Sonntag, 18. Januar 2015

R.I.P. MANOWAR
(17.01.2015 FRANKFURT JAHRHUNDERTHALLE)

OTHER BANDS PLAY - MANOWAR SUCK !!!
Was genau mich zu dieser Aussage bewegt, werde ich euch heute, einige Stunden nach dieser Frechheit, gern ausführlich schildern. Mein Aggress hat sich zwar kaum gelegt, aber man soll ja seine Gefühle rauslassen, solange sie noch frisch sind!
Eins vorneweg, MANOWAR waren einmal eine gute Band, die mit Platten wie "Battle Hymns", "Into glory ride" oder natürlich "Kings of Metal" Meilensteine gesetzt haben, die es immer wert sein werden, gehört und gefeiert zu werden. Dass MANOWAR zeit ihres Daseins aber auch durch masslose Überheblichkeit, Arroganz, politischer Inkorrektheit und vor allem der manchmal schon fast peinlichen Auslebung jedweder Metal-Klischees bestachen, konnte man aufgrund der guten Musik meistens geradenoch unter den Tisch fallen lassen. Und wenn wir das Konzert nicht einem Freund geschenkt hätten und wir mit einer guten Truppe dahin gefahren wären, hätten mich wahrscheinlich keine zehn Pferde jemals mehr auf ein MANOWAR-Konzert gebracht. Die New Yorker hatten sich in den letzten Jahren einfach zuviel Negatives erlaubt, doch was an diesem Abend abging, stellt jede bisherige Kritik ad absurdum.
Doch was war denn nun so schlimm am Auftritt dieser männlichsten und potentesten Metal-Götter ever? Nun, es war NICHT MAL die Tatsache, dass Eric Adams Semi-Playback sang und machmal nur die Einspielung zu hören war. Das hätte ich noch verziehn ... Es war NICHT MAL die Tatsache, dass sie sicher 45 Minuten des gesamten Sets mit labern und selbstbeweihräuchernden Interview-Einspielungen verplemperten. Auch das hätte ich noch verziehn, weil diese älteren Herrschaften doch eeinige Verschnaufpausen mehr als üblich benötigen dürfen. Natürlich hätte ich auch die lächerliche Show und die ledernen Salamander-Anzügchen verzeihen können, das war ja noch nie anders. Auch hätten mir mieser Sound, beschissene Songauswahl und horrender Eintrittspreis nichts ausgemacht, man lässt ja einiges über sich ergehen, wenn man eine vermeintlich große Band sehen will. Doch sind drei Dinge an diesem Abend passiert, die ich (und nicht wenige andere Metalheads)niemals verzeihen können. Sind übrigens an ihrer Unverzeilichkeit gemessen aufsteigend aufgezählt.

1.) Das gesamte(und ursprünglich geniale)"Warriors Prayer" wurde komplett neu aufgenommen, mit neuen Stimmen und teilweise neuem Text, sodass jeglicher Zauber(sofern der bis zu diesem Zeitpnkt noch vorhanden war)getötet wurde, als dieses abgespielt wurde. Daran änderte auch der billige Versuch, diese Geschichte in Bilder zu fassen, nichts.

2.) MANOWAR spielten KEINERLEI Zugaben, dafür wurde komplett VON BAND "The Crown and the ring" eingespielt und es wurde 7 Minuten eine Deutschland-Fahne eingeblendet. Absolutes No-Go!!! Übrigens wurde auch diese komplett sinnlose Aktion von endlosen Handys gefilmt und sogar bejubelt !!!

