Freitag, 16. November 2018

MADBALL
(05.08.2018, CAFE CENTRAL WEINHEIM)

Irgendwie hab ich die Mannen um Frontmann Freddy Cricien schon sicher 15-20 Mal live erleben dürfen. Das geht wohl jedem Hardcore-Fan ähnlich, da die New Yorker, genau wie AGNOSTIC, TERROR
oder SICK OF IT ALL einfach scheisse oft auf Tour sind und beinahe jedes Jahr auf vorbei kommen. Und trotzdem geht man immer wieder hin. Und warum? Weil se einfach geil sind und über die Jahre
eigentlich nichts an Qualität eingebüßt haben. Speziell die neue Platte von MADBALL ist ein Kracher und läuft rein wie warme Sahne.
Glücklicherweise bekam ich zum Geburtstag von meinem Mädel auch noch Tickets geschenkt und somit stand einem aufs äußerste schweißtreibender Abend nichts mehr im Wege.
Tagsüber waren es knackige 38 Grad und wer das Cafe Central kennt, der weiß: in Sachen Lüftung könnten sie allerhöchstens bei den Paralympics starten.
Mit von der Partie an diesem Abend waren Mad und Matt oder Pat und Sepp, oder wie auch immer man sie nennen mag. Und beide waren richtig angefixt, derbe das Tanzbein zu schwingen.
Mir war da zunächst aufgrund der Ofen-Hitze nicht unbedingt danach. Die ersten paar Songs sah ich vom Vorraum aus, wobei man da zwar nur etwas auf die Bühne durchspiekeln konnte,
dafür aber ein Mindestmaß von verwertbarem Sauerstoff aus der Luft saugen konnte.
Doch der Sound und die Power, die da aus der Sauna-Hölle heraus quollen waren so mitreissend, dass es mich irgendwann packte und ich mit schäumender Fresse durch die Menge schoss. Innerhalb von
Sekunden war ich klatschnass, ich schlug um mich und genoss das Chaos, bis ... ja bis ich dem Erstickungstod bedenklich nahe kam. Wie ein gelandeter Karpfen rang ich nach Luft, aber irgendwie
bekam ich nur stinkenden Dampf in die Lungen. Es war schier unerträglich und als ich wirklich und wahrhaftig die ersten Sternchen um mich herum tanzen sah, war nach gerade mal 3-4 Song
Schicht in meinem Schacht. Ich musste den Moshpit verlassen. Unglaublich, wie das manche die ganze Show über durchhielten. Waren wohl alles geschulte Sauna-Gänger!
Auch auf der Bühne muss es knallig gewesen sein. Freddy goss sich nach jedem Song eine ganze Flasche Wasser über die Läusematte. Übrigens war diese Show für mich die erste,
die ich ohne Mitts an der Gitarre sah. Obwohl ich dachte, dass das mörder-groovige Gittaren-Spiel von ihm nur schwerlich zu ersetzen sein würde, war der Unterschied zum
neuen Gitarristen kaum wahrnehmbar.Auch der hauchte jedem Mosh-Part das nötige Leben ein.
Und so war es wieder einmal eine klasse MADBALL-Show, die rein gar nichts zu wünschen übrig ließ ... außer vielleicht einer original Kaiser-Klimaanlage, die man an dem Abend tatsächlich
auf Blitzkrieg hätte stellen müssen.

Montag, 20. August 2018

NIK KERSHAW / ROBIN BECK
(28.07.2018, SEEBÜHNE MANNHEIM)

