Mittwoch, 15. Dezember 2010

BUCHTIP "TIFARE CONTRO"



In Auszügen aus dem italienischen Orginal hatte man schon ab und an von diesem Werk des italienischen Ultras Giovanni Francesio gehört, der im übrigen seinen Verein bzw. seine Gruppe nie öffentlich gemacht hat. Jetzt wurde es endlich übersetzt und ist für wenig Geld zu haben.
Das Buch ist gut und steckt voller Informationen und Anekdoten aus einigen Jahrzehnten der italienschen Ultra-Bewegung. Von vielen einschneidenden Ereignissen hat man als langjähriger Beobachter der dortigen Szenen und Gruppen schon oft gehört, aber hier erfährt man eine Fülle von teilweise erschütternden Details, die mehr als einmal zum Nachdenken anregen.
Das Buch ist aber leider nicht perfekt, muss es ja auch nicht sein. Es gibt den ein oder anderen Kritikpunkt meinerseits, der das Lese-Vergnügen (so man das bei den vielen Tragödien überhaupt so nennen kann) ein wenig trübt. Beispielsweise ist es ziemlich umständlich übersetzt. Oft verirrt man sich in einem der zahllosen Schachtelsätze um sich irgendwann zu fragen, was man eigentlich gerade gelesen hat. Dazu kommen die fast auf jeder Seite vorkommenden Fussnoten, die teilweise die Hälfte der Seite einnehmen. Diese alle zu lesen (und das sollte man, denn es sind viele weiterführende Hintergrund-Infos darin versteckt) kostet sehr viel Zeit und macht den Wiedereinstieg in den ursprünglichen Text etwas mühselig. Auch inhaltlich habe ich etwas auszusetzen.
Ich darf behaupten, die italienischen Gruppen in den 90er Jahren (als sie noch das waren, wofür sie bekannt waren) etwas kennen gelernt zu haben. In diesen Jahren habe ich gut und gerne 60-70 Spiele in fast 40 verschiedenen Stadien gesehen.
Ich habe dabei auch viele Krawalle erleben dürfen, sei es unter rivalisierenden Gruppen oder gegen die Polizei. Was aber am meisten bei mir hängen blieb war die fantastische Stimmung in den autonomen Kurven, die unzähligen Pyro-Shows und die teilweise atemberaubenden Choreographien, die viele deutsche Hopper immer wieder in dieses (damalige) Fussball-Traumland zogen.
Und da liegt auch schon die Kritik an dem Buch. Der Autor bezieht sich fast ausschliesslich auf die Kämpfe und die Strassenschlachten dieser Jahre und reduziert den Begriff ULTRÀ damit auf das, was viele Kritiker und Gutmenschen immer wieder daraus machen wollen. Rowdytum!
Ohne daß ich diese Ausführungen anzweifeln will oder den kausalen Zusammenhang zwischen der langjährigen Gewalt und dem aktuellen Chaos in Italien in Frage stellen will, finde ich es einfach sehr schade, daß so fast nichts Positives erwähnt wird, wofür gerade die großen und von Mentalität nur so strotzenden Szenen bekannt waren und teilweise auch noch sind.
Aber dennoch ist das Buch absolut lesenswert. Es hilft Neueinsteigern zu verstehen, was die Faszination ULTRÀ ausmacht (auch wenn diese wie schon erwähnt weitaus mehr in sich verbirgt, als nur den bloßen Gewaltexzess) und Leuten, die sich schon mehr oder weniger gut mit der Materie auskennen, liefern diese Erzählungen überaus wertvolle und teilweise unerwartete Informationen über die politischen gesellschaftlichen Strukturen des Landes und dem daraus resultierenden Verhältnis der Ultras zur Staatsmacht. Es wird immer wieder klar, wie wichtig die Politik schon seit Beginn der Ultra-Bewegung (Ende der 60er Jahre !!) in den Kurven war und ist.

Sonntag, 12. Dezember 2010

BLOOD FOR BLOOD (09.12.2010 SAARBRÜCKEN)

Die diesjährige Persistence Tour ist sicherlich in der Hauptsache von der Reunion der Hardcore-Legende BLOOD FOR BLOOD geprägt. Auch wenn Kultgittarist Rob Lind (noch) nicht wieder mit von der Partie war (wurde für die Tour durch Biohazards Billy Graziadei vertreten), waren die Jungs aus Massachusetts der heimliche Hauptact der Tour. Auch wenn geile Bands wie Cruel Hand, Casey Jones, die Ur-Thrasher D.R.I. und die New Yorker Sick of it all mit am Start waren, letztere sind schliesslich selbst lebende Legende, war man allerorts fast ausschliesslich auf die Mannen um Mike "Buddha" Medina gespannt. Also auf nach Saarbrücken, im Schlepptau Larso und WS-Jens. Leider machten uns der extrem frühe Beginn der Show und das schlechte Wetter einen kleinen Strich durch die Rechnung. Autobahn-Vollsperrung und ein überfordertes Navi führten dazu, daß wir erst während UNEARTH (mit Evergreen Terrace die diesjährigen 0815-Metalcore Bands, die dieser Tour unnötigerweise immer wieder aufgezwungen werden)eintrafen. Aber die wollte eh keiner wirklich sehen. Danach sollten nun endlich BLOOD FOR BLOOD kommen. Und sie kamen!
Der Laden war voll, viele Skins in den Reihen. Doch war die "Garage" nicht so voll, wie ich es erwartet hätte. Und das war eine von vielen Erwartungen, die an diesem Abend nicht so ganz erfüllt wurden. BFB schossen eine Hymne an der anderen raus, der Mob war gut und ging heftig zur Sache. Aber der wirkliche Funke, welcher ein Konzert zu einem Kammer-Konzert machte, wollte nie so richtig über springen. Gründe hierfür waren wahrscheinlich die Barrikaden vor der Bühne, die den direkten Kontakt zwischen Meute und Band komplett verhinderten und die die Tatsache, daß die Band den Gig relativ lust- und powerlos herunter spielten. Wie gesagt, die Show war gut, besser als Durchschnitt, aber in keinster Weise die psychopathische und in vollkommenem Chaos endende Hardcore-Show, die sich viele, inklusive mir, gewünscht hatten.
In der darauffolgenden Umbau-Pause wurde schnell klar, was jeder Szene-Kenner schon befürchten musste. Die Thrash-Ur-Giganten D.R.I. sollte leider vor fast leerem Saal spielen, denn sicher 75% der Leute gingen entweder ganz oder vertrieben sich die Zeit draußen im Raucherraum oder beim Merchandising. Die Texaner sollten also von den Leuten nicht mal das Mindestmaß an Respekt bekommen, indem man sich die Show wenigstens angeschaut hätte, nein, die Band enterte die Bühne vor gerade mal 70-80 Leuten. DAS war ERBÄRMLICH!
D.R.I. haben soviel mehr verdient, aber hier müssen sich auch die Veranstalter an die Nase fassen, denn dieses Billing war von Beginn an eine Totgeburt. Jedenfalls spielten D.R.I. ihren Gig runter und ein paar Wenige pogten etwas durchs weite Rund und tatsächlich wurden es von Lied zu Lied ein paar mehr, welche den "Pit" aber auch nicht mit der positivsten Betrachtung jemals gut werden liessen. Wäre hier eine gute Meute am Start gewesen, hätten die Ami-Thrasher sicher eine grandiose Show hingelegt, denn das Zeug dazu haben sie zweifelsohne. Aufgrund der Ablehnung der Leute blieb es für das Quartett aber nur bei einer bessere Bandprobe.
Als Headliner sollten danach die allmächtigen SICK OF IT ALL aufspielen und, oh Wunder, die heiligen Hallen von Saarbrücken füllten sich auf einmal wieder mit allerhand Glatzen-Pack, die die Pause offensichtlich genutzt hatten, um etwas Energie zu tanken, denn die Power-Show von SOIA steckte auch den zurückgekehrten Pit sofort wieder an und es wurde eine Hardcore-Hymne nach der anderen frenetisch abgefeiert. SOIA lieferten ein klasse Show ab, wie immer. Es gibt bei den New Yorker eben keine Unbekannte, was aber nicht unbedingt immer positiv zu sehen ist, denn irgendwie sind deren Auftritte zwar immer gut, aber irgendwie auch immer austauschbar was zumindest mir ab und an den Kick verschliesst, den man bei einer enrgiegeladenen Show bekommen sollte. Aber dennoch werden SICK OF IT ALL immer zu den ganz Großen des NYHC zählen.
Aufgrund des Wetters und des relativ langen Rückweges machten wir uns auch schon vor dem Ende des Konzertes auf den Heimweg, da wir auch noch unbedingt was zum beissen auftreiben wollten. Wie das Schicksal so spielt, war im Umkreis nur noch Kentucky Fried Chicken offen (Sorry PETA, war ne Ausnahme). Nun offen ist relativ, man konnte zwar noch rein, aber die waren schon am putzen und die Kassen waren schon dicht, obwohl auf der Ablage noch massig Hühnerteile lagen. Nach einigem Hin und Her und großem Gejammere, bekam jeder von uns dreien sein eigenes Eimerchen voller fett-triefender und höllisch scharfer Köstlichkeiten. Und das fürn nen Fünfer pro Mann! Die Kohle floss mit Sicherheit direkt in den privaten Drogen-Fond des russischen Chefs, doch das war und bumms. Wir saßen auf dem Parkplatz und schoben und ein Teil am anderen rein. Die Panate verteilete sich überall im Auto und dem Geruch nach war meine Karre eine riesige fahrende Friteuse! Und obwohl uns allen schon kotzübel war, wollte keiner so recht als erster aufgeben, dieses ungesunde Zeugs rattenmäßig abzunagen. Erwartunsgemäß verlor der Schmächtigste von uns (Klein-Jenso) denn nur lächerliche drei Teilchen fanden den Weg in seinen Schlund!
Absolut vollgefressen, mit abgeätzten Mundschleimhäuten und mit der Gewissheit, daß die gerade zu uns genommene Mahlzeit noch mindestens ein weiteres Mal brennen würde, machten wir uns auf den langen und einsamen Heimweg.
Ich weiß übrigens von mindestens zwei Dritteln der Besatzung, daß sie in nächster Zeit keinen Arsch-Haar-Frisör mehr brauchen werden, denn der "Output" des nächsten Morgens versengte einem ALLES, was da nur annähernd hätte spriessen können.

hier noch ein Video aus dem Netz:

Freitag, 3. Dezember 2010

NECRO (02.12.2010 STADTMITTE)

