Mittwoch, 14. Oktober 2015

BLACK TRIP
(24.09.2015 CAFE CENTRAL WEINHEIM)

Eine der Bands, die aktuell noch eher als Geheimtipp gehandelt wird, die aber in den nächsten Jahren durchaus durch die Decke gehen könnte, sind die Schweden BLACK TRIP, eine Art Supergroup aus dem Land der Elche, die sich u.a. aus Ex-Leuten bzw. Leuten von ENFORCER und ENTOMBED zusammensetzen.
Wie bei Geheimtipps oftmals üblich, weil sie ja nunmal "geheim" sind, war das Cafe Central leider nicht voll, aber letztenendes mit ca.100 Leuten ordentlich angefüllt. Vorband waren die Russen von REDSCOOL, die ich schon als Support von UFO gesehen hatte. Ne echt gute Hardrock Band mit Potential, und wenn der Gitarrist noch ein paar Restbeisserchen in seiner Kauleiste hätte, dann könnte man sich mit der Band auch mal zu Werbezwecken irgendwo fröhlich ablichten lassen. Doch das Zahnklavier des Burschen scheint völlig tastenlos, naja, kommt ja bei den Herren aus den östlichen Gefilden schon mal vor.
Den Anwesenden gefiel es, aber eigentlich war es dann doch ne ganz andere Richtung, wie BLACK TRIP dann klarstellen sollten. Die Schweden starteten richtig los und hatten mit ihrem Gemisch aus Stoner und klassischem Metal schnell ihre Flughöhe erreicht, welche sie nicht mehr verlassen sollten. Die Songs haben nahezu alle Hitpotential, lediglich der Sänger, der (noch?) hauptberuflich bei ENFORCER die Saiten zupft, gab zumindest mir Anlass zu geringer Kritik, denn dessen Stimmvolumen scheint doch etwas beschränkt. Seine Stimme passt zu der Musik, das steht ausser Frage, und der kann auch singen, nur ist eben mittlerweile Standard, dass die Sänger der "neuen Metal Welle" ein weitaus größeres Stimm-Spektrum aufweisen.
Aber dieser Kritikpunkt fiel mit jedem guten Song mehr und mehr unter den Tisch. Es war ein klasse Konzert einer Band, von der man sicher noch einiges hören wird. Der Meute gefiel es ebenso und die Läusematten flogen nur so durch die Gegend. Auch als Armin grade mit geschlossenen Augen und und vor lauter Wonne geöffneten Lippen zu einem Luftgitarren-Solo ansetzte, drängte sich ein moshender Metalhead vor ihn und ihm Nu hatte der Gute den Mund voll klebender Zotteln, war das ein Spass. Zum Schluss noch ein kleenet Bildchen, welche ich mit meinem neuen Handy gemacht habe, das macht echt ganz gute Schnappschüsse!
Beste Grüsse an die Crew bestehend aus MusikMogulArmen (abgekürzt M.M.A.) und natürlich Larsomat, der vielen auch als Griesgram oder Muffi Schlumpf bekannt sein dürfte!

Mittwoch, 7. Oktober 2015

ZOCKER-NOSTALGIE

Ich war nie einer der Computer-Nerds, die tage- und vor allem nächtelang vor ihren Kisten saßen, sich dauernd nach neuen Spielen informierten, sich diese aufwendig kopieren ließen und sogar auf irgend welchen Zocker-Sessions zusammen kamen, um sich an den Joysticks die Finger wund zu zwirbeln. Da ich aber schon immer solche Leute in meinem Umfeld hatte, kam ich nicht drum herum, ab und an mehr in die Welt der Videospiele abzutauchen. Dazu kam natürlich noch, dass mein Vater uns in den frühen 80ern die damalige Spielekonsole schlechthin unter den Weihnachtsbaum legte, die legendäre ATARI 2600. Die dazugehörigen Joysticks erinnerten mich übrigens schon immer daran, dass sie nicht nur Computer-Fans einiges an Freude bereiten konnten, sondern auch die ein oder andere einsame Hausfrau durchaus hätten beglücken können.
Zufällig bin ich kürzlich bei Youtube auf Videos alter Computer-Spiele gestoßen, was auch der eigentliche Beweggrund dieses Blogs war. Man findet praktisch alle alten Klassiker. Im Zeitalter von "World of Warcraft", "Halo" oder "FIFA16" dürften diese alten Kamellen bei der jüngeren Fraktion eher ein bemitleidenswertes Lächeln auslösen, aber die 80er Generation wird diesen Ausflug in die glorreichen Zeiten mit Sicherheit zu schätzen wissen, sofern sie eben auch mal mehr oder weniger leidenschaftliche Zocker gewesen sind.

Hier einige Beispiele, die damals meine zarten Nerven belasteten: Auf ATARI hatte ich das Spiel RIVER RAID, bei dem war ich der absolute Chef, wenn ich den Sound und die Grafik heute erlebe, kommt es mir wie damals vor, als ich Sonntags morgens vor allen aufstand nur um im Wohnzimmer etwas rumzuballern.
Ich erwarte natürlich von keinem, sich die ganzen 24 Minuten reinzuziehen ;-)

das weitaus bekanntere SPACE INVADERS dürften natürlich mehr kennen, nicht mein größter Favorit aber auch Kult!


DAS dürfte nun wirklich auch heute noch jeder kennen, war glaube ich bei der Konsole sogar dabei. Ich will nicht wissen, für wieviele epileptische Anfälle PAC MAN letztlich verantwortlich war!


Meine Bruder hatte einen COMMODORE C64 mit Datasette (Vorgänger der Floppy-Disc)!!! Damit lud man jedes Spiel ca 20 Minuten !!! Damit spielten wir so Hammer-Dinger wie BLUE MAX


ZAXXON


oder ONE ON ONE (dagegen kackt NBA2K16 doch voll ab!)


Natürlich ist das legendäre SUMMER GAMES nicht zu vergessen, bei dem man sich immer Schwielen an den Händen holte, die von Aussenstehenden schonmal falsch interpretiert werden konnten


Kinders, waren das noch Zeiten, da könnt man schon fast melancholisch werden ...

NEW NOISE FESTIVAL 10
(22.08.2015 SCHLACHTHOFGELÄNDE KARLSRUHE)

Nachdem die Stadt Karlsruhe bzw. diese komischen Zirkus-Menschen des ehemaligen Geländes der NEW NOISE Truppe nach eigentlich guter Zusammenarbeit dann doch diverse Steine in den Weg legen wollten, wurde kurzerhand beschlossen, das Ganze aufs Schlachthofgelände zu verlegen. Vorteil hier ist die gute Infrastruktur und massenhaft Parkplätze. Und mit den drei Locations Hackerei, Substage und Fleischmarkthalle hat man auf engstem Raum drei verschieden große Läden, in denen man nahezu jede Band standesgemäß präsentieren kann. Die Vorzeichen waren also perfekt und das Wetter war ja in dieser Zeit ohnehin südländisch. Es sollten an diesem Tag fast 30 Bands auftreten, aber wie so oft trifft man rund herum zig Leute und kommt aus dem labern und chillen oft nicht raus. Deshalb habe ich, wie jedes Jahr, mal wieder weitaus weniger Bands gesehen, wie ich mir vorgenommen hatte. Am Ende des Tages hatte ich gerade mal fünf Bands richtig gesehen, zumindest so, dass ich was darüber schreiben kann. Mein Opener waren GONE TO WASTE aus dem schönen Ruhrpott, die in der pickepackevollen Hackerei aufspielen sollten. Das war schon mal der erste Komplett-Abriss!! War das eine Ansage, ich stand auf einem Barhocker und hatte somit brilliante Sicht. Vor der Bühne flogen die Fetzen samt Leuten und selbst die Band war extremst überrascht, wie gut das alles war. Einzig Plüschi kam aus dem Schwitzen nimmer raus, musste er doch dauernd Stagediver von seinem Mischpult wegstoßen, glücklicherweise hängte sich keiner an die Disco-Kugel!
Hier ein Video, Copyright by me (verzeiht mir den merkwürdigen Aufnahmewinkel, man sollte während der Aufnahme nicht die Perspektive wechseln) Nach diesem ersten Hammer-Ding verbrachte ich erstmal ne lange Zeit auf dem Festivalgelände und sprach mit allerhand Geleut. Darunter auch Jockes von Empowerment straight aus dem Klo-Kessel Stuttgart. Jedesmal wenn wir uns sehen, labern wir über das Fussball-Ding, die Rivalität und allerhand anderes Zeugs. Egal wie sehr man Stuttgart und alles was da raus gekrochen kommt, hasst, Jockes ist eine Hardcore-Institution, ein netter Typ und einer der ganz wenigen Lichtblicke, die aus diesem Loch kommen. Und natürlich wurde er ob der erbärmlichen Leistungen des VFB mit allergrößter Häme überschüttet. Ich hab die EMPOWERMENT Show zwar nicht gesehen, aber vertrauenswürdige Quellen berichteten mir, dass mir Jockes sogar ein Lied gewidmet hatte.
Falls er das hier liesst, darf er sich herzlich gegrüsst fühlen.
Danach sah ich das erste Konzert in der äußerst authentischen und stimmungsvollen Fleischmarkthalle, die unter Denkmalschutz steht, wodurch viele alte Details der Halle erhalten blieben. Echt klasse! Die Band hiess HARM/SHELTER aus Giessen, fünf Jungs, die es mal richtig krachen liessen. 1A Power Hardcore, der sofort bei den Leuten ankam. Die Jungs hatten wohl auch einige Supporter dabei, die die Meute gleich mal richtig aufmischten und ein ums andere Mal aufteilten, um danach mächtig wüten zu können. Echt ein Geheimtipp, mal sehen, welchen Weg die noch gehen.
Die nächste Band, die ich mir ansah, hatte dann schon Headliner-Status. LIONHEART enterten das Substage, welches aber irgendwie zu groß war, jedenfalls waren lediglich 300-400 Leute drin. Mag auch damit zusammen hängen, das GUNS UP! laut Zeitplan gleichzeitig in der Fleischmarkthalle spielen sollten. Gott sei dank hinkte der Plan dort etwas hinterher, und so konnte man einen Großteil der LIONHEART-Show sehen und dann relaxed zu GUNS UP! rüber schlendern.
LIONHEART boten ne explodiernde Show, was sich aber nur bedingt auf das Publikum übertrug. Es war einfach zu viel Platz bzw eben zu wenig Leute. Das nächste Mal sollte man das Substage halbieren, das würde in solch einer Situation schon mal viel bringen. Die Tatsache, dass im Publikum nicht ausgerastet wurde, ließ wiederum den Sänger der Band etwas ausrasten, der immer wieder recht aggressiv den Leuten aufgrund ihrer Passivität ins Gedächtnis zurück rufen wollte, dass man doch auf einer Hardcoreshow sei und so ein Konzert vom Ausflipp-Faktor der Leute lebt. Aber scheiss drauf, war ne geile Show und absolut sehenswert.
Doch nichts, aber wirklich NICHTS im Vergleich zu dem, was mich dann in der Fleischmarkthalle erwarten sollte.
GUNS UP! waren wohl eh der eigentliche Festival-Headliner, den dann auch entsprechend viele Leute sehen wollten. Doch viele in der Halle sollten nichts bis recht wenig sehen, weil es dort keine Bühne gab und die Band ebenbürtig mit der Crowd spielte. Übrigens ein Zustand, den mittlerweile wohl viele Bands bevorzugen.
Die Burschen aus Massachusetts räumten so richtig derbe ab, die Singalongs waren brachial, der Moshpit glich einem Hafenbecken, in dem die sturmgepeitschte Gischt von links nach rechts schwappt und sich ab und an vor dem Sänger auftürmte. Visuelles Schmankerl waren einige Durchgeknallte, die die Säulen der Halle hochkletterten, um sich danach in die Wogen zu stürzen. Keine Ahnung, wie die da immer wieder so schnell hochkamen, hätte ich das versucht, ich wäre an der Säule quietschend herunter gerutscht wie ein nasser Sack! Es war wirklich ein alles überragendes Konzert, dessen Intensität bisher nur von wenigen Shows in Kalrsruhe erreicht wurde. Auch hier hab ich ein Video geschossen, der Winkel ist hier natürlich ungleich schlechter als vorher Als Abschluss eines geilen Tages gönnte ich mir dann noch ne gehörige Portion THE STORY SO FAR, die mit ihren eingängigen und melancholisch schönen Punkrock-Hymnen das volle Substage begeisterten. Da gab nochmal jeder alles und sämtliche Lieder wurden lauthals mitgesungen. Das war wirklich das melodische Sahnehäubchen des Festivals. Doch auch das war dann irgendwann verzehrt. Bleibt zu hoffen, dass das nächste Jahr wieder auf dem Gelände stattfinden kann. Ich werde auf alle Fälle dabei sein! Beste Grüsse gehen raus an Jensos, der glaub noch weniger sah als ich, weil er dort am Getränkestand half, an T-Dog und sein Mädel, an meine Burschen von der Substage Crew, natürlich an Jockes aus Häberle, DJ Ketch, der definitv ALLES erfunden hat und natürlich, die allerwichtigsten Leute des Tages: Alex, Lucas und ihre ganze Crew, die dieses geile Festival erst möglich machen und mit geringsten Mitteln europaweit etabliert haben. Alle Hüte up!

Montag, 5. Oktober 2015

THE QUIREBOYS
(12.08.2015 FESTHALLE DUDENHOFEN)

Was kann einen denn bitte schön an einem brütend heißen Mittwoch Abend im August ins schöne und beschauliche Dudenhofen locken, einem pfälzischen Ort, den die kulturelle Entwicklung der Menschheit bisher eher weit umfahren hat?
Die Antwort ist eine Band, deren internationales Renommee unumstritten ist, die sich aber offensichtlich nicht zu schade sind, ihre Künste auch an einem eher "einfachen" Ort darzubieten: THE QUIREBOYS, Glamrock-Legende aus England, die sich mit ihrer Mischung aus Southern- und Sleaze-Rock einen weltweiten Namen gemacht haben!
Mal Spaß ohne, Dudenhofen ist tatsächlich ein übles Kaff, aber vor den Leuten, die da immer wieder echt gute und vor allem internationale Rockbands hin holen, zieh ich meinen imaginären Hut.
Jedenfalls düsten wir in einem Auto ohne Klimaanlage Richtung Pfalz, mit dabei Guru Armin und zwei Bekannte von ihm. In der Festhalle, die eine typische Dorflocation darstellt und sonst eher Theaterstücke von Laiendarstellern oder urkomische Karnevalssitzungen beherbergt, war ganz gut erfüllt. Eine Support-Band spielte die Halle aber schnell wieder leer. Keine Ahnung mehr, wie die hießen und vielleicht hatten die nen schlechten Tag, aber das war einfach nicht gut.
Ganz im Gegensatz zu den QUIREBOYS, denen kein widriger Umstand einen Strich durch die Rechnung machen konnte, seien es die Hitze, die eigentlich schlechte Akustik oder die Zwergen-Bühne. Nein, man merkte sofort, dass hier absolute Profis am Werk waren und im Nu hatten sie die ca. 200 Leute in ihren Bann gezogen. Ich konnte es wirklich kaum fassen wie gut und eingängig die waren. Frontman und Glamrock-Ikone Spike, der in Gestik und Style etwas an Axl Rose erinnerte, übernahm das Kommando und schon während des ersten Songs hatte er die komplette Meute im Sack. Den Fans war die Hitze, etwaige Schweiss-Ränder oder Flüsse von Arsch-Saft schlichtweg egal. Keiner konnte ruhig stehen bleiben, entweder wurde getanzt oder die Luftgitarre geschwungen. Es war echt ein fantastisches Konzert und mal wieder der Beweis, dass auch alteingesessene Bands immer und immer wieder eine Chance verdienen, denn die Meisten haben es halt einfach noch monstermäßig drauf und QUIREBOYS gehören da absolut dazu.
Hier noch ein Video eines Konzertes aus Finkenbach, einer weiteren "Rock-Metropole", in der sie zwei Tage später spielten. Das war bei einem kleinen Rock-Festival, und wenn ich es richtig mitbekommen habe, ist der Veranstalter der gleiche, der die Jungs auch vorher nach Dudenhofen geholt hatte. (Falls das jemanden interessiert)

Mittwoch, 16. September 2015

ACCEPT / W.A.S.P. / "SABBER-TON"
(10.08.2015 COLMAR)

Da ist quasi grad um die Ecke jedes Jahr ein riesiges Wein/Volksfest, welches es sich auf die Fahne geschrieben(und offensichtlich auch die finaziellen Mittel dazu) hat, Musik-Größen der verschiedensten Genres zu präsentieren, und ich dämlicher Latz bekomm dass erst jetzt wirklich mit!
Das besondere daran ist aber nichtmal die Tatsache, was für Hammer-Bands die da jedes Jahr an Land ziehen, sondern die übergeile Location: eine Art modernes Amphitheater inmitten des Festgeländes, eigentlich im freien, aber durch ein großes Zeltdach geschützt. Perfekt!
Und speziell die Metal-Fans (es gibt auch andere Genre-Tage) sehen halt schon witzig aus, wenn sie durch das Weinfest laufen, vorbei an spiessigen Rentnern, dickbrüstigen Bauern-Mägden oder der Karusell-fahrenden Dorfjugend! Dieses Jahr standen keine geringeren als die Legenden ACCEPT und W.A.S.P. auf dem Programm. Dazu noch ENSIFERUM (die wir verpassten) und die unglaublich schlechte Imitation einer Metal-Band namens Sabaton ...wurgs! Wir, das heißt unsere kleine aber feine Metal-Crüe bestehend aus mir und meinen treuen Gefolgsleuten Grimmser, Daddy D. und Bob. Naturgewalt Faxe musste leider passen.
Und da saßen wir gleich nach der Ankunft auf der Tribüne, ein laues Sommerlüftchen umgarnte den unters Zeltdach spickelnden Sonnenuntergang und wir verspeisten jeder ein großes "American" (Baguette mit Pommes und Merguez darin), auch Cholesterin-Torpedos genannt. Dies alles geschah in der Umbau-Pause zwischen ENSIFERUM und W.A.S.P. also mussten wir für Blackie Lawless nur noch die Soße vom Kinn putzen und es konnte richtig losgehen.
Ich hatte ja die Burschen grad aufm Bang your Head gesehen und war da schon begeistert. Dies sollte an diesem Abend aber noch getoppt werden. Nicht zuletzt, weil im Stehplatzbereich vor der Bühne ne stabile Mischung aus alt und jung standen, und sehr viele waren mosh-willig !!! Übrigens bestätigte sich der Vorwurf des Playback nicht wirklich. Dies gilt nur, wenn Chöre zugespielt wurden. In diesen Playbacks hört man Blackies Stimme halt deutlich raus, obwohl er manchmal gar nicht singt, aber die eigentlichen Songs werden meiner Meinung nach alle live gesungen.
Woher ich das weiß? Na weil ich es auf den Sitzplätzen nach 2-3 Songs vor lauter Geilheit nicht mehr aushalten konnte und mich und meine Kutte laut kreischend bis in die ersten Reihen tankte, und da hatte ich eine blendende Sicht auf Blackies Lippenakrobatik.
Bob tat dem ebenso. Zurück auf der Tribüne blieben lediglich unsere Ewoks Grimmser und Daddy, na ja, die wollten halt auch was sehen!
Die Playlist war übrigens die gleiche wie in Balingen, aber eben alles etwas enthusiastischer und ausgeflippter. Als Blackie die Menge teilen wollte, um herauszufinden, welche Seite lauter sei, machten die verrückten Franzosen sogar ne Wall of Death daraus. Da mir Bob zuälligerweise auf der anderen Seite gegenüber stand, konnte ich nicht widerstehen, ihn beim Zusammentreffen kurz mal "prallen" zu lassen. Allein W.A.S.P. war das Geld schon wert. Ich kam bereits voll auf meine Kosten und konnte ACCEPT in etwas ruhigeren Zügen geniessen. War nie ein Riesen-Fan dieser Combo, aber leck Fett, haben die abgeräumt. Klar, man hört jedem Lied (trotz neuem Ami-Sänger) sofort an, dass es ne deutsche Band ist, aber nichtsdestotrotz drehten die Ruhrpottler derart am Power-Knopf, dass sich teilweise das Zeltdach aufblähte!!
Das konnte man nur schwer steigern, schon gar nicht konnten das Sabaton, eine meiner Meinung nach komplett überbewertete Band, die gerne Heavy Metal spielen würde, aber das ganze nur imitiert. Die Songs sind vom Aufbau eher Pop-Songs, die einfach nur härter gespielt werden. Dazu kommt noch eine oberpeinliche Show ... aber was soll ich sagen ... es gefällt vielen, unglaublich vielen! Der Großteil der Leute feierte diese Clowns ab, ebenso meine drei Mitstreiter, die dies nur taten , um mir, ihrem musikalischen Mentor, eins auszuwischen. Denn hätte es ihnen wirklich gefallen, hätte ich alle drei an das fahrende Volk verkauft, auf dass sie auf ewig hätten Boxautos eingeparken müssen !!!

Sonntag, 6. September 2015

EVERLAST
(06.08.2015 SUBSTAGE KARLSRUHE)

Ich mochte EVERLAST schon immer, natürlich in der Hauptsache zu seinen HOUSE OF PAIN Zeiten, in denen er der HipHop-Combo den nötigen Hate-Faktor verlieh, aber auch seine Allstar-Rappers LA COKA NOSTRA zählen zu meinen Favoriten.
Bei diesem musikalischen Hintergrund ist es eher verwunderlich, welchem Genre sich EVERLAST aka Eric Schrody seit einiger Zeit verschrieben hat. Er ist ein meiner Meinung nach genialer Blues-Folk Musiker mit melancholischen Songs und rauchiger Stimme, die erstaunlicherweise sogar singen kann!!
Also war mein Besuch bei dieser Show sozusagen in Stein gemeißelt! Der Vorverkauf schien regelrecht zu explodieren und so waren an diesem Abend sage und schreibe 900 Leute im Laden. Das war schonmal erfreulich. Leider erfuhr ich auch, dass der feine Herr EVERLAST bei den letzten Shows etwas rumgezickt hatte, weil sich die Leute im Saal zu laut unterhalten hätten. Aber das will ich ihm nichtmal negativ anrechnen. Mich nervt es auch, wenn bei einem Konzert der ruhigeren Töne die Anwesenden sich komplett respektlos und uninteressiert verhalten, laut labern und mit Gläsern klirren. Das kann man auch vor der Halle machen. Na ja, ich hoffte, dieser Abend würde ohne negative Höhepunkte auskommen.
Vorsänger war ein Herr namens Tom Mess, ein Singer/Songwriter aus Karlsruhe, der meiner Meinung nach vor diesen vielen Leuten komplett unterging. Nicht zuletzt aus eben genannten Gründen, denn der Geräuschpegel verschlang beinahe alle Versuche des Burschen, der aber irgendwie auch nicht viel zu bieten hatte. Kann aber auch sein, dass ich ihm Unrecht tue, weil bei mir einfach zu wenig ankam.
Dann kam EVERLAST auf die Bühne, mit Sonnebrille und ziemlich grimmiger Aura. Mit dabei war lediglich ein Musiker am Keyboard. Ohne großes Rumgeeier ging es dann auch in die Vollen, der Sound war bombastisch, EVERLAST war voll dabei und schmetterte einen Eingänger am anderen durch den Äther. Ich jauchzte innerlich vor Glück. Auch der Rest des Publikums war hingerissen und diese positive Stimmung übertrug sich auch auf den Mann auf der Bühne denn teilweise zerbrach sogar ein Lächeln seine zuvor versteinerte Miene. Er taute regelrecht auf nd hatte zusehens Spass an der Show. Es schien so, dass er selbst etwas Negatives erwartet hätte, was dann aber glücklicherweise nicht eintrat ...bis jetzt !!!!
Dann geschah es, ein Vorfall, der als "Lemongate" in die Geschichtsbücher eingehen wird. Denn irgendein wahrscheinlich besoffener Vollidiot hatte nichts besseres zu tun, als die Zitronenscheibe aus seinem Becher durch die halbe Halle zu werfen, straight in EVERLAST's Face! Er brach das Konzert sofort ab, vergewisserte sich erst, was ihn da grad am Kopf getroffen hatte, um dann wieder an den Bühnenrand zu treten und den Werfer aufs übelste zu beschimpfen. Er verfluchte nicht nur ihn, sondern auch seine komplette Verwandt- und Ahnenschaft und ging dabei mindestens 100 Jahre zurück. Allen und vor allem dem Täter wünschte er Pest und Cholera an den Hals, er steigerte sich regelrecht in einen Shitstorm hinein. Er forderte ebenso die Leute drum herum auf, diesen Typen umzuboxen, so sie ihn denn bei der Tat gesehen hatten.
Ihr merkt, die Stimmung war leicht gekippt.
Einerseits kann ich EVERLAST verstehen, mich würde so ein Depp auch anstressen und es ist richtig, seinen Unmut zu äussern, gerade wenn man wie Schrody irisches Blut in seinen Adern hat.
Doch leider übertrieb er es masslos, er hörte gar nicht mehr auf. Glücklicherweise entschuldigte er sich beim Rest des Publikums für sein Tun, aber er könne einfach nicht anders, als auszuflippen, wenn so was passiert.
Nach sicher 7-8 Minuten derbster Flüche und Beleidigungen führte er das Konzert fort, aber liess gleichzeitig die Drohung raus, dass bei einem erneuten Zwischenfall das Konzert vorbei wäre.
Ein Glück passierte nichts mehr, aber die Stimmung war natürlich im Arsch. Er zog zwar seine Songs durch und es war auch wieder richtig gut, aber die Chemie entstand nie mehr so wie vor der Zitronen-Affäre. Auch in den weiteren Songpausen ließ er es sich nicht nehmen, dem Delinquenten immer neue Dinger an den Kopf zu werfen, irgedwann nervte es dann wirklich, er bot demjenigen sogar an, nach der Show an den Hinterausgang zu kommen, er würde sich dann gern mit ihm unterhalten. Na ja, er ist halt schon ne kleine Diva, deren Ausbruch ich wie gesagt bedingt verstehen kann, aber was er daraus machte, war eindeutig zuviel.
Das Konzert an sich war aber trotz allem genial, es ist einfach klasse Musik die einem ein gutes Gefühl vermittelt, egal ob live, auf CD oder mit einer Zitrone in der Fresse!

SEPULTURA / SUICIDE ANGELS / DUST BOLT
(30.07.2015 GARAGE SAARBRÜCKEN)

So langsam sollte ich ja nicht mehr ins Staunen kommen, was mein Mädel manchmal so aus dem Hut zaubert, aber am Vortag bzw. nachts um zwölf, also an meinem Geburtstag, zog sie dann doch ein Ass aus dem Ärmel, mit dem ich niemals gerechnet hätte.
Sie hatte eine regelrechte Geburtstagstour geplant: zuerst gab es ne nahrhafte Burger-Mahlzeit im Durlcher Diner, danach ging es ins Outlet Zweibrücken, wo es ein paar neue Treter für mich geben sollte, und zuguterletzt noch nach Saarbrücken, wo das oben genannte Thrash-Package zu Gast war.
Ich freute mich wie Bolle, musste sie aber gleichzeitig fragen, ob sie denn wusste, worauf sie sich da eingelassen hatte!
Drei Knüppelbands in einem Laden voller Läusematten und das bei 30 Grad!
Aber egal, ICH hatte ja schliesslich Geburtstag!
Neue Sneakers waren schnell eingetütet und sie hatte auch noch Glück, denn ich fand ein paar geniale ASCIS GEL LYTE III für schmale 39 Taler! Danach directemundo in die Garage nach Saarbrücken. Saudummerweise verpassten wir DUST BOLT, die Band, die ich eigentlich am liebsten gesehen hätte. Dass wir die erste Band nicht sahen war aber keineswegs unsere Schuld, das Ganze fing einfach viel früher als angekündigt an. So schlugen wir in der Mitte der SUICIDE ANGELS Show auf. Und mal ehrlich, ich hatte die Griechen schon zweimal gesehen und die bringen es mir einfach nicht. Klasse Musiker, fetter Sound, keine Frage, aber irgendwie ist es einfallslos und geht in Richtung 0815. Ich muss ja nicht alles abfeiern.
SEPULTURA legten dann ein paar hundert Schippen drauf. Der Laden war wie bei HATEBREED wieder mit einer schwarzen Wand um die Hälfte verkleinert, demnach waren ca. 4-500 Leute da. Und die erwachten jetzt richtig zum Leben. In der Mitte entwickelte sich ein übler Mosh und wirklich jedes Lied wurde zelebriert. Ich genoss die Show, auch wenn ich natürlich immer ein Auge auf mein Mädel hatte, die sich zwar tapfer hielt, aber deren Gesichtszüge stetig "wolkiger" wurden. Vielleicht war es gar nicht so schlecht, dass wir die Hälfte des Dreierpacks verpasst hatten, drei volle Bands wären wohl etwas too much gewesen. So konnte ich mir die Jungs aus Brasilien mit gutem Gewissen und in voller Länge reinziehen. Und die hauten natürlich alle ihre Hits raus. Ich spar es mir jetzt, die alle aufzuzählen, wer sich für SEPULTURA interssiert, der kennt se alle!
Ein Hoch auf meine Süsse für diesen geilen Tag!!