Helden-Alarm in Mannheim!!!
NIK KERSHAW, einer der geilsten Acts aus den 80ern, und dann auch noch auf einer atmosphärisch durchaus ansprechenden Location wie der Seebühne Mannheim.
DAS WAR PFLICHT!
Normalerweise zieht mich ja nicht viel in das Drecksloch Mannheim, aber sieht man mal von den ganzen Waldhof-Baracklern ab, gibt es dort tatsächlich einige gute Clubs die
immer wieder klasse Bands und Künstler an Land ziehen.
In diesem Fall sogar den großen NIK KERSHAW !!!
Sein musikalisches Schaffen geht weit über seine großen Hits hinaus, aber selbst diese sind zeitlos und liebkosen meine Gehörgänge bei jedem Zusammentreffen.
Nicht weniger attraktiv der Support: ROBIN BECK, eine der Grand Dames des Ami-Rocks.
Der Abend hätte kaum besser laufen können, ein lauer Sommerabend, eine wunnderschöne Kulisse mit Bühne im See und eine gut gefüllte Tribüne.
Romantik pur und das im Moloch Mannheim, wo man in manchen Stadtteilen sogar den Müll wegschliessen muss!
Als ROBIN BECK mit ihrer Band die Bühne betrat, war es noch ziemlich hell, eigentlich zu hell für ne gute Open-Air Atmosphäre. Aber das kümmerte die Rock-Röhre wenig.
Der Sound war klasse, hat richtig gut gedrückt, kann mir denken, dass das vielen normaleren Leuten sogar zu laut war. Ohne hin war das für ein NIK KERSHAW Konzert ein überaus
hardrockiger Einstieg, aber ich fands klasse. Vom Look und demm Auftreten her scheint Frau Beck ein wenig in den 90er hängen geblieben zu sein, aber auf alle Fälle noch ein
brandheisser Feger. Mir fiel fast das Handy in den Teich, als ich ihr Alter googelte. Satte und unglaubliche 63(!!!) Lenze hat das gute Stück schon auf dem Buckel.
Unfassbar, die sieht aus wie 40, zumindest auf den ersten Blick.
Mit in ihrem Set dabei waren natürlich ihr größten Hits "First Time first Love" (unvergessen aus der Coca-Cola Werbung),"Tears in the rain" und auch "Save up all your tears",
ein Song, der zwar aus ihrer Feder stammt, den aber CHER weitaus bekannter machte, als sie ihn coverte. Offengestanden finde ich die Version von Cher auch besser,
Robin Beck hat zwar eine fantastische Stimme, aber dieser Song ist CHER einfach auf den Leib geschrieben.
Jedenfalls ne klasse (Hard)Rock Show, hat wirklich Spass gemacht und das neue Album "Love is comming", welches ROBIN BECK gerade heraus gebracht hat, bietet
teilweise echt kernige Rock-Musik, die einem beim Hören viele Dinge mit Sicherheit kurzweiliger macht.
Auf jeden Fall war ROBIN BECK schonmal eine würdige Einleitung für NIK KERSHAW. Dass der Brite kein Freund von pompösen Shows oder extrovertierten Auftritten ist,
ist zumindest den Leuten bekannt, die sich etwas mit seiner musikalischen Karriere befassen. Und diesen Leuten ist ebefalls bewusst, dass NIK KERSHAW in seinen Songs
auch imemr eine gehörige Portion Progressivität hatte, sicher nicht immer jedermanns Sache, aber oftmals auch erfischend, wenn man sich etwas vom schnöden Mainstream
absetzt. Nichtsdestotrotz machte KERSHAW Zeit seines Lebens kommerzielle Musik und kann auch heute noch sicher sehr gut von seinen Hits leben.
Und dementsprechend wurde auch die Setlist gestaltet. Gleich zu Beginn drei Prog-Pop-Hits mit "Dancing Girls", "Don Quixote" und "Human Racing", danach
zwei seiner größten Erfolge mit "The Riddle" und "Wouldn't it be good". Ich hatte Pippi im Schritt!! Speziell letzterer Song war wahrscheinlich das erste Lied, welches mir als gekaufter Tonträger mit Hilfe eines 19 D-Mark Walkmanns die Welt der Musik öffnete. Ich hatte von meinem Vater so nen Sampler auf Kassette bekommen.
Bis dahin kannte ich nur Hörspiele oder Radio. Und auf diesem Sampler waren u.a. eben das oben erwähnte "Wouldn'it be good" oder Depeche Mode's "People are People" enthalten.
Neben KERSHAWs Hits ließ er es sich auch nicht nehmen, dem 2016 verstorbenen David Bowie mit einer Coverversion von "Ashes to Ashes" Tribut zu zollen. Das war großer See-Bühnenzauber!!
Ein weiterer "Ausreisser" der Setlist war Chesney Hawkes Mega Hit "The one and only", den hat Kershaw aberselbst geschrieben. Muss ich gestehen, dass ich das vorher auch nicht wusste. Im übrigen gibt es viele Infos über diesen bodenständigen Briten, die heutzutage kaum einer mehr auf dem Schirm hat.
Beispielsweise stand er 1985 bei Bob Geldof's legendärem LIVE AID Konzert mit auf der Bühne und teilte sich diese u.a. mit Größen wie QUEEN, DIRE STRAITS,
MADONNA, THE WHO, ERIC CLAPTON, PHIL COLLINS, U2, ELTON JOHN oder DAVID BOWIE.
Da kann man sich schon mal vor Stolz ne Locke von der Stirn streichen!!
Dennoch zog er sich danach von der Bühne zurück und legte den Fokus aufs Songwriting und Produzieren für andere Künstler. Also definitv nicht die typische Rampenlicht-Sau!
Aber dennoch meldete er sich 10 Jahre später wieder mit eigenen Alben zurück. Deren Erfolg war nicht annähernd mit dem der 80er Alben vergleichbar, aber es war dennoch über alle Maßen gute Musik dabei. Eines meiner Lieblings-Alben von KERSHAW ist "To Be Frank". Unglücklicherweise spielte er von dieser Platte nicht einen Song.
Ein Beispiel für das ebenso vorhandene Hitpotential der neueren Songs ist "Sky's the Limit" von seinem aktuellsten Album "Ei8ht". Ein absoluter Ohrwurm und komplett radiotauglich. Wird aber denke ich von den Radio-Stationen eher gemieden, lieber 8 Mal Ed Sheeran am Tag damit der Schlitzmob zufrieden ist!
Als Zugaben dieses fantastischen Abends gab es noch "I won't let the Sun go down" und das Cover "Human" (The Killers). Weiß allerdings nicht welchen Bezug er zu dieser letzten Cover-Version hat. Gut wars allemal.
Ein Abend wie er besser nicht hätte sein können. Zugegen waren sicher 700-800 Leute, vielleicht auch mehr, das war auf dieser Bühen schwer zu schätzen, auf jeden Fall ging
kein einziger enttäuscht nach Hause! Ich für meinen Teil hatte jedenfalls noch Stunden danach KERSHAW im Kopf, ein weiterer Held von der Liste abgehakt!