Die große Vorfreude, daß der geile New Yorker Rapper NECRO in die Stadtmitte kommen sollte, war schnell etwas verflogen, als wir die Location enterten. Denn gegen neun Uhr waren gerade mal 10-15 Leute da. Jeder, der sich auskennt, weiß, wie zäh und kotzig eigentlich geile Konzerte sind, denen es aber an einer abgeh-freudigen Crowd fehlt. Doch bis zum Konzertbeginn sollten noch ein paar Leute kommen und so wurde der Supergau noch verhindert, denn letztlich waren dann doch 60-70 Leute da, die sogar noch richtig gut abgehen sollten. Vor dem Konzert hatte ich erfahren, daß NECRO nicht durch den normalen Eingang (der durch die Location führt) kommen wollte, sondern irgendwie einen Extra-Eingang wollte. Warum auch immer. Wenn ich sowas höre, hab ich schon fast genug, denn wenn ich eins hasse, dann sone sinnlosen Star-Allüren. Na ja, die Jungs von der Stadtmitte haben dann wohl irgendeinen Notausgang aufgeschlossen und der feine Herr war dann endlich im Haus. Als er und sein Rap-Kumpan Mr.HYDE auf die Bühne kamen, traute ich meinen Augen nicht. Man mußte annehmen, daß NECRO bald seinen Winterschlaf halten wird, denn wie sonst kann man sich DIESE FETTRESERVEN erklären, die der Bursche gegenüber seinen Videos in letzter Zeit fleissig angefressen hat! Mal ehrlich, gegen NECRO wirkt Doug Heffernan wie eine Fahrrad-Speiche!
Anyway, auf Jeden Fall hatten Dick und Doof sofort alles in fester Hand.
NECRO suchte sich gleich einen Handlanger aus dem Publikum raus, der ein Terror-Shirt trug. Diesen "zwang" er, beim nächsten Lied einen Pit zu starten. Und man kann sagen was man will, aber das tat er gut! Schnell pogten ca. 30-40 Leute vor der Bühne herum und haben dem harten Rap der beiden New Yorker ein angemessenen und SO nicht zu erwartenden Rahmen verliehen.
Entgegen seiner anfänglichen Allüren hatte NECRO jetzt absolut keine Berührungsängste mehr, im Gegenteil, er suchte immer wieder den direkten Kontakt zu den Leuten. Ich glaube trotz der wenigen Leute hatten Rapper und Fans beide Spass bei dem Konzert.
NECRO knallte mit seiner Reibeisen-Stimme uhrwerkmässig einen Rap am anderen raus, wobei er in vielen seiner Lieder Themen oder Textzeilen von Metal oder Hardcore-Größen verwendete. Er schafft mit Hilfe seiner musikalsich harten Vergangenheit und seines Rap-Talentes ein überaus interessante und vor allem knallende Mischung aus beidem zu schaffen.
Er nennt es ja sinnigerweise Death Rap. Treffender kann man es wohl nicht ausdrücken.
Nach ca. 45 Minuten war die Show dann aber auch schon zu Ende, weil NECRO angeblich einen Magen-Darm-Virus hatte und höllisch kacken musste (also ich glaub ihm, bei dem Zeugs, was der in sich reinstopfen muss).
Das fanden einige Leute aber nicht so prickelnd und foderten von NECRO lauthals: "PUT YOUR FAT ASS BACK ON STAGE". Keine Ahnung, ob der Spruch mittlerweile bei HipHop Konzerten so Gang und Gebe ist, aber wenn es an DIESEM Abend nicht passte wann dann? Denn olle NECRO hat definitiv einen fatten Ass, wo ihm doch nur noch modische Joggers passen!
Die beiden kamen tatsächlich nochmals raus und zockten noch 2 Hits in den Raum.
Das wars dann aber auch. Alles in allem ein echt gutes Konzert. Und Gott sei dank flogen etwas die Fetzen, eben so wie früher, als Hip-Hop Konzerte noch gute Crowds hatten, nicht so ein Luftnummern-Schaulaufen wie heute, bei denen die einzige Bewegung durch die Arme passiert.
Ach ja, mein Herz hatten die beiden spätestens gewonnen als die Sprache auf den Gig des Vortages kam, der in Stuttgart war.
Mr.Hyde forderte die Leute auf, besser und härter abzugehen, als die Schaben-Meute.
Das unterlegte er während des Liedes mit dem immer wieder kehrenden Schlachtruf: "DESTROY STUTTGART - DESTROY STUTTGART - DESTROY STUTTGART"

War das schööön!!

Dienstag, 30. November 2010

YOUTH BRIGADE ( 29.11.2010 ALTE HACKEREI)

Montag abend Konzerte sind ja in der Regel fürn Arsch, weil das wohl DER Tag ist, an dem Einjeder aufgrund des vergangenen Wochenendes wohl am Bocklosesten ist. Doch es gibt tatsächlich immer wieder Ausnahmen, die einem erfreulicherweise belegen, daß eben die wirklich geilen Bands auch Montags einen Club füllen können.
Und das war die Hackerei dann auch: mehr als gut gefüllt. Aber nicht nur mit Alt-Punks oder in die Jahre gekommenen Rocker, die jahrgangsmäßig eher zu den YOUTH BRIGADES gepasst hätten. Nein, es waren auch echt viele Junge Leute dabei, was nicht zuletzt die Band sehr freute.
Noch kurz ein Wort zur Vorband. LIBERTY MADNESS sind die lebende Ausnahme für den allseits bekannten und für immer gültigen Spruch "AUS STUTTGART KOMMT NUR SCHEISSE".
Die Schwaben-Punks sind phänomenal! Deren Mucke ist dermaßen schnell, daß man meinen könnte, jeder der vier sei in seiner Säuglings-Zeit von Pablo Escobar gepudert worden. Hab die jetzt schon das zweite Mal gesehen, und trotz ihres Hyperantriebs und des wohl dauerhaften Zustandes, total besoffen zu sein, spielen sie ihren Punk genau auf den Punkt. Wenn es keine Schwaben-Pimmel wären, dann könnten die Jungs glatt (auf ihre spezielle Art und Weise) sympathisch sein.
Dann endlich YOUTH BRIGADE. Ruck-di-Zuck wurde klar, daß es im Publikum keine Steh-Veranstaltung geben würde. Sofort flogen mal mehr,mal weniger die Fetzen und man sah sogar einige Kids durch die Lüfte segeln. Die Kalifornier, deren Musik ein immer währender Beweis ihrer Herkunft ist, sind technisch und auch musikalisch nicht weit von Bands wie No Use for a Name oder Lagwagon entfernt.Vielleicht besteht der Unterschied, zwischen diesen Bands und YB auch nur darin, daß die drei Brüder (der Kern der Band) nie auf den Mainstream- "American Pie"-Zug aufgesprungen sind, wie es vielleicht andere teilweise taten (dafür wäre auch der harte Gesang von Marc Stern zu unkonventionell gewesen). Das mag auch der Grund dafür sein, das ein Punk-Greenhorn wie ich erst vor kurzem von dieser geilen Band mitbekommen hat. Bin halt kein gelernter Punkrocker.
Jedenfalls kommen die Amis absolut authentisch und unaffektiert rüber und vermitteln mit ihren teilweise auch selbstreflektierenden Liedern (Kritik an der Scheinheiligkeit und Oberflächlichkeit der Punkbewegung), daß auch auch heute noch etwas zu sagen haben. Und dazu noch sind sie immer wieder im Stande, diese Message in eingängige Mitgröhl-Hymnen zu verpacken. Das ist auch der einzige "Kritikpunkt" am Publikum. Leider blieben geile Singalong-Parts fast ganzlich ungenutzt. Das wäre noch das I-Tüpfelchen gewesen. Aber auch so war es ein mehr als gutes Konzert und absolut wert, sich an diesem Montag abend von der Couch zu schälen. Dem taten es ebenso Larso, Jimbo, Onkel Mad und Georgie Boy (muhahaha, hört sich an wie Alex DeLargens Droogie Boys), die sich hier allesamt gegrüßt fühlen dürfen.
Da es bei so kleinen Konzi immer höllisch schwül ist, habe ich meine Kamera nicht mitgenommen. Nervt eh oft, das Ding mitzuschleppen. Deshalb gibt es keine Pics oder Filmchen.
Damit dem Text aber wenigstens etwas Visuelles zu Gesichte steht, habe ich noch ein schniekes Video der Beverly Hillbillies angehängt.
ENJOY!

Donnerstag, 25. November 2010

MOSER ROCKT 2010 (11.12.2010)


Auch dieses Jahr haben es die Bands wieder in sich,
die beim 5. "MOSER ROCKT" spielen werden.
Für alle Skapunk-Fans konnten wir die SKATSISTERS aus
Pforzheim bekommen, die euch mit chilligen Rhythmen
und sogar einem Akkordeon einheizen werden.
Wir sind stolz euch ebenfalls aus Pforzheim die Ur-Gesteins-Punkrocker THE LENNONS präsentieren zu dürfen, deren skurrile und abgefahrene Bühnenshows seit fast 30 Jahren weit über den regionalen Raum hinaus bekannt geworden sind. Als dritte Band werden DOGGIRL aus Heidelberg mit ihrem dreckigen Rock'n'Roll einge Ärsche kicken. Es ist also mal wieder für jeden was dabei.
Checkt die Bands hier:
SKATSISTERS
DOGGIRL
THE LENNONS

Leider müssen wir beim diessjährigen MOSER ROCKT schon wieder einem weiteren Menschen aus unserer Mitte gedenken. Wir werden Matthias "Melon'" Hauser, der ja wie viele wissen, in diesem Jahr auf tragische Weise ums Leben kam, nicht nur an diesem Abend, ein ehrwürdiges Andenken bereiten, so wie wir es mit allen unseren Freunden machen, die uns viel zu früh genommen wurden. Weitere Infos über unsere Freunde, die Sache an sich und über die bisherigen Konzerte findet ihr hier:


***MOSER***WILLI***MELON***
IHR WERDET NIEMALS VERGESSEN

Dienstag, 23. November 2010

YOU'LL NEVER WALK ALONE ...

Wer kennt sie nicht, DIE vermeintliche Fussball-Hymne die in fast jedem Stadion Europas schon einmal gespielt wurde oder gar mittlerweile fester Bestandteil vieler "Fankulturen" ist.
Ich persönlich hasse es, dieses Lied zu hören. Denn in keinem Stadion der Welt hat dieses Lied etwas zu suchen, außer bei dem Verein, bei dem alles begann. Dem FC Liverpool.
Als damals Gerry & the Pacemakers (natürlich auch aus Liverpool) dieses Lied 1963 veröffentlichten (den Song gab es übrigens schon lange vorher und er wurde bis heute zig Mal gecovert, sogar von olle Elvis) avancierte er schnell zum überregionalen Hit und wurde auch bei spielen von 'Pool gespielt. Einmal fiel wohl die Anlage aus und somit wurde es von dem altehrwürdigen Kop einfach selbst gesungen. Und DAS ist bis heute so geblieben. Nicht umsonst ziert dieser Spruch das Eingangstor der geschichtsträchtigen Anfield Road.

