Montag, 30. Dezember 2013

DIE VIELLEICHT BESTE PLATTE DES JAHRES !!!

Zumindest aus meiner Sicht. Das Juwel, um welches es sich hier handelt ist zwar schon aus dem Jahre 2012, aber ich habe es erst dieses Jahr ausgegraben. Und da das Jahr morgen zur Neige geht, denke ich nicht, dass bis dahin noch ein größeres Highlight den Weg in meine Gehörgänge findet.
Es handelt sich um den Output "ARMED TO THE TEETH" der Kanadier STRIKER !!!
Was für ein Brett !
Die Platte ist allerdings nur was für Metal-Fans oder jene, die einmal verstehen möchten, worin die zeitlose Faszination des Heavy Metal liegt. ALLE der 10 Songs sind wahre Knaller und gehen sofort ins Ohr. Dabei bedienen sich die Jungs aus Edmonton auch desöfteren an allerei anderen Bandeinflüssen. Oft hört man etwas Queensryche(Mindcrime-Zeiten) heraus, manchmal sogar etwas piratiges von Running Wild und dann wieder Parts, die Riff und Gesangs-mässig aus der Fabrik der eisernen Jungfrauen stammen könnten. Das Beste an der Sache ist aber, dass sie nie Gefar laufen, ihre Idole zu kopieren oder gar zu persiflieren. Sie behalten ihren eigenen Stil und hauen einen Hit-Nagel am anderen in die Gehörwand.
Ich will hier auch gar keine Songs herausheben, es sind wie gesagt allesamt grandiose Songs, die auch nach dem (ungelogen) vierzigsten Durchlauf immernoch weit entfernt vom Hauch jeglicher Langeweile sind. Wer sich etwas anstrengt, kann die Platte sicher irgendwo fürn schmalen Taler an Land ziehen. Genauso tat ich es, als ich das Teil in einem Wühltisch fand und wiedermal das Risiko einging, ne Scheibe zu kaufen, bei der ich keinen blassen Schimmer von der Band hatte ... und es hat sich mal wieder gelohnt!
Also ziehts euch rein, ladet sie runter, kauft sie oder klaut sie (in altehrwürdiger Metal-Manier). Hier noch zwei Video-Schmankerl, die euch sicher Appetit machen werden.

Dienstag, 17. Dezember 2013

JEFF HERSHEY AND THE HEARTBEATS (13.12.2013 ALTE HACKEREI KARLSRUHE)

... oder hat der "Soul Train" tatsächlich wieder Dampf im Kessel !?!
Ehrlich gesagt war es mir gar nicht wirklich bewusst, dass es heutzutage noch Soul-Bands gibt, aber Plüschi, der alte Fuchs, hatte da wieder ne Combo an Land gezogen, die mir heute noch ein dämliches Grinsen ins Gesciht zaubert, wenn ich an deren legendären Auftritt denke.
Die ersten paar Songs trafen mich schon dermaßen in mein musikalisches Herz, dass man teilweise hätte annehmen können, man stünde in einem Studio von Motown Records in Detroit. Lupenreine Soul-Musik von denen jeder Song auf Anhieb enormes Hitpotential hatte und gar nicht mehr aus den Ohren raus wollte. Jeff Hershey ist aber auch ein Knaller, ein geborener Frontmann, der auf unglaubliche Weise im Stande ist, seine Songs nicht nur genial zu singen, sondern auch perfekt in Szene zu setzen, und das auch auf einer so kleinen Bühne wie die der Hackerei.
Es waren so 50-60 Leute am Start, damit war die alte Hackerei zwar ganz ordentlich gefüllt, aber hätten mehr Leute von der Qualität der HEARTBEATS gewusst, der Laden wäre geplatzt ! Das Konzert war sozusagen in zwei Teile aufgeteilt. Die ersten 7-8 Songs waren allesamt eigene Songs der Band, Songs voller Seele und musikalischer Qualität!
Im zweiten Teil spielten sie dann noch allerhand Covers, teilweise Punkrock-Dinger von Fear, Misfits oder Agent Orange, dann wieder einige R'n'B Klassiker aus dem Blues Brothers Soundtrack und dazu noch ein paar Surf-Punk Hits aus Pulp Fiction, eben die Mainstream-Hits, die halt jedermann kennt. Das Sahnehäubchen waren dann noch einige Rock'n'Roll Hymnen wie "You know you make wanna shout" von den Isley Brothers und einige ähnliche Bomben, die mir jetzt aber grad nicht mehr einfallen.
Das Konzert war pure Freude, ich übertreibe hier wirklich nicht, ich bin mir sicher, es hat jedem Anwesenden ausnehmend gut gefallen.
Oder anders gesagt: JEFF HERSHEY AND THE HEARTBEATS werden nicht nur bei diesem Konzert ihrer Tour haufenweise neue Fans ranschaffen.
Dicke Soul-Grüsse an die TEMPATIONS bestehend aus L.Ars, J.Enz, F.Ax-E, B.Ob(mit B wie Bob),F.Kah und last but not least allerdickste Grüsse an P.Lüsch-I, der mal wieder ein Händchen bewies.

Montag, 16. Dezember 2013

THE TOASTERS ( 05.12.2013 KUPFERDÄCHLE PFORZHEIM)


Nico von Subkultura Pforzheim hat nach vielen Versuchen und einer Menge Durchhaltevermögen nun endlich die Segel streichen müssen und sein Konzert-Projekt offziell begraben. Das ist einfach nur schade, denn er hatte beileibe gute Konzerte in die Provinz geholt. Obwohl das Wort Provinz für Pforzheim konzerttechnisch eigentlich relativ ist, liegt es doch zwischen zwei recht großen Städten, die wohl einiges an subkulurellem Potential haben könnten ... sollte man meinen. Und eigentlich verfügt ja auch Pforzheim selbst über genügend Konzert-Gänger um die dortigen Location annehmbar zu füllen.
Manchmal hat es ja auch funktioniert und die Leute kamen in Scharen, aber leider, und das war öfter der Fall, war gerade mal 10 oder 20% der erhofften Meute da.
Warum das so ist kann ich nicht sagen. Etwaige Gründe könnte man in allgemeiner Lustlosigkeit der Leute suchen, die nur allzu gerne in Couch-kartoffelige Lethargie verfallen, oder eben einfach im Bandprogramm, was wohl bei den Leuten nicht ankam.
Wobei ich Letzteres aber mal gar nicht verstehen könnte, den was die Bands angeht, waren genügend Juwelen dabei, die aber von den Leuten fast gänzlich ignoriert wurden. Nun denn, eines der letzten Konzis von Subkultura waren die TOASTERS aus New York. Und obwohl es im kleinen Saal im Keller war, war der Raum nur spärlich gefüllt. Es waren höchstens 50 Leute da, na ja, eine Enttäuschung mehr oder weniger macht den Kohl auch nicht mehr fett. Als die Band um den englisch-stämmigen Sänger die Bühne betrat, folgte schon die nächste Enttäuschung. Die TOASTERS sind wohl einer der Bands geworden, die eigentlich nur aus einer Person bestehen, meistens einem singenden Mastermind und der Rest gleicht mehr einer austauschbaren Schülerkombo. Abgezählte 40(!) ehemalige Bandmitglider (Quelle: Wikipedia) bestätigen diese Tatsache nur zu sehr.
Musikalisch waren die Jungs zwar top, aber keinerlei Ska-Flair, zumindest war das mein Eindruck. Aber die Musik war klasse, und da sich einige der Wenigen auch noch zum Tanzen aufraffen konntem, war es insgesamt gar nicht so schlecht wie zu Beginn zu befürchten war.
Sänger Robert Hingley hat aber auch eine Wahnsinns-Stimme, den könnte man mühelos auch in den Rock-Band stecken. Zu den Songs selbst kann ich gar nicht soviel sagen, bin ja schliesslich kein Riesen-Fan der Band, aber ich weiß nur, dass es richtigen Spass gemacht hat und die Lieder eigentlich durchweg Knaller waren, und wie leider so oft auch hier der Zusatz, mit einer guten Meute hätte man noch 1000mal mehr Spass haben können. Aber die 50 Leute, die da waren genügten auch, um das Konzert nicht als kompletten Flop zu bezeichnen sondern als ein gutes Konzert an einem x-beliebigen Abend im Herzen Pforzheims, bei dem aber auch so viele andere hätten da sein können.

Freitag, 13. Dezember 2013

DEATH ANGEL ( 28.11.2013 SUBSTAGE KARLSRUHE)

THRASH-METAL !! Kaum eine Musikrichtung hat meine wilden Jugend-Jahre mehr geprägt als die Bands, die in der Hauptsache auch der Bay Area in Kalifornien stammen. Und auch wenn DEATH ANGEL nie ganz oben auf meiner Favoriten-Liste standen (warum kann ich nicht mal erklären), war diese Band über die Jahre hindurch ein konstanter Begleiter meiner Musikgeschichte. Live durfte ich diese Chicano-Asiaten (so sehen sie zumindest aus, wobei ja zumindest die Gründungsmitglieder allesamt von den Philippinen stammen) noch nie erleben. Lediglich die Split-Formation THE ORGANIZATION konnte ich mal live bewundern(beim Dynamo O.A.'94), eine Band, die damals aus der Auflösung von DEATH ANGEL entstand, nachdem Shouter Mark Osegueda die Band verliess. Doch später kamen sie ja alle wieder zusammen, Gott sei dank, wie ich finde, denn sonst hätte ja das Substage sie kaum buchen können. Im übrigen eine Tatsache, für die ich überaus dankbar bin!! Folglich musste ich dahin. Doch die Ernüchterung folgte beim Eintritt in die Halle. Gerade mal 250-300 Leute wollte diese geile Band sehen. Das Package bestand aus vier Bands von denen ich aber nur die beiden letzten sah. Vorband von DEATH ANGEL waren DEW-SCENTED. Die Norddeutschen Thrasher waren technisch gut, aber irgendwie war die Musik leblos, hatte keine Power. Vor allem waren die Songs eintönig und hatten kaum Höhepunkte was Moshparts oder Break-Gewitter angeht. Dazu kam der im Substage leider oftmals übliche Sound, der einfach für ein Metal-Konzert zu bieder und zu leise ist. Man darf sich bei so einem Konzert während der Songs eigentlich nicht unterhalten können, was aber zumindest bei der Vorband dauerhaft der Fall war. Aber ich war eh nur scharf auf DEATH ANGEL, um nicht zu sagen RATTENSCHARF! Und es sollte sich lohnen. Mit dem ersten Ton der Thrash-Legende war das Substage von einem ganz anderen Sound erfüllt. Die Gitarren sägten, die Drums wummten und der Bass kitzelte die Trommelfelle. Es war echt klasse, es bildete sich sogar ein ganz ordentlicher Moshpit, wenn darüber auch nicht jede der alten Metal-Kutten "amused" war. Eine Hit jagte den nächsten, manchmal hart und thrashig, dann aber auch wieder purer Metal, es war für jede Ohrmuschel was dabei.Die Stimmung war super und die Leute gingen gut mit, machten teilweise Lärm für 500. Aber einige jüngere Semester mehr hätten der Meute auch gut gestanden. Überhaupt könnte man anhand der Leute meinen, dass Thrash-Musik ihren Zenit bereits überschritten hätte, denn es waren größtenteils Leute jenseits der 40 am Start. Doch was das angeht ist Karlsruhe glaube ich nicht wirklich repräsentativ. THRASH-METAL ansich ist unzerstörbar, dessen bin ich mir sicher. Nicht nur weil die alten Bands immernoch klasse Platten machen und auf der Bühne (wie DEATH ANGEL an diesem Abend) noch einige Kugeln in der Muskete haben, sondern weil auch junge und überaus hungrige Bands nachkommen und diesem Genre neues Leben einhauchen, sofern das überhaupt notwendig gewesen wäre. In diesem Sinne THRASH'TILL DEATH !! Dickste Grüsse an WS-Michel und Felix, leider die beiden einzigen Leute, die ich an dem Abend kannte.