ANTILOPEN GANG
(01.03.2018 SUBSTAGE KARLSRUHE)

Die ANTILOPEN GANG, eine spassige HipHip-Combo, auf die ich tatsächlich auf sehr beschämende Art und Weise aufmerksam wurde: durchs Radio!
Ich hörte irgendwo den "Pizza-Song", fand diesen ganz witzig und checkte die Band mal kurz durch. Gar nicht so uncool diese Rheinländer, und vor allem eigentlich nur vordergründig ne Spass-Band. Schaut man genauer hin sind in vielen Texten auch durchaus respektable Messages versteckt.
Auf jeden Fall leben die ne absolut antifaschistische Einstellung und schon DAS macht sie sympathisch.
Und wenn man bedenkt, dass die Jungs aufgrund des Freitodes eines der Bandmitglieder einen richtig schweren Schicksalsschlag zu verdauen hatten, ist die positive
Aura, die die Band umgibt, umso bemerkenswerter.
Zufälligerweise kamen die Antilopen kurz darauf im Substage vorbei. Ich schätze mal 400-500 Leute kamen an diesem Abend zur Show.
Mit dabei, me an my Mädel!
Was ein lustiger Abend ud was für ein Hitpotential in den Songs, aber eines wird ihnen immer im Wege stehen: die Burschen sahen echt komisch aus, eher wie irgend welche
Leergut-Sammler. War aber nicht schlimm, müssen ja nicht immer sone durchgestylten Ghetto-Imitationen sein, die mehr wert auf ihr Äußeres legen als auf die Musik an sich.
Auch zwischen den Songs blitzte immer wieder das politische Vermächtnis der Antilopen Gang durch, aber zu keinem Zeitpunkt so sehr, dass es nervig geworden wäre.