3.)Bei diesem Punkt muss ich etwas weiter ausholen. Bei solchen Groß-Events ist es leider mittlerweile normal, dass ein Großteil der Leute komplette Vollidioten sind, die lieber Handy-Videos machen oder mit ihrer Alten schmusen, wie eine Metal-Show zu feiern. Dazu kommt noch, dass MANOWAR ohnehin nicht die "normalen" Metal-Fans anzieht, sondern schon immer auch einen riesen Haufen Arschlöcher. Wie demnach zu erwarten war, ging bei den ersten Songs rein gar nichts ab, keinerlei Bewegung,kein Headbanging und schon gar kein moshen; lediglich hunderte Halbhirne, die entweder filmten oder ihre Hände im MANOWAR-Stil noch oben reckten. Als dann endlich ein paar Leute wenigstens etwas Bewegung in die Sache brachten(u.a. auch Bob und ich) keimte etwas Hoffnung auf. Da bisher nur Arschloch-Lieder liefen, ging ich davon aus, dass bei einem Hit wie "Wheels of fire" endlich die Luzie abgehen würde. Doch weiter gefehlt, wie ich mir das auch nur annähernd hätte denken können. Es war wirklich nicht wild, was in den ersten Reihen abging, ein paar Leute hüpften und moshten umher, maximal 30-40 Leute. Dabei wurden natürlich auch die ganzen Wixer angerempelt, die naiverweise davon ausgingen, dass man ne richtige Metal-Show gemütlich und ohne Stress in der ersten Reihe anschauen kann. Das ist eigentlich bei allen großen "Metal"-Konzerten so.
Was aber dann passierte, kann ich bis heute noch gar nicht wirklich glauben. Nach dem vielleicht fünften oder sechsten Song brach Obersalamander und Pausenclown Joey di Mayonäse die Show kurzerhand ab und nahm ein Mikro in die Hand. Zunächst beleidigte er die Securities, die bislang keinesfalls aufgefallen waren (schon gar nicht negativ), aufs übelste, was sie denn für Arschlöcher seien und das die mieseste Security ever wäre. Ihm ging es darum, dass die Jungs vom Ordnungsdienst etwas gegen DIE Leute machen sollten, die vorne verzweifelt versuchten, etwas Stimmung in die Hütte zu bringen. Er meinte, dass "Slamdancing" nichts auf einem Metal-Konzert zu suchen habe, und diese "Motherfucker" nur den Leuten die Show verderben, die diese in Ruhe sehen wollen !?!Ebenso verbot er es, dass jemand seinem Kumpek uder seine Freundin auf die Schulter nimmt. Auch das habe auf einer Metal-Show nix verloren, weil die Leute dahinter ja dann nichts sehen können. Ich traute meinen Ohren nicht!! Hatte er das alles wirklich gesagt? Natürlich gibt es immer Leute, die das Ganze etwas gemässigter angehen wollen, aber die stehen dann halt nicht in den ersten Reihen, sondern weiter hinten oder gehen gleich auf die Sitzplätze. DAS war doch schon immer so!
Bei einer guten Konzert-Meute wäre spätestens jetzt ein Protest ausgebrochen, doch bei dieser Ansammlung von Weichflöten und RockamRing-Gängern löste diese Aussage sogar noch Applaus aus.

Ich war echt fertig, sofort war mir und Bob klar, dass wir zumindest da vorne nichts mehr verloren hatten. Ich ging noch einen Schritt weiter und verliess den Innenraum. In den Katakomben staunte ich nicht schlecht, klar ist auch während eines Konzertes da draussen immer was los, aber die Summe der Scheiss-Bollen, die MANOWAR da an diesem Abend angesammelt hatten, brachten offensichtlich auch einige andere Metal-Fans zu dem Entschluss, das Konzert zu verlassen.Ich unterhielt mich mit zwei alten Frankfurtern, beide jenseits der fünf, und unsere Meinungen gingen nahtlos ineinander über: DAS war die reinste Kacke, die einem da vorgeschissen wurde.
Über die Jahre hinweg wurden die leeren Phrasen MANOWARs, dass nur SIE den wahren "True Metal" spielen und ihre "Crowd" die verrückteste der Welt sei und MANOWAR sozusagen diese Genre erfunden hätten, oftmals nur noch belächelt. Doch angesichts dieses Abends erreichten solchen Aussagen nun den absoluten Gipfel der Lächerlichkeit. Ob MANOWAR überhaupt jemals wirklich zur richtigen Metal-Szene zählten, lasse ich mal dahingestellt.Für mich jedenfalls sind allerspätestens nach diesem Abend MANOWAR gestorben. Niemals mehr werde ich für dieses kommerzverseuchte Geschwür von Witzfiguren auch nur einen Finger rühren, geschweige denn mir nocheinmal eine solche Fake-Verantaltung antun.