Doch selbst in Liverpool ist es längst nicht mehr das, was es einmal war. Ich selbst durfte (musste) dies vor ein paar Jahren bei einem Europa-Pokal Spiel von den Reds gegen Steaua Bukarest erleben. Zugegeben, das Spiel war schon von der Paarung her kein Überhammer, aber als dann zu Beginn aus den Boxen dieser Song überlaut eingespielt wurde, konnten sich längst nicht alle Besucher des (neuen, sicherern und weitaus emotionsärmeren) Kops dazu hinreissen lassen, ihre Hymne mitzusingen. Geschweige denn, daß sie dies ohne Beschallung vollbracht hätten. Das glich mehr einem inszinierten Möchtegern-Mythos und war einfach nur enttäuschend. Mag sein, daß es beim Merseyside-Derby gegen Everton oder gegen den alten Rivalen ManU weitaus stimmungsvoller und inbrünstiger gesungen wird, aber dennoch ist es, wie vieles andere in Liverpool auch, nicht mehr das, was es mal war.
Und dennoch hat es nur in Liverpool seine Daseins-Berechtigung. Nicht bei Celtic (wenn überhaupt, dann noch dort, wo sich doch manche Geister streiten, wo es zuerst gesungen wurde, bei Celtic oder Pool, aber eigentlich weiß es JEDER, daß es nur Liverpool gehört), nicht bei Rapid Wien, nicht bei St.Pauli und schon gar nicht in Lachnummer-Kurven wie Kaiserslautern, Wolfsburg oder Mainz. Diese Liste könnte man noch beliebig fortsetzen, auch in unserem Wildpark musste man dieses Lied schon ertragen, und wie überall, haben Horden von Flachzangen mitgesungen, sich in dem Gedanken sicher, in diesem Moment DER Fussball-Supporter schlechthin zu sein und gerade ein Stück Fussball-Kultur zu zelebrieren. Was für ein Trugschluss.
Dieses Lied ist meiner (unbedeutenden Meinung nach) außerhalb der Anfield-Road ( es sei denn, die Reds sind natürlich "away") ein absolutes No-Go, dessen Abspielung nur noch von geistlosen Kommentatoren getoppt wird, die so das als "Gänsehaut"-Atmosphäre bezeichnen.
Da kommt mir regelmäßig der Wurstbrei hoch!
Und wenn man dieses Lied mal wörtlich nimmt, und auf 90% der Kurvenbesucher bezieht, wird es umso lächerlicher. "You`ll never walk alone - Du läufst niemals allein". Das ich nicht lache! Als gäben die meisten Leute im Stadion irgendwas auf einen, der drei Stufen entfernt steht, oder gar einen, der gerade wiedermal ein Fackel gezündet oder mit einer Fahne die Sicht eines Genervten genommen hat.
Die meisten Leute im Stadion reduzieren doch ihren Besuch lediglich auf die 90 Minuten auf dem Platz und haben um sich herum eher wenig Kontakt zu Leuten, mit denen sie ihre "Liebe" teilen.
Und wenn draußen einer der "Ihren" von gegnerischen Fans oder den Bullen vermöbelt wird schaut man weg und macht, daß man nach Hause kommt oder schaut sich das Ganze mit einem Fretchen-Grinsen aus sicherer Entferung an. SO ist doch der Hauptteil der Fussball-Fans.
Aber bei "You'll never walk alone" immer schön mit johlen!!
Vielleicht frägt sich der ein oder andere, wie ich auf dieses Thema gekommen bin. Nun, ich lese gerade ein überaus interessantes Buch namens "Tifare contro", in der Geschichten der italienischen (und europäischen Ultras/Fans) erzählt werden. Und trotz meiner Abneigung zu dem besagten Lied bin ich dort auf eine Textstelle gestoßen, die mir und meiner Meinung eine Ausnahme erlaubt.
Es war im Jahre 1989. Die Blut der Toten von Sheffield war noch nicht getrocknet, als Real Madrid im Halbfinale des Landesmeistercups beim AC Mailand spielte. Es gab zu Ehren der 96 auf tragische Weise ums Leben gekommene Liverpool-Fans in ganz Europa Schweige-Minuten, natürlich auch bei diesem Spiel.
Und so geschah es, daß bei der Schweigeminute im San Siro einer der Milan-Capos die Stille durchbrach und jenes Lied anstimmte, für welches Liverpool bekannt war:

Walk on, through the wind
Walk on, through the rain
Though your dreams be tossed and blown
Walk on, walk on, with hope in your heart
And you'll never walk alone
You'll never walk alone


Natürlich stimmte die ganze Kurve mit ein. Das muss ein unglaublicher Moment gewesen sein.
DAS ist für mich nun wirkliche eine Ausnahme.
Mein Fazit lautet also: wo "You'll never walk alone" draufsteht, muss zwingenderweise auch "Liverpool" drin sein. Im übrigen habe ich gegen diesen Song (wie fälschlicherweise oben erwähnt) natürlich keine grundlegende Abneigung. Ich finde ihn wunderschön und zeitlos, aber eben nur, solange er aus den Kehlen der Reds kommt!
Und zum Schluss noch eine kleine Hommage an den alten und längst "verstorbenen" Kop of Liverpool. Dieses Video zeigt alles, wofür er bekannt wurde, und das sogar, ohne YNWA zu beinhalten.

Freitag, 19. November 2010

PLAN B. (18.11.2010 KÖLN)

Das Konzert war ein Geburtstagsgeschenk für mein Mädel und ich war eigentlich nur als "Beistand" eingeplant, da PLAN B. nicht so unbedingt meinen Musik-Geschmak trifft.
Dank Navi (wie zum Teufel haben wir früher nur solche Clubs gefunden) verlief die Anfahrt völlig schmerzfrei und wir waren pünktlich im Laden (Essigfabrik). Dort waren an jeder Ecke Fernseh-Kameras vom WDR aufgebaut und auf der Bühne leuchtete der allseits bekannte Schriftzug"Rockpalast", welcher dieses Konzert wohl ausstrahlen sollte. Ok, war auch mal was anderes.
Der Laden war gut voll, ich schätze so 800-1000 Leute, und "Vorband" von Plan B. war ein Typ namens FAITH SFX, der es sich auf die Fahne geschrieben hat, das ursprüngliche HipHop-Beat-Boxing dermaßen in die Perfektion zu treiben, daß es schon fast einer genialen Vergewaltigung dieses "Handwerks" gleich kommt. Der Engländer war der Oberhammer, stand da mit seinem 60er-Jahre Anzug auf der Bühne und beat-boxte die unglaublichsten Dinger daher. Er hatte die ganze Bandbreite drauf, seien es diverse und übelst geile Beats, Instrumente wie Geige, Trompete oder Gitarre oder hyperschnelles Scratching. Er konnte mit seinem Mund-Innereien wirklich ALLES simulieren.
Und manchmal sogar GLEICHZEITIG! Das heißt, ein fetter Beat, Scratching, Samples UND Gesang! Er machte aber nicht vor diversen Techno-Club-Hymnen halt. Und mit diesem schier unendlich großen Repertoire hatte er die Leute sehr schnell auf eine Begeisterungs-Welle katapultiert. Der Mann macht kein Beat-Box, der IST eine menschgewordene MUSIC-BOX!!
Hier ein Video von ihm (hab von Köln noch keines gefunden)



Danach entere PLAN B. die Bühne. Seine Band sah irgendwie aus, wie die Housemartins auf LSD.
Sie sollten sich im Laufe des Konzertes aber allesamt als überaus geniale Musiker herausstellen.
Mir war schnell klar, warum PLAN B. so einen Erfolg hat. Als die Band in die Vollen ging, war man mehr als einmal an den wegweisenden Soul-Sound von Motown-Bands wie den Supremes, den Commodores oder den Temptations erinnert. Dazu noch ne gehörige Packung Reggae-Sound gepaart mit der rapenden Vergangenheit des Sängers und voilà: ein Erfolgsrezept ist geboren, welches sogar Nicht-Fans wie mich durchaus ansprach. Unterstützt wurde dieser "Motown-Effekt" natürlich noch von 2 fetten, schwammigen Matronen, die der Show als stimmgewaltige Background-Sängerinnen dienten.
Die Leuten im Publikum, unter denen einige Insel-Affen weilten (die im übrigen KEINE Gelegenheit ausliessen, um relativ provokant auf ihre Herkunft hinzuweisen) gingen super ab, speziell bei den etwas schnelleren Nummern. Frontman und Mastermind Ben Drew, der im übrigen ein wirklich guter Sänger ist, hatte sichtlich Spass auf der Bühne, auch wenn man ihm immer eine gewisse Grund-Arroganz anmerkte. Ob diese nur gespielt war, oder seiner englischen Herkunft geschuldet ist, lasse ich jetzt mal dahin gestellt.
Nach einer guten Stunde war das Konzert auch schon vorbei, denn die Band hat eben einfach noch nicht genügend Songs, um einen ganzen Showabend zu füllen.
Doch als Zugabe, die auch vehement gefordert wurde, spielten die Jungs ein paar Schmuckstücke der Soul-Geschichte (für mich der Höhepunkt).
Es wurden u.A. Smokey Robinsons "Tracks of my tears" (aus Platoon), die beiden Bill Withers-Hits "Lean on me" und "Aint no sunshine" und Ben E. Kings "Stand by me"performed, alles natürlich mit der Note von PLAN B. und mit psychopathischen Beats und Geräuschen vom Opener Faith SFX untermalt, der dazu nochmals auf die Bühne kam.
Wirklich eine tolle Show, von der ich nicht annähernd soviel erwartet hatte.
Ich bin jetzt zwar definitiv nicht über nacht PLAN B. Fan geworden, doch wenn mir mal ne Platte von den Tommys günstig über den Weg läuft, werd ich da wohl zuschlagen.
Hier noch der Link zur Rockpalast-Seite, da ist auch ein Video dabei
!!!!ROCKPALAST!!!!

Montag, 15. November 2010

WHERE THE STREETS HAVE NO NAME

Nein, hier ist nicht Belfast die Rede. Nein, mit nichten. Es geht hier um einen Ort, der sich kaum mehr von der Hauptstadt Nordirlands unterscheiden könnte.
Der Text handelt von der Nordsee-Insel Baltrum, welche von mir auserkoren wurde, meiner Freundin und mir ein paar Tage der perfekten Erholung zu bereiten.
Auf dieser Insel haben die paar Strassen, die es gibt, tatsächlich keine Namen. Die braucht man hier nicht. Und Hausnummern werden auch völlig unorthodox vergeben. Nicht die Reihenfolge an der Strasse entscheidet darüber, sondern, wann das Haus erbaut wurde. An jedem Ort, der mehr als 300 Häuser hat, würde dies sicher zum totalen Chaos führen, aber nicht auf Baltrum.
Dieser Zustand ist unter anderem dafür verantwortlich, welche Gelassenheit auf dieser Insel allgegenwärtig ist.
Und genau das, was wir uns erhofften, sollten wir auf dem sogenannten "Dornröschen der Nordsee" auch finden:
Ruhe, Abgeschiedenheit und das stürmische Herbstwetter der Nordsee.
Auf der kleinen und autofreien Insel, auf der momentan ca. 200 Leute leben, kann man zumindest um diese Jahreszeit so gut wie nichts tun, was nicht irgendwie mit Natur, Meer, Wind oder Gezeiten zu tun hat.
Wenn man durch das Hauptdorf der Insel läuft, welches einen eher wie die Lego-Stadt eines Sechsjährigen vorkommt (so absurd nahe liegt alles beisammen), trifft man zu dieser Jahreszeit nur ab und an einen Insulaner, Touris sind sogar noch seltener. Und an den rund 10 Kilometern Sandstrand oder den einsamen Dünenlandschaften trifft man sogar noch weniger Menschen. Einfach herrlich! Im Übrigen sind die wahren Herrscher der Insel eher die schier Unzähligen Hasen und Fasane, die sich nicht nur überall in den Dünen zeigen, sondern auch das Dorf samt seiner Gärten bevölkern.
Und somit zieht einen dieses Refugium der Ruhe unmittelbar mit dem Verlassen der Fähre automatisch in seinen melancholischen Bann, sofern man auf der Suche nach so etwas war.
Für viele mögen diese Einöde, die Stürme, das ständig wechselnde Wetter und der permantente, alles durchdringende und von salziger Luft geschwängerte Wind nicht das Richtige sein. Für uns war es das und wird es mit Sicherheit auch wieder sein.

Hier natürlich noch einige Insel-Impressionen!





















Dienstag, 9. November 2010

HEUTE BEIM ZOLL ...

Ich habe mir vor 2 Wochen diesen traumhaften Schuh in den vereintigen Staaten bestellt, da dieser Augenschmaus in Gummi und Leder in unseren Landen nirgends mehr zu bekommen ist.