Freitag, 29. Juni 2018

RAM / PORTRAIT / TRIAL / ROADKILL

Dank Mo's Plattenladen gab es endlich mal wieder ein Underground-Metal-Konzert in Karlsruhe. Dabei sein war sozusagen unumgängliche Pflicht, denn gerade die beiden Hauptbands RAM und PORTRAIT sind zwei rattenscharfe Schweden-Acts, die bereits klasse Alben gemacht haben und das Flair des Oldschool-Metal der 70er und 80er erfolgreich in die heutige Zeit transportieren.
Zu ROADKILL und TRIAL kann ich nix sagen, kenn deren Musik nicht und kam erst in die Hackerei, als die Jungs schon am abschminken waren.
Die Hackerei war zwar gut gefüllt, aber nicht so wie ich es mir gewünscht hätte. Auch waren herzlich wenig Fans der "jungen wilden Garde" am Start. Schade, ein paar mehr
langmähnige und moshwillige Nachwuchs-Kutten (die es zweifellos immernoch oder wieder gibt) hätten der Show sicher gut getan. Schade dafür!
Na ja, so konnte man sich voll auf die Musik konzentrieren, was im Falle von PORTRAIT gar nicht mal so gut war. Von denen hatte ich mehr erwartet. der Sänger verfehlte häufiger wie oft die hohen Töne und war dazu offenbar etwas überheblich. Immer wieder wollte er die Leute zum mitsingen seiner Texte animieren, denn er ging anscheinend davon aus, dass diese jeder Anwesende drauf haben müsse. Als das ein ums andere Mal in die (Spandex-)Hose ging, reagierte er mit Unverständnis. Dennoch versuchte er es immer und immer wieder, was, wenig überraschend, auch beim gefühlt zehnten Versuch immer noch nicht klappen wollte.
Der Rest der Band hatten vielleicht auch nicht den besten Tag erwischt, die gesammte Show klang hektisch und die auf der Platte ziemlich eingängigen Songs kamen live
kaum so rüber. Unterm Strich war die PORTAIT Show wahrscheinlich nicht ganz so schlecht, wie ich es hier darstelle, ich schildere nur das, was subjektiv bei mir hängen blieb. Bin mir aber auch sicher, dass sie es besser können, denn eine schlechte Band ist das keinesfalls!!!
RAM stießen an dem Abend in ein ganz anderes Horn. Der Band merkte man, dass sie eine Einheit war. Die Burschen lieferten genau das ab, was so verwöhnte Pinsel
wie ich hören wollen: HEAVY METAL wie er sein muss. Sägende Riffs, kreischende Sänger, stampfende Drums. Oftmals fühlt man sich bei RAM an die frühen Maiden erinnert,
einfach gute Musik im fast richtigen Rahmen. Leider nur fast, denn die Hackerei ist zwar genau der richtige Rauch-Bunker für so ein Konzert, aber es gehören halt auch
ein paar wild umher moshende Läusematten dazu, die zumindest die ersten 3-4 Reihen mit Leben füllen. Die gab es an diesem Abend leider kaum, was einem dann irgendwann
einfach fehlt, egal wie gut die Band abliefert. So ging es zumindest mir.
Aber nochmal: das alles ist Jammern auf hohem Niveau. Der Abend war keineswegs so schlecht, wie er sich hier anhört. Es war ein gutes Konzert von mindestens zwei
geilen Bands in einem geilen Laden mit geilen Leuten. Besser könnte es fast imemr sein, muss es aber gar nicht.Perfektion ist gerade im Heavy Metal eh ziemlich unsexy!
Ein dickes Danke an MO, der die Show an einem kalten Februar-Donnerstag machte, ohne das damit verbundene Risiko zu scheuen.
Grüße bekommen die, an deren Anwesenheit ich mich noch erinnern kann. Der Rest muss leider leer ausgehen.
Best Wishes gehen an meine Homies Lars Attacks und Rough-Boy-Raffke und natürlich an MO, dem ich hoffentlich ein paar Eingebungen für ein paar
neue Vinyl-Releases gab. (TYRANT!!!)