Sonntag, 1. Dezember 2013

DIE GUTEN ALTEN KATASTROPHEN-FILME

Es waren einfach die besten Zeiten, Ende der 70er, Anfang der 80er. Die Welt schien noch etwas mehr in Ordnung zu sein, als sie das heute ist. Und das nicht nur, weil meine Generation damals gerade mal 10-12 Jahre alt war und man in diesem Alter ohnehin noch in einer Welt ohne Probleme lebt, sondern irgendwie habe ich den Eindruck, dass diese Zeit tatsächlich in vielerlei Hinsicht besser und einfacher war. Jedenfalls kann ich mich noch sehr gut an die Samstag Abend Filme erinnern; Samstage waren einfach nur schön, es war Familientag aber eben nicht so langweilig wie Sonntage, an denen man eh kaum was gescheites machen konnte. An Samstagen wurde eingekauft, im Garten gearbeitet oder das Auto gewaschen und dabei Bundesliga im Radio gehört. Und all diese Dinge machte man weitgehend als Familie. Diese Tage hatten ihren Höhepunkt dann am Abend, wenn die ganze Familie frisch gebadet zusammen kam um sich zur heiligen Zeit der Fernseh-Unterhaltung, um 20:15, einen unterhaltsamen Streifen reinzuziehen. Und meiner Erinnerung nach waren damals die geilsten Filme diese Katastrophen-Dinger aus den 70er Jahren mit richtigen Männern wie Lloyd Bridges, Charlton Heston oder Gene Hackmann.
Warum diese Filme im allgemeinen so erfolgreich waren, ist schnell erklärt. Einserseits laben sich viele Menschen gerne am Leid und am Schicksal anderer, und wenn man dabei aufgrund der Tatsache, dass es ja nur ein Film ist,nicht mal ein schlechtes Gewissen haben muss, dann ist das natürlich nochmal doppelt schmackhaft. Ein anderer Grund ist mit Sicherheit auch das Geschäft mit der Angst der Leute. Komischerweise scheint es der Menschheit wohl zu gefallen, dass ihr immer wieder durch verschiedenste Mittel Angst eingejagt wird. Man schaut sich einfach gerne an, was einem alles passieren könnte, egal wie abstrus das Unglück auch sein mag, um danach zur Sicherheit eine weitere Versicherung abzuschliessen oder gar die Notvorräte aufzufüllen.
Mir waren diese Gründe natürlich egal, ich mochte diese Filme einfach weil sie toll und spannend waren und angesichts der technischen Möglichkeiten damals extrem aufwendig gedreht wurden.
Dazu hatten sie immer eindeutige Charaktere. Man konnte sich immer darauf verlassen, dass die Helden die Sache schon irgendwie schaukeln und notorische Opfer-Typen wie Ernest Borgnine oder George Kennedy das Ende des Filmes auch garantiert nicht erleben würden, sondern sich auf welche Weise auch immer anti-heldenhaft opferten. Manch einer wird sich fragen, wie ich denn heute, im Jahr 2013, darauf komme, etwas über diese alten Schinken zu schreiben. Nun, gerade vor ein paar Tagen bin ich mal wieder auf so einen meiner Meinung nach kultigen Film beim zappen hängen geblieben. Er hiess "Verschollen im Pazifik" und war damals einer meiner Lieblings-Filme dieser Art. Ich seh mir die Dinger auf alle Fälle immer wieder gerne an und einzig und allein aus diesem Grund schreibe ich diesen Blog. Es soll eine Tribut an diese Filme und irgendwie auch an diese Zeit sein. Diese Filme bzw. dieses Genre haben es ja schliesslich auch bis in die Neuzeit geschafft, denn wie gesagt, die oben genannten Gründe sind von keiner Zeit abhängig und kommen auch heute noch voll zum Tragen. Nicht umsonst waren Filme wie "INDEPENDANCE DAY", "ARMAGEDDON", "THE DAY AFTER TOMMORROW" oder "2012" solche Kassenschlager!
Die folgenden Links (sofern ein Trailer oder ähnliches zu finden war) zeigen die zehn besten Katastrophen-Filme dieser Zeit, zumindest die, die mir positiv in Erinnerung geblieben sind.
U-BOOT IN NOT (GRAY LADY DOWN) 1978
VERSCHOLLEN IM PAZIFIK (LOST FLIGHT) 1969
hier sogar der ganze Film
AIRPORT 1970
ERDBEBEN (EARTHQUAKE) 1974
DIE HÖLLENFAHRT DER POSEIDON (THE POSEIDON ADVENTURE) 1972
FLAMMENDES INFERNO (THE TOWERING INFERNO) 1974
VERSCHOLLEN IM BERMUDA DREIECK (AIRPORT'77) 1977
ACHTERBAHN (ROLLERCOASTER) 1977
DER TAG AN DEM DIE WELT UNTERGING (WHEN TIME RAN OUT) 1980
DIE ODYSSEE DER NEPTUN (THE NEPTUN FACTOR) 1973
GIGANTEN AM HIMMEL (AIRPORT'75) 1975

Dienstag, 26. November 2013

DAS IST NUN WIRKLICH DER ÜBERHAMMER !!!

Mag sein, dass das folgende Video bzw. diese abartige Sportart schon Einige von euch kennen. ich kannte sie bisher nicht, bin aber auf Grund der Unglaublichkeit dieses Sports, der eigentlich wie ein Machwerk aus den Animations-Studios Hollywoods aussieht, gezwungen, etwas darüber zu posten.
Ich bin mir sicher, dass ich das mit bloßen Worten nicht erklären könnte, und wenn doch, würde mir das kaum jemand glauben, ohne jemals ein Video davon gesehen zu haben. Aber was laber ich rum, ziehts euch rein und geniesst diese geniale Scheisse !!!

BILLY BRAGG (13.11.2013 TOLLHAUS KARLSRUHE)

Als ich irgendwann im Frühjahr auf der Tollhaus Seite lass, dass BILLY BRAGG dorthin kommen würde, wusste ich von diesem Sänger, oder neudeutsch diesem "Singer-Songwriter" nur soviel, dass er folkige und teilweise ziemlich politische Lieder im englischen Arbeiterklasse-Stil machte. Songtechnisch hatte ich zu diesem Zeitpunkt vielleicht 2-3 Lieder von ihm gehört, wenn überhaupt!
Doch ich war von Beginn an neugierig. Wenn so ein Künstler schonmal in Karlsruhe anklopft, sollte man sich wenigstens etwas damit befassen. Also zog ich mir in der nächsten Zeit allerlei Zeugs rein, viel Musik, auch ein paar Artikel und was ich halt so finden konnte. Ich kam zum Schluss, dass mich dieser Mensch, der offensichtlich auch heute noch, im zarten Alter von 55 Jahren einiges zu sagen hat, brennend interessiert. Mein Kumpel Larso, bei dem ich mit BILLY BRAGG ne offene Tür einrannte, war gleich samt Madame angesteckt und dabei. Mit von der Partie war auch noch Kumpane Nr.2 aka WS-Jenz, womit die Crew komplett war. Soweit die Fakten des Abends!
Vor-Singer-Songwriter war ein Typ namens KIM CHURCHILL. Der kam komplett schüchtern auf die Bühne, wo im Dunkeln vor ihm ca. 300 Leute warteten. Er sah etwas aus wie Art Garfunkel, und entpuppte sich schnell als absolutes Genie. Nicht dass er mit rauchig-weicher Stimme sang und dabei seine Akustik-Gitarre auf virtuoseste Weise bediente, nein, zudem spielte er noch Mundharmonika (wenn er grad nicht sang), trat mit dem linken Fuss eine Bass-Drum, am rechten Fuss hatte er Rhythmus-Schellen und mit dem Ellenbogen(!) bediente er ab und an noch so ein Metal-Glockenspiel neben sich. UND DAS ALLES SO GUT WIE GLEICHZEITIG !! Damit nicht genug trommelte er in Gitarrenpausen auf dem Klangkörper derselben total komplizierte Rhytmen.
Wenn es biologisch möglich wäre würde ich sagen, dass Churchill das leibliche Kind von Pete York und einem Metronom ist, denn sowas habe ich wirklich noch nie gesehen. Bei all dem Lob über sein Multi-Talent darf man im übrigen nicht vergessen, dass er auch klasse Songs ablieferte, teilweise verträumt, dann aber auch wieder schneller und rockiger. Ich fang ihn sogar so gut, dass ich mir spontan zwei Silberlinge sicherte, was ich auch nach dem Anhören nicht bereute.
Dann kam BILLY BRAGG samt Band auf die Bühne. Er war komplett verschnupft und erkältet was man auch gleich hörte. Doch er zog die Show durch. Seine beschlagene Stimme klang dadurch vielleicht noch etwas rauher, was sicher kein nachteil war. Eins vorneweg: BILLY BRAGG ist ein absoluter Bühnentyp, der es geniesst dort oben zu stehen. Er war so locker, dass es teilweise schon fast Comedy war, was der sympathische Engländer da ablieferte. Er erzählte tausend Geschichten, die einen mal zu Lachkrämpfen zwangen, mal zum Nachdenken bewegten. Es war ein Auf und Ab der Emotionen, auch in seinen Songs. Ich will mal seine Musik so beschreiben: von der Stimme her erinnert er oft an Mark Knopfler oder die langsameren Sachen von Springsteen, bei seiner Musik kommen einem nicht zuletzt durch den Einsatz der Lap-Gitarre öfter Größen der Country-Musik in den Sinn, dann hört man auch wieder etwas von Johnny Cash heraus und ganz oft erinnerte mich BRAGGs Musik an die englischen THE SMITHS. Letztere gerade bei den Liedern, die diese wunderschöne und bittersüsse Working Class-Melancholie verbreiten, als würde man nach dem Gewerkschaftstreffen der "Union" in einer nordenglischen Arbeiterstadt noch einige Biere im Pub um die Ecke trinken und dabei in gedämmtem Licht die Protest-Lieder der guten alten Zeit singen.
BILLY BRAGG brachte dieses und sehr viele andere Gefühle authentisch rüber. Obwohl das Konzert fast drei Stunden ging (davon laberte sich BRAGG sicher eine Stunde lang eine Wolf), wurde es zu keinem einzigen Moment langweilig. Er hat sehr viel zu sagen, in seinen Liedern und auch in den Pausen dazwischen. Man merkt, dass er im tiefsten Inneren immer ein Revoluzzer des linken Flügels war und bis heute geblieben ist. Seine Messages gegen Faschismus, Ausbeutung, Homophobie, Sexismus und Polizeigewalt glichen manchmal eher eine Kundgebung, doch Bragg verstand es, das Ganze nicht mit erhobenem Zeigefinger zu "predigen" sondern einfach nochmal das den Leuten ins Gedächtnis zu rufen, was eh schon darin manifestiert war, aber vielleicht in den letzten Jahren der Bequemlichkeit zum Opfer fiel.
Ein toller Abend. Jede Minute und jeden Euro wert. BILLY BRAGG steht spätestens ab diesem Abend in meinem Buch der coolen Leute. Dicke Grüsse an die Schlagers, WS-Jenz und last but not least an Felix samt Freundin (deren Namen ich immernoch nicht (mehr) weiß)

Freitag, 22. November 2013

BUCHTIPP: KURVENREBELLEN

Hier mal wieder ein Buchtip. Auch wenn es das gefühlte 500ste Buch über die Ultras und ihre manchmal widersprüchlichen Verhaltensweisen ist, ich habs mir reingezogen. Nicht zuletzt deswegen, weil ich selbst aktiv an diesem Buch mitgearbeitet habe. Nun, vielleicht ist "mitgearbeitet" etwas zu dick aufgetragen. Ich habe repräsentativ für die Karlsruher Szene ein Interview gegeben. Und das auch nur, weil ich den Autor Christoph Ruf ganz gut kenne und er schon desöfteren durch gute und objektive Artikel über Fussballfans im speziellen über Ultras, aufgefallen ist. Doch ist die Tatsache, dass ich kleines Würstchen zu diesem Buch etwas beigetragen habe, nur ein sehr kleiner Grund, dieses zu lesen. Es gibt 1000 andere und bessere!
Das Buch ist hervorragend recherchiert und beeinhaltet viele Insider-Informtionen, die viele Nicht-Ultras (vielleicht auch einige Ultras) verblüffen werden. Beispielsweise geht er auch sehr kritisch mit den oft illegalen Machenschaften der Polizei in Gericht oder mit den leider manchmal erfolgreichen Versuchen von Rechten, die ganze Fannszenen unterwandern.
Obwohl Ruf auch die Ultras und ihr Verhalten oft kritisiert, regt man sich darüber kaum auf, weil er es schafft (wie Jonas Gabler beispielsweise auch), einem einen Spiegel vor die Nase zu halten. Unterm Strich ist das Buch aber glasklar und ohne Zweifel ein lesenswertes Machwerk, welches die Subkultur der Ultras überaus positiv, ernstzunehmend und absolut erhaltenswert darstellt.
Ein Zitat gefällig?

"Wer Ultras kritisiert, findet auch jede Menge Ansatzpunkte. Doch unter Garantie findet er keinen, den die erstaunlich selbstkritische Szene nicht auch schon intern diskutiert hätte - nicht der einzige Punkt, an dem sich Ultras wohltuend von vielen ihrer Altersgenossen unterscheiden: von all den Konsum-Sklaven, die am Samstag morgen vor "Primark" oder "Starbucks" herum stehen, stupide auf ihre Smartphone starren und sich offenbar nur dann unterhalten können, wenn ihre Telefone einen Gesprächsgegenstand hervorzubringen scheinen. Man mag einiges an Ultras auszusetzen haben, vieles davon wird auf den kommenden 200 Seiten genauso thematisiert wie all das, was die Ultra-Szene zur vielleicht faszinierendsten Jugendkultur dieser Tage macht. Eines steht aber fest: DIE ULTRAS SIND DIE BESTEN IHRER GENERATION "

Dienstag, 19. November 2013

R.I.P. ED LAUTER


ED LAUTER 1938 - 2013
Kann sein, dass sich einige wundern, warum ich denn hier etwas über einen Ed Lauter schreibe, einen Schauspieler, denn wahrscheinlich kaum einer vom Namen her kannte, und dessen Gesicht auch nur Wenigen ein Begriff sein dürfte. Ich aber kannte und mochte diesen Schauspieler, der zwar nie DER Superstar war und auch nie die großen Hauptrollen hatte, aber irgendwie immer präsent war, zumindest in den Filmen der 80er und 90er Ära. Lauter spielte in Filmen wie King Kong(1976), Bodycheck, True Romance, Der City Hai, Geboren am 4.Juli oder Cujo mit. Und das sind nur die, die mir grad einfallen. Sicher, allesamt (bis auf Geboren am 4.Juli) keine cineastischen Meisterwerke, aber Filme, die mich begleitet haben, und die mir vor allem bis heute gefallen. Ed Lauter ist wieder ein kleiner Mosaik-Stein mehr, der aus einem langsam bröckelnden Bild heraus fällt, ein Bild, welches jeder meiner Generation noch irgendwo im Herzen trägt. Natürlich ist der Tod dieses Schauspielers keine große Schlagzeile wert, er war ja auch kein großer Schauspieler, aber mir ist er diesen Blog wert. Auch ich bin nur über diese Meldung gestolpert, weil ich die makabere Angewohnheit habe, ab und an den Nekrolog bei Wikipedia durchzuschauen. Daher auch die Tatsache, dass Ed Lauter schon vor einem Monat verstarb und kaum einer hats bemerkt.