WIMPS AND POSERS -


LEAVE THE HALL !!!


Allerdickste Grüsse gehen raus an meine Brüder Grimmser, Bob, Daddy und Faxe, mit denen ich trotzdem einen geilen Abend verbrachte.Ebenso freute ich mich die alten Recken Sascha und Marco mal wieder zu treffen (wie wars beim Treppen steigen?) und am Ende sogar noch Pisser und Wolff getroffen, auch die dürfen sich wärmstens gegrüsst fühlen, auch wenn sie wie Faxe die Show eigentlich ganz gut fanden :-)

Mittwoch, 7. Januar 2015

MIDGE URE (23.11.2014 JUBEZ KARLSRUHE)

MIDGE URE, eigentlich eine Legende, aber mal ehrlich, 9 von 10 Menschen haben diesen Namen noch nie gehört! Aber sein musikalisches Vermächtnis hat es dermaßen in sich, dass man sich diesen Menschen wenigstens einmal livehaftig zu Gemüte führen muss, und wenn er schon mal Karlsruhe vorbei schaut, dann schon zweimal. Ist ja nicht das erste Mal, er war schonmal im Jubez, aber das flog völlig an meinem Schirm vorbei. Deshalb jammerte ich vor einiger Zeit etwas bei Musikpapst Chris herum, wie sehr mir das in den Leisten zwickt, dieses Konzert verpasst zu haben. Paar Tage später dann die Info von diesem grandiosen Menschen, dass er MIDGE URE wieder gebucht habe. Oh du meine Güte, wie glücklich er mich damit machte!!!
MIDGE URE kann wahrlich auf ein bewegtes Musikerleben zurückblicken, nicht nur, dass er Frontman von ULTRAVOX war, denen er mit seiner phänomennalen Stimme zu ihrer besten Zeit verhalf, nein, er war auch Teil des Duos VISAGE, die mit dem fast schon mystischen Hit "Fade to grey" einen auch heute noch oft gespielten Welterfolg landeten.Aber damit nicht genug sprang er auch mal kurz bei THIN LIZZY als Gitarrist ein, als Gary Moore die Band damals überraschend verliess.
Und das sind nur die allerwichtigsten Stationen seiner Laufbahn. Es würde den Rahmensprengen, hier alle aufzuzählen. Und schliesslich stellte er zusammen mit Bob Geldof auch noch BAND AID auf die Beine, ein riesiges musikalisches Hilfsprojekt (sozusagen das britische Gegenstück zu "USA for Africa"), in dessen Mittelpunkt der Welthit "Do the know its Christmas" stand den, ihr werdet es schon ahnen, auch MIDGE URE mit Bob Geldof zusammen geschrieben hat.
Aber auch seine ganz "profane" Solo-Karriere war überaus erfolgreich. Man durfte also einiges von dem Konzert im Jubez erwarten. Da an diesem Abend hauptsächlich ältere Semester erwartet wurden, war der große Saal komplett bestuhlt, tat der guten Stimmung aber keinerlei Abbruch.
MIDGE URE erwies sich als absoluter Purist, schwarze Bühne, nur eine Gitarre und ein Mikro, sonst nix! Gut, etwas Technik war auch dabei, er hatte so nen Soundeffekt am Start, der irgendwie einen Hall auslöste, wenn er seine Stimme vom Mikro weg bewegte. Allein das war schon geil und wurde von dem Schotten perfekt eingesetzt.
Eigentlich ist das kein Bestandteil meines Wortschatzes, aber dieses Konzert war im wahren Sinne des Wortes "hinreissend"! Olle Midge zog alle in seinen Bann, und das tat er mit seinen eigenen Hits wie "If I was" oder "Breathe"(wurde übrigens für einen aktuellen SKY-Trailer reaktiviert, das gibt auch wieder einige Taler in seine eh schon gut gefüllte Schatulle), aber auch ULTRAVOX-Hits wie "Vienna", "Lament",das epische "Hymn" oder das herrlich melancholische "Dancing with tears in my eyes" trafen voll ins Schwarze. Garniert wurde die Setlist natürlich noch mit "Fade to grey" und logischerweise auch mit einigen seiner neueren Sachen, die den alten Gassenhauern in nichts nachstehen, vielleicht nicht ganz so radiotauglich, aber auch kein bißchen weniger gut.
Zuguterletzt haute er noch den Band-Aid Hit "Do they know its Christmas" raus, man merkte zwar, dass er den nicht so gerne und keineswegs immer bringt, aber angesichts der charitativen Wirkung und der aktuellen Band-Aid Reanimation (der Song wurde zum 30 jährigen Jubiläum mit aktuellen Stars neu aufgenommen um Spenden gegen Ebola zu sammeln)kann man dieses Schmuckstückchen schon mal bringen.
Ich fand, der Abend war wirklich etwas ganz besonderes, für mich ist MIDGE URE ein ganz Großer, auch wenn seinen Namen speziell in Deutschland viel zu wenige kennen.
Als Tribut für sein Lebenswerk hier noch einmal die beiden Band-Aid Videos aus den Jahren 1984 und 2014