Freitag, 22. Juni 2018

BEGINNER
(10.11.2016, MAIMARKTHALLE MANNHEIM)

Jap, ist definitv schon npaar Tage her. Aber tatsächlich ist dieser verspätete Blog nicht (nur allein) meiner Faulheit geschuldet, sondern auch dem Zustand, dass ich mir die
Show der BEGINNER wirklich und wahrhaftig dreimal gegeben habe. Zuletzt im Mai in Karlsruhe, davor, 2017 in Bochum.
Ursprünglich hatte ich eine Art vergleichenden Blog geplant, aber bei genauerer Betrachtung wäre das Zeit- und Wort-Verschwendung gewesen. Somit erzähle ich nur kurz etwas
über das meiner Meinung nach beste Konzert dieser Trilogie: Mannheim!
Deutscher Rap, ja das ist so ne Sache, da konnte ich noch sie so arg viel mit anfangen, aber BEGINNER sind halt schon ganz coole Typen, die definitv ihren Anteil daran hatten,
dass sich hierzulande eine durchaus respektable HipHop-Bewegung entwickelt hat.
2016 wurde eine große Comeback-Tour angekündigt, natürlich auch mit neuer Platte im Gepäck. Und die hörte selbst ich rauf und runter. Ist alles drauf, von Gängster-Proll bis Oldschool, auch paar
leisere Töne, echt ne gute Scheibe deren Name "Advanced Chemistry" HipHop-Insidern sofort ins Auge springen musste. Dass die BEGINNER ihr Album nach den Heidelberger
(Mit-)Gründervätern des Deutschrap benannt haben, hatten bei der Veröffentlichung sicher dreiviertel der Fans gar nicht gewusst.
Na ja, ist auch nicht weiter verwunderlich, denn mit HipHop-Publikum hat der Großteil der Beginner-Fans ohnenhin nichts mehr zu tun, das sind zu 90% Mainstream-Radio-Hörer.
Aber nur durch solche Leute bekommt man Masse und so kam es, dass an diesem Abend über 12.000(!) Leute in die Maimarkthalle pilgerten. Laut Eißfeldt die größte BEGINNER-Show aller Zeiten!
Es lag bei dieser Location natürlich nahe, dass Torch und Toni L.(die beiden noch aktiven Masterminds von Advanced Chemistry)vom schönen Heidelberg doch mal kurz
in das Dreckloch Mannheim rüber kommen könnten, um den BEGINNERN einen Besuch abzustatten um sich für die Adelung zu bedanken, dass ihr Name das neue Beginner-Album ziert.
Dementsprechende Gerüchte gab es jedenfalls.
Support des Abends war MEGALOH, offengestanden kannte ich bisher nur den Namen des Burschen, normal sind sone Support Rapper eher auf verlorenem Posten. Meistens bekommen die nur ein paar Meter Bühne, stehen vor einem riesigen schwarzen Vorhang und rappen sich oftmlas vergebens nen Wolf ohne wirklich Anerkennung zu bekommen.
MEGALOH aber nutzte die Chance, ich muss gestehen, ich hatte vorher ein komplett anderes Bild von dem. Ich fand den richtig gut, fette Beats und im Gegensatz zu vielen Rappern heutzutage
hat der einen echt ansteckenden Flow. Muss ich mir mal näher anschauen ...
BEGINNER begannen mit ihrer Proll-Hymne "Ahnma", der Sound war bombastisch, die Leute gröhlten und jaulten was das Zeug hielt, Eißfeldt und Denyo, als wären sie Zeit ihres Lebensbr> auf solch großen Bühnen gestanden, pissten Eiswürfel, so cool gingen die nach vorne. Und eines wurde zumindest mir schnell klar: die beiden gehören nicht umsonst zu den größten
Acts Deutschlands, das sind einfach gute Rapper, die den Scheiss auch wirklich Leben und ... natürlich auch die damit verbundene Kohle gerne einstreichen(wer täte das nicht).
Aber verkauft haben sie sich zu keinem Zeitpunkt(sieht man mal von so Aussetzern wie "Schelle" ab, was rein gar nichts mit HipHop zu tun hat und nichts als Fischerei der Massen ist).
Die mächtigen Bässe drückten einem die Songs ohne Gnade in die Gehörgänge, altes und neues Zeugs, ich muss sagen, soviel Power hatte ich nicht erwartet.
Doch wirklich eskalieren sollte es, als circa nach einer Stunde dann tatsächlich ADVANCED CHEMISTRY angekündigt wurden und dann mit ihrem Hit "Wir waren mal Stars" die Halle zum explodieren
brachten. Ich hab die Typen ja früher schon öfter gesehen, immer vor so 100-200 Leuten, doch der Auftritt dieser Urgesteine ließ es mir eiskalt den Rücken runter laufen.
Das war der Hammer und natürlich auch fast ein Heimspiel für Torch und Toni L.
Die Stimmung in der Halle flaute dann auch nicht mehr wirklich ab, außer die BEGINNER streuten mal kurz was ruhigeres rein. Die Show war wirklich DeLuxe und im
Nachhinein (wie oben schon erwähnt) auch das Beste der drei Konzerte; was auch daran liegen mag, dass sich einiges, was während des ersten Konzertes spontan schien,
sich später als kalkulierte Methodik entpuppe und man dadurch einfach nicht mehr so geflasht war.
Der Abend hat wirklich Spaß gemacht, ich will mir aber gar nicht vorstellen, wie so ein Konzert ausarten würde, wenn man das in einem kleinen Club vor 400-500 richtigen
HipHop-Fans machen würde, die komplett am Rad drehen. Aber die Zeiten sind BEGINNER-technisch wohl vorbei.

Donnerstag, 21. Juni 2018

RYAN McGARVEY
(12.05.2018, LÖWENSAAL BADEN-BADEN)

Das wird ja immer besser.
Erst Danny Bryant, dann Aynsley Lister und dann auch noch RYAN McGARVEY !!
Tatsächlich kann man diese Reihefolge auch mit meiner aufsteigenden Beliebtheitsskala gleichsetzen, denn von den dreien ist mir McGARVEY der Herz-Allerliebste.
Schon sehr früh stand fest, dass mich rein gar nichts davon abhalten konnte, zu diesem Konzert zu gehen.
Nicht mal mein KSC!
Denn an dem Tag sollte das letzte (reguläre)Ligaspiel gegen Jena stattfinden, und da das ein Heimspiel war, konnte ich die Show felsensicher einplanen.
Ich sah ja im Löwen grad knapp zwei Monate zuvor auch Aynsley Lister(letzter Blog), deshalb konnte ich die beiden Shows ganz gut miteinander vergleichen.
Die beiden Typen sind ja vom Musikstil und vom Auftreten schon ähnlich, eigentlich, aber dann doch wieder gar nicht.
Denn genau DAS, was mir bei Lister fehlte, lieferte McGARVEY freihaus und in rauher Menge.
Ungeschliffene Rock-Attitude und Gitarrenpassagen, die einen vom Planenten fegten. Im Gegensatz zu Lister ist McGARVEY eben noch weitaus kantiger und introvertierter.
Er verkörpert viel mehr dieses einsame Rock'n'Roll-Outlaw-Image und ist trotz eingängigsten Bluesrocks um Meilen weiter weg vom glatt geschliffenen Mainstream.
Ähnlich wie Lister verlor auch er nur wenig Worte ans Publikum, aber bei ihm passte das zum Gesamtpaket und wirkte keinesfalls schüchtern. Er versank einfach in seinen
Songs und lad jeden der circa 150 Zuhörer aufs herzlichste ein, mit ihm mit zu kommen. Und viele, wenn nicht sogar alle nahmen diese Einladung an.
Einziger Wermutstropfen des Abends, denn ich bis heute nicht wirklich verstehen kann, ist die Zuschauerzahl. Während bei Lister noch sicher 200-250 Fans den Sall füllten
waren es bei McGarvey leider nur 150, bestensfalls gescgätzte 180 Leute. Der Stimmung allerdings machte das üebrhaupt nichts, denn der Saal wurde mit einem Vorhang etwas verkleinert,
so daß es im Publikum eng und schwitzig genug war. Besonders positiv zu erwähnen ist der hervorragende Sound, der die kleine Halle bis ins letzte Eckchen voll und ganz ausfüllte,
ne gute und kernige Lautstärke hatte und sozusagen das i-Tüpfelchen auf einer perfekten Show war. Ich war restlos bedient und kann auch nur jedem, der auf guten, handgemachten
und ehrlichen Bluesrock steht, empfehlen, sich mal ein Konzert des aus New-Mexico stammenden Musikers aunzuschauen, es wird keiner enttäuscht sein!
Zum Schluss noch ein Tuben-Schmankerl des Abends:

Montag, 18. Juni 2018

AYNSLEY LISTER
(24.02.2018, LÖWENSAAL BADEN-BADEN)

Was für ein Luxus, mal wieder eine internationale Bluesrock-Größe und das wieder sozusagen direkt um die Ecke, im Bluesclub Baden-Baden.
Ich kann gar nicht genug Worte des Lobes finden für das, was die Macher des Bluesclubs da auf die Beine stellen. Klar, ihre Möglichkeiten sind begrenzt, einen Bonamassa
werden sie niemals auf ihre Bühne bekommen können, aber die kleineren Underground-Versionen von ihm schon. Eine davon ist AYNSLEY LISTER. Ein Gitarrist der Spitzenklasse, ein smarter Typ der obendrein auch noch singen kann. In Insider-Kreisen längst kein Geheimtipp mehr. Und obwohl der erst 40 Jahre alte Engländer gerade voll am durchstarten ist, konnten ihn die Herren vom Bluesclub auf ihre Bühne holen. Kein Wunder (oder für Baden-Baden eigentlich doch ein Riesen-Wunder) war der Laden voll. Sicher 200-250 Leuten wollten sich den Burschen ansehen und keiner dürfte es bereut haben. Allerdings wurde schon zu Beginn schnell klar: Lister ist vieles, aber keine Rampen-Sau. Er wirklte eher schüchtern und zurückhaltend, aber vielleicht ich grad das seine Masche. Seine Songs erreichten die Zuhörer von der ersten Sekunde an. Es war gut, aber nicht so gut, dass ich selbst in Ekstase geraten sollte. Daran hinderten mich einige Kleinigkeiten. Für ein Bluesrock-Konzert war mir der Sound und das auftreten zu glatt und zu weich. Das Ganze hatte ganz viel Mainstream und kaum Rotz und Dreck. Lister wirkte wie ein überschliffener Diamant, immernoch noch ein Edelstein von feinster Qualität, aber es wurde zu viele Kanten weggeschliffen, Kanten, die für einen Hochkaräter aber wichtig sind, oder besser gesagt, Kanten, die ich persönlich für solch eine Hochkaräter wichtig finde. Und noch etwas fehlte mir: obgleich Aynsley Lister ein herausragender Gittarist ist, verlor er sich selbst zu selten in seinen Soli. Solche Musik lebt vom virtuosem und oftmals auch zügellosem Spiel, bei denen sich der Solist ein ums andere Mal ins Gitarren-Nirvana abschiesst und dabei einen Strudel verursacht, in den der Zuhörer hinein gezogen wird, ob er das nun will oder nicht! Genau DAS fehlte mir an diesem Abend etwas. Und dennoch war das Konzert mehr als nur gut, es war fantastisch, einen so tollen Künstler auf einer derart kleinen Bühne erleben zu können. Wer weiß, in diesem Genre starten die meisten Musiker ja erst im gehobeneren Alter richtig durch, vielleicht wird Lister (ähnlich wie Bonamassa) irgendwann auch die großen Hallen füllen. Falls das so kommen sollte, bin ich natürlich umso glücklicher, dieses Konzert in diesem Rahmen erlebt zu haben.