CASPER (06.11.2013 SUBSTAGE KARLSRUHE)

Nein, ich bin kein CASPER Fan, auch nicht nach diesem Konzert. Ich mag eigentlich diese Mutation aus HipHop und deutschem Poprock nicht. Aber eines muss man CASPER lassen: er hat einen Hype um sich ausgelöst, einen Hype, dessen Ergebnis es war, dass seine gesamte Tour bereits nach 2(!)Stunden ausverkauft war. Schon dieses Faktum hätte mir normalerweise die Lust auf das Konzert verhagelt, kaum etwas hasse ich nämlich mehr wie die Entwicklung, dass man sich für manche Konzerte einfach keine Karten besorgen kann, egal wie früh man dran ist. Selbst wenn man auf den irrsinnigen Zug aufspringt, und versucht, am ersten Tag des Vorverkaufs online panisch ein Ticket zu bekommen, hängt man doch meistens auf einer Internetseite fest, die hoffnunglos überlastet ist und deren nächste Aktualisierung nach 1-2 Stunden verlauten lässt, das leider alle Karten verkauft wurden. Normalerweise kümmert mich sowas nicht, weil es sich hierbei bisher meistens um Konzerte handelte, deren Musik mir eh am Arsch vorbei ging. Aber beispielsweise war es leider bei der letzten AC/DC Tour ebenso. Einfach ekelig! Doch zurück zu CASPER, denn glücklicherweise muss ich mich bei Substage-Konzerten ja nicht um Karten kümmern. Ich habe schon immer die Meinung vertreten, dass man gewisse Bands oder Künstler schon ktitisieren kann, aber nur, wenn man sich vorher tatsächlich ein Bild davon gemacht hat. Also musste ich zwangsläufig diese Show besuchen. Vor-(Möchtegern)Rapper war eine Imitation namens AHZUMJOT. Sorry, an dem Vogel kann ich beim besten Willen nix Positives finden. Ein Typ der aussah wie, wie ne tuntige Version von Prince (falls es überhaupt möglich ist, tuntiger als Prince zu sein)und übelstes DSDS-Niveau verbreitete. Bei den ganzen Clearasil-Girlies kam er an, wen wunderts! Jedenfalls hatte diese peinliche Wurst nullkommanix mit Hiphop-Mentalität zu tun, selbst wenn er vielleicht vom technischen her sogar einen Funken Talent hat.
Dann CASPER!!!
Der Laden war voll, aber von den 1000 Leute waren sicher 800 verpickelte Pummel-Feen mit Zahnspangen oder Bärchen-Rucksäcken. Aber dennoch war sofort Stimmung im Karton. Und ich muss sagen, dass mir nach wenigen Songs bewusst wurde, warum der Junge so einen Erfolg hat, denn die Mischung aus Sprechgesang gepaart mit diesen melancholischen Melodien hat schon einen gewissen Charme. Und man kann über dieses Harlem-Shake-Ding sagen was man will, aber wenn man eine Masse auf den Punkt so explodieren lässt wie das CASPER tut, dann macht das live einfach Spass, ob man die Mucke mag oder nicht. Und so sprangen und tanzten hunderte Menschen auf Knopfdruck durch die Gegend um bei den langsameren Nummern wieder Luft zu holen. Auch wenn CASPER bei manchen Songs die "Ich bin Strasse und hab noch nie was Gutes erlebt"-Nummer verkaufen wollte, nahm ich sie ihm nicht wirklich ab. Aber das war egal. Das war schon immer so, egal in welcher Stilrichtung. Oftmals wird ein Image verkauft um die Musik einfach besser zu inszinieren. Beim Rap war/ist es das Gangster Image, beim Hardcore das Street-Credibility-Ding oder beim Metal das Bild des "Ich wohne im Sarg, reib mich mit toten Ratten ein und esse Fledermäuse am Stil"- Metallers!
Also kein Vorwurf an CASPER!
Insgesamt war es ein cooles Konzert, mit Singalong-Parts, die geradezu beängstigend laut waren. Kaum vorzustellen, wenn das 1000 Jungs gewesen wären.
Bin zwar immernoch kein Fan des Deutsch-Amerikaners, aber zumindest sehe ich ihn mit etwas anderen Augen als vorher.

Samstag, 16. November 2013

HARD SKIN (01.11.2013 ALTE HACKEREI KALSRUHE)

Gemäss meines musikalischen Werdeganges stand Oi-Musik nie ganz oben auf meiner Liste, was keineswegs heisst, dass mir die Musik nicht gefällt, eher dass ich mich in der Subkultur der Oi-Skins nicht so gut auskenne, wie woanders. Aber über die Jahre hin kam und kommt man um einige Bands dieser Gattung einfach nicht rum. Dazu zählen Bands wie THE BUSINESS, BONECRUSHER (hä hä, ich hab se live gesehen und DU net)und eben auf die Londoner HARD SKIN, die an diesem Tag in der Hackerei zu Gast waren. Das Besondere an dieser Band ist, dass sie diese ganzen Skinhead-Stereotypen eher auf die Schippe nehmen, dabei aber trotzdem ne gnadenlos Mucke abliefern (sozusagen die STEEL PANTHERS des Oi). Nicht umsonst hat deren Bandname zwei Bedeutungen: einmal eben "Harter Skin", zum anderen aber einfach nur "Hornhaut". Vorband waren die Schweizer THE SENILES, Kumpels von Plüschi, ne geile Bollock-Punkband, deren Sänger dermaßen Assi rüberkam, dass man meinen könnte, er streitet sich Nacht für Nacht mit einer Armee von Kellerasseln um die Essensreste hinter den Mülltonnen. Ein klasse Typ, schön schlecht zugehackt, ne fette, glitschige Plauze und von Beginn an voll wie ne Strandhaubitze. Die Band bekam auch ganz gut Feedback aus der gut gefüllten Hackerei. Dann HARD SKIN. Eins vorneweg: Gitarrist und Ulknudel Fat Bob könnte locker der Zwillingsbruder von Markus Maria Proftilich sein, Gestik und Mimik stimmten erschreckend überein. Und so legten sie los, eine Hymne an der anderen, teilweise mit Texten zum totlachen (was ich so verstand), zwischen den Songs dann urkomische Ansagen, die im Grunde die Anwesenden eher beleidigten, aber entweder war die Meute zu blöd, das zu verstehen oder, und DIE Leute waren in der Überzahl, die wussten, wie man diese Äusserungen zu nehmen hat. Ich denke, Letzteres war der Fall. Was ich entwas enttäuschend fand waren (mal wieder) die Leute. Eine gute Skinhead-Crowd sollte bei einem Konzert wie die Ziehung der Lottozahlen aussehen, eben zig runde Bällchen die lustig auf und ab hüpfen und dabei wild umher fliegen. Deren "Bällchen" waren aber nur relativ wenige da. Ab und an wurde ja ganz ordentlich gerempelt, aber ich hatte mir mehr erhofft. Aber das machte der Show nichts aus. Es war mal wieder ein geiler Abend mit Mitgröhl-Hymnen und guter, strassenlastiger Musik, und diesmal gabs sogar noch ein paar Lacher dazu. Wer noch mehr Bock auf die Jungs hat, im speziellen auf Fat Bob, der kann sich auf Youtube eine Reihe von witzigen Videos anschauen, in denen er über Musik philosophiert und dabei Reihenweise Leute verarscht! Einfach in der Suche "Fat Bob Noisey" eingeben!
ENJOY!

FISH (25.10.2013 SUBSTAGE KARLSRUHE)

Ich fand MARILLION schon immer gut, wennauch meine Liebe zu dieser Band über 1-2 Platten nie hinaus ging. Aber den Status als wegweisende Progressive-Rock Band muss man als Musik-Fan einfach anerkennen. Deshalb war es für mich keine Frage mir den ehemaligen Sänger dieser Truppe, sich selbst als FISH betitelt, endlich einmal Mal zu Gemüte zu führen. Gelegenheiten hierzu gab es schon genügend, gastierte der sympathische Schotte doch schon öfter in Karlsruhe. Ein Grund hiefür ist sicherlich nicht nur das exzessive und über alle Massen einzigartige Karlsruher Publikum (Vorsicht Sarkasmus!) sondern die Tatsache, das seine Lebensgefährtin wohl aus Karlsruhe kommt.Das wiederum mag auch der Grund gewesen sein, warum FISH einen Teil des Konzertes im KSC-Trikot sang. Fand ich gut!
Im übrigen ist hier gut zu sehen, dass FISH mittlerweile eher wie ne Imitation von Manfred Krug aussieht. Er hatte ja selbst zu "Kayleigh"-Zeiten nur noch wenige Fussel auf der Birne, aber jetzt ist er kahl und trägt ne Brille. Aber die Tatsache, dass er das sehr oft mit Witzen über sich selbst erwähnte, machte einen sicher, dass dieser Mensch kaum Star-Allüren zu haben scheint, obwohl er sich in seinem Leben schon die ein oder anderen verdient hätte. Das Konzert selbst glich oftmals einem eher erzählerischen Charakter, den FISH nütze sehr viel Zeit dafür, seine Songs und deren Hintergrundgeschichten zu erklären. Da das oft eher bedrückende Geschichten waren, fielen die Songs dazu auch eher unter die Gattung Depri-Rock, was aber keinesfalls schlecht rüberkam. Denn ebenso oft schüttelte FISH auch Rock-Songs aus dem Ärmel, die den Leuten wieder neues Leben einhauchte.Die Mischung war genau richtig! Unter den Songs waren natürlich auch einige MARILLION Songs, die, wen wunderts, am Meisten abgefeiert wurden. Es war ein schöner aber auch nachdenklicher Abend eines Musikers, der noch eine Menge zu erzählen hat. Und vielleicht läuft er mir ja mal im Wildpark übern Weg.

Montag, 11. November 2013

CBGB FESTIVAL - EIN FAZIT

Hier noch ein paar Worte zu diesem Festival, welches ich ja, wie manch einer in den letzten Posts gelesen hat, dieses Jahr erleben durfte. Im Großen und Ganzen ist es ne tolle Sache, auch wenn es einige organisatorische Schwachpunkte gab. Aber das ist bei knapp 700 Events ja auch kein Wunder. Man sollte sich aber auch fragen, ob dieser Rahmen tatsächlich zu dem eigentlichen und ursprünglichen Image des CBGB passt. Klar, es waren auch Bands am Start, die in diesem legendären Club fast schon zu Hause waren. Aber braucht es tatsächlich ein kommerzielles Open-Air am Touri-Mekka Times Square? Braucht es wirklich so viele Bands, nur um einen Preis von 150 Dollar für den Festival-Pass rechtfertigen zu können? Wäre hier nicht weniger mehr? Meiner Meinung nach schon, denn selbst wenn man sehr viel Zeit in dieses Festival investieren würde, könnte man sich dennoch nur einen Bruchteil der Bands, Filmevents und Diskussions-Runden reinziehen. Das Festival ist so aufgebläht, dass es wohl Kommerz-Mogule wie Coca-Cola oder Red Bull als Sponsoren braucht, um das Ding zu realisieren.Könnte mir gut vorstellen, dass Musik-Puristen damit ein gehöriges Problem haben. Ich will die Sache aber nicht schlecht reden, ich stelle nur den Rahmen in Frage. Die Idee an sich finde ich genial, ein subkulturelles Festival, welches sich auf die gesamte Nachbarschaft des CBGB ausbreitet( einige weiter entfernte Ausreisser-Locations ausgenommen)aber dennoch alles zu Fuss erreichbar ist. Sowas kann man natürlich auch nur in einer Landschaft machen, in der es genügend Bars und Clubs gibt, aber wenn New York nicht diese Vorraussetzungen mit der Bowery und dem angrenzenden St.Marks Place erfüllen kann, wer dann? Mir persönlich hat es viel gebracht, und damit meine ich nicht nur die Bands. Wir haben durch die Shows viele coole Orte sehen können und somit endlich mal etwas vom legendären New Yorker Nachtleben mitbekommen. Ein Zustand, der bei den bisherigen Trips zum Big Apple eher zu kurz kam, weil man nach gefühlten 100km Fussmarsch täglich wie ein Stein ins Hotel-Bett fiel, und das meistens zu den acht-Uhr-Nachrichten! Vielleicht bin ich ja nochmal dabei, vielleicht schon nächstes Jahr? Und vielleicht kommen die Macher ja auch etwas auf den Trichter, den Rahmen des Festivals etwas anzupassen. Wünschenswert wärs!

