Montag, 14. April 2014

FRANK TURNER
(13.03.2014 SUBSTAGE KARLSRUHE)

Ich muss zugeben mich mit diesem Konzert-Besuch etwas an den Frank-Turner-Hype gehängt zu haben. Denn als Fan des Engländers kann ich mich weiß Gott nicht bezeichenen. Aber die Musik macht Spass und läuft gut rein. Und gerade deshalb hat der Bursche wohl jetzt so einen Erfolg. Die Betonung liegt auf "jetzt", denn vor vier Jahren war er schonmal in Karlsruhe und konnte damals lediglich 60 Leute hinterm Ofen vorlocken. An diesem Abend war das Substage ausverkauft und es hätten wohl doppelt soviel Karten verkauft werden können. Umso besser die Info, dass olle Frank auch auf dem Fest spielen wird. Insider wussten davon natürlich schon vor seiner Show im Substage:-).
Einen großen Nachteil haben Frank Turner Konzerte aber. Ich hab zwar erst eines gesehen, bin mir aber sicher, dass das überall so ist. Der unglaubliche große Frauenanteil!! Ich bekenne mich zwar gerne als militant heterosexuell, aber wenn von 1000 Leuten mehr als die Hälfte Frauen sind, ist das Geschnatter einfach unerträglich !!!
Und das bekamen die beiden Vorbands bzw. Vorsänger zu spüren. "Ducking Punches" und "Andrew Jackson Jihad", beides schöne Singer/Songwriter-Mucke, aber ging in dem respektlosen Geräuschpegel in der Halle teilweise komplett unter. Bei Frank Turner war es dann weitaus besser, weil auf einmal alle bei der Sache waren. Turners neueste Platte ("Tape Deck Heart") war mir glücklicherweise sehr geläufig, hörte ich sie bereits Wochen vor dem Konzert schon rauf und runter.
Aber auch die Songs, die ich nicht kannte, fanden ihr Ziel ohne Umschweife. Turner macht leicht verdauliche Musik, nichts wirklich Anspruchsvolles, nicht sonderlich sozialkritische und schon gar nicht kontrovers, sondern absolut weichgespülte Mainstream-Kost. Aber dennoch macht es Spass, speziell wenn seine melancholischen Singalongs von der ganzen Halle textsicher mitgesungen werden.
Der Abend vermittelte einfach ein gutes Gefühl, und darum soll es ja bei Musik auch mal gehen dürfen! Auch wenn man sich oftmals so vorkommt, als befände man sich direkt im Soundtrack eines dieser Teenie-Highschool-Filmchen während man gerade auf dem Abschlussball mit seiner großen Liebe tanzt. Hier noch ein paar schöne Videos aus der Tube >br>

Donnerstag, 3. April 2014

TRANSATLANTIC
(06.03.2014 SUBSTAGE KARLSRUHE)