Donnerstag, 11. Dezember 2014

LA COKA NOSTRA
(13.11.2014 LA LAITERIE STRASBOURG)

Darauf musste ich lange warten ... endlich... die Eastcoast Rappers LA COKA NOSTRA waren zu Gast, und man musste nur nach Strasbourg düsen. Also frühzeitig Tickets gezogen, denn in Frankreich sind Rap-Konzerte immer sone Sache, das kann ruckzuck ausverkauft sein.
Dem war dann aber leider nicht so, der große Saal war zwar gut voll, aber mit einem Vorhang auf die Hälfte des Fassungsvermögens reduziert, demnach waren ca.300-400 Leute am Start. Die Bühne war absolut schmucklos, es befand sich lediglich der DJ-Tisch darauf. Sonst nix, nicht mal ein Backdrop.
Die Turntables bediente dann DJ LETHAL, der ja auch schon bei House of Pain die Rillen zum Glühen brachte. Dieser sollte laut Plan zwar ca. ne Stunde der Meute einheizen, er fing aber viel später als angekündigt an.
Nun, dafür hörte er aber auch früher wieder auf. Die Einheiz-Phase dauerte höchstens 20 Minuten und war ehrlich gesagt nicht der Renner. Dann mitten in einer Scratcherei, völlig unangekündigt und komplett unspektakulär kamen plötzlich die drei restlichen Jungs auf die Bühne. Der Auftritt von SLAINE, ILL BILL und DANNY BOY (ebenfalls Ex-House of Pain) hätte wirklich etwas besser inszeniert sein können, aber was solls, die drei sind wohl eher Puristen, die sich auf das Wesentliche konzentrieren: Das Rappen!
Und wer behauptet, dass es weisse Jungs nicht bringen, der soll sich mal diese Burschen anschauen. Insbesondere SLAINE ist ein gnadenlos guter Rapper, aber auch ILL BILL und natürlich DANNY BOY stehen dem in Nichts nach. Und so spulten sie ihren Set runter, die Leute gingen gut mit, und speziell die paar House of Pain-Klassiker, die sie einstreuten, wurden natürlich am Meisten gefeiert.
Insgesamt war es ein echt gutes Konzert, welches visuell aber leider so gar nichts zu bieten hatte, sei es Bühnenshow, ein paar stylische LCN-Designs oder nen kleinen Breaker-Kontest.
Aber dennoch hat es echt Spass gemacht, endlich mal wieder ein geiles Rap-Konzert, welches a.) erschwinglich war und b.) nicht von irgendwelchen Star-Allüren geprägt wurde sondern nur reine und unverfälschte Skills lieferte.
Dicke Grüsse gehen an mein Mädel, Olli aka "Euro" aka "Der Fragenmann", den quadratischen Lars (doch deine neue Jacke ist gut!) und natürlich auch an den Handy-süchtigen Jens, der selbst bei diesem tristen Bühnenbild noch Motive zum knipsen fand !

