTON, PHIL COLLINS, U2, ELTON JOHN oder DAVID BOWIE.
Da kann man sich schon mal vor Stolz ne Locke von der Stirn streichen!!
Dennoch zog er sich danach von der Bühne zurück und legte den Fokus aufs Songwriting und Produzieren für andere Künstler. Also definitv nicht die typische Rampenlicht-Sau!
Aber dennoch meldete er sich 10 Jahre später wieder mit eigenen Alben zurück. Deren Erfolg war nicht annähernd mit dem der 80er Alben vergleichbar, aber es war dennoch über alle Maßen gute Musik dabei. Eines meiner Lieblings-Alben von KERSHAW ist "To Be Frank". Unglücklicherweise spielte er von dieser Platte nicht einen Song.
Ein Beispiel für das ebenso vorhandene Hitpotential der neueren Songs ist "Sky's the Limit" von seinem aktuellsten Album "Ei8ht". Ein absoluter Ohrwurm und komplett radiotauglich. Wird aber denke ich von den Radio-Stationen eher gemieden, lieber 8 Mal Ed Sheeran am Tag damit der Schlitzmob zufrieden ist!
Als Zugaben dieses fantastischen Abends gab es noch "I won't let the Sun go down" und das Cover "Human" (The Killers). Weiß allerdings nicht welchen Bezug er zu dieser letzten Cover-Version hat. Gut wars allemal.
Ein Abend wie er besser nicht hätte sein können. Zugegen waren sicher 700-800 Leute, vielleicht auch mehr, das war auf dieser Bühen schwer zu schätzen, auf jeden Fall ging
kein einziger enttäuscht nach Hause! Ich für meinen Teil hatte jedenfalls noch Stunden danach KERSHAW im Kopf, ein weiterer Held von der Liste abgehakt!

ANTILOPEN GANG
(01.03.2018 SUBSTAGE KARLSRUHE)

Die ANTILOPEN GANG, eine spassige HipHip-Combo, auf die ich tatsächlich auf sehr beschämende Art und Weise aufmerksam wurde: durchs Radio!
Ich hörte irgendwo den "Pizza-Song", fand diesen ganz witzig und checkte die Band mal kurz durch. Gar nicht so uncool diese Rheinländer, und vor allem eigentlich nur vordergründig ne Spass-Band. Schaut man genauer hin sind in vielen Texten auch durchaus respektable Messages versteckt.
Auf jeden Fall leben die ne absolut antifaschistische Einstellung und schon DAS macht sie sympathisch.
Und wenn man bedenkt, dass die Jungs aufgrund des Freitodes eines der Bandmitglieder einen richtig schweren Schicksalsschlag zu verdauen hatten, ist die positive
Aura, die die Band umgibt, umso bemerkenswerter.
Zufälligerweise kamen die Antilopen kurz darauf im Substage vorbei. Ich schätze mal 400-500 Leute kamen an diesem Abend zur Show.
Mit dabei, me an my Mädel!
Was ein lustiger Abend ud was für ein Hitpotential in den Songs, aber eines wird ihnen immer im Wege stehen: die Burschen sahen echt komisch aus, eher wie irgend welche
Leergut-Sammler. War aber nicht schlimm, müssen ja nicht immer sone durchgestylten Ghetto-Imitationen sein, die mehr wert auf ihr Äußeres legen als auf die Musik an sich.
Auch zwischen den Songs blitzte immer wieder das politische Vermächtnis der Antilopen Gang durch, aber zu keinem Zeitpunkt so sehr, dass es nervig geworden wäre.

Freitag, 29. Juni 2018

RAM / PORTRAIT / TRIAL / ROADKILL
(15.02.2018, ALTE HACKEREI KARLSRUHE)