Schon wieder Mike Portnoy im Substage, schon wieder mit einen "Supergroup", schon wieder ein Highlight, wenn auch dieses Mal weitaus progressiver als mit seinen WINERY DOGS. Die Band, um die es geht, heisst TRANSATLANTIC, eben eine dieser Supergroups, die durchweg aus gestandenen Mitgliedern der Rock-Welt bestehen. In diesem Fall sind es Mike Portnoy (EX Dream Theater), Neal Morse (EX Spocks Beard), Roine Stolt (The Flower Kings) und Pete Trewavas (Marillion). An der Klampfe war mal sogar noch kein geringerer als Jim Matheos von Fates Warning dabei, der hatte dann aber aufgrund seiner Hauptband zu wenig Zeit für das Sideprojekt. Dass der Drummer Mike Portnoy etwas extrovertiert ist, ist kein Geheimnis. Auch jetzt hatte er wieder seinen menschlichen Drumstick-Halter dabei, der hinter dem Schlagzeug sitzen musste und dazu noch das Mikro von Portnoy bedienen musste, mal hin mal weg, so wie es der feine Herr benötigte. Das war aber auch schon bei WINERY DOGS so, neu war jetzt, dass sein Schlagzeug seitlich am Bühnrand stand und zwar in der Flucht der Bühnenkante, so dass man die virtuoase Technik von Portnoy auch ganz sicher begutachten kann. Wenn er das nötig hat, dann soll er das machen. Ich glaub ihm sein Genie auch so. TRANSATLANTIC sind eine absolute Progrock-Band, was soviel heisst, dass die Lieder schier endlos sind, bzw. so lange sind, dass man meist keinen Überblick hat, in welchem Song man sich grad befindet. Aber das ist auch egal. Der ausverkaufte Laden wusste, was er bei dieser Band zu erwarten hatte: extrem gute und überaus atmosphärische Musik, die einen in Klangwelten entführt, wen man es zulässt. Unter den 1000 Leuten waren massig Nerds und komische Gesellen, wie schon öfter erwähnt, sone Typen mit Multifunktions-Westen, Hafendetektiv-Mützchen aber halt absolute Musikfreaks. Aber auch Altrocker mit Fransenlederjacke, Karottenjeans und Cowboystiefeln waren zu Hauf in der Halle. Teilweise fühlte man sich wie auf einem Kongress von Old Surehand-Imitatoren. Erfreulicherweise waren aber auch sehr viele junge Leute da, was zeigt, dass sich die Musik-Szene Karlsruhes, zumindest in manchen Genres, durchaus sehen lassen kann. Ich fand das Konzert spitzenmässig, und das gute an solchen Konzerten ist, man kann kommen und gehen, wann man will. Diese Sorte Bands schafft es mit dem ersten gespielten Ton ein Level zu erreichen, von dem sie todsicher nicht mehr runter kommen werden. Es gibt zwar fast keine Überraschungsmomente, aber diese braucht man auch nicht. Man begibt sich vielmehr auf eine musikalische Reise, als würde man auf eine Art Zug aufspringen und durch ein phantastisches Land fahren. Deshalb ist es auch egal, ob man nach fünf oder sechs 30-Minuten-Songs wieder abspringt, macht keinen Unterschied am Erlebnis. Nach ca. 90 Minuten klinkte ich mich aus und ging nach Haus. Einziger Wermutstropfen des Abends waren satte 40 Mäuse Eintritt. Für ein Substage-Konzert schon sehr stabil, aber was soll man machen, es sind halt Stars!

Donnerstag, 27. März 2014

R.I.P. DAVID BROCKIE AKA ODERUS URUNGUS

Nun ist noch Corey Smoot aka "Flatus Maximus" auch noch der Mastermind der Shock-Metal Band GWAR von uns gegangen. Und auch er ging viel zu früh.Die Rede ist vom Sänger Dave Brockie aka "Oderus Orungus". Das Alien-Szenario, welches GWAR seit fast 30 Jahren verkörpern, war anfangs sicher nicht mehr als ein Scherz, entwickelte sich über die Jahre aber als (fast) ernstzunehmende Thrash-Band, die nicht nur in ihrem Genre auf große Beliebtheit stiessen, sei es bei Bands oder Fans.
Geradezu legendär waren die GWAR-Konzerte speziell in den späten 80ern und frühen 90ern als die Band den Höhepunkt ihrer Karriere hatte. Auch ich darf mich zu den Auserwählten zählen, die noch von Oderus' Riesenpenis mit Sperma besudelt und vom Blut geköpfter US-Präsidenten überströmt wurde. Wer das nochmals genauer nachlesen möchte, kann das gerne HIER
tun.
Ob es mit GWAR jetzt überhaupt noch weiter geht, ist zu bezweifeln, aber das ist ja auch zweitrangig.
Im Vordergrund steht, dass ein gerademal 50-jähriger Mann aus dem Leben gerissen wurde, der sicher eine Familie und viele Freunde hinterlässt.

Sonntag, 16. März 2014

BILL COSBY - EIN WAHRER DREI-STREIFEN-MANN

Bill Cosby war schon immer einer meiner größten Helden.Die Tatsache, dass er in seinem Leben öfter etwas den Moral-Apostel heraus hängen liess, ändert daran praktisch nichts, zu groß sind Sympathie-Faktor und komödiantisches Talent dieses Burschen. Aber darum soll es hier, wie man ja am Titel vielleicht erkennen kann, gar nicht gehen.
Wie einige möglicherweise wissen, bin ich ja nunmal absoluter Sneaker-Fan und die Marke ADIDAS ist sozusagen mein "heiliger Gral", hauptsächlich was Beinkleider angeht, aber auch sonstige "Oldschool"-Klamotten der "Weltmarke mit den drei Streifen" sind schon seit Jahrzehnten einfach nur purster Style. Deshalb wundert es vielleicht nicht, dass ich darauf achte, was meine Mitmenschen so sport-textiltechnisch am Körper tragen.
Dabei fiel mir auch schon sehr früh auf, das eben Bill Cosby schon seit jeher ein großer ADIDAS-Fan gewesen sein muss, denn in seinen Fernseh-Auftritten wie auch im privaten Leben sah man ihn fast immer nur mit ADIDAS-Klamotten, zumindest dann, wenn es um sportliche Aktivitäten ging.
Und da er auch Zeit seines Lebens aktiver Sportler, insbesondere Leichtathlet, war, gibt es dafür auch jede Menge Beispiele. Dieser Zustand steigert meine Sympathie zu Cosby nochmals um ein vielfaches, deshalb war es mir die Zeit wert, einige Bilder aus dem Netz zusammen zusuchen, auf denen Bill Cosby mit ADIDAS-Klamotten zu sehen ist. Da einige Bilder wohl vom Bildschirm abfotografiert wurden, ist die Qualität eher mäßig, aber was solls.
Wer Bock drauf hat, zieht sichs rein.
HIER MIT SPRINT-STAR FLORENCE GRIFITH-JOYNER
HIER EIN KURIOSES BILD: VON LINKS NACH RECHTS STEHEN EDDIE MURPHY, SIDNEY PORTIER, BILL COSBY UND RICHARD PRYOR. DAS WAR ANLÄSSLICH EINES BASEBALL-SPIELS ZWISCHEN DEN FILMCREWS VON "GHOST DAD" UND "HARLEM NIGHTS"
HIER MIT HUH HEFNER BEIM PLAYBOY JAZZ FESTIVAL
HIER ZUGUTERLETZT NOCH EIN FOTO MIT SPRINT-LEGENDE VALERIE BRISCO-HOOKS
UND JETZT ABER NOCH DER OBERKNALLER: MAN SOLLTE MEINEN, DASS ADIDAS DIE ZEICHEN DER ZEIT ERKANNT HÄTTE, ZUMINDEST DIE ZEICHEN DER 80ER UND 90ER JAHRE. WIE COOL WÄRE ES GEWESEN, WENN ADIDAS SOZUSAGEN ALS HULDIGUNG AN COSBY WENNAUCH ERST HEUTE, EIN BILL-COSBY-SONDERMODELL HERAUS GEBRACHT HÄTTE (SO A LA NOEL GALLAGHER) DOCH ES WAR NIKE, AUSGERECHNET NIKE, DER GRÖSSTE KONKURRENT VON ADIDAS, DER AUF DIE IDEE KAM, COSBY EIN SONDERMODELL ZU WIDMEN (WARUM AUCH IMMER). WER SICH ÜBER DAS KOMISCHE MUSTER WUNDERT: DAS IST AN DIE OFTMALS SEHR FARBENFROHEN STRICKPULLIS ANGELEHNT, FÜR WELCHE BILL COSBY IN SEINER ROLLE ALS HEATHCLIFF HUXTABLE BEKANNT WURDE.
HIER DAS MODELL
"THE CLIFF HUXTABLE DUNK HIGH"

Mittwoch, 12. März 2014

CREMATORY
(01.03.2014 SUBSTAGE)

Eigentlich hätte ich mir das Konzert nicht reingezogen, zu wenig kenn ich von den Rheinhessen, selbst in meiner Death-Metal Zeit waren das nie meine Favs. Aber glücklicherweise musste ich an dem Tag arbeiten und da nicht viel zu tun war, sass ich eigentlich nur rum und konnte mir die Show gemütlich anschauen.
Vorband waren die Dresdner BATTLE SCREAM, das waren sone Ostzonen-Suppenwürfel,die einen auf Rammstein machen. Grausig! Und mit ihren Bühnenoutfits im Mad-Max-Style waren es die perfekten Pausen-Clowns.Dementsprechend schwach war auch die Resonanz der ca. 300-400 Leute, die den Weg in den Club fanden. Die Jungs entpuppten sich zwar später als ziemlich nette Burschen, aber an meinem Bühnenurteil ist nichts zu machen!
CREMATORY sollten dann weitaus besser abräumen. Guter, wennauch Substage-üblich etwas leiser Sound, geile Songs die teilweise an alte Paradise Lost Dinger erinnerten und ein Original von Sänger, der wirklich alles hergibt.
Rocker-Outfit, Backenbart, Haare oben licht, hinten lang und fettig und zu nem geschleimten Pferdeschwanz gebunden und eine Plauze, die dafür sorgt, dass der bauchbedeckende Teil seines Punisher-Shirts wohl noch nie Bekanntschaft mit der Gürtelschnalle machen durfte. Die Krönung war dann noch ne Lederweste mit dem dreiteiligem Patch der mächtigen Black Label Society.
Da hatte er bei mir schon gewonnen!
Ein geiler Frontmann und nie um nen kessen Spruch verlegen. Doch mein heimlicher Höhepunkt des Abends waren technische Probleme, die der Gitarrist dazu nutze, einige Songs solo zu performen, also nur Gitarre und Gesang. Und was für Songs!!
1.) PINK FLOYD "Another brick in the wall"
2.) DIO "Holy Diver"
3.) THE POLICE "Message in a bottle"
Ohne witz, dabei war die beste Stimmung des ganzen Abends!
Insgesamt war ein cooler Abend mit ner Band, die weitaus besser war, wie ich sie mir erwartet hätte. CREMATORY sind eine ganz geile Band die bereits seit fast 25 Jahren ihr Ding durch ziehen. Allein das verdient schon Beifall.
Kleine Anekdote am Rande: Auf der Gästeliste stand ein ominöser Eintrag: "Jäger+5". Nur Eingeweihte wussten, dass es sich hier um Bülent Ceylan handelte, der die Band wohl gut kennt und an diesem Abend in der ausverkauften Europa-Halle zu Gast war. Aus dieser Geschichte wurde aber leider nicht mehr, als der blosse Eintrag, denn anscheinend genügte es dem Mannheimer Comedian aus welchen Gründen auch immer nicht um noch im Substage vorbei zu kommen und die ganze Sache löste auf wie Furz im Wind.

Samstag, 8. März 2014

SUICIDAL ANGELS / FUELED BY FIRE /
LOST SOCIETY
(13.02.2014 STEINBRUCH THEATER DARMSTADT)

Endlich mal wieder ein Thrash-Konzert, endlich mal wieder Back to the Roots, endlich mal wieder abfeiern, dass es dieses geile Genre geschafft hat zu überleben und momentan eine Art Renaissance erlebt. Zunächst mal zum Laden: Das Steinbruch Theater ist son richtig geiler Metalschuppen am Rande Darmstadts, wahrscheinlich gehört das gar nicht mehr wirklich dazu, drum herum nur Bäume, die sich an den merkwürdigen Läusebengeln mit ihren Kutten und Lederjacken sicher nicht stören. Drinnen fallen einem Musikkenner sofort die uralten Plakate von Bands auf, die dort schon gespielt haben. Ich kann mich zwar nur noch an THE WAILERS erinnern, aber da waren auf alle Fälle krasse Dingers dabei, also auf alle Fälle ein Laden, den man für die Zukunft im Auge behalten sollte.
Nun zum Konzi: erste Band waren die Finnen LOST SOCIETY, sozusagen ein ganz heisser Tip. Ne blutjunge Thrash-Band, die es auch lebt. Pickel, Pubertätsflaum, Shirts von Bands, die ihre Hochzeit hatten, als die Jungs noch trommelnd um den Weihnachtsbaum rannten (wenn überhaupt), aber das soll sich nicht negativ anhören. LOST SOCIETY haben jede Menge Power, sind hyperschnell und lassen jedes Thrasher-Herz höher schlagen. Einzig der Sänger war etwas schwach um die Brust und kam oftmals über Kreischen nicht hinaus, gegen Ende verliessen ihn seine Stimmbänder etwas, aber kann natürlich auch sein, dass dieses dünne Bürschchen einfach etwas angeschlagen war. Auf jeden Fall ne klasse und energiegeladene Show.
Die nächste Band waren die Amis von FUELED BY FIRE, meine persönlichen Favs des Billings. Und das war dann schonmal ne ganz andere Liga. Hammersound, sägende Gitarren, ein fetter kleiner Chicano-Sänger, dessen dominanter Gesang den Laden komplett ausfüllte. Übrigens war das Konzert gut besucht, mit ca. 200 Leuten war der Laden gut voll. Nur der Moshpit liess etwas zu wünschen übrig. Ebenso war das Treiben auf der Bühne recht dürftig. War halt auch klein für fünf Leute, aber hat trotzdem nen Riesenspass gemacht, sozusagen Metal Thrashing Mad! Hauptband des Abends waren die Griechen SUICIDAL ANGELS. Ich will mal so sagen, es gibt zwei Hauptarten des Thrash, einmal die nicht ganz so ernste Variante, die auch sehr oft von Hardcore und Skater-Kids gehört wird, bei der man einfach nur Spass hat und durch die Gegend mosht( wie zum Beispiel DRI, EXODUS, MUNICIPAL WASTE oder ANTHRAX, und dann die andere Variante, viel ernster, eher am satanistischen Metal angelehnt, immer düster, nur morbide oder destruktive Themen. Bands wie SLAYER, KREATOR oder SEPULTURA sind hier klassische Beispiele, bei weitem keine Schlechte Musik, um Gottes Willen, nein, geniale Musik, aber live meistens etwas eintönig. Genau in die gleiche Kerbe hauen da SUICIDAL ANGELS, klasse Musiker, Monster Riffs und fetter Sound. Doch wie schon erwähnt, etwas monoton und unmoshig, obwohl sich die Leute ganz nett durch die Gegend rempelten. Nach 6-7 Songs machten wir den Ausgang und düsten nach Haus. Mit dabei waren drei stramme Members des Old Irons Syndicates. Grüsse an Larsen, Jensen und an mich!!

Freitag, 21. Februar 2014

SIMPLE MINDS
(11.02.2014 TOLLHAUS KARLSRUHE)

Normalerweise halte ich mich Konzert-technisch für relativ gut informiert, doch der Zwischenstopp der SIMPLE MINDS im Karlsruher Tollhaus erweckte erst meine Aufmerksamkeit, als es schon (fast) zu spät war. Als ich auf der Tollhaus-Seite davon laß, war es bereits ausverkauft. Aber wenn man einen großen Bekanntenkreis hat, dann kann man den ja auch mal für sich arbeiten lassen, und siehe da, ein guter Kumpel brachte das Kunststück fertig, uns beide auf die Gästeliste zu setzen. Ein anderer Kumpel hätte mir auch noch ein Ticket klar machen können, aber Gästeliste war natürlich rein finanziell weitaus verlockender.
Im großen Raum des Tollhauses war ich bis dato noch nie gewesen. Ich war überrrascht, wie geil der Laden ist und wieviele Leute da doch tatsächlich reinpassen. Stücker 1.300 waren an dem Abend anwesend. Mein Kumpel Chris und ich, beide schon etwas gesetzteren Alters (aber an dem Abend bei weitem nicht die Ältesten) platzten uns auf der Empore des Saales auf zwei Sitzer wovon man einen guten Blick auf die Bühne hatte und (wie sich später beeindruckend herausstellen sollte) man auch ein fantastisches Sounderlebnis hatte.
Vorband gab es glücklicherweise keine und so begann die Chose pünktlich um 20 Uhr und die legendären SIMPLE MINDS enterten die Bühne.
WOW! Was für ein Abend, was für eine Band! Die SIMPLE MINDS sind ein gutes Beispiel dafür, dass auch alteingessene Bands nach langem Bestehen glaubhaft und voller Power rüberkommen können, sofern zumindest einige wichtige Stützen der Band unumstössliche Konstanten sind. Jim Kerr, Charlie Burchill und Mel Gaynor (für mich einer der besten Schlagzeuger der Welt!) sind bei den Schotten eben diese Stützen und da spürt man mit jedem Song. Das Motto der Tour war ja "Greatest Hits", aber im Gegensatz zu Chris musste ich festellen, doch nicht so Lied-fest zu sein und den ein oder anderen Song nichtmal wirklich zu erkennen. Aber das machte nichts, egal ob mir bekannt, Hit, Hymne oder Ballade, kein Song des Abends war ein Ausfall oder langweilte auch nur einen der Anwesenden. Und bis auf "Belfast Cild" und "Mandela Day" schossen die älteren Herren aus Glasgow alle Granaten in die Menge, die man über all die Jahre lieb gewinnen konnte. Besonders heraus zu heben sind für meiner Einer Dinger wie "This is your land", "Waterfront", "Alive and kicking", "Glittering prize" und natürlich "Don't you" (mit dem besten Schlagzeug-Comeback aller Zeiten). Die SIMPLE MINDS schafften es immer wieder einen in andere Sphären zu entführen, Mike Kerr, der anfangs noch einige kleine Stimm-Probleme hatte, kam mit jedem Song mehr in Fahrt und so versprühten die Jungs noch eine Menge vom damaligen New Wave-Spirit und konnten auf ganzer Ebene überzeugen. Zum Schluss noch ein Riesen Dankeschön an Karlsruhes Musikpapst Chris Marmann und an Daniel Buongiorno für das Fast-Bersorgen der Karte und für die unglaublich gut gezapfte Coke light!!!! Hier noch die Setliste, wenns bockt!