Natürlich dachte ich, ich bin schlau und relativiere die Shipping-Kosten damit, daß ich von diesem Shop noch 2 Adidas-Jacken mit bestellte.
Erwartungsgemäß durfte ich heute beim Zoll antanzen, da meine "heisse" Ware mittlerweile angekommen war und dort zur Abholung bereit lag.
Die Dialoge, die sich aber an diesem Mittag ereigneten, die im übrigen der WAHRHEIT entsprechen, sind es aber einfach wert, nieder geschrieben zu werden, denn DAMIT hatte ich nicht gerechnet.
In dem Zollamt waren drei Personen mehr oder weniger beschäftigt. 2 Damen, von denen zumindest eine ein vollkommen geschlechtsloses Wesen war, welches diesen Eindruck durch Igelfrisur und Nickelbrille noch unterstützte.
Daneben stand noch so ein Handlanger, der sich glücklicherweise als Erster meiner annahm.
ICH: Guten Tag
Handlanger: Guten Tag
ICH: Ich hatte diesen Bescheid in der Post, daß ich hier mein Paket abholen kann.
Handlanger (aus dem stehenden Tiefschlaf gerissen): Da muss ich erst nachsehen
ICH: OK
Handlanger: So, da haben wir es, es ist voller Öl, aber das waren wir nicht!
ICH: Woher kommt das Paket? Etwa aus dem Jemen? (witzig gemeint!)
Handlanger (mit großen Augen): Aha, dann machen bitte SIE das Paket auf.
ICH: Keine Angst, war nur ein Scherz, das Paket kommt aus den USA
Handlanger: Das werden wir gleich sehen
ICH (öffne das Paket und zeige ihm die Schuhe und die Jacken): bitte schön, keine Bombe!
Handlanger (ernst): Das wollen wir erstmal sehen ...
Nachdem selbst er bermerkt hat, daß hier nix in die Luft gehen kann, gab er diesen Vorfall an seine androgyne Kollegin (ich nenne sie mal Frau Himmler) weiter.
ICH: Guten Tag
Frau Himmler: Guten Tag
ICH: hier meine Sachen
FRau Himmler: OK ... aus was sind die Schuhe ?
ICH: Ähhhh ... bitte?
Frau Himmler: Aus was sind die Schuhe???
ICH: Woher soll ich das wissen!
Frau Himmler: Leder oder Kunstleder
ICH: Keine Ahnung, was macht das für einen Unterschied?
Frau Himmler: Leder kostet mehr Zoll
ICH: Dann ist es Kunstleder
Frau Himmler: OK
Frau Himmler: Wofür brauchen sie die Schuhe?
ICH: Wie .. wofür?
Frau Himmler: Für welchen Sport?
ICH: Welcher kostet am wenigsten Zoll?
Frau Himmler (lächelt verschmitzt): muss ich nachschauen
ICH: OK
Frau Himmler wälzt einige dicke Bücher, riecht mehrmals an den Schuhen und ist mit dieser Aufgabe vollstens ausgelastet. Sogar ihre etwas weiblichere Kollegin wird in diese "harte" Nuss miteinbezogen.
Frau "Weiblicher": Für welchen Sport brauchen sie die Schuhe nochmal?
ICH: DAS WEISS ICH NOCH NICHT !!
Frau "Weiblicher": OK
Frau Himmler: OK
Abgang Frau "Weiblicher" Kulisse rechts
Frau Himmler: Aus was sind die Trainings-Jacken?
ICH: Auch das weiß ich nicht!
Frau Himmler: Hmmm, in meinem Buch steht nur was von kompletten Trainings-Anzügen.
ICH: Aha
Frau Himmler: Sind da keine Hosen dabei?
ICH: wie sie sehen können ... NEIN!
Frau Himmler: Hmmmm.... OK
ICH: OK
Frau Himmler,deren Wangen immer röter werden, riecht nun abwechselnd an den Schuhen und an den Jacken(!), dazwischen wälzt sie ihre Bücher und Zoll-Tabellen.
Frau Himmler: OK .. so gehts!
ICH: Oh.. gut.
Frau Himmler fängt an, wie ein Geier-Küken Zahlen in eine Rechen-Maschine einzuhacken.
Frau Himmler: Macht 62,85 Euro
ICH: Oh..ganz schön viel.
Frau Himmler: Im Bahnhof gegenüber ist ein Geldautomat
ICH: Ah... gut. Aber ich hab das Geld dabei
Frau Himmler: Ach so
Nachdem ich die Scheisse widerwillig gezahlt habe...
ICH: Tschüss
Frau Himmler: Tschüss
Handlanger (schläft wieder stehend): ....

DILETANTEN OLÉ !!! Gott sei dank läßt sich der Staat bei der Ausbildung seiner Zoll-Beamten in keinster Weise lumpen!!

Montag, 1. November 2010

KRS-ONE (28.10.2010 LAITERIE)

KRS-One ist definitiv eine Legende des Hip-Hop und gehört zu den Rappern, die bereits seit mehr als 20 (!) Jahren den Style und die Entwicklung des Raps mitgeprägt haben. Obwohl der "Teacher" (wie er auch genannt wird) bereits stolze 45 Lenze auf dem Buckel hat, ist er noch lange nicht müde und, wie er an diesem Abend eindrucksvoll beweisen sollte, hat er noch massig Tinte auf dem Füller. Doch zunächst zu seinem Support, der vor einer spärlich gefüllten Laiterie begann. Es war ein Typ namens ODDATEEE, der von der Erscheinung her eigentlich mehr einem nassen Waschlappen glich, als einem harten Rapper aus der Bronx. Diese Wurst, die keine Gelegenheit ausliess, um jedem klar zu machen wie hart er sei und daß ER und SEINE Bronx ja die Geburtsstätte des wahren Hip-Hop waren, hatte aber irgendwie wohl seine Skills zu Hause vergessen, denn alles was er da von sich blubberte, war in erschreckendem Maße mittelmäßig. Zunächst mal war er sein eigener DJ, mit drei Turntables im Schlepptau, hatte aber irgendwie nix besseres zu tun, wie in seine Platten reinzubeissen oder sie abzulecken (!). Wer ein versiertes Scratching erwartete, dürfte enttäuscht worden sein. Seine ebenfalls mittelmäßigen Beats kamen leider allesamt vom Computer, und seine dazugehörigen Raps wurden von zahllosen Faxen und Grimassen ein ums andere Mal ins Lächerliche gezogen, und das, obwohl er doch so hart war und immerhin aus der Bronx kam. Ein paar wenige Alles-Verwerter gingen sogar auf diese Immitation von einem Rapper ab, was aus dem Ganzen Auftritt nicht einen totalen Ausfall machen sollte. Zugegeben, mit der Zeit kamen sogar ein paar Sachen aus seinem Mund, die ganz ok, waren, aber da war der Zug für mich schon abgefahren. Einzig coole Aktion dieses Clowns war, daß er manchmal ins Publikum ging, und Leute, die auf den erhöhten Stufen saßen, doch recht harsch dazu bewegen wollte, aufzustehen und mitzumachen. Das wars dann aber schon. Jetzt war jeder gespannt auf den Teacher und die Laiterie füllte sich langsam bis unters Dach. In der Umbau-Pause, ließ der DJ von KRS-One einige Hits vom Stapel und im Publikum meinten schon einige, den B-Boy heraus hängen zu müssen. Ich strafte diese Leute mit Verachtung und Hohn, doch diese Arroganz sollte mir nachher wie eine Nachgeburt im Hals stecken bleiben. Doch dazu komme ich später. KRS-One kam auf die Bühne und eine PERFEKTE Oldschool Show war eröffnet. Der New Yorker zog alle Register, spielte Hits und einige weniger bekannte Lieder, er unterhielt sich mit den Leute auf eine absolut geile Freestyle-Weise und die Meute dankte es ihm, indem sie hervorragend mitzog. Leider haben wir nicht mehr die 90er, als man bei Rap-Konzerten noch das ganze Konzert über herum hüpfte und manchmal sogar pogte. Diese Zeiten sind, warum auch immer, leider vorbei. Hüpfen und richtig abgehen ist heutzutage eher selten, und dennoch war die ganze Laiterie am kochen. Der Höhepunkt des Abends war die Aufforderung von KRS, daß doch jeder auf die Bühne kommen solle, der Hip-Hop Tänzer sei. Zu meinem Erstaunen waren sofort ca. 15-20 Leute am Start, die nach und nach ALLE ihre Kunst zu Besten gaben. Und was waren da für coole Jungs (und ein Mädel) dabei!!! Asche auf mein Haupt! Aber eigentlich hätte ich es auch wissen müssen, denn Strasbourg hatte schon immer gute Hip-Hop Leute. Abräumer diese Tanz-Einlage war ein kleiner dicker Typ mit Halb-Glatze. Er sah eher aus wie der marokkanische Ausgabe eines Ewoks, aber er erntete mit seinem Break-Dane wahre Begeisterungs-Stürme (siehe Video 2). Übrigens hatte KRS-One an diesem Abend noch einen anderen Rapper am Start. Ein Typ namens SUPERNATURAL verhalf dem Hauptdarsteller durch seine Einlagen die ein oder andere Verschnauf-Pause und gab dem Ganzen immer wieder einen gewissen Ragga/Dancehall-Style. Passte gut zu KRS, denn der kann diese Einflüsse in seiner Musik auch nicht leugnen. Dieser Supernatural war aber anscheinend auch Mitglied in der New Yorker Ethik-Kommission für Gutmenschen, den bei JEDER Sache, die ihm irgendwie missfiel, unterbrach er das Konzert und schimpfte irgendjemanden aus. Beispielsweise knöpfte er sich einen Typen vor, der einen Rollstuhl-Fahrer, der in der ersten (!!!) Reihe stand, anrempelte. Vielleicht wollte er ihn animieren, mit zuhüpfen!! Leider wurde aber die Frage verpasst, was denn dieser Rolli auch in der ersten Reihe eines Rap-Konzertes zu suchen hat? Nennt mich Behinderten-feindlich (was ich definitiv nicht bin), aber ein Rollstuhl hat in einem proppevollen Saal nichts zu suchen, das ist gefährlich für den, der drin sitzt und auch für die Leute drum herum. Ein zweiter Typ wurde etwas später zur Sau gemacht, weil er angeblich eine Frau geschlagen hatte. Nun, beide Delinquenten wurden äußerst rüde von 2 Roadies (keine Securities) AUF die Bühne gezogen und Backstage "entsorgt", warum auch immer!! Übrigens wurde der Rolli-Fahrer samt seines elektrischen Feuerstuhls nach dem Zwischenfall auf die Bühne gehievt und konnte den des Rest des Konzertes von dort aus betrachten. DAS machte Sinn! Anbei noch zwei Videos von mir, Sound ist sicherlich miserabel, aber man bekommt etwas vom Flair des Abends mit. Echt eine klasse Konzert!!