CBGB FESTIVAL: ICE-T / SMOOTHE DA HUSTLER / 050 BOYZ (12.10.2013 CHEZ ANDRE NEW YORK )


Jaaaaa, ihr lest richtig. ICE-T, diiiiee Rap-Legende war auch am Start und neben JUDGE DAS Highlight für mich. Dazu stand noch SMOOTHE DA HUSTLER auf dem Programm, was auch ein keineswegs zu verachtender Rap-Act war. Vor dieser Rap Show, von der ich so gar nicht wusste, was ich zu erwarten hatte,zogen wir uns die Band MIDNIGHT MOB rein (siehe vorheriger Post). Als die fertig waren ging es quer durch die Lower East Side in einen elitären Club namens Chez Andre. Vor dem Laden stand bereits eine Schlange, der wir uns natürlich gleich anschlossen. Offensichtlich hatte der Laden noch nicht geöffnet.Doch dieser Schein trügte. Der Laden war FÜR WEISSE noch nicht geöffnet, denn andauernd kamen schwarze, ghettolastige Jungs herbei geschlendert und wurden vor dem Club von einem ebenfalls Schwarzen in Empfang genommen, der jedes Rap-Klischee erfüllte. Fette Goldkette, Sonnenbrille, schwarzes Seidenhemd und eine Schädel, der eher einer frisch polierten Bowlingkugel glich. Dieser feine Herr begrüsste sämtliche Kollegen und führte sie an den ebenfalls schwarzen Türstehern vorbei. Und die dämlichen Weissbrote in der Warteschlange kuckten dumm aus der Wäsche. Aber irgendwann durften dann auch wir rein. Es ging den Keller runter in eine Art Champagner Lounge, rechts und links waren sone Couchlandschaften (die natürlich mittlerweile alle fest in schwarzer Hand waren) und in der Mitte ne kleine Bühne mit DJ-Pult. Im übrigen hatte der schwarze Parade-Rapper von oben mittlerweile seine Brille abgenommen. Ich erkannte ihn sofort, konnte ihn nur nicht gleich einordnen. Zuerst dachte ich es sei einer der ONYX-Jungs, aber dann klingelte es. Es war TREACH, der Front-Rapper von NAUGHTY BY NATURE !! Allerhand!!! Und genau DER fing dann auch mit seinen Jungs an, was los zu machen. Er war Bestandteil einer Rap-Super-Group mit Leuten von eben NAUGHTY BY NATURE, LORDS OF THE UNDERGROUND (DOITALL)und anderen Rap-Leuten, allesamt aus dem schönen Moloch New Jersey (woher ja ursprünglich auch ICE-T stammt). Die Jungs firmieren unter dem Namen 050 BOYZ und können einiges! Leider hatte das Publikum so gar keine Hip-Hop-Relevanz. Die Whities waren eher New Yorker Hipster, die einfach mal den großen ICE-T sehen wollten, und die Blackies waren zu sehr damit beschäftigt, sich selbst geil zu finden und in dem Polstern möglichst unflätig rumzulungern. Wirkliche Konzert-Stimmung war also nur sehr schwer möglich, und das obwohl die Opener doch einige Klassiker raushauten. Zum Beispiel die NBN-Knaller "O.P.P" und "Hip Hop Horray" oder der Mega-Knaller "Funky Child" der Lords! Dazu noch einige neue Sachen der 050 BOYZ. Es war klasse, mit Meute wäre es ne perfekte Show geworden. Aber als wir da so standen und des Rhymes lauschten, wer latscht da nicht leichtfüssig an uns vorbei? Richtig: olle ICE-T kam in den Club und blieb erstmal bei den Couch-Lounges stehen. Ich war komplett perplex. Ich stand 2 Meter weg von ICE-T, der den Songs zuhörte (in denen er häufig gegrüsst wurde bzw. auf diverse Messages sogar antwortete bzw. zustimmte - Messages, die mir im übrigen auf ewig verborgen bleiben werden!)und dabei sogar den ein oder anderen Tanzschritt aufs Parkett warf. Mir kam das ganze komisch vor. Ich interpretierte es als relative Unsicherheit des Rap-Stars, der ja der Szene etwas den Rücken gekehrt hat um seiner Fernseh-Karriere bei Law and Order nachzugehen. Und vielleicht dachte er sich, Mann du, da sing ich früher was vom Copkiller und jetzt spiel ich nen Bullen inner Glotze! Vielleicht wollte er durch etwas Publikumsnähe heraus finden, was denn so Phase war. Anyway, jedenfalls bemerkte natürlich nicht nur ich, dass ICE-T im Haus war und die ganzen schwarzen Jungs fingen an, Bilder mit ihm zu machen, die dieser brav und geduldig über sich ergehen liess. In dem Moment war ich aber noch zu verklemmt, um mir auch nen Schnappschuss zu sichern. Ich wollte nicht die erste Milchtüte sein, die dann vielleicht noch ungeknipst abblitzt. Doch als dann auch die ersten Weissbrote ihr Bild bekamen, ergiffen mein Mädel und ich die Chance, schluckten die 5 Sekunden Peinlichkeit hinuter und ich laberte ihn auf ein Foto an. Es kann nur an meiner Aufregung gelegen haben, wie ich ICE-T letztenendes ansprach. Ich weiss nicht warum, aber als ich vor im Stand kamen tatsächlich die Worte "YO ICE, CAN WE DO A PICTURE?" über meine Lippen, ja wirklich, ich sagte "YO ICE"!!! Entscheidet selbst, ob es cool oder mörderpeinlich war. Ich selbst tendiere zu Letzterem, bin aber noch nicht sicher. Jedenfalls bekam ich mein Bildchen, welches ich den Rest meines Lebens feiern werde. Kuckst du

Doch irgendwann wurde es ihm dann auch zu doof und er verschwand irgendwo Backstage. Wie auf ner Glücksdroge verfolgte ich den Rest der Show. Mittlerweile war SMOOTHE DA HUSTLER auf der Bühne. Mit dabei, sein Kumpan mit dem ebenso "originellen" Namen TRIGGER DA GAMBLER.
War auch ne zombige Performance, kam aber nicht an Power der 050 BOYZ ran.
Dann endlich the One and Only, the SYNDICATE KING,the ORIGINAL GANGSTER, the ICEBERG,
the Man himself aka das rappende Muttermal:
ICE-TEEEEEEE ! Und der legte los wie die Feuerwehr, keine Ahnung ob der noch regelmässig auftritt, aber jedenfalls hat er nix verlernt und versetzte die Leute, die etwas von Rap verstanden zurück in die glorreichen Zeiten des Sprechgesangs. Es war herrlich und wie oben schon erwähnt, mit nur 100 guten Rap-Fans wäre der abends noch unvergesslicher geworden, als er ohnehin schon war. Gibt es überhaupt eine Steigerung von unvergesslich? Egal, es war ein klasse Abend, nicht nur wegen des Fotos, sondern weil ich auf einen Schlag nen Haufen Rap-Legenden sehen durfte, und das in einem durchaus exklusiven Rahmen. HIP HOP HORRAY !!

Samstag, 26. Oktober 2013

CBGB FESTIVAL: MIDNIGHT MOB (12.10.2013 FONTANA'S NEW YORK)


Die Geschichte zu diesem Konzert ist relativ schnell erzählt, aber deswegen nicht minder erzählenswert. Zu Beginn des für uns dritten Festival-Tages hatte ich mir eine Band schauten wir uns eine New Yorker Rockband an, die es ziemlich in sich hatte.
MIDNIGHT MOB

stand auf dem Programm, eine rotzige und absolut geile Rock-Band mit einem Wirbelwind von Sängerin, die nicht nur lecker war, sondern auch noch richtig singen konnte. Ihre Bandbreite ging von schriller Axl-Rose-Quäke bis hin zur rauchig-heiseren Soulstimme. Auch der Rest der Band hatte seine Werkzeuge sehr gut im Griff und so kesselten die fünf vor ca. 40-50 Leuten (das ging in Ordnung, da der Club sehr klein und damit fast voll war)ihre Songs herunter und oftmals hörte man die Einflüsse wie Social Distortion, Misfits oder rockigere Sachen wie Skid Row oder eben die guten alten "Ganz in Rosie" heraus. Hat mir echt gut gefallen und war eine kleine Entschädigung für die Rohrkrepierer des ersten Tages. Erstens und nen coolen Club gesehen, zweitens ne gute Band erlebt, so macht CBGB Spass!
Hier noch ein Video der Band, wie immer zur audio-visuellen Untermalung. Enjoy!

CBGB FESTIVAL : JUDGE / MURPHYS LAW / MANIPULATE (11.10.2013 ST.VITUS BAR BROOKLYN NEW YORK)


An unserem zweiten Festival-Tag standen dann doch ganz andere Kaliber auf dem Programm. Keine geringeren als die legendären JUDGE, die sich anlässich des BNB-Bowls im Mai wieder zusammen rauften, gaben sich die Ehre! Zu dieser NYHC-Legende gesellten sich deren weitere: Jimmy G. und seine ebenso zur Institution gewordenen Band MURPHYS LAW. Dazu noch als Appetizer ein recht neue und überaus sehenswerte Band namens MANIPULATE. DAS waren die nackten Fakten Abends. Doch was mich letztlich erwarten sollte, konnte ich schlecht einschätzen, schmerzten mir doch noch meine Nüsse aufgrund der "Tiefschläge", die ich am Vortag einstecken musste. Ich wusste nicht wirklich, ob dieses Konzert, so kultig es auf dem Papier auch war, eine wirkliche Relevanz in der Szene hatte.
Der Laden, die St.Vitus Bar, befand sich in einem der letzten Zipfel Brooklyns, ehrlich gesagt kein Ort, an dem man unbedingt nachts als suchender Touri herum irren muss. Im übrigen ist es ohnehin sensationell, wie schnell man sich in New York von einer normalen Gegend in einen Moloch bewegen kann. Das geht oftmals fliessend ineinander über und mehr oder weniger plötzlich steht man in einem sozialen Brennpunkt-Ghetto. Aber genau das ist es ja auch, was diese Stadt so prickelnd macht. Neben den feinen Fassaden der Postkarten-Gebiete und den hippen Künstlervierteln (die aber auf alle Fälle auch ihre Reize haben), gibt es meist einen Steinwurf weiter eben auch noch richtig harte und urbane Randgebiete, in denen längst nicht alles unter Kontrolle ist. Jedenfalls spazierten mein Mädel und ich durchs nächtliche Brooklyn, doch mehr als ein paar zweifelnde Blicke trafen uns dann im Endeffekt auch nicht. Am Laden angekommen überkam mich dann das zweite Glücksgefühl (das Erste hatte ich bei der Bekanntmachung, dass JUDGE überhaupt beim CBGB Festival spielen sollten, welches mir damals spontan die Glückstränen aus den Augen presste): vor der St.Vitus Bar war gut was los und die Show war ausverkauft.Gott sei dank! Also rin in den Schuppen und sich gute Plätze gesichert.Es war natürlich eine Menge Mutanten-Volk anwesend, aber so übel, wie ich es mir vorgestellt hatte, war es dann auch nicht. Die Stiernacken-Dichte des BNB-Bowls wurde jedenfalls nicht erreicht! Im Laden selbst war ein CBGB Kamera-Team, welche das Konzert aus mehreren Winkeln aufnehmen sollten. Erste Band des Abends waren die New Yorker MANIPULATE, die mit ihrem knallharten Hardcore schon mal ne gute Ansage durch den Club prügelten. Von den Leuten her war die Resonanz eher verhalten, aber einige liessen es sich nehmen, etwas rumzuzappeln. Echt ne klasse Band, die alles hat, was nötig ist.Die Jungs sind offensichtlich auch keine Greenhorns mehr, alle schon etwas älter, die haben sich sicher schon in anderen Bands ihren Lorbeeren verdient. Im Publikum waren mittlerweile auch einige NYHC-Persönlichkeiten wie Lord Ezec oder Civ (Gorilla Biscuits) anwesend udn es wurden immer mehr zu einer großen Party. Einen großen Anteil hatte natürlich auch MURPHYS LAW, die mit ihrem Gute-Laune-Kiff-Sauf-Party-Hardcore schnell den Laden im Griff hatten. Auch wenn die Crowd hier ebenfalls eher verhalten agierte, machte das der Show nur wenig aus. Jimmy G. hatte nen Heidenspass und liess so einiges an Sprüchen und Statements ab. Natürlich verurteilte er die Messerattacke von olle Harley, die im Jahr zuvor den Himmel des CBGB-Festivals heftig trübte. Aber in Jimmys Manier machte er sich eben auch über solche Leute und andere Internet-Maulhelden lustig. Auch John Joseph bekam etwas Fett ob seines Gesundheitswahnes ab. Wie in der Szene so üblich waren mittlerweile viele Gäste der DMS-Crew auf der Bühne und feierten gemeinsam ihre (etwas elitäre) New Yorker Existenz! MURPHYS LAW gehören einfach nur NYHC-Szene dazu, und das, ohne jemals auf Bad Boy Image gemacht zu haben. Wirklich ne klasse Band, live der Hammer und nie, nie langweilig.
JUDGE WAS NEXT !!!
Der Laden war gut voll, die Spannung war zum Bersten. Als es losging ging, brach auf der Bühne sowie in der Meute ne ordentliche Power los.Es war genau so, wie ich es mir gewünscht hatte, der Pit moshte, die Leute flogen durch die Luft und der dicke Mike Judge lief Gefahr, im Sauerstoffzelt zu landen. JUDGE begannen mit dem stampfenden Dieselmotor-Opener "The Storm" (nicht unbedingt perfekt um neue Meute zu ausrasten zu bringen, aber es funktionierte trotzdem) gefolgt von von den Klassikern "Take me home" und "Bringin it down". Es war schon ein merkwürdiges Gefühl. Die Songs hatte ich schon gefühlte 1000 Mal gehört, immer mit dem Gedanken, dass diese Band je leider Geschichte ist, und jetzt standen sie da und brachten mein Herz zum klopfen! Als dann mein Lieblingssong "Hear me" kam, war ich restlos hingerissen.Allerdings stellte ich auch fest, dass bereits jetzt die Leute schon etwas weniger abgingen, warum auch immer. Sehr verausgabt hatten sie sich ja bisher nicht und der Altersdurchschnitt war auch nicht so hoch, wie man vielleicht hätte annehmen können. Allgemein ging die Energie etwas flöten und die anfangs kochende Menge kühlte mehr und mehr ab. Sogar als JUDGE ihr Blitz-Cover "Warriors" spielten und dabei noch Civ mit ner saugeilen Judge-Kutte auf die Bühne kam und mit sang, liessen sich die Leute nicht wirklich mehr zum ausrasten bringen. Kuckst du Alles in allem war es aber ein Klasse-Konzert mit hohem Kult-Faktor, auch wenn ich mir etwas mehr erhofft hatte. Aber diese Konzert zeigt einmal mehr, dass GORILLA BISCUITS (BNB-Bowl 2011) faktisch und unumstösslich die beste HC-Show meines bis dato noch jungen Lebens war! Nach dem Konzert kehrten wir noch in einen durchaus gemütlichen McDonalds ein, der mehr Treff für Crack-Süchtige und Obdachlose denn Schnellimbiss war. Als wir dann den gruseligen Rückweg antraten und ich permanet dieses "Warriors" Thema im Schädel hatte, wurde man unweigerlich an den gleichnamigen Film erinnert (auch wenn dieser in der Bronx spielt). Aber glücklicherweise forderte mich niemand auf, raus zum Spielen zu kommen !!!