Mittwoch, 3. Dezember 2014

LIFE (11.11.2014 ALTE HACKEREI KARLSRUHE)

Die Hackerei hatte da mal wieder was ganz skurriles zu Gast:
LIFE, eine Crustcore-Band aus dem fernöstlichen Japan.
Aber da ja Plüschi ein Bollock der alten Schule ist, fing das Konzert nicht vor zehn an.
Das wiederum gab mir die Gelegenheit, noch ins Substage rüber zuschlendern und mir dort noch fast ne Stunde von MOTHERS FINEST anzuglotzen. Und DAS hatte es schonmal in sich.
Eigentlich war für mich MF immer der Inbegriff des Funk, und damit kann ich nicht allzuviel anfangen.
Doch als meine Gehörgänge von diesem Hammer-Sound geflutet wurden, bereute ich sofort, nicht das ganze Konzert angeschaut zu haben. MF sind ja in der Hauptsache das singende Ehepaar Joyce Kennedy und Glenn Murdock, und DIE, meine Freunde der Nacht, die haben ja noch dermaßen was unterm Pony, das es einen ziemlich umhaut. So in etwa wie Ike und Tina Turner (denen sie sogar recht ähnlich sehen)in einer weitaus härteren Rock-Version. Natürlich mit klasse Musikern im Schlepptau. Also falls jemand mal die Chance hat, dieses immernoch derbe abrockende Fossil der Rockgeschichte zu sehen, sollte das tunlichst machen!
Danach ging es zum Kulturschock in die Hackerei, wo sich gerademal 30-40 Leute eingefunden hatten. Na ja, wenigstens hab ich mal wieder nen alten Kumpel getroffen, also hatte sich der Eintritt schon gelohnt.
Doch als LIFE dann anfingen, überdachte ich meine Entscheidung, auf dieses Konzert zu gehen, binnen Sekunden.
Meine Güte, war das ein Geknüppel!! Als würde man auf einem Rasenmäher quer durch ein Tierheim kläffender Schäferhunde reiten. Ab und an gab es mal einen ganz passablen Moshpart, dann ging aber die Luzie wieder ab.
Und was waren das nur für Figuren, die sich da auf der Bühne abmühten? Wenn Japaner irgendwas aus der westlichen Welt adaptieren, dann hat das sehr oft so einen Gimmick-Charakter. Die Typen wollen dann originaler aussehen wie das Original selbst. Und das geht meistens schief. Auch auf LIFE traf das zu. Irgendwie hatte sich jeder Musiker irgendeinen subkulturellen Style ausgesucht, der diesen dann zu 187% in die Tat umsetzte, was man dann immer schnell mit einem radioaktiven Verseuchungshintergrund a la Godzilla in Verbindung bringt. Der Sänger beispielsweise wählte den Charakter "Metalkutte" mit allem, was dazu gehört (hoch2), der Bassist sah eher aus wie ein Krishna-Hardcore, bei dessen Glatzkopf nur hinten drei vier Lockenwürstchen wackelten, wenn er seinen Bass auf Knöcheltiefe spielte.Der Schlagzeuger war dann voller Proll-Style, ,wie man ihn eher auf den Strassen der Bronx erwartet. Der eine der beiden Gitarristen erfüllte dann noch am ehesten das Profil "Prog-Rocker", der auch tatsächlich einige virtuose Soli einbaute. Nur das letzte Mitglied der Band, der zweite Gitarrist, war ne absolut langweilige Milchtüte und jeglichen Stil (aber vielleicht war genau DAS sein Stil).
Aber als ich mir dann die Jungs so anschaute, so lustig sie auch aussahen und so kompromisslos diese Mucke auch war, dachte ich bei mir selbst was für eine Leidenschaft die an den Tag legen müssen. Da sind die ein paar Tausend Kilomter von zu Hause weg in einer vollkommen anderen Welt, spielen in kleinen Clubs, in denen sicher nirgendwo so richtig der Punk abgeht. Und trotzdem ziehen sie ihr Ding durch. Und das fand ich dann schon bemerkenswert ...
und sooooo schlecht waren sie ja gar nicht, war halt nicht unbedingt mein Geschmack.