Freitag, 22. Oktober 2010

TRAPPED UNDER ICE / BANE (22.10.2010 STADTMITTE)

Laut dem Titel dieses Blogs bezieht sich derselbe auch nur auf diese 2 Bänds, denn aufgrund der Tatsache, daß ich an dem Abend Spätschicht arbeiten mußte, verpasste ich leider die drei vorigen Bänds und kann deshalb nix drüber erzählen. Schade, denn ALPHA & OMEGA hätt ich schon verdammt gerne gesehen.
Anyway, in der Stadtmitte angekommen (war grad Pause vor TUI) habe ich auch gleich ne Menge Kumpels getroffen. Sogar mein Ex-Tätowierer, den ich sicher seit 6 Jahren nicht gesehen hatte, war an dem Abend am Start.
Der Laden war gut voll, aber nicht ausverkauft.
Dann kamen TRAPPED UNDER ICE auf die Bühne und es ging gleich richtig schön dagegen.
Die Leute, im übrigen erfreulich viele "REAL KIDS", waren sofort präsent und jeder Singalong machte seinem Namen alle Ehre. TUI sind aber auch geil uns treffen total den Zahn der Zeit.
Ungebändigte HC-Power gepaart mit teilweise schon rap-mäßigen Gesang, dazu durchtrainierte
Jungs, die einen Großteil des Gigs in der Luft verbrachten. That's it Baby!
Mal vom relativ dürftigen Sound abgesehen (der Gesang ging ziemlich unter) war es eine klasse Show, nur die Meute ließ mit fortlaufendem Konzert etwas nach. Da hatte ich mir mehr Extase erhofft. Aber TUI sind definitiv ein junger und vielversprechender Stern am Hardcore-Himmel.
Übrigens kann man über die Grunge-Matte des Sängers streiten, aber egal, ob sie einem gefällt oder nicht: die Tatsache, daß er nach dem Konzert beim Merch-Stand mit dem ebenfalls bemähnten A&O Sänger den Haarspliss verglich, war schon mehr als merkwürdig.
Hätte eher in eine Gliss Kur Werbung gepasst!
Dann kamen BANE raus und von denen hatte ich mir eine Menge erwartet.
Vor zwei Jahren hatte ich die ja in NYC gesehen (ich weiß, ich Poser:-), und da hatten sie als Vorband von SOIA komplett abgeräumt und den Saal zum bersten gebracht.
DAS sollte heute nicht ganz so wild werden. BANE sind eine klasse Bänd, aber so ne richtig durchgehend verrückte Stimmung wollte an dem Abend nicht aufkommen. Es wurde immer nur phasenweise gut. Ob es jetzt an den Leuten selbst oder an den elastischen Tanzeinlagen des Sängers lag, kann ich schlecht beurteilen. Woran es aber definitiv lag, war die Songauswahl, denn es wurden auch einige neue Stücke zum Besten gegeben, die aber allesamt relativ schwerfälliges Material waren und es in einigen Stücken (neuen und alten) doch zu einigen Leerlauf-Passagen kam, die die vielleicht aufkommende Stimmung wieder im Keim erstickte. Aber BANE ziehen seit jeher ihr Ding durch und sind unterm Strich ein echte und ehrliche Hardcore-Band, die auf jeden Fall ein Statement hat.
Und das OBWOHL der Sänger ein Mütze von Ralph Lauren anhatte!! DAS ging nun gar nicht!
Die Steigerung davon wäre Ghandi gewesen, der einen Wegwerf-Slip aus Nerz getragen hätte!
So long, my friends!

Mittwoch, 13. Oktober 2010

DIE NEUE TERROR

WAS FÜR EIN MÖRDER BRETT !!

Ich habe diese Heißeste aller kürzlich erschienenen Platten schon ne Weile zu Hause und sicher schon 30 Mal gehört! Der Grund dafür ist einfach: Sie ist gnadenloses STÄNDER-MATERIAL!!
Mein Kumpel Larso hatten schon recht, als er mich damals täglich darauf hinwies, diesen Output unbedingt haben zu müssen, bevor er dann letztlich vor drei Wochen in meinem Regal stand.
Wer TERROR kennt, weiß, daß die Jungs aus der Stadt der Engel eigentlich nie enttäuschen, sei es mit ihren brachialen Live-Shows noch mit ihren Platten. TERROR ist eine Bank, der man beruhigt und immer vertrauen kann.
Doch mit "KEEPERS OF THE FAITH" (was ein geiler Titel) ist ihnen etwas ganz Besonderes gelungen, was ich in der Form noch nicht oft erlebt habe.
Sie haben es geschafft, die perfekte Mischung aus Hardcore mit Oldschool-Metal und Bay-Area Thrash zu kreieren. OHNE dabei jemals den Pfad einer ehrlichen Hardcore-Band zu verlassen.
Sie schaffen sogar den Spagat, in einigen Songs grandiose Gitarren-Soli einzubauen, die sogar Randy Rhoads alle Ehre gemacht hätten. Man hört meiner Meinung nach auch heraus, wie monumental lange Terror bereits durch die Gegend touren und wieviele Einflüsse sie mittlerweile in ihre Musik hineinbringen. Ich glaube, die sind wirklich nur für Zwischenstops oder Plattenaufnahmen zu Hause, den Rest ihres kaputten Lebens verbringen die Kalifornier mit den verschiedensten Bands auf den Strassen dieser Welt, wo sie sich bekanntlich megamäßig zuballern, bevor sie dann in den abendlichen Shows ihre Jünger musikalisch verprügeln.
In manchen Liedern glaubt man ein wenig Madball oder Hatebreed zu erkennen, in anderen gar Pro-Pain oder Suicidal Tendencies (kann sich aber auch nur um eine subjektive Wahrnehmung drehen). Um aber alle Missverständnisse im Keim zu ersticken, TERROR klauen sicher nicht, daß haben sie wahrlich nicht nötig. Sie haben sich einfach weiter entwickelt ohne dabei ihre Wurzeln zu vergessen. Man kann sich auch bei diesem Output 101% sicher sein, daß auch TERROR drin ist, wo TERROR drauf steht.
Ein wirklich fantastisches und überaus abwechslungsreiches Album, welches nicht nur der bestehenden Fangemeinde johlende Glücksgefühle entlocken wird, sondern sicherlich auch die Runde durch die weitgefächerte Welt der blutenden Ohren machen wird.
Ach ja, den wichtigsten Grund, warum man diese Platte haben muss, habe ich ja bisher noch gar nicht genannt.
Sie kesselt vom ersten bis zum letzten Hirn-zermarternden Ton mit brutalster Power durch den ganzen Körper, bis es der Musik gelingt, aus irgend einer Öffnung wieder raus zu kommen, doch dann ist man bereits infiziert bzw. TERRORISIERT!!

"Only true believers remain !!"

Montag, 11. Oktober 2010

CEREMONY / SABERTOOTH ZOMBIE (STADTMITTE 08.10.2010)

Endlich mal wieder ein Hardcore-Konzert und da ich des Nachts ohnehin nach Berlin fahren wollte, bot sich der abendliche Besuch in der Stadtmitte einfach an.
Zumal ich den letzten Auftritt von CEREMONY, der wohl der Hammer gewesen sein musste, verpasst hatte.
Also hin und die zwei Bands reingezogen. Gott sei dank wollte wenigstens mein Kumpel Faxe mit zum dem Konzi kommen, alle anderen konnte ich für die Show nicht begeistern.
Die Stadtmitte war mit 80-90 Leute gerade ausreichend gefüllt, um ne gute Showmeute am Start zu haben. Zuerst spielten SABERTOOTH ZOMBIE, von denen ich nur sehr wenig kannte.
Und abgesehen von den witzig bis psychopathisch aussehenden Musikern (bei denen der Sänger die Skala um Längen anführte) legten die Kalifornier einen hammergeilen Gig hin.
Es war so ganz anders als erwartet. Die Band, die sich eher im Doom-Metal ansiedelt, bestach durch tonnen-schweres Riffing, welches des öfteren an alte Bands wie BLACK SABBATH oder neuere Dinger wie DOWN oder CROWBAR erinnerte. Dazwischen immer wieder ein paar Hardcore-Thrash Parts. Leider wollte bei dieser abenteuerlichen Mischung das Publikum nicht so recht in Fahrt kommen, aber das war auch egal. Die Band hatte trotzdem ihren Spass und der singende Oberpsychopath, der ein ums andere Mal probierte, sich mit dem Micro-Kabel selbst zu strangulieren, liess in jeder Liedpause überaus witzige oftmals sogar skurrile Sprüche ab, die mehr als einmal zu ungläubigen Gelächter führten. Einmal fragte er das Publikum, wer denn alles Unterwäsche trage. Er meinte darauf, daß er immer welche trägt, weil bei seinen Fürzen immer etwas Scheisse mit kommt, und so kann er seine Hosen länger tragen !?!
Er kündigte auch noch an, daß sie in zwei Wochen in Berkeley spielen würden, und er hofft, daß viele von uns dorthin kommen werden!
Echt ein witziger Typ, obwohl man manchmal einige ängstliche Gedanken hatte, denn es drängte sich ab uns zu der Verdacht auf, daß er all seine Ansprachen ernst meinte und es gar nicht witzig gemeint war. Dieser Verdacht und seine grobmotorische Gestik mit seinen kläglichen Highkick-Versuchen, liessen leider vermuten, daß Drogen durchaus sein bisheriges Leben begleitet haben.
Alles in allem war es aber ein echtes Klasse-Konzert mit fetten Songs. SABERTOOTH ZOMBIE haben es an diesem Abend definitiv auf meine Liste der coolen Bands geschafft.

Gestatten: Hannibal Lecters Sohn!!



Danach kamen dann CEREMONY und sofort wurde klar, für welche Band der Großteil der Leute zugegen war. Mit den ersten Klängen dieser Hyper-Hardcore-Band war sofort Leben im Pit und es ging ganz gut zur Sache. Der ebenso psychopathische Sänger, der gleich ohne Shirt auf die Bühne kam, hatte die Meute schlagartig unter Kontrolle und sein verrückter, kläffender Gesang liess die Leute durchdrehen. Und bei den Singalong-Parts wurde der Sänger auf der Bühne fast immer von einigen Leute "begraben" und war sekundenlang nicht mehr zu sehen.
CEREMONY bestachen durch fast schon Noise-mäßige Knüppelparts gepaart mit derben Mosh-Einlagen. Es war alles drin. Der hyperaktive Sänger war aber trotz des gut mitgehenden Publikums aber bald etwas gelangweilt und machte allerhand komische Sachen. Beispielsweise ging er samt Micro in den Backstage Bereich, da das Kabel dafür lange genug war. Ein ganzes Lied sang er von dort aus, während sich der Rest der Band auf der Bühne einen Wolf spielte.
Als er wieder da war, bekam er mit, wie am Rande des Mosh-Pits irgend sone dicke Tussie auf dem Boden ihre Brille oder sonst was suchte. Der Sänger kam von der Bühne herunter und half der Pummelfee beim suchen, dabei hörte er aber keineswegs auf, sein Lied weiter zu singen.
Also keiffte er die Textzeilen in gebückter Haltung wie ein Dobermann, der einen Dackel anbellt kurz bevor er ihn zerfleischt. Echt ne verrückte Type!
War auf alle Fälle ein gutes Konzert, nicht weltbewegend, aber dennoch bereichernd!


Und da war der Sänger auch schon wieder Mal weg!

Mittwoch, 6. Oktober 2010

JUST GOOD MUSIC

Immer wieder bekomme ich von Leuten ungläubige Blicke zugeworfen, wenn sie erfahren, daß ein großer und bedeutender Teil meiner Liebe zur Musik für die Rockbands der Endsiebziger und Achtziger Jahre reserviert ist. Diese Art der Musik hat viele Namen, manchen nennen sie Stadion- oder Arena-Rock, andere Melodic Rock oder in ganz gebildeten Kreisen wird sie sogar als Adult Oriented Rock (AOR) bezeichnet. Alles schön und gut, aber mir völlig schnuppe.
Das sind allesamt einfach gute Bands und machten bzw. machen teilweise heute noch extrem gute Musik. Und wenn mir bei Metal- Rap- oder Punkrock-Bands die Vertreter zum Halse raus hängen, die sich voll und ganz dem Mainstream verschrieben haben, so ist es mir bei Bands wie Foreigner, Journey, Kansas, Survivor, Asia und vielen anderen aus diesem Genre einfach nur egal, weil sie nie einen Hehl daraus gemacht haben und es für jede dieser Gruppen von Anfang an dazu gehört hat. Sie mußten somit auch nie jemanden belügen oder enttäuschen.
Wenn ich die Gelegenheit habe, sehe ich mir sogar heute noch Konzerte dieser Bands an, aber nur, wenn auch noch eine gewisse Authentizität haben und nicht schon zum X-ten Male das fast komplette Line-Up durchgewechselt haben. Beispielsweise die Konzerte von Survivor, Uriah Heep, Asia oder Slade, die ich allesamt live erleben durfte, waren fast immer in Orginal-Besetzung.
Und weil mir die Musik so dermaßen gut reinläuft und weil ich gerade Bock dazu habe, werd ich euch hier einige DER Lieder anhängen, die (zumindest mir) beweisen, wovon ich rede und vielleicht den ein oder anderen Leser bzw. Hörer für diese glamouröse und virtuose Epoche der Musikgeschichte zu begeistern.
ENJOY !!!