Mittwoch, 23. Oktober 2013

CBGB FESTIVAL: SOAPBOX ARMY (10.10.2013 FAT BABY NEW YORK)


Wie immer suchte ich auch vor meinem diesjährigen New York Trip gerade zu manisch und bereits Monate zuvor nach etwaigen Konzerten, die wir in der Stadt der Städte anschauen konnten. Lange Zeit war aber, gerade was Punk und Hardcore-Shows angeht, kaum Land in Sicht. Mehr oder weniger zufällig stiess ich dann aber auf das oben genannte Festival, welches das 40-jährige Jubiläum des legendären CBGB Clubs in der Bowery honorieren sollte. Eigentlich ein Riesenglück!! Ich weiß zwar nicht, ob solch ein kommerzielles Festival, dessen Höhepunkt ein grosses Open-Air Konzert auf dem Times Square ist, den richtige Rahmen darstellt, einen versifften und über alle Maßen kultigen Underground-Club zu feiern, in dem sich eigentlich fast nur Subkulturen die Klinke in die Hand gaben, aber mir war klar, dass es da auch einige Juwelen abzugrätschen gab denn beim so einem Club MUSSTEN auch gute Sachen dabei sein.. Ich war also voller Zuversicht bis endlich die ersten Bands bekannt gegeben wurden. Ein Festival-Pass kaufte ich uns blind, mit dem man Zugang zu allen Konzerten und Filmvorführungen hatte. 50 Mäuse für Frühkäufer schienen mir fair, aber wie gesagt, die Bands kannte ich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht. Als dann nach und nach die ersten Bands bekannt gegeben wurden, war ich zunächst etwas ernüchtert, denn ich kannt offen gestanden so gut wie NICHTS davon. Aber das sollte sich ändern. Meine Geduld wurde belohnt und es wurden u.a. Shows von JUDGE, MURPHYS LAW und ICE-T (!!!) angekündigt. Allein damit war der Preis schon reingeholt! Natürlich checkte ich im Vorfeld einen großen Teil der Bands durch und machte mir so einen Plan, was ich und mein Mädel alles anschauen konnten bzw. wollten. Tagsüber hatten wir uns im BOWERY ELECTRIC, einem Club in der Nähe des ehemaligen CBGB, der wohl auch als eine Art Festival-Basis diente, unsere Pässe abgeholt und abends standen die ersten beiden Konzerte an. Obwohl fast alle Locations in der Lower East Side gelegen waren und alle gut zu Fuss zu erreichen waren, konnte man sich natürlich nur ein bestimmte Anzahl von Bands anschauen, weil sich natürlich (bei mehreren hundert Bands) auch vieles überschnitt. Frohen Mutes stiefelten wir also in einem Club Namnes FAT BABY, die Pässe wurden akzeptiert, doch es kam mir komisch vor, denn es war absolut nichts los. Die Band, die wir anschauen wollten hiess SOAPBOX ARMY aus New York,

eine Indie Rockband, von der ich sogar schonmal gehört hatte. Der Club war saucool und die Show sollte in einem Kellerraum stattfinden. Doch irgendwie musste da was schief gelaufen sein, denn es waren bei Konzert-Beginn gerade mal 16 Leute im Saal (abgezählt!) und dazu zählten Band, Barkeeper, Türsteher und Freundin des Sängers. Wirkliche Gäste waren es depremierende 6 Leute. Ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich solche Situationen hasse. Also saßen wir peinlich berührt auf einer Eck-Couch und sahen der Band zu, die ihre aber Show durchzog und sich die Enttäuschung über das schwache Feedback auf ihr Konzert kaum anmerken ließ. Es waren echt klasse Songs dabei aber ich kann so einen Abend einfach nicht geniessen, nicht mal ansatzweise.Nach ner Stunde war der Spuk dann auch schon vorbei und wir zogen weiter in den nächsten Club um dort CEE KNOWLEDGE AND THE COSMIC FUNK ORCHESTRA zu sehen. Die Verbindung zwischen Rap und Funk fand ich auf Anhieb geil, deshalb war klar, dass wir uns die Show reinziehen würden. Der Laden hiess BAR 13 und war nicht allzu weit weg.Ich dachte mir,es kann ja nur noch besser werden, nachdem Drama, welches wir grad erleben mussten. Doch dann kam der nächste Tritt in die Nüsse!! Der Laden war tatsächlich vom Gesundheitsamt geschlossen worden !!!! Stand auf einem Zettel an der abgeschlossenen Tür.
Dass die Halbhirne vielleicht mal die Ausweich-Location bekannt gegeben hätten, war wohl zuviel erwartet. Irgendwo fand die Show statt, aber leider konnte ich auch trotz CBGB App (für die man halt Internet braucht)nicht heraus bekommen, wo das Ganze nun ersatzweise stattfand. Ich war bedient!! SO hatte ich mir den ersten Tag des Festivals nicht vorgestellt. Aber es sollte noch so viel besser werden ... also ... STAY TUNED !!! Zum Schluss noch nen Video der SOAPBOX ARMY, damit wenigstens was gutes von diesem Blog hängen bleibt!!

Samstag, 21. September 2013

THE WINERY DOGS (SUBSTAGE KARLSRUHE 19.09.2013)

Das hier wird kein Konzert-Bericht, wie man ihn normaler hier lesen kann. Bei diesem Konzert arbeitete ich an der Kasse und konnte demnach nur einen kleinen Teil des Konzertes sehen. Doch durch eine "Kleinigkeit", die ich an diesem Abend bemerken musste, schien es mir angemessen, dennoch einen kleinen Bericht darüber zu schreiben. Zunächst einmal die Band: THE WINERY DOGS, eine Art Allstar-Band bestehend aus den Musikerlegenden Richie Kotzen (Gitarre und Gesang und u.a. Ex-Mitglied von Bands wie POISON und MR.BIG), Billy Sheehan (Bass und u.a. Ex-Mitglied von DAVID LEE ROTH und ebenfalls von MR.BIG) und Last und in diesem Fall auch Least: Mike Portnoy (Drum-Genie und Ex-Mitglied von DREAM THEATER und aktuelles Miglied von TRANSATLANTIC). Hier ein Bild von Letzterem

Es war also eine geballte Portion musikalischer Kunst auf der Bühne. Selbst in den paar Song-Fetzen, die ich hören durfte, konnte ich das mit jeder gespielten Note bestätigen. Das Trio hatte einen fetten Sound und mit ihren eingängigen und teileweise Grunge-igen Rocksongs hatten sie die mit 500 Leuten gut gefüllte Halle schnell in ihren Bann gezogen.
Doch wie so oft bringen Erfolg und die permante Bestätigung, etwas ganz Besonderes zu sein, auch die ein oder andere Star-Allüre mit sich.
Und genau das möchte ich hier für die Nachwelt festhalten. Man bekommt natürlich so Einiges mit, wenn man die Möglichkeit hat, in so einem Musik-Club zu arbeiten. Nun, manche Töpfe sollten lieber auf der hinteren Herdplatte bleiben, was so viel heisst wie: alles kann und sollte ich hier nicht preisgeben, denn ich will noch ne Weile im Substage jobben. Doch eine Oberpeinlichkeit, die sich Mike Portnoy offenbar bei jedem Konzert leistet, muss hier einfach ein für alle Mal preisgegeben werden.
Mike Portnoy benutzt einen Drumstick-Halter. Nun, das ist soweit nichts besonders, denn eigentlich jeder Schlagzeuger hat irgendwo an seinem Drumkit eine Halterung oder einen Köcher für frische Drumsticks. Der Unterschied zu Portnoy: Er benutzt einen MENSCHLICHEN Drumstick-Halter.
Offenbar ist eigens für diese Drum-Diva ein Typ mit auf Tour, der den gesamten Set (immerhin über 100 Minuten !) in der Hocke hinter dem Schlagzeug sitzen muss und dem feinen Herrn permanent 2 Drumsticks entgegen zu strecken. Und damit diese sklavenähnliche Existenz auch etwas ausgelastet ist, muss er parallel zum Halten der Sticks auch noch das Mikro links neben Portnoy bedienen und zwar immer, wenn er was mitsingen muss zu ihm hin, und damit es ihn nach den Gesangseinlagen nicht stört, wieder von ihm weg. DAS nenn ich mal ne wirkliche Star-Allüre. Portnoy, den ich als Schlagzeuger immer extremst verehrt habe(und das auch weiterhin tun werde), bekommt dafür ein dickes "BUUUH" und drei Daumen nach unten.

Mittwoch, 11. September 2013

THE GASLIGHT ANTHEM (POSTHALLE WÜRZBURG 13.08.2013)


Ich weiß nicht, ob man zu einer Musikrichtung bzw. zu einer Band eine Art Seelenverwandtschaft haben kann. Wenn ja, dann trifft das bei mir und den GASLIGHT ANTHEMS absolut zu. Schon mit den ersten Klängen, die zugegebenermaßen so gut wie bei jedem Hörer schnurstracks den Weg ins musikalische Folk-Rock-Herz finden, traf mich die Musik der bodenständigen Jungs direkt in die Seele. Ich fühlte sofort eine Verbundenheit und stellte mir unumstösslich vor, unter diesen Klängen einer amerikanischen Landstrasse in den melancholischen Sonnenuntergang zu folgen. Merkwürdigerweise befällt mich das gleiche Gefühl bei den meisten Songs von Bruce Springsteen, der ja wie GASLIGHT ANTHEM, ebenfalls aus der gleichen Ecke New Jerseys stammt und schon ein wenig deren Mentor war.
Und nun, obwohl mir diese Band so ausserordentlich gut gefällt, hatte ich es bis dato dennoch nie geschafft, diese auch mal live zu erleben. Irgendwas kam immer quer. Umso erfreuter war ich, als mir mein Mädel zu Weihnachten 2 Tickets für das Konzert in Würzburg schenkte. Leider gab es aber an diesem Tag Umstände, die ihr den Konzertbesuch unmöglich machten. Aber sie wäre nicht mein Freundin, wenn sie nicht darauf bestanden hätte, dass ich mit einem Ersatzmann trotzdem fahren solle. Aber erwartungsgemäß ist es am gleichen Tag eher unwahrscheinlich, einen Kurzentschlossenen zu finden, der für sone Zerreis-Aktion Zeit übrig hätte. Ergo rollte der Old Irons Express mal wieder als One-Man-Show hinaus in die Nacht.
Würzburg ist ja jetzt auch keine Weltreise und in guten zwei Stunden abgeritten. Die zweite Karte konnte ich noch losbekommen, obwohl der Laden gar nicht mal ausverkauft war. Trotzdem war die Posthalle gut voll und ich schätze mal 2.000 Leute schauten sich die Vorband an: THE GHOSTROCKETS. Gar nicht mal schlecht, ging so in die Richtung Foo Fighters, würd ich ma sagen, mit nem komplett abzappelnden Psycho-Sänger, dessen Performance eher einem 40minütigen Epilepsie-Anfall ähnelte als einer Rock-Show, aber wie gesagt, durchaus originell was die Schweinfurter das so ablieferten.
Endlich die Hauptband, straight from New Brunswick, New Jersey: THE GASLIGHT ANTHEM.
Doch trotz ihrer immensen Hit-Dichte, auf die sie von Beginn an bauten, hatte ich mir eine bessere Band-Aura vorgestellt. Zuerst kam mir die Band etwas reserviert, fast schon arrogant vor, irgendwie wollte der Funken zwischen Band und Meute nicht überspringen. Natürlich feierten die Leute die Songs mit jeder Note ab, aber das heisst ja noch lange nicht, dass die Chemie ebenso stimmt. Nach einigen Songs zwängte sich mir aber der Verdacht auf, dass ich etwas falsch urteilte, denn es war eher Schüchternheit, die oftmals fälschlicherweise als eine Art von kühler Reserviertheit interpretiert wird. Also genug geschwafelt, THE GASLIGHT ANTHEM im speziellen Frontmann Brian Fallon, sind keinesfalls arrogant, sondern anscheinend so auf dem Boden geblieben, dass sie eben aufgrund von Lampenfieber ne Weile brauchen, um wirklich aufzutauen.
Und so war es dann auch, mit jedem Song, mit jedem Riff, mit jeder Harmonie wurde es besser und gegen Ende der Show waren Fans und Band eine feste Einheit. Das und die Tatsache, dass die Burschen einen Hit am anderen rausballerten, war der Garant dafür, dass das Konzert ein voller Erfolg wurde und jeden Kilometer meiner Solo-Tour wert war. Wen es interessiert, der kann sich hier noch die SETLIST
reinziehen. THE GASLIGHT ANTHEM - immer wieder gern ...

Dienstag, 27. August 2013

MUNICIPAL WASTE / THE CASUALTIES (LE GRILLEN COLMAR 06.08.13)


THRASH METAL, die in den 80ern vielleicht populärste Form des Metal, erlebte in den letzten Jahren eine Art Revival. Bands wie LAZARUS AD, WARBRINGER, TOXIC HOLOCAUST oder BONDED BY BLOOD (um nur einige zu nennen) hauchten dieser überaus erhaltenswerten Stilrichtung neues und vor allem brachiales Leben ein. Ebenso taten es die Jungs auch Richmond,Virginia, namentlich berüchtigt als MUNICIPAL WASTE. Schon einige Male wollte ich die sehen und immer kam was dazwischen. Zuletzt hatte ich sie schlichtweg verpasst, weil sie auf dem Léz'Art-Festival bereits um 14 Uhr mittags spielten. Anyway, jetzt sollte es endlich klappen. Das Lineup des Abends schien etwas abenteuerlich: mit von der Partie war die regionale Hardcore-Band THE BORING und die Tour teilten sich M.W. mit den CASUALTIES, ihres Zeichen stachelige Streetpunks straight from New York City!
Man durfte gespannt sein, was sich da für ein Klientel ansammeln würde. Der Laden war gut voll. Es waren überwiegend Hundepunks im Saal, was wohl soviel hieß, wie dass der Hauptteil der Leute wegen den CASUALTIES vor Ort war. Hardcores oder Thrasher Leute waren dann doch eher in der Unterzahl. Wir, das heisst Warstreet-JenZ et moi (anderen O.I.'s machte der Honeymoon einen Strich durch die Rechnung ;-), schlugen während THE BORING im Club auf.Die Band war definitiv nicht schlecht, die spielen so nen Madball-Style und haben 2 Sänger,konnte man sich echt gut reinziehen, aber war jetzt auch keine Band, bei denen man sich vor Glückseligkeit die Haare ausreissen möchte.
Die Stachelritter von den CASUALTIES waren danach dran. Und das war schon eine richtig derbe Ansage! Knallharter Bollock-Hardcore-Punk mit biergetränkten OI-Einlagen. Herrlich! Die Meute war auch am Start und die ganzen Punks spiessten sich mit ihren Nieten gegenseitig auf. Einige von den bunten Kameraden waren sogar so clever MIT einem vollen Weizenglas auf die Bühne zu steigen und MIT demselben wieder in die Menge zu diven. Und als sie dann auf dem Boden aufschlugen, wunderten sie sich wahrscheinlich noch, dass ihr Glas plötzlich leer und zudem noch zerdeppert war. Bollocks halt! Aber die Stimmung war klasse und je heisser es wurde, desto mehr zerfielen die hochgestellten Iros der Protagonisten. Alles in allem eine klasse Show der New Yorker, welche alleine schon den Eintritt wert gewesen wäre. Doch der Hauptact sollte ja noch kommen. MUNICIPAL WASTE !!! Allesamt nicht größer als 1,65 ziemlich zugewuchert - als typische Hass-Zwerge sozusagen. Und genau in dem Stil treten sie auch auf. Ein Thrash-Brett schlug den Leuten direkt ins Gesicht. meine Befürchtungen, dass viele nach den CASSUALTIES gehen würden bzw. sich nicht für M.W. interssieren würden, bestätigten sich Gott sei dank nicht. Und so entstand schnell ein klasse Moshpit aus Punks, HCs und Thrashern. Einer war sogar mit Gasmaske im Pit - DELUXE!!
Es war herrlich, so herrlich dass ich es mir auch nicht nehmen lassen wollte, meine Kutte etwas anzuschwitzen. Also schnappte ich mir entschlossen den handlichen Jens unter den Arm und rannte mit Kriegsgebrüll ins Getümmel.
War das ein Spass!!
Natürlich hatten M.W. auch den passenden Soundtrack dazu und schmetterten ein Sauf-Brett am anderen runtern. Nicht umsonst heisst es : MUNICIPAL WASTE IS GONNA FUCK-YOU-UP !!!
Ich bin wirklich überglücklich, diese geile und spassige Thrash-Show gesehen zu haben, es war eines dieser Konzerte, bei denen man die Hits noch tagelang leise vor sich her singt und einfach nicht mehr ausm Schädel bekommt!
Ich jedenfalls werde es zu einer meiner Lebensaufgaben machen, diese Spitzen-Band einmal nach Karlsruhe zu holen. Die Jungs in der Hacke, dazu ne tollwütige Mosh-Meute, die alles abreisst, DANACH könnte ich dann beruhigt den Blinker setzen !!

Dienstag, 20. August 2013

NEW NOISE FESTIVAL 2013 (03.08.2013)

Es ist schon aller Ehrenwert, was die drei Jungs (gebürtig bekannt als Lucas, Alex und Chris) da mittlerweile aus dem Boden gestampft haben. Die Provinzstadt Karlsruhe hat hier einen ungeschliffenen Rohdiamanten, der schon jetzt in Festival-Kreisen nicht nur in Deutschland einen richtig guten Namen erlangt hat. Was wird daraus wohl noch werden, wenn es sich über die Jahre noch weiter etablieren wird!? Ich jedenfalls bin jetzt schon froh und stolz, dass es in Karlsruhe ein solches Hardcore-Festival überhaupt gibt. Leider mischten dieses Jahr zwei Faktoren mit ins Geschehen hinein, welche mir das Ganze etwas vermiesen sollten bzw. die Freude an der Musik zumindest für meinen Teil etwas trüben sollten. Erstens wurde das Pokal-Spiel des KSC ausgerechnet auf diesen Samstag gelegt, und dann auch noch als Abendspiel! Und zweitens: die brutale Hitze an dem Tag, die den Aufenthalt in den Zelten sehr, sehr anstrengend machte. Der erste Grund hatte natürlich zur Folge, dass ich mir nur einen Teil des Line-Ups anschauen konnte. Die Hauptbands des Abends fielen leider dem KSC zum Opfer, der natürlich auch gegenüber diesem geilen Festival Vorrang haben musste.Thats the life I chose! Alles in allem habe ich also nur 3 Bands wirklich aktiv gesehen. Das waren RISK IT, FINAL PRAYER und DEATH BEFORE DISHONOR. Alle anderen Bands hörte ich mir zwar größtenteils an, aber allesamt nur von ausserhalb der Zelte. Deshalb masse ich mir nicht an, über diese Shows etwas zu schreiben. Tut mir echt leid, nur so wenig gesehen zu haben, aber die Verlockung auf dem Gelände etwas im Schatten zu chillen und im Sommerwind gepaart mit teilweise melancholisch schönem Hardcore-Gekreische (a la XERXES und Co.) die Seele etwas baumeln zu lassen, war einfach zu groß.
Aber auch das macht ja ein Festival aus. Nicht nur die Bands direkt live zu erleben, sondern auch etwas von dem wirklichen DIY-Festival-Feeling aufzusaugen, Leute zu treffen und die Zeit zu geniessen. Zu den Bands die ich sah: RISK IT hatten einen grausigen Sound, den Sänger hörte man so gut wie gar nicht, was bei einer HC-Band ungefähr so rüberkommt, wie ne Knarre ohne Munition. Die Band ist klasse und es wollte auch einige Leute im kleinen Zelt darauf abgehen, aber der Sound machte doch einigen Tanzwütigen einen kleinen Strich durch die Rechnung. FINAL PRAYER hatten dann später (vielleicht auch aufgrund einiger Beschwerden), einen weitaus besseren Sound und fetzten eine gute Show unters Zeltdach. Wirklich groß war die Meute zwar auch nicht, aber es waren genügend um die sandige Pitch-Grundlage gehörig aufzuwirbeln.
Der mit Abstand beste Act des Tages (soviel Auswahl hatte ich ja wie gesagt leider nicht) waren die Bostoner DEATH BEFORE DISHONOR. Ich hab die schon ein paar Mal gesehen, doch dieses Konzert war pures Dynamit. Der Sound war brettmässig und man hätte meinen können, dass er das Dach des großen Zeltes sogar etwas aufgeblähte.
Der Moshpit war auch ordentlich und Oldschool wie Newschool moshte gemeinsam durch die Gegend. Es gab auch nur einmal nen kurzen Konflikt zwischen den Fronten, welcher dann aber auch schnell wieder erledigt war. DBD jedenfalls räumten gehörig ab, allein diese Show war den Besuch des Festivals wert.
Verpasst habe ich abends dann leider u.a. die Shows von INTEGRITY, EMPOSERMENT (:-) gell Jockes!) und den mächtigen NAPALM DEATH, die laut Buschfunk allesamt gehörig auf den Putz hauten und keine Wünsche offen liessen. Auch was Karlsruher Szene-Leute anging war es zwar schon weitaus besser als letztes Jahr, doch ist das noch sehr ausbaufähig. Normalerweise müssten die hiesigen Musik-Fans, egal ob Alt-Punks, Thrash-Metaller oder Hardcores, eigentlich geschlossen hinter so einem Event stehen, aber in Sachen musikalischem Zusammenhalt hatte die Fächerstadt ja schon immer gewisse Defizite. Ich werd jedenfalls nächstes Jahr wieder gehörig die Werbetrommel rühren!!!
NEW NOISE 2014 - HERE WE COME!

Donnerstag, 15. August 2013

THE HOOTERS (SUBSTAGE KARLSRUHE 31.07.2013)


Ich bin immer heiss drauf, diese alten Rockbands nochmal zu sehen, sofern sie noch wenigstens teilweise in Original-Bestzung am Start sind. Gerade wenn noch der Sänger und/oder Gitarrist(en) der ersten Stunde mit von der Partie ist, ist es auf jeden Fall immer wert, sich eine dieser AOR-Bands reinzuziehen. So geschehen bei Legenden wie ASIA, SURVIVOR, SLADE, WISHBONE ASH, TOTO und auch bei URIAH HEEP. Hab ich mir allesamt reingezogen und war immer begeistert. Und deshalb musste ich mir auch die HOOTERS anschauen, wenn sie schon mal (wieder) in Karlsruhe vorbei schauten. Ich bin jetzt zwar kein todesgieriger HOOTERS Fan, aber ich mag die Mucke und logischerweise liebe ich (wie wahrscheinlich so gut wie jeder) ihre Welthits wie ALL YOU ZOMBIES, 500 Miles und natürlich olle Johnny B.! Aufgrund globaler Verwicklungen, die hier keinerlei Erwähnung verdienen, kamen mein Mädel und ich zu Spät zur Show. Vorband sowie die ersten 2-3 Songs der HOOTERS hatten wir also schonmal verpasst. Das Substage war knallevoll und glich einem Treibhaus. Mörderschwül und voller Honks. Wir suchten uns (mehr oder weniger vergebens) einen Platz, an dem man nicht an seinem Nachbarn festklebte. Es war wirklich nahezu unerträglich, so daß mich kaum ein zündender Funke der Band erreichte, obwohl diese ihren Set trotz Hitze mehr als ordentlich darboten. Als dann vor mir noch ein vermeindlich "jung" gebliebenes Rockerpärchen glaubte, bei jedem Song einen Fruchtbarkeitstanz aufführen zu müssen, der sich bei langsameren Nummern in einen unappetitlichen Stehblues verwandelte, hatte ich fast schon genug. Die beiden kontrollierten sich mit ihren Zungen gegenseitig auch noch die entlegensten Plombem, was den gleichen Effekt hatte wie ein brennender Mönch. Man findet es abscheulich, kann aber nicht weg sehen! Ein Platzwechsel brachte nur mässige Linderung meiner Genervtheit, denn irgendwie waren in jeder Ecke des Substage äusserst merkwürdige Menschen die sich in noch merkwürdigeren Tanzversuchen probierten. Doch das Konzert selbst war trotz alledem schon richtig gut.Die HOOTERS sind Profis, denen das Live-Spielen auch noch nach all den Jahren sichtliche Freude bereitet. Natürlich schlugen Hits wie 500 MILES und ALL YOU ZOMBIES voll rein, aber auch etwas unbekanntere Songs wie GREAT AMERICAN CAR, SOUTH FERRY ROAD oder das Don Henley Cover BOYS OF SUMMER heizten die Stimmung richtig hoch. Zu hoch für unseren Geschmack, denn irgendwann war es einfach zu heiss, Die Soße lief mir die Schienbeine runter und da wir eh schon zu spät gekommen waren, konnten wir ja auch etwas früher gehen. Diesem Zustand fiel dann die letzten Songs mitsamt JOHNNY B.zum Opfer, aber das ist eh mein Unlieblings-Hit der Jungs aus dem schönen Philadelphia ! Auf alle Fälle mal wieder ne klasse und vor allem noch glaubhafte Rocklegende gesehen. Check!!!

Donnerstag, 8. August 2013

HAIL TO THE KOP


Diesen Blog widme ich einzig und allein einem Video, welches die Meisten schon kennen werden. Es handelt sich um die legendäre Aufnahme des Kops (als er noch der KOP war), der legendären Hintertor-Tribüne der Anfield Road, Heimat des FC Liverpool!
Dieses Video macht einem nicht nur unglaublich gute Laune (wie ich finde) sondern es ist auch ein unumstössliches Beispiel dafür, was die Fankultur beim Fussball ausmacht und wie unglaublich positiv sich eine derartige Massendynamik darstellen kann. Es ist bemerkenswert, wie aus tausenden Individuen mit eigentlich eigenen Charakteren, Vorlieben und Meinungen aus einem mehr oder weniger banalen Grund wie einem "Fussball-Spiel" eine homogene und vollkommen ineinander verschmelzende Masse wird, die in diesem Moment nicht nur das Gleiche denkt, sondern auch noch ein und dasselbe tut. Genau wegen dieses Herdentriebes, wie diese Verhaltensweise oftmals etwas abfällig bezeichnet wird, ist der Fussball bzw. sind seine Fans und deren Fankultur etwas Einzigartiges und über alle Maßen Erhaltenswertes. Natürlich stellt sich dieses Massenphänomen heute weitaus vielseitiger dar, und bei weitem nicht immer nur positiv. Und genau wegen dieser Unkontrollierbarkeit ist die kreative und dynamische Sub-Kultur der Fussball-Fans den modernen Funktionären ein solcher Dorn im Auge. Denn was man nicht vollens kontrollieren kann, muss man eben laut dem Regelwerk aller Sicherheitsfanatiker auf Gedeih und Verderb bekämpfen.
Doch zurück zu den positiven Seiten einer entfesselten Meute, in diesem Falle, zu unserer "Kop Crowd" aus den 60er Jahren. Mit am Bemerkenswertesten finde ich, die Vielschichtigkeit der Leute. Ob alt oder jung, dick oder dünn, schön oder hässlich, keiner beschwert sich ob der wogenden Menschenmassen, keiner zickt rum, daß er nicht in Ruhe das Spiel sehen kann, keinen stört es, daß ein Song der "gottlosen und jugend-gefährdenden" Beatles gesungen wird. Das alles ist kein Problem, für Niemanden. Im Gegenteil, jeder, wirklich jeder, egal aus welcher gesellschaftlichen Schicht er kommen mag, scheint nicht nur stolz auf seinen Klub zu sein, sondern auch stolz darauf, Teil von etwas ganz Besonderem sein zu dürfen.
Wenn man sich das alles nochmals durch den Kopf gehen lässt und dann das Video nochmals anschaut, wird einem das alles erst richtig bewusst. Also ziehts euch nochmal und nochmal und nochmal rein, ich jedenfalls kriege nicht genug von den Fressen !!

Mittwoch, 7. August 2013

DOG EAT DOG (KUPFERDÄCHLE PFORZHEIM 25.07.2013)


Alter, DOG EAT DOG, die Band, die in den 90ern wie ein Komet aufstieg und auf Festivals wie dem Dynamo Open Air 30.000 Leute zum hüften brachte, diese geniale Band war tatsächlich mal wieder auf Tour und machte sogar in der Goldstadt einen Zwischenstop. Eigentlich, so dacht ich mir zumindest, musste da der Laden doch übervoll sein, aber Pforzheim ist halt so ne Wundertüte, da weiß man nie was man bekommt. Im 400 Mann-Saal waren dann wenigstens 200-250 Fans zugegen, immerhin, auch wenn ich sicher mit nem vollen Haus gerechnet hatte. Leider sind von der Original-Besetzung der New Yorker nur noch Basser David Neabore und natürlich Sänger und Frontsau John Connor dabei. Der Rest wurde mehr oder weniger oft ersetzt, leider auch Dan Nastasi. Der ehemalige Mucky Publer war ja Gründungsmitglied und kreativer Kopf der Band, ein Umstand, der sich sicher nicht gerade positiv auf die Erfolgskurve der Combo auswirkte. Ich war dennoch heiss auf die Show, und zwar wie frittenfett! Als DED die Bühne betraten, war alles etwas verhalten um nicht zu sagen verklemmt. Die Band wusste nicht so recht, die Leute im Publikum mussten noch weniger. Sie begannen auch noch mit einer lupenreinen Rap-Einlage, was sicher auch nicht der gelungenste Opener war um das Eis zu brechen. Aber miz jedem weiteren Song lockerte sich die Atmosphäre auf und Frontman John Connor bewies, daß er mit jeder Publikums-Größe umgehen kann. Er ist einfach einer dieser Nice-Guy-Entertainer, der einen ruckeldizuck in seinen Bann zieht, und ein guter Rapper ist er obendrein! Es wurde wirklich zu einem geilen Konzert und dem Moshgott sei dank waren auch wieder ein paar Tanzwütige dabei, die nicht wie die meisten Komplexe-Bündel nur in den hinteren Reihen herumstanden und mit den Hüften wippten, sondern die vor der Bühne sehr ordentlich die Sau raus liessen und wild durch die Gegend hüpften. Mega-Hits wie "GOOD TIMES", "WHO'S THE KING", "ROCKY" oder "EXPECT THE UNEXPECTED" waren auch nochmal regelrechte "Zündis" für die Stimmung. (Anmerkung des Verfassers: wer nicht weiß was Zündis sind, der soll sich mal Zurück in die Zukunft Teil 3 anschauen und er wird erleuchtet werden!) Natürlich kam zum Schluss auch noch "NO FRONTS", was der absolute Höhepunkt des Abends war.
Hier ein kleiner Ausschnitt:
Alles in allem war es ein toller Abend, der wie sooft hätte noch besser ein können, wäre der Laden, so wie es die Band verdient gehabt hätte, knallevoll gewesen. Aber dennoch hatten alle ihren Spass und gingen verschwitzt nach Hause! Im übrigen wurde mir an dem Abend mal wieder klar, daß man ne Band wie DOG EAT DOG auch locker auf die Hauptbühne vom FEST in Karlsruhe stellen könnte. Die New Yorker kämen mit Sicherheit damit klar und brächten den Mount Klotz zum beben. Ich glaub, ich muss da mal ins Planungs-Komitee! Allerdickste Grüsse an Mad (nicht nur fürs Karten besorgen), an Grizzly Jens und seine beiden Kumpels (deren Namen ich natürlich schon wieder vergessen habe, bzw. wurden sie mir jemals vorgestellt?)und auch an Nico von Subkultura, der wiedermal eine klasse Band in unsere Provinz holte und das Risiko dafür getragen hat!!

Montag, 5. August 2013

DAS FEST 2013 - EINE KURZE NACHBETRACHTUNG

Ich mag ja eigentlich keine großen Festivals mehr. Früher war ich öfter auf solchen Massenveranstaltungen wie dem DYNAMO OPEN AIR in Eindhoven oder dem WITH FULL FORCE in Leipzig. Aber die zunehmende "Verkarnevalisierung" dieser Konzerte ist für mich eigentlich nicht mehr ertäglich. Von 50.000 Leuten sind mindestens die Hälfte Vollidioten, deren einziger Anspruch zu sein scheint, das "lustigste" Kostüm oder den "verrücktesten" Hut zu tragen.Alle wollen nur "Party" machen und vergessen dabei, daß es ja hier eigentlich um die Musik und deren Fans geht. Doch die meisten Leute sind Alles-Verwerter, solche,die die Frage nach ihrem Musikgeschmack mit "ich hör eigentlich alles" beantworten (wie zum Geier soll das gehen???), die sich bei jeder Band möglichst weit vorne hinstellen müssen, um Konzert-übergreifende iPhone-Videos zu machen oder um überflüssigerweise zu twittern, in welcher Reihe sie grad bei welcher Band stehen. Für die wirklichen Fans besteht dadurch und durch haufenweise Sinnlos-Sperren und abgetrennte Zuschaer-Bereiche kaum noch die Möglichkeit, sich zu finden und gemeinsam eine würdige Konzert-Crowd zu bilden. Doch ich schweife ab, denn eigentlich verdient ja DAS FEST eigentlich nicht den Namen "Festival". Es ist das, was es ist: ein großes Fest, auf dem Bands spielen, nicht mehr und nicht weniger. Glücklicherweise ist die Trotteldichte bei so einem Event auch etwas geringer bzw. besteht das Publikum ohnehin aus 80% Leuten, die normalerweise gar nicht auf Konzerte gehen. Bei denen ist also das Verlangen, sich unweigerlich zu Obst machen zu müssen, scheinbar noch nicht so ausgeprägt. Gott sei dank! Aber dennoch will ich DAS FEST hier gar nicht zu madig verkaufen. Es ist mal grundsätzlich ne gute Sache, bei der man für wenig Geld relativ viel bekommt. Leider sind die Veranstalter aber etwas feige bzw.etwas einfältig, denn immer wieder gehen sie auf Nummer sicher und buchen Bands, die schon 2 oder sogar schon 3 Mal auf dem Fest gespielt haben. Das finde ich furchtbar ätzend. Es gäbe mit Sicherheit noch massig guter Bands aus dem In und Ausland, die erschwinglich wären und aufs Fest passen würden. Jedenfalls hatte für jeden Tag Karten und war auch am jedem Tag auf dem Gelände.
Zu einigen Bands (ohne bestimmte Reihenfolge), die ich mir reingezogen habe, hier ein kurzes Statement
KETTCAR: ein furchtbares Schlafmittel und für ein Open-Air Konzert gänzlich ungeeignet.Die Hamburger bestachen einmal mehr mit ihren wenig sinnmachenden "Grönemeyer" Texten. Man munkelt, dass der Pharma-Gigant Bayer KETTCAR-Schlaftabletten auf den Markt bringen will, einmal geschluckt will man nie mehr wach werden!
BOSSE: noch langweiliger als KETTCAR, kaum zu glauben, dieser jaulende Pimmel lässt sich allen Ernstes mit Bruce Springsteen vergleichen, was ihm eine todsichere Watsch einhandelt, sofern mir diese Made mal übern Weg laufen sollte.
SEEED: Die Berliner waren wie immer eine Reise wert und hatten das komplette Publikum im festen Griff. Die alten Hits bollerten, die neuen Songs waren aber nur ok. Und über diese Harlem-Shake-Scheisse kann man sagen was man will, aber am Mount Klotz sah es saugeil aus.
GENTLEMAN: war ja kurzfristig für den schwäbischen Weichspüler Max Herre eingesprungen. Ich muss sagen, dass ich absoluter Fan des Osnabrückers bin und mir schon einige Konzis von ihm angeschaut habe. Auch dieses Konzert hat mir sehr gefallen, auch wenn er alte und eigentlich perfekte Songs für mich unnötig neu inszinierte und somit etwas entfremdete. Aber insgesamt ein toller Auftritt eines Typen, dem man seine Bodenständigkeit und Unaffektiertheit komplett abnimmt. Spätestens dann, als er mit Funkmikro von der Bühne stieg und durch den kompletten Zuschauer-Bereich spazierte. Sowas beeindruckt !
KARAMELO SANTO: ne gute Ska-Punk Band die auf alle Fälle Laune machte und die Leute in ihren Bann zog. Hat Spass gemacht, den Argentiniern zuzuschauen, auch wenn sie sich nicht wirklich von anderen Bands aus dieser Richtung unterschieden, will heissen: irgendwie klingen die alle gleich - aber gut!
SÖHNE MANNHEIMS: Eigentlich ja das GESTÖHNE MANNHEIMS, doch ich muss mich entschuldigen. Ich hatte vorab kaum ein gutes Wort an den "Barracklern" gelassen, aber ich muss sagen, es hat mir erschreckend gut gefallen und war echt ne gute Show mit Liedern, die auf der Stelle den Weg ins Gehör fanden. Das Ganze war auch nicht so tränendrückend und jaulend, wie ich das befürchtet hatte. Trotz der hässlichen Herkunkft und trotz der Abwesenheit des Oberjaulers Xavier Naidoo war das ein überzeugender Auftritt!!
SPORTFREUNDE STILLER: kann ich eigentlich auch ganz gut leiden, aber der Auftritt war eher arsch- und lustlos. Die spielten irgendwie ihren Set runter und hatten dabei noch einen miesen Sound. Klar, haben ihren Hits auch gewissermaßen eingeschlagen aber auf alle Fälle nicht so wie sonst.

So Freunde der Nacht, das war die Pflicht, jetzt zum Schluss noch die Kür. Denn zwei Bands haben mich ziemlich geflasht und beide verdienen es meienr Meinung nach hier besonders erwähnt zu werden. Freitags um 17:30 spielten auf der Hauptbühne bei sengender Hitze die Belgier TRIGGERFINGER, die ja durch ihre Cover-Version von "I FOLLOW RIVERS" extrem bekannt wurden. Man kann darüber diskutieren, ob die drei Jungs aus dem Land der Friteusen sich mit diesem Hit tatsächlich einen Gefallen gemacht haben. Klar, der Rubel rollte gewaltig, aber hört man sich die eigentliche Musik der Band an, checkt man sehr schnell, daß die doch komplett andere Mucke abliefern als so ne Chart-Mucke. Ich habe ihre CD schon seit nem Jahr und höre sie mir gerne an. Denn was das Trio bietet ist eigentlich lupenreiner und musikalisch hochwertiger Rock, ja teilweise sogar richtiger Stoner-Rock!! Und das sollte sich auf der Bühne noch bekräftigen. Ich war echt beeindruckt, was für einen Sound TRIGGERFINGER produzierten und was für ausgezeichnete Musiker das sind. Sie sehen ja (bis auf den Sänger) eher wie ne Lehrer-Band aus. Aber ob ihr es glaubt oder nicht: ich musste mich mehr als einmal schütteln um immer wieder zu erkennen, daß da nicht QUEENS OF THE STONE AGE auf der Bühne standen, sondern drei alte Belgier, nach denen bis vor einem Jahr wahrscheinlich nicht mal die belgischen Hähne krähten. Wirklich ne klasse Band mit einem weltmännischen Sänger, der offensichtlich auch auf großen Bühnen sehr gut klar kommt.Und das, obwohl 80% der Leute Maulaffenfeil hielten, ob der harten Musik, die da aus den Boxen quoll und so gar nicht chartverdächtig war.
Und zuguterletzt möchte ich hier noch eine junge Karlsruher Band erwähnen, die mich auch extrem überrascht haben. Die Burschen heissen DESOLACE und spielen hochgradig technischen Metal. Eigentlich sollten auf der Feldbühne an der Stelle die Schweizer BREAKDOWN OF SANITY spielen, die mussten aber warum auch immer absagen und dafür spielten zwei andere Bands als Ersatz. Eine davon, die gerade erwähnten DESOLACE. Ich muss ehrlichweise sagen, daß die Musik nicht ganz meinen Nerv trifft, oder anders gesagt, mir mit der Zeit sogar auf den Nerv geht, wie man will. Es ist halt ne sehr anspruchsvolle und frickelige Sache, aber mit Musikern, die einen aus dem Staunen nicht mehr heraus kommen liessen. Natürlich ging mir die Musik nicht wirklich auf den Nerv, das war nur des Wortspiels wegen. Ich zog mir die Show rein und wenn man sich auf die Songs einliess, konnte man auch einen Zugang zu den komplexen Konstrukten finden. Echt der Hammer, daß diese Band aus Karlsruhe kommt. Hut ab!
@Strucker: die sind was für dich!!
So, das nun waren meine Eindrücke vom Fest 2013. Mal sehen, wer nächstes Jahr spielen wird.Ich tippe schwer auf die Seuchenband Culcha Cangarnix !!
Meine (mit Sicherheit nicht gehörten) Alternativen wären zum Beispiel:
THE GASLIGHT ANTHEM
DROPKICK MURPHYS
GREEN DAY
OFFSPRING
MANDO DIAO
COLDPLAY
MUSE
UDO LINDENBERG
SOCIAL DISTORTION
BIFFY CLYRO
... um nur ein paar zu nennen ...

Montag, 29. Juli 2013

NEIL YOUNG (LANXESS ARENA KÖLN 12.07.2013)


Ich hatte solange darauf gewartet, dass die Folk-Legende Neil Young mal wieder nach Deutschland kommt. Jetzt wurde es wahr. Und als Bonus war auch noch seine Band CRAZY HORSE komplett mit dabei. Im Vorfeld hatte ich einige Konzert-Reviews über Neil Youngs Konzerte gelesen, denn dieser introvertierte aber nicht weniger exzentrische Künstler machte es seinem Publikum mit kontroversen Auftritten schon öfter schwer. Aber ich denke, die Leute, die Neil Young und die Message seiner politischen Proteste verstehen, werden auch die provokanten Momente in seinen Shows richtig einschätzen. Dazu wird an seinen Shows auch immer wieder kritisiert, daß sie zu abgespacet seien und in irgendwelchen psychodelischen Sackgassen enden würde. Aber mal genz ehrlich, ich nehm sowas nur als etwaiges Stimmungsbarometer, denn in den Kritiken kann man ebenso überschwengliche Lobeshymnen auf Neil Young lesen. Als mein Bruder und ich unsere Plätze im Oberrang der nicht ganz ausverkauften Arena fanden, war uns sofort klar, daß wir hier nicht bleiben würden und irgendwas deixeln mussten. Die Plätze waren soweit von der Bühne entfernt, daß man auch Roberto Blanco hin stellen können, und man hätte es (zumindest visuell) nicht gemerkt. Also alle regelbrechende Energie aktiviert und sich in einen eigentlich gesperrten Bereich geschlichen, der direkt neben der Bühne war. Da diese Plätze aufgrund der eingeschränkten Sicht aber eh nicht verkauft wurden, war es den Secus auch Wurscht und einige andere Leute pflanzten sich ebenso auf diese Plätze. Jetzt waren wir Luftlinie vielleicht 12 Meter vom Geschehen weg und wir hatten bis auf eine Box, die in unserem Sichtfeld hing, einen echt guten Blick auf und vor allem hinter(!) die Bühne. Neil Young hatte ja seine Tour unter das Motto "Alchemy" gestellt. Deswegen sind auf der Bühne vor der Show auch einige Typen in weissen Kitteln rumgerannt und führten irgendeine Posse auf, deren Sinn mir bis heute verborgen blieb. Sie diskutierten sinnlos herum und wiesen einige Bühnenarbeiter an, die aber auch nur Komparsen waren. Alles in allem völlig sinnlos. Das ganze hatte nur den einen Effekt daß die Leute irgendwann ungeduldig wurden und nach ner halben Stunde anfingen, zu pfeiffen. Ein Schelm, der dahinter eine provokante Absicht vermutet! Dann endlich konnten wir hinter der Bühne sehen wie die Band und olle Neil sich für die Show bereit machten. Speziell Neil Young sah so cool und entspannt aus, daß er schon fast gelangweilt erschien. Doch AUF der Bühne waren er und seine verrückten Pferde von Beginn an voll da und JEDER Zweifel, ob Neil Yound im Alter von 68 Jahren noch ein paar Kugeln in der Muskete hat, waren sofort wie weggepustet! Es war der absolute Wahnsinn. Alles war perfekt! Youngs Stimme war klar und mächtig, der Sound bombastisch und in jedem, wirklich jedem Song, ob alt oder neu, konnte man sich total verlieren denn die schier endlos langen Gitarren Soli gepaart mit dem Gebetsmühlen-artigen Rhythmus der Band liessen einen ein ums andere Mal regelrecht abtauchen. Ich war wirklich hin und weg.Die Veteranen des politischen Folk-Rocks liessen keine Wünsche offen. In der Mitte des Konzertes schnappte sich Neil Young dann noch die Mundharmonika und was bisher schon grossartig war, sollte jetzt noch nen Ticken genialer werden. Young spielte HEART OF GOLD und sogar DEN Protestsong schlechthin: BLOWIN IN THE WIND von Bob Dylan! Spätestens jetzt befeuchtete ein Glückstropfen meine Unterbuchse und ich war dem Charisma und der Magie Neil Youngs hoffnunglos verfallen. Auch Song-technisch liessen die Protagonisten keine Wünsche offen. Hier die Setlist. Klickt einfach den Link an, dort kann man auch zu jedem Lied ein Video anschauen, einige davon sind sogar von der aktuellen Tour.!!
HIER GEHTS ZUR SETLIST
Ich bin überglücklich, diese Legende live gesehen zu haben, wer weiß, ob es nochmal die Möglichkeit dazu geben wird. Jedenfalls war es jeden der fast 700 Kilometer wert und die 50 Euro Eintritt sowieso, auch wenn die originalen Plätze gelinde gesagt beschissen waren. Auch ja, was das Kontroverse an Neil Youngs Konzerten angeht, da gab es nur eine Situation, und zwar zu Beginn des Konzertes, als sich die ganze Band samt den Vögeln in den weissen Kitteln auf der Bühne aufstellten, ihre Hüte abnahmen (sofern sie welche auf hatten) und die deutsche Nationalhymne gespielt wurde. Dabei wurde eine riesige Deutschland-Fahne als Bühnenhintergrund herab gelassen wurde. Als dann tatsächlich noch einige Leute im Publikum von den Sitzen aufstanden und stolz mitsangen, konnte ich es mir nicht verkneifen, laut zu buhen. Und dem taten es einige der ca. 15.000 Leute gleich, und mit was?? MIT RECHT !! Solch nationales Gehabe braucht kein Mensch und ich denke genau daß war natürlch auch der wahre Hintergrund dieser Aktion!
Zum Schluss noch einige Videos, die vielleicht zumindest etwas das Feeling übermitteln können, welche die Jungs an diesem Abend geschaffen hatten.
NEIL YOUNG & CRAZY HORSE - LIVING LEGENDS !!
Das hier ist besonders witzig. Neil Young hatte bis dahin kaum 5 Worte mit dem Publikum gesprochen. Und zum Schluss gab er einen mit Musik untermalten Monolog, in dem er den Leuten alles, wirklich alles erdenlich Gute wünscht, dss sie nichts auf den Sitzen liegen lassen, dass sie einen sicheren Zug nach Hause nehmen usw. zum totlachen ...

Montag, 22. Juli 2013

H2O / RISK IT (KUPFERDÄCHLE PFORZHEIM 08.07.2013)

Leider fiel dieses geile Konzert wieder auf einen Montag, was einfach kein guter Konzi-Tag ist. Deshalb konnten sich trotz der unwiderlegbaren Güte dieses Lineups doch nur ca. 120 Leute aufraffen, an diesem Abend ins Kupferdächle zu kommen. Vorband waren die Dresdner RISK IT, die einfach nur mit purer Power gleichzustellen sind. Und Gott sei dank waren auch 20-30 Kids nicht zu verklemmt, um auf die Band gehörig abzutanzen. Das war in dem nur halb gefüllten Saal ein Segen und rettete die Show. RISK IT sind wirklich ein Brett und der Beweis, daß auch aus Deutschland noch einge HC-Topacts kommen können. Dann war es endlich Zeit für die New Yorker Punk-Rock-Götter H2O. Die schon etwas Älteren Herren schauten zunächst etwas skeptisch auf die spärliche Crowd, aber mit dem ersten Riff explodierte zumindest ein annehmbarer Teil der Leute und eine Hymne an der anderen wurde gebührend und gischtend gefeiert. Wie sooft wäre das Konzert mit einer Monster-Meute legendär geworden, aber Toby und Co. sind eben auch im Stande aus wenig mehr zu machen und dabei noch Spass zu haben. Wie schon gesagt, dem Meute-Gott sei dank waren an diesem Abend einige Leute gwillt, etwas Spass zu haben und standen nicht wie angwurzelt in den hinteren Reihen. Dies rettete den Abend und unterm Strich war es ne gute Show und alle kamen mehr oder weniger auf ihre Kosten.
Zwei Sachen sind Fakt:
1. Gefickt wird nackt
2. H2O sind immer einen Besuch wert !!! Dickes Danke an Nico, den Haupt-Burschen hinter Subkultura Pforzheim, der immer wieder versucht, gute Konzerte zu holen, auch wenn er dabei schon etliche Rückschläge erleiden musste. Aus diesem Grund finden leider auch nur noch Konzert im Kupferdächle statt. Die restlichen Locations waren nicht mehr zu halten. Leider ... umso mehr sollten die Konzerte, die noch stattfinden, supportet werden! Es liegt an jedem Einzelnen und der Hoch-Komm-Bereitschaft seines Arsches, weiterhin gute Shows sehen zu können. Zum Schluss sende ich noch dicke Grüsse an Onkel Mad, die Schlager-Parade feat. Mazze Gibbons, den Herrn Böhne und last but not least den glatten Sepp!!