Dank Mo's Plattenladen gab es endlich mal wieder ein Underground-Metal-Konzert in Karlsruhe. Dabei sein war sozusagen unumgängliche Pflicht, denn gerade die beiden Hauptbands RAM und PORTRAIT sind zwei rattenscharfe Schweden-Acts, die bereits klasse Alben gemacht haben und das Flair des Oldschool-Metal der 70er und 80er erfolgreich in die heutige Zeit transportieren.
Zu ROADKILL und TRIAL kann ich nix sagen, kenn deren Musik nicht und kam erst in die Hackerei, als die Jungs schon am abschminken waren.
Die Hackerei war zwar gut gefüllt, aber nicht so wie ich es mir gewünscht hätte. Auch waren herzlich wenig Fans der "jungen wilden Garde" am Start. Schade, ein paar mehr
langmähnige und moshwillige Nachwuchs-Kutten (die es zweifellos immernoch oder wieder gibt) hätten der Show sicher gut getan. Schade dafür!
Na ja, so konnte man sich voll auf die Musik konzentrieren, was im Falle von PORTRAIT gar nicht mal so gut war. Von denen hatte ich mehr erwartet. der Sänger verfehlte häufiger wie oft die hohen Töne und war dazu offenbar etwas überheblich. Immer wieder wollte er die Leute zum mitsingen seiner Texte animieren, denn er ging anscheinend davon aus, dass diese jeder Anwesende drauf haben müsse. Als das ein ums andere Mal in die (Spandex-)Hose ging, reagierte er mit Unverständnis. Dennoch versuchte er es immer und immer wieder, was, wenig überraschend, auch beim gefühlt zehnten Versuch immer noch nicht klappen wollte.
Der Rest der Band hatten vielleicht auch nicht den besten Tag erwischt, die gesammte Show klang hektisch und die auf der Platte ziemlich eingängigen Songs kamen live
kaum so rüber. Unterm Strich war die PORTAIT Show wahrscheinlich nicht ganz so schlecht, wie ich es hier darstelle, ich schildere nur das, was subjektiv bei mir hängen blieb. Bin mir aber auch sicher, dass sie es besser können, denn eine schlechte Band ist das keinesfalls!!!
RAM stießen an dem Abend in ein ganz anderes Horn. Der Band merkte man, dass sie eine Einheit war. Die Burschen lieferten genau das ab, was so verwöhnte Pinsel
wie ich hören wollen: HEAVY METAL wie er sein muss. Sägende Riffs, kreischende Sänger, stampfende Drums. Oftmals fühlt man sich bei RAM an die frühen Maiden erinnert,
einfach gute Musik im fast richtigen Rahmen. Leider nur fast, denn die Hackerei ist zwar genau der richtige Rauch-Bunker für so ein Konzert, aber es gehören halt auch
ein paar wild umher moshende Läusematten dazu, die zumindest die ersten 3-4 Reihen mit Leben füllen. Die gab es an diesem Abend leider kaum, was einem dann irgendwann
einfach fehlt, egal wie gut die Band abliefert. So ging es zumindest mir.
Aber nochmal: das alles ist Jammern auf hohem Niveau. Der Abend war keineswegs so schlecht, wie er sich hier anhört. Es war ein gutes Konzert von mindestens zwei
geilen Bands in einem geilen Laden mit geilen Leuten. Besser könnte es fast imemr sein, muss es aber gar nicht.Perfektion ist gerade im Heavy Metal eh ziemlich unsexy!
Ein dickes Danke an MO, der die Show an einem kalten Februar-Donnerstag machte, ohne das damit verbundene Risiko zu scheuen.
Grüße bekommen die, an deren Anwesenheit ich mich noch erinnern kann. Der Rest muss leider leer ausgehen.
Best Wishes gehen an meine Homies Lars Attacks und Rough-Boy-Raffke und natürlich an MO, dem ich hoffentlich ein paar Eingebungen für ein paar
neue Vinyl-Releases gab. (TYRANT!!!)

Freitag, 22. Juni 2018

BEGINNER
(10.11.2016, MAIMARKTHALLE MANNHEIM)