Noch eines vorneweg: VORSICHT HAIRCRIMES !!
ASIA

FOREIGNER (almighty!!)



2 Sänger wie sie nicht unterschiedlicher aussehen könnten:
Der eine sieht aus wie die bärtige Schwester von Janis Joplin,
der andere wie ein Zuckerwatten-Spender auf dem Rummel!!
Aber singen können se !!







Leider keine Live-Version gefunden, aber dennoch ein Hammer-Song



Dienstag, 5. Oktober 2010

HARD ON YOU

Wer weiß, vielleicht hat sich ja schon der ein oder andere gefragt, woher denn mein Blog-Name eigentlich kommt. Mal davon abgesehen, daß er thematisch auf fast alles, worum es sich in meinem Leben dreht, ganz treffend passt, gibt es dazu noch eine etwas speziellere Geschichte.
Wir schreiben das Jahr 1989 und ich war bereits ein totaler Metal-Head. Auch wenn ich noch keinen Spritzlappen im Genick verzeichnen konnte (mein Vater bestach mich immer wieder aufs Neue, damit ich zum Frisör ging), ging meine musikalische Entwicklung straight ahead in Richtung Thrash Metal! Jeder, der damals was auf sich hielt, laß natürlich den Metal Hammer, in dem natürlich immer die neuesten Scheiben angetestet wurden.
In dieser Zeit stach mir (natürlich nur bildlich gesehen) ein ganz besonderes Album ins Auge.
Die meiner heutigen Meinung nach noch immer epochale und bahnbrechende Scheibe "NO PLACE FOR DISGRACE" von Arizonas damals heißesten Auswurfes:
FLOTSAM & JETSAM !!!

Schon alleine das Cover (welches später ja sogar meinen Astral-Körper verzieren durfte),
zog mich sofort in seinen Bann. Diese Platte musste ich haben, denn was man auch so über dieses Werk laß, war durchgehend zum Himmel hoch jauchzend.
Aber zu dem Zeitpunkt, als ich von der LP laß, stand sie natürlich noch nicht in unseren (wenigen und fast gänzlich spiessigen) Läden, wo denkt ihr hin! Und sowas wie Internet gab es ja noch nicht.
Also musste ich meine Begierde etwas zurück drehen, denn das Teil war einfach (noch) nicht erhältlich.
Just in dieser Zeit stand mit meiner Klasse eine Studienfahrt nach London an. Die Stadt an der Themse war damals wie heute eine der Hauptstädte der Musik. Ich kratzte also für diese Reise alle meine Talers zusammen und wollte dort einkaufen ... und zwar in großem Stil!
Gesagt, getan, verreist und angekommen!
An einem der ersten Tage, wir hatten etwas Freigang, bevor die nächste kulturelle Bombe unsere Gemüter treffen sollte, schlenderten ein paar meiner Kumpels und ich durch die überwältigende Metropole. Bis dato kannte ich ja nur Karlsruhe, und das war schon mein Nabel der Welt! DAS JETZT war nahezu ein Kulturschock!
Und es kam, wie es kommen musste. Da standen sie, die zwei magischen Worte: TOWER RECORDS, die von meinen Rezeptoren in ihrer vollen Schönheit und in archaischer Größe schnurstracks an mein Gehirn gemeldet wurden! Wie von einer verstrahlten Tarantel gestochen rannte ich in diesen riesigen Laden hinein, und ob ihr das jetzt glaubt, oder nicht, die erste Platte, die sich mir in die Hirnrinde einbrannte, war oben genanntes Meisterwerk!! Hätte ich eine klebrige Froschzunge gehabt, so wäre dieser meiner Hand wahrscheinlich zuvor gekommen, doch auch meine Hand war schnell genug, um das Teil blitzschnell an mich zu reissen.
Auch wenn es mir nicht so bewußt war, DAS war damals mein Einstieg in die Globalisierung.
Ich ging zur Kasse und wollte die 6 Pfund berappen, die fett auf dem Cover ausgezeichnet waren. Ich erlag natürlich nicht dem Trugschluss, die Platte für preiswert zu halten. Mir war schon klar, daß das damals dicke 20 Märker waren. Doch das war mir wurscht. Ich wollte sie haben, da ich mir sicher war, die in Deutschland nirgends zu bekommen. Daß sie natürlich ein paar Monate später auch in meiner Heimat veröffentlich wurde, steht jetzt mal auf einem anderen Blatt.
Ich gab der Frau an der Kasse einen 20-Pfund Schein. Doch diese dachte wohl: Hmm, kleiner dicker Deutscher, denn kann man sicher verarschen.
Sie sagte mir, daß diese Kasse zu sei und ich an eine andere Kasse müsse. Den Zwanziger steckte sie aber komischerweise ein. Doch net mit DIESEM kleinen dicken Jungen! Ich forderte mein Geld natürlich zurück und als ich ihr tatsächlich an die Hose greifen wollte, rückte sie den Schein grummelnd wieder raus, ich ging zur richtigen Kasse und vollzog den Kauf dieses Kleinodes.
Endlich war sie mein und das ist sie bis zum heutigen Tag auch geblieben!
Warum ich euch das alles erzähle? Nun, EIN Hammer-Song auf dieser Scheibe von Hammer-Songs heißt eben HARD ON YOU und somit verhalf euch, meinen ergebenen Lesern, dieser Schwank aus meinem Leben zu diesem Blog!

"Can't you see, you're ripping away our independence,
No one cares but you.
There's never a way to stop the music,
If you're hard on us, we're gonna be hard on you, H.O.Y!
"

Samstag, 2. Oktober 2010

PETER GABRIEL (SAP ARENA 30.09.2010)

Als ich diesen Sommer von meiner Süssen zum Geburtstag Peter Gabriel-Tickets geschenkt bekam, war meine Freude auf den ersten Blick ziemlich groß. Denn auch wenn ich sicher nicht der allergrößte Fan des Engländers bin, so habe ich seine Musik doch immer gemocht, seien es seine Solo-Sachen oder auch noch die früheren Genesis-Alben, als er ja noch deren Frontmann war. Auf den zweiten Blick jedoch fand ich zwei Gründe, die die Vorfreude auf dieses Ereignis etwas umnebelten. Einerseits fand das Konzert in der seelenlosen SAP Arena statt, welche ich nie wirklich gern betreten werde und andererseits gab es eine große Unbekannte an diesem Abend. Denn das Konzert von Gabriel sollte ohne Band, ohne Gitarren und Drums stattfinden, sondern lediglich in Begleitung eines klassischen Orchesters!
Eben ganz im Sinne seiner neuen Platte "Scratch my back", die auch "nur" mit klassischer Untermalung aufgenommen wurde und ausschliesslich Cover-Versionen enthält, die alle zusammen eine Art musikalische Geschichte erzählen.
Soviel zur Vorgeschichte, ich hatte also irgendwie keine Ahnung, was genau uns an diesem Abend erwarten sollte.
Die Halle war gut gefüllt aber nicht ausverkauft, rechts und links neben der Bühne hingen Video-Wände auf denen zur "Einstimmung" Misshandlungen von Menschen in aller Welt gezeigt wurden. Ich wußte zwar, dass Gabriel in Sachen Amnesty International relativ aktiv ist, daß er seine Zuschauer aber mit dermaßen realistischen Bildern konfrontiert, fand ich mehr als bemerkenswert.
So ganz nebenbei kam dann olle Peter auf die Bühne geschlichen und trug von einem Zettel ablesend einige deutsche Zeilen vor. Das Ganze lief so unspektakulär und schüchtern ab, daß er unendlich sympathisch und bodenständig rüberkam.
Er verkündete in gebrochenem Deutsch, was das Publikum von dem Abend zu erwarten hatte
Und das die Lieder des neuen Albums sozusagen aufeinander aufbauen und somit ohne Pause hintereinader gespielt werden. Danach gäbe es eine kurze Pause, nach der dann einge Gabriel-Songs zum Besten kommen sollten.
Im Vorprogramm spielte son Björk-Verschnitt, die wohl ebenso aus irgendnem skandinavischen Fjord gekrochen kam, denn trotz ihres unabstreitbaren Talents erweckte sie bei den meisten Zuschauern eher den Wunsch, sich einen spitzen Bleistift ins Auge zu rammen, als dass man es hätte geniessen können. Zu abstrus war der Gesang, zu selbstmord-gefährdet ihre Aura.
Nun denn, nach nur 2 Songs (von denen einer die Vergewaltigung des Klassikers "Big in Japan" war), war auch dieser Spuk ertragen.
Und dann ging es wirklich los!
Eine große LED-Wand wurde nach oben gezogen und ein ca. 30 köpfiges Orchester kam dahinter zum Vorschein. Der sehr junge Dirigent war so dünn, daß er seinem Taktstock erschreckend ähnlich sah. Und trotz des hautengen Anzuges, in dem es selbst einer einjährigen Birke zu eng gewesen wäre, hüpfte und zuckte er den ganzen Abend auf seinem Podestchen herum und hatte dabei seine Gefolgschaft stets unter voller Kontrolle.
Peter Gabriel stand völlig normal und vollkommen unaffektiert auf der Bühne und vermittelte eigentlich immer den Anschein, als sei das Orchester der eigentliche Star des Abends.
Was die Zuschauer speziell in dieser ersten Hälfte des Konzertes zu Gehör bekamen, verschlägt mir sogar heute noch, ganze drei Tage später, (fast) die Sprache.
Die Inszenierung der Lieder war absolut atemberaubend und beinhaltete das volle Spektrum aller Emotionen, welche man durch Musik ausdrücken kann. Von hoffnungsloser Tristess bis zu aggressiver Wut, von Momenten voller Melancholie bis hin zu epischer Dramatik. Wer im Stande war, sich wirklich fallen zu lassen, wird dieser Abend mit Sicherheit als unvergesslich in Erinnerung bleiben. Ganz zu Schweigen von der unglaublichen Stimme Gabriels. Es ist atemberaubend, welche Bandbreite er mit traumwandlerischer Sicherheit abdeckt ohne dabei nur annähernd angestrengt zu wirken. Ich habe selten eine derart tragende Stimme live erleben dürfen.
Nachdem ich von den Coverversionen des ersten Teils kein einziges Lied kannte, war ich ganz guter Hoffnung, wenigstens bei seinen eigenen Songs den ein oder anderen zu kennen, die er im zweiten Teil spielen sollte.
Doch weit gefehlt! Das Programm bestand keineswegs aus seinen Chartbreakern, sondern eher aus (mir) unbekannteren Nummern, bei denen aber wiederum die Gehörgänge mit allen Facetten der musikalischen Gefühlswelt verwöhnt wurden. Trotz einiger progressiveren Nummern, die alles andere als Mainstream waren, muss man das gesamte Konzert als ein großes und perfekt abgestimmtes Kunstwerk betrachten. Anders kann ich es einfach nicht ausdrücken.
Und zum Ende der Show wurde sogar noch einige Songs gespielt, die sogar ich kannte, denn Solsbury Hill oder Don't give up kommen mit klassischer Begleitung echt gut und passten somit auch hervorragend in die Setlist ( im Gegensatz zu Sledgehammer oder Big time, mit seine kommerziell größten Hits, die aber nicht gespielt wurden).
Als Quintessenz dieses grandiosen Abends bleiben mir drei Dinge:
1.) Das musikalische Vermächtnis Peter Gabriels ist weitaus komplexer und genialer wie ich es je erwartet hätte
2.) ich habe mich bisher viel zu sporadisch mit seiner Musik befasst, was sich definitiv bald ändern wird
3.) Peter Gabriel scheint ein unglaublich bescheidener, engagierter und normal gebliebener Mensch zu sein, so zumindest kam er rüber. Eben ein wirklicher Superstar !!!