Montag, 1. Dezember 2014

VOLL IN DEN UNTERLEIB !!!

Bei dieser Überschrift könnte vielleicht der ein oder andere an die SIMPSONS denken, und zwar an das Hans Maulwurf Video "Football in die Leiste" (ein Klassiker!!) Doch weit gefehlt. In diesem Video sieht man zwei mittlerweile recht bekannte Russen, die es sich mit Gleichgesinnten zum Ziel gemacht haben, auf die höchsten Gebäude dieser Welt zu klettern, und das ohne irgendwelche Sicherungen. Von diesen waghalsigen und zum Teil geradezu todesverachtenden Aktionen machen sie dann natürlich auch spektakuläre Videos.
Hier ist eines davon, in welchem sie auf den 650m hohen Shanghai Tower besteigen, als dieser noch in der Bauphase war! Der Titel des Blogs bezieht sich auf das stechende Gefühl, welches einem bei diesen Bildern (zumindest bei mir)in den Unterleib schiesst.
Aus Russland kommt ja normal nicht viel Gutes bei uns an, das hier stellt definitiv eine Ausnahme dar.
Geniesst das Kackreiz-verursachende Kribbeln!

Mittwoch, 26. November 2014

FISH
(07.11.2014 SUBSTAGE KARLSRUHE)

Wieder einmal war der "Lokalmatador" FISH zu Gast im Substage, und ich durfte dabei auch noch arbeiten. Schon letztes Mal war es ja ein tolles Konzert, und obwohl der gebürtige Schotte gesundheitlich mehr als angeschlagen war, solle es dennoch wieder ein geiler Abend werden, geiler wie ich ihn mir jemals vorgestellt hätte.
Da FISH ja bekanntermaßen auch oft zum KSC geht (sofern er die Zeit dafür findet), staunte er wohl nicht schlecht, als der Chef des Substage ihm vor dem Konzert sagte, dass ich heute abend arbeiten würde. Obwohl er mich nicht kannte, schien er aber mit meiner "Tätigkeit" beim KSC durchaus vertraut zu sein.
Doch dazu später mehr
Das Konzert war dem Letzten sehr ähnlich, was soviel heisst, dass FISH nahezu zu jedem Song eine lange Geschichte erzählte bzw. die Beweggründe erläuterte, die ihn dazu brachten, dieses Stück zu schreiben. Dabei konnte man mal lachen, mal schmunzeln aber auch sehr nachdenklich werden. FISH versteht es sehr gut, Stimmungen aufzubauen, in die er seine Lieder dann sozusagen einbettet.
Neben seinen eigenen Werken streute er auch zwei drei Dinger von MARILLION ein, man konnte aber einige Male zwischen den Zeilen lesen, dass er auf seiner ehemalige Band nicht mehr so gut zu sprechen ist. Einmal musste man gar nicht zwischen den Zeilen lesen als er einen Fan frontal "beleidigte", der es wagte, in der ersten Reihe mit einem MARILLION-Shirt zu stehen. Das Ganze war aber nie ernst gemeint und immer mit einem Augenzwinkern versehen. Und um alle Zweifel zu beseitigen (obwohl das nicht nötig war), hob er dem Typen bei einem der nächsten Songs sogar das Mikro hin, und sang mit ihm zusammen. Dass Fish keinerlei Berührungsängste hat, zeigte er auch, als er von der Bühne stieg und einen ganzen Song im Publikum sang, als wäre nichts dabei. Nun, es ist ja auch nichts dabei, aber andere "Stars", oder mehr noch jene, die das gerne wären, wären sich für so eine Aktion viel zu fein.
Falls man FISH noch nicht live erlebt hat, sollte man das vielleicht baldigst nachholen, denn allzu lange wird der mittlerweile 56 Jährige nicht mehr in der Welt der tourenden Musiker verbleiben. In einem Interview hat er schon angekündigt, dass er wohl noch ein Album machen wird und danach Schluss mit Mucke ist.
Kann ich auch verstehen, denn er macht seine gesamte Musik selbst, hat ein eigenes Plattenlabel und vermarktet auch alles