Jap, ist definitv schon npaar Tage her. Aber tatsächlich ist dieser verspätete Blog nicht (nur allein) meiner Faulheit geschuldet, sondern auch dem Zustand, dass ich mir die
Show der BEGINNER wirklich und wahrhaftig dreimal gegeben habe. Zuletzt im Mai in Karlsruhe, davor, 2017 in Bochum.
Ursprünglich hatte ich eine Art vergleichenden Blog geplant, aber bei genauerer Betrachtung wäre das Zeit- und Wort-Verschwendung gewesen. Somit erzähle ich nur kurz etwas
über das meiner Meinung nach beste Konzert dieser Trilogie: Mannheim!
Deutscher Rap, ja das ist so ne Sache, da konnte ich noch sie so arg viel mit anfangen, aber BEGINNER sind halt schon ganz coole Typen, die definitv ihren Anteil daran hatten,
dass sich hierzulande eine durchaus respektable HipHop-Bewegung entwickelt hat.
2016 wurde eine große Comeback-Tour angekündigt, natürlich auch mit neuer Platte im Gepäck. Und die hörte selbst ich rauf und runter. Ist alles drauf, von Gängster-Proll bis Oldschool, auch paar
leisere Töne, echt ne gute Scheibe deren Name "Advanced Chemistry" HipHop-Insidern sofort ins Auge springen musste. Dass die BEGINNER ihr Album nach den Heidelberger
(Mit-)Gründervätern des Deutschrap benannt haben, hatten bei der Veröffentlichung sicher dreiviertel der Fans gar nicht gewusst.
Na ja, ist auch nicht weiter verwunderlich, denn mit HipHop-Publikum hat der Großteil der Beginner-Fans ohnenhin nichts mehr zu tun, das sind zu 90% Mainstream-Radio-Hörer.
Aber nur durch solche Leute bekommt man Masse und so kam es, dass an diesem Abend über 12.000(!) Leute in die Maimarkthalle pilgerten. Laut Eißfeldt die größte BEGINNER-Show aller Zeiten!
Es lag bei dieser Location natürlich nahe, dass Torch und Toni L.(die beiden noch aktiven Masterminds von Advanced Chemistry)vom schönen Heidelberg doch mal kurz
in das Dreckloch Mannheim rüber kommen könnten, um den BEGINNERN einen Besuch abzustatten um sich für die Adelung zu bedanken, dass ihr Name das neue Beginner-Album ziert.
Dementsprechende Gerüchte gab es jedenfalls.
Support des Abends war MEGALOH, offengestanden kannte ich bisher nur den Namen des Burschen, normal sind sone Support Rapper eher auf verlorenem Posten. Meistens bekommen die nur ein paar Meter Bühne, stehen vor einem riesigen schwarzen Vorhang und rappen sich oftmlas vergebens nen Wolf ohne wirklich Anerkennung zu bekommen.
MEGALOH aber nutzte die Chance, ich muss gestehen, ich hatte vorher ein komplett anderes Bild von dem. Ich fand den richtig gut, fette Beats und im Gegensatz zu vielen Rappern heutzutage
hat der einen echt ansteckenden Flow. Muss ich mir mal näher anschauen ...
BEGINNER begannen mit ihrer Proll-Hymne "Ahnma", der Sound war bombastisch, die Leute gröhlten und jaulten was das Zeug hielt, Eißfeldt und Denyo, als wären sie Zeit ihres Lebensbr> auf solch großen Bühnen gestanden, pissten Eiswürfel, so cool gingen die nach vorne. Und eines wurde zumindest mir schnell klar: die beiden gehören nicht umsonst zu den größten
Acts Deutschlands, das sind einfach gute Rapper, die den Scheiss auch wirklich Leben und ... natürlich auch die damit verbundene Kohle gerne einstreichen(wer täte das nicht).
Aber verkauft haben sie sich zu keinem Zeitpunkt(sieht man mal von so Aussetzern wie "Schelle" ab, was rein gar nichts mit HipHop zu tun hat und nichts als Fischerei der Massen ist).
Die mächtigen Bässe drückten einem die Songs ohne Gnade in die Gehörgänge, altes und neues Zeugs, ich muss sagen, soviel Power hatte ich nicht erwartet.
Doch wirklich eskalieren sollte es, als circa nach einer Stunde dann tatsächlich ADVANCED CHEMISTRY angekündigt wurden und dann mit ihrem Hit "Wir waren mal Stars" die Halle zum explodieren
brachten. Ich hab die Typen ja früher schon öfter gesehen, immer vor so 100-200 Leuten, doch der Auftritt dieser Urgesteine ließ es mir eiskalt den Rücken runter laufen.
Das war der Hammer und natürlich auch fast ein Heimspiel für Torch und Toni L.
Die Stimmung in der Halle flaute dann auch nicht mehr wirklich ab, außer die BEGINNER streuten mal kurz was ruhigeres rein. Die Show war wirklich DeLuxe und im
Nachhinein (wie oben schon erwähnt) auch das Beste der drei Konzerte; was auch daran liegen mag, dass sich einiges, was während des ersten Konzertes spontan schien,
sich später als kalkulierte Methodik entpuppe und man dadurch einfach nicht mehr so geflasht war.
Der Abend hat wirklich Spaß gemacht, ich will mir aber gar nicht vorstellen, wie so ein Konzert ausarten würde, wenn man das in einem kleinen Club vor 400-500 richtigen
HipHop-Fans machen würde, die komplett am Rad drehen. Aber die Zeiten sind BEGINNER-technisch wohl vorbei.