dank moderner Technik hier ein Video aus dem Netz


und hier noch ein Song seiner neuen Platte

Montag, 6. September 2010

DIE NEUE MAIDEN


Iron Maiden war schon seit jeher meine Lieblings-Band und wird es auch todessicher für immer sein. Ich gehe sogar soweit zu sagen, daß diese Metal-Giganten zumindest für mich die mit Abstand beste Band der Welt sind. Aber ich lasse es natürlich gelten, wenn man mir mit dieser Aussage eine gewisse Subjektivität unterstellt.
Immerhin war das legendäre "Killers"-Album die erste LP, die ich mir im zarten Alter von 13 Jahren von meinem hart erbettelten Taschengeld kaufte. Und die Liebe, die die ersten Klänge des Openers "The Ides of march" damals in mir entfachte, blüht bis zum heutigen Tag, satte 26 Jahre später, immernoch in voller Pracht.
Deshalb ist es natürlich mehr als verständlich, daß ich auch den neuesten Output meiner Helden seit Wochen siedend heiß erwartet hatte.
Und vor zwei Wochen war es dann soweit, ich hielt das Kleinod endlich in Händen.
Natürlich mußte ich mir die Scheibe sofort reinziehen, denn meine Erwartunshaltung war (wie immer) riesengroß.
Dummerweise machte ich aber einen kleinen Fehler. Ich hatte die Nacht zuvor wenig gepennt und als ich die CD reinschob, legte ich mich (weil müde wie ein Hund) auf die Couch um den neuen Klängen von dort aus zu lauschen.
Ich schlief zwar nicht ein, aber im Nachhinein weiß ich jetzt, daß man in so einem Zustand, nahe der geistigen Umnachtung, absolut nicht im Stande ist, sich so einer Musik wirklich zu widmen, besonders wenn es sich um ein so epochales Werk wie einer Maiden-Platte dreht.
Ich hörte die Platte dreimal komplett durch und mein erstes Fazit danach war verheerend. Die Platte wollte mir so gar nicht gefallen, ich hatte jede Menge zu kritisieren, seien es Dickinsons Gesang, das Songwriting oder der Sound, der mir einfach nicht gefiel.
Doch ich wäre nicht schon so lange Musik-Fan, wenn ich die Flinte schon nach ein paar erbärmlichen Versuchen ins Korn schmeissen würde.
Ich liess die Sache bewußt eine Woche lang ruhen und nahm die CD zu einer anstehenden Autofahrt mit, denn meiner Meinung nach ist DAS der Ort, an dem man sich Musik einfach am Besten geben kann. Eine sechzehn-stündige Fahrt nach Pisa kam mir hier überaus gelegen.
Also rein das Teil (auch wenn es meine drei Mitfahrer nicht sonderlich erfreute) und nochmals auf Herz und Nieren geprüft. Und siehe da, ich fand tatsächlich und urplötzlich Zugang zu den Songs, insbesondere zu den Liedern, denen man eine gewisse Progressivität nicht absprechen kann.
Der Opener "The final frontier", der ja vorab schon veröffentlicht wurde, beginnt mit einem im Song integrierten Intro, welches zwar keineswegs maiden-typisch ist, aber doch durch aus den Zweck eines Intros erfüllt, denn der mechanisch stampfende Sound baut tatsächlich eine gewisse Spannung auf. Im fliessenden Übergang beginnt dann der eigentliche Song, der wirklichen Maiden-Charakter besitzt. Ist vielleicht nicht der allerbeste und einfallsreichste Titel der Band, aber er gefällt und bleibt ihm Ohr.
Der zweite Song heißt "El Dorado" und beginnt mit sonem urtypisch gallopierenden Riff, wofür die Londoner über die Jahre hinweg bekannt wurden. Und spätestens bei diesem Lied wird klar, daß in vielen der Songs ne dicke progressive Portion enthalten ist, so daß man den Zugang dazu erst beim vierten oder fünften Mal bekommt, manche werden ihn vielleicht nie finden.
Das gleiche gilt auch bei der dritten Nummer "Mother of mercy".
Dahingegen ist Nummer vier ("Coming home") ein absoluter Hit mit schon fast baladeskem aber eindeutig vertretbarem Charakter.
Doch bevor ich jetzt jeden Song durchkaue schreibe ich hier lieber eine komplette Kritik der ganzen Platte.
Ich habe das Teil jetzt sicher schon 10 Mal komplett durchgezogen und bei jeder Runde wurde die Scheibe ein Stück besser. Und ein Ende ist hierbei nichtmal in Sicht.
Doch diese erste Hürde (ob sie jetzt an dem oben beschriebenen Zustand oder an den komplexen Liedern lag) muss man eben erst überqueren bevor man in den Genuss kommt, dieses Machwerk lieben zu lernen.
Mag sein, daß viele Kritiker, die "The final frontier" in ihren Rezensionen zerreißen, gar nicht erst den Versuch gestartet hatten, diese Hürde anzugreifen.
Die neue Maiden ist vielleicht (sogar mit Sicherheit) nicht die beste Platte, die die Jungs je gemacht haben, aber sie ist klasse und hat alles, was ein Fan erwarten darf, sofern er gewillt ist, nicht alles auf dem Silbertablett serviert zu bekommen, sondern der (so blöd das auch klingen mag) auch bereit ist, etwas Zeit in so ein Werk zu investieren.
(Übrigens genau wie bei "Dance of death" und "A matter of life an death", beides spitzen Platten, die noch heute um die Anerkennung kämpfen, die sie eigentlich verdienen)
Und jeder, der sich speziell im Metal-Bereich auskennt, weiß daß Platten, die bei jedem Hören
an Qualität gewinnen, oftmals irgendwann als Genie-Streiche gehandelt werden.
***UP THE IRONS***

Mittwoch, 25. August 2010

SPARTAK MOSKAU - FC BAYERN (22.11.2006)

