Freitag, 22. Juni 2018

BEGINNER
(10.11.2016, MAIMARKTHALLE MANNHEIM)

Jap, ist definitv schon npaar Tage her. Aber tatsächlich ist dieser verspätete Blog nicht (nur allein) meiner Faulheit geschuldet, sondern auch dem Zustand, dass ich mir die
Show der BEGINNER wirklich und wahrhaftig dreimal gegeben habe. Zuletzt im Mai in Karlsruhe, davor, 2017 in Bochum.
Ursprünglich hatte ich eine Art vergleichenden Blog geplant, aber bei genauerer Betrachtung wäre das Zeit- und Wort-Verschwendung gewesen. Somit erzähle ich nur kurz etwas
über das meiner Meinung nach beste Konzert dieser Trilogie: Mannheim!
Deutscher Rap, ja das ist so ne Sache, da konnte ich noch sie so arg viel mit anfangen, aber BEGINNER sind halt schon ganz coole Typen, die definitv ihren Anteil daran hatten,
dass sich hierzulande eine durchaus respektable HipHop-Bewegung entwickelt hat.
2016 wurde eine große Comeback-Tour angekündigt, natürlich auch mit neuer Platte im Gepäck. Und die hörte selbst ich rauf und runter. Ist alles drauf, von Gängster-Proll bis Oldschool, auch paar
leisere Töne, echt ne gute Scheibe deren Name "Advanced Chemistry" HipHop-Insidern sofort ins Auge springen musste. Dass die BEGINNER ihr Album nach den Heidelberger
(Mit-)Gründervätern des Deutschrap benannt haben, hatten bei der Veröffentlichung sicher dreiviertel der Fans gar nicht gewusst.
Na ja, ist auch nicht weiter verwunderlich, denn mit HipHop-Publikum hat der Großteil der Beginner-Fans ohnenhin nichts mehr zu tun, das sind zu 90% Mainstream-Radio-Hörer.
Aber nur durch solche Leute bekommt man Masse und so kam es, dass an diesem Abend über 12.000(!) Leute in die Maimarkthalle pilgerten. Laut Eißfeldt die größte BEGINNER-Show aller Zeiten!
Es lag bei dieser Location natürlich nahe, dass Torch und Toni L.(die beiden noch aktiven Masterminds von Advanced Chemistry)vom schönen Heidelberg doch mal kurz
in das Dreckloch Mannheim rüber kommen könnten, um den BEGINNERN einen Besuch abzustatten um sich für die Adelung zu bedanken, dass ihr Name das neue Beginner-Album ziert.
Dementsprechende Gerüchte gab es jedenfalls.
Support des Abends war MEGALOH, offengestanden kannte ich bisher nur den Namen des Burschen, normal sind sone Support Rapper eher auf verlorenem Posten. Meistens bekommen die nur ein paar Meter Bühne, stehen vor einem riesigen schwarzen Vorhang und rappen sich oftmlas vergebens nen Wolf ohne wirklich Anerkennung zu bekommen.
MEGALOH aber nutzte die Chance, ich muss gestehen, ich hatte vorher ein komplett anderes Bild von dem. Ich fand den richtig gut, fette Beats und im Gegensatz zu vielen Rappern heutzutage
hat der einen echt ansteckenden Flow. Muss ich mir mal näher anschauen ...
BEGINNER begannen mit ihrer Proll-Hymne "Ahnma", der Sound war bombastisch, die Leute gröhlten und jaulten was das Zeug hielt, Eißfeldt und Denyo, als wären sie Zeit ihres Lebensbr> auf solch großen Bühnen gestanden, pissten Eiswürfel, so cool gingen die nach vorne. Und eines wurde zumindest mir schnell klar: die beiden gehören nicht umsonst zu den größten
Acts Deutschlands, das sind einfach gute Rapper, die den Scheiss auch wirklich Leben und ... natürlich auch die damit verbundene Kohle gerne einstreichen(wer täte das nicht).
Aber verkauft haben sie sich zu keinem Zeitpunkt(sieht man mal von so Aussetzern wie "Schelle" ab, was rein gar nichts mit HipHop zu tun hat und nichts als Fischerei der Massen ist).
Die mächtigen Bässe drückten einem die Songs ohne Gnade in die Gehörgänge, altes und neues Zeugs, ich muss sagen, soviel Power hatte ich nicht erwartet.
Doch wirklich eskalieren sollte es, als circa nach einer Stunde dann tatsächlich ADVANCED CHEMISTRY angekündigt wurden und dann mit ihrem Hit "Wir waren mal Stars" die Halle zum explodieren
brachten. Ich hab die Typen ja früher schon öfter gesehen, immer vor so 100-200 Leuten, doch der Auftritt dieser Urgesteine ließ es mir eiskalt den Rücken runter laufen.
Das war der Hammer und natürlich auch fast ein Heimspiel für Torch und Toni L.
Die Stimmung in der Halle flaute dann auch nicht mehr wirklich ab, außer die BEGINNER streuten mal kurz was ruhigeres rein. Die Show war wirklich DeLuxe und im
Nachhinein (wie oben schon erwähnt) auch das Beste der drei Konzerte; was auch daran liegen mag, dass sich einiges, was während des ersten Konzertes spontan schien,
sich später als kalkulierte Methodik entpuppe und man dadurch einfach nicht mehr so geflasht war.
Der Abend hat wirklich Spaß gemacht, ich will mir aber gar nicht vorstellen, wie so ein Konzert ausarten würde, wenn man das in einem kleinen Club vor 400-500 richtigen
HipHop-Fans machen würde, die komplett am Rad drehen. Aber die Zeiten sind BEGINNER-technisch wohl vorbei.

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