Als die Bayern damals Spartak Moskau zugelost bekamen, war für mich klar, daß ich es irgendwie probieren wollte, dahin zu kommen. Konnte ich doch damals im Uefa-Cup meinen heißgeliebten KSC nicht in die russische Metropole begleiten, so wollte ich wenigstens die Chance mit den Bayern nutzen.
Das Ganze war zwar mit Bayern nicht halb so viel wert, wie es mit dem KSC gewesen wäre, aber allein die Reise in diese außergewöhnliche Stadt war es wert, diese Strapazen auf mich zu nehmen. Dem Himmel sei dank haben wir in Karlsruhe ja bekanntlich sehr gute Beziehungen zu den Roten aus München, insbesondere zu den Adlern aus Bretten.
Denn der Chef der Adler organisierte einen absolut erschwinglichen 3-Tage Trip und dieser heldenhafte Mensch kümmerte sich dabei um einfach alles. Seien es Flug, Visum oder Hotel. An alles war gedacht. Und somit traten auch ich und mein dicker und lieber Freund Dominik Moser
an einem kalten und grauen Dienstag im Novemver 2006 die über 2000 Kilometer lange Reise nach Russland an.
Beim Abflug in der verbotenen Stadt war noch alles ok, der Flug war relativ ereignislos und speziell die Reisegruppe "Adler Bretten" (samt uns beiden) hatten alle Hände voll zu tun, die Einreiseformulare auszufüllen, die sinnigerweise alle auf russisch waren. Aber auch das klappte mit Hilfe des Bordpersonals irgendwie und nach ca. 6 Stunden setzte die Maschine zur Landung an. Normalerweise durchbricht je sone Maschine beim Landeanflug irgendwann die Wolkendecke und das Reiseziel liegt dann in voller Pracht vor einem. Aber nicht bei diesem Flug und vor allem nicht bei diesem Reiseziel. Denn die "Wolkendecke" stellte sich als eine furchtbar dreckige und dichte Smog-Schicht heraus, die höchstens zehn Meter über dem Boden endete.
Das Flugzeug setzte auf und ich schwöre euch, ich war augenblicklich in den Film "Rocky IV" versetzt. Um die Landebahn herum herrschte die totale und vollkommen verwahrloste Einöde, voll von Schnee und Eis und niemals fertig gestellten Baustellen, Löchern und Müll. Es war wie eine Hölle aus Eis! Und Gott ist mein Zeuge, den ersten Menschen, den ich in dieser "Taiga" sah, war ein pelz-bemützter Soldat mit verfrorenem Gesicht und angeschlagener Kalaschnikov.
Was er dort bewachte, wird für immer sein Geheimnis bleiben, denn er stand sicher einen Kilometer weg vom Terminal.
Dann hiess es raus aus dem Flieger und rein in den Terminal. Über dem Flughafen thronte der fette Schriftzug "MOCKBÁ" was einfach nur bedrochlich aussah und dieser menschenfeindlichen Umgebung sozusagen noch die Krone aufsetzte. Doch das war ja alles erst der Anfang.
Ich konnte mir nicht annähernd vorstellen, was da noch kommen sollte.
Die Einreise verlief relativ reibungslos, obwohl überall Soldaten mit Maschinengewehren standen.
Doch als unsere Reisegruppe von ca. 20 Leuten den Flughafen verliess, waren wir erst richtig in der Hölle angekommen. Alles war mit einer fetten Dreck und Schlamm-Schicht überzogen, egal ob Häuser, Autos oder Strassen. Es war mittags um vier und nirgendwo war nur die Spur eines Sonnenstrahles zu sehen, die Luft war sogar so dreckig, daß man vom Boden aus nicht mal die Laternen erkennen konnte, die gerade mal 5 Meter über uns versuchten, ihr Licht auf die Erde zu werfen. Wir waren total aufgeschmissen, denn man konnte ja nichtmal die Schilder lesen. Denn die, die nicht vom Dreck bedeckt waren, waren ja schliesslich allesamt auf kyrillisch! Es blieb uns also nichts anderes übrig als eine der düsteren Figuren zu fragen, die in kleinen Grüppchen darauf lauerten, die ersten Touris abzuzocken.
Ich habe ja schon viele üble Löcher auf diesem Planeten gesehen, aber dieser Moloch brachte mich nahe daran, sofort wieder in den Flughafen zu gehen und auf meinen Rückflug zu warten.
Es stellte sich heraus, daß alle Typen, die da draußen rum standen, Taxifahrer waren und logischerweise alle einem mafiösen Zusammenschluss von fröhlichen Meuchel-Russen angehörten. Dummerweise waren diese Jungs die einzige Möglichkeit, in die Stadt zu kommen, denn das eigentliche Moskau war ca. 40 (!!) Kilometer entfernt. Das war eine Information (die Einzige), die unser Reiseleiter nicht beachtet hatte.
Doch mit westlichem Geld und der Gebärden-Sprache kann man erstaunlicherweise mehr erreichen, als man denkt und irgendwie schafften wir es, uns alle auf die Taxis zu verteilen.
Und los ging die wilde Fahrt durchs "nächtliche" Russland. Erfeulicherweise sprach der Fahrer nur russisch, aber falls etwaige Verständigungs-Schwierigkeiten aufgetreten wären, hatte er zur "Sicherheit" eine riesige Machete neben seinen Sitz gesteckt, was uns allen ein durchaus wohliges und geborgenes Gefühl vermittelte. Hier war man zu Gast bei "Freunden"! Alle im Auto waren hundemüde, aber zwei Dinge hielten uns vehement vom einschlafen ab. Erstens die schiere Angst, am nächsten Morgen auf dem Moskauer Organ-Markt aufzuwachen und zweitens die schiere Angst, einen tödlichen Crash zu bauen, denn unser Taxi-Fahrer hielt sich offensichtlich für Evil Knievel. Er heizte mit sicher 140 Sachen durch die Vorstadt und hielt es selten für nötig an roten Ampeln zu halten, warum auch, schliesslich hupte er er ja vor jeder Kreuzung zweimal, wenn das nicht reicht, was dann?
Unsere Gesichtsausdrücke schwankten zwischen gequältem Grinsen, welches die Skurillität dieser Situation widerspiegelte und totaler Schockstarre, denn wir hatten spätestens vor jeder neuen Kreuzung aufs Neue mit unseren jämmerlichen Käseleben abgeschlossen!
Doch dann, endlich, kamen wir in die Nähe der Stadt, wo sich Gott sei dank alles etwas verbesserte. Man sah auf einmal tatsächlich Menschen auf den Strassen, die Laternen waren immer besser zu erkennen, ja teilweise konnte man sogar ein kleines Stück Himmel erkennen. Auch der Dreck nahm etwas ab und je weiter wir in die City führen, desto belebter und freundlicher wurde alles.
Unsere Fahrt führte uns dann auch mitten durchs Stadtzentrum und trotz der zügigen Fahrweise konnte man schon schemenhaft erkennen, welches Flair diese Stadt unter all dem Dreck und Smog verbirgt.
Endlich waren wir am Hotel, welches allen westlichen Masstäben entsprach und für uns eine lebensnotwendige Oase in dieser apokalyptischen Umgebung darstellte.
In dem Hotel waren noch viele andere Bayern-Fans, darunter auch einige bekannte Gesichter.
Einige wollten am selben Abend noch ins ZSKA-Stadion, wo eben ZSKA Moskau gegen den FC Porto spielen sollte. Wir hatten natürlich keinen Plan, wo das Stadion war, also hiess es vor dem Hotel wieder in irgendwelche zwielichtigen Taxis steigen. Doch diesmal war es keine Russenmafia sondern zahnlose Zigeuner, die diese muchtigen Karren durch die Nacht lenkten. Nun, denn, wir kamen lebend an und besorgten uns auf dem Schwarzmarkt Tickets. Allerdings waren wir immer darauf bedacht, daß bei diesem Pöbel, der hier wirklich in jeder Ecke herum lungerte, so wenige wie möglich mibekamen, daß wir Deutsche sind. Erfahrungsgemäß ist das einfach gesünder so.
Im Stadion waren nur wenige Porto-Fans anwesend, was wahrscheinlich besser so war, denn ZSKA hatten massenweise Menschenfresser am Start. Irgendwie war jede zweite Fresse entweder vernarbt oder gold-bezahnt, oder manchmal sogar beides!
Stimmung war nett, aber wurde durch die massive Bullen - und Armee-Präsenz ziemlich gedämpft. Man merkte, daß in dem Land nicht lange gefackelt wird, wenn jemand aus der Reihe tanzt.
Nachdem Spiel ging es schnurstracks zurück ins Hotel, welches nur 2-3 Kilometer vom Stadion entfernt war. Diese Info wäre vor dem Spiel von Nutzen gewesen. Dann hätten uns die Zigeuner-Burschis nicht durch halb Moskau chauffiert.
Der Fussweg führte über einen Markt, auf dem tagsüber ein reges Treiben herrschte. TAGSÜBER!! Mit nichten bei Nacht! Denn da sammelte sich zwischen den Buden und Barracken allerhand düsteres Gesockse. Wirklich unterste Schublade.Das waren nicht mal mehr Russen sondern irgendwelche Kirgisen, Usbeken oder Tartaren! Und dann laufen genau durch deren "Revier" auch noch absolut offensichtlich erkennbare West-Touris mit massig Devisen im Sparstrumpf.
Es ist jetzt (wieder) echt kein Witz. Ich kam mir vor wie im Film "Warriors". Wir liefen immer schneller werden durch das dunkle Marktgelände und hinter uns folgten uns immer mehr "Schatten", die sich nur dadurch bemerkbar machten, daß sie ab und an an Türen klopften, aus denen dann wohl noch mehr "Nacht-Schlitzer" raus kamen. Genau kann ich das nicht sagen, weil ich mich natürlich nicht umdrehte. In Gedanken aber ging ich pausenlos durch, wie ich mich gleich hätte verteidigen müssen. Doch glücklicherweise kam es nicht dazu, weil wir dann doch schneller als gedacht unser Hotel erreichten. Und diesem Abend gingen diesen Gestalten also keine blau-äugigen Touris ins Netz, zumindest keine, von denen ich erfahren hätte.
Tag zwei in Moskau sollte sich gaaanz ander darstellen. Man glaubt es kaum, aber morgens konnte man sogar die Sonne sehen! War das vielleicht eine Wonne, mal ehrlich!
Nach dem Frühstück gingen wir mit ein paar Münchnern in die Stadt und verbrachten den halben Tag mit Sight-Seeing. Und spätestens jetzt wurde uns klar, welch schöne Seiten diese Stadt zu bieten hat. Egal ob Roter Platz, Kaufhaus GUM oder Kreml, alles war überaus beeindruckend und so gar nicht von "unserer" Welt.
Und auch die russischen Schönheiten hielten, was man sich von ihnen versprach. Trotz eisiger Kälte waren sehr viele "Modells" unterwegs, die allesamt meistens nur knapp bekleidet waren.
Nachmittags ging es dann vom Hotel aus per organisierter Bus-Tour Richtung Stadion "Luschniki". Die Fahrt war gekoppelt mit einer deutsch-sprechenden Führerin samt Stadt-Rundfahrt. Sowas ist nur jedem zu raten, denn auf eigene Faust bekommt man in dieser Stadt nur wenig auf die Reihe.
Wir hatten dann auch bald eine Militär-Eskorte und am Stadion angekommen sorgten tausende von Soldaten für die Sicherheit bei diesem Spiel. Der Anblick war gleichermaßen beeindruckend wie beängstigend. Der gesamte Gästebereich war ebenfalls voll von Soldaten.
Auf einmal packte mich einer der Soldaten und zog mich von der Masse weg. Ich hatte keinen Schimmer, was der von mir wollte. Er stammelte etwas, was ich aber nicht verstand. Erst beim dritten oder vierten Versuch wurde mir klar, was diese Pelzmütze von mir wollte. Er bettelte mich an! Er sagte" please, some money!" Ich gab ihm zwar nichts, sondern lief einfach weiter, aber diese armselige Wurst tat mir echt leid. Na ja, bin ja schliesslich nicht die Wohlfahrt.
Im Stadion fand sich eine stattliche Anzahl von Münchnern ein. Es waren sicher 500 Mann. Leider standen Ultras und Allesfahrer getrennt, was natürlich schlecht für die Stimmung war.
Schlimm, wenn eine Szene derart gespalten ist, wie es die Roten damals waren.
Die Heimkurve von Spartak zeigt einige Male, wozu sie im Stande war und beim Einlaufen der Teams sowie bei den Toren für Moskau brannte es in der Kurve lichterloh.
Das Spiel endete 2:2, mehr weiß ich nimmer.
Die Abfahrt vom Stadion verlief auch völlig ereignislos. Ich war sogar etwas enttäuscht, hatte man doch den ganzen Tag über nicht einen Einzigen der berüchtigten Spartak-Hools gesehen.
Vielleicht war das auch besser so. Zurück im Hotel hatten wir noch ne Nacht gebucht bevor es dann am nächsten Morgen wieder in westliche Gefilde gehen sollte. Natürlich saß Dominik im Flieger neben mir, was für ihn bedeutete, daß er keine Sekunde schlafen konnte, weil ich ihn pausenlos piesakte, kitzelte oder quälte. Ich sagte es ihm natürlich nicht (leider nicht),
daß diese ganze Tour nicht zuletzt durch seine Anwesenheit zu der außergewöhnlichsten Fussball-Tour wurde, die ich je erleben durfte.
Als ich Dominik im guten alten Karlsruhe wieder am Bahnhof abgesetzt hatte, konnte ich ja nicht ahnen, daß es das letzte Mal war, daß ich ihn sehen durfte.
2 Wochen später kam er bei einem tragischen Unfall ums Leben.

*MOSER FÜR IMMER*



Der erste Eindruck aus Russland: Einöde mit Pelzmütze und Kalaschnikov

Blick aus dem Hotel, endlich Tageslicht!

ein großer Mann auf einem großen Platz !!!

Diese Alte war im Bayern Block, irgendjemand sagte, daß wäre ne Russin,
keine Ahnung, ob das stimmt, aber der Arsch war trotz dem faschistoiden Tattoo geil!

Ganz Moskau war/ist mit einer Dreckschicht überzogen
MEIN BRUDER DOMINIK
CIAO AMIGO GRANDE !!!

Dienstag, 24. August 2010

EIN WAHRER GLÜCKSGRIFF


Ich liebe sone CD-Wühltische in Kaufhäusern und großen Märkten. Schon manches Juwel, welches meistens für gerade mal 2 oder 3 Euro angeboten wurde, thront jetzt voller Stolz in meinem Schrank, denn dieser Junge macht sich im Gegensatz zu vielen bequemen Menschen immer die Mühe, sich bis auf den Grund dieser Schatztruhen-ähnlichen Gitterboxen hinunter zu arbeiten. Und was hab ich da schon für geiles Zeugs an die Oberfläche geholt. Es waren schon Hammer-Platten von bereits bekannten Bands wie BACKFIRE, VISION OF DISORDER oder H2O dabei, die wohl sonst niemand kannte oder kaufen wollte.
Bei diesen Bands konnte man für die paar Euro eigentlich gar nichts falsch machen.
Allerdings habe ich auch schon seit jeher mir unbekannte Bands mitgenommen, bei denen ich auf irgendeine Weise ein gutes Gefühl hatte oder wenigstens bei den Credits einige Bands nach meinem Geschmack erwähnt wurden.
Letztes Ergebnis dieses guten Gefühls war die CD einen Band namens HARD-FI mit dem klangvollen Namen "Once upon a time in the west".
Kann jetzt natürlich sein, daß der ein oder andere Leser sich an den Kopf langt und denkt, was ich doch für ne Flachpfeiffe bin, wenn ich doch nicht mal diese Band kannte.
Nun, dem war aber leider so. Ich hatte von dieser Band bis auf den Namen noch nie etwas Näheres gehört und wagte den (nicht wirklich) waghalsigen Schritt und kaufte mir das Teil für schlappe 3,99 !
Ich hatte wie gesagt keinen blassen Schimmer, was mich auf dieser CD erwarten würde, geschweige denn um welche Musikrichtung es hier überhaupt ging.
Doch wie so oft wurde ich auch dieses Mal überaus angenehm überrascht.
HARD-FI, die mit lupenreinem aber vollkommen unkoventionellen Brit-Pop brillieren, haben mit dieser CD ein für mich grandioses Werk geschaffen, welches mich mit einem Schlag auf die Seite ihrer Fans brachte.
Beim Hören der elf Songs ( und die habe ich bislang sicher schon zehn mal durchgezogen) wurde mein Gehör an diverse Indie/Synthie-Pop-Größen wie Muse,Killers und Weezer, manchmal sogar ne Portion Depeche Mode und nicht zuletzt auch an Dinger wie Chumbawamba erinnert.
Und trotz all dieser Vergleiche finden die vier Briten irgendwo dazwischen ihren eigene Stil und liefern eine guten Song nach dem anderen ab. Manchmal sind die Lieder derart eingängig, daß es mir so vorkommt, sie schon oft im Radio gehört zu haben.Vielleicht ist dem ja sogar so. Gerade Songs wie "Watch me fall apart" oder "Television" sind nicht nur klasse Songs, sondern zudem noch gnadenlos hitverdächtig!
Wirklich ne klasse Band, die spätestens seit letzter Woche definitiv EINEN Fan mehr hat.
Es wird sicher nicht allzu viel Zeit ins Land gehen, bis die zwei anderen Geschwister-Outputs der Band den Weg in meinen sicheren CD-Hafen finden werden.
Ein Hoch auf CD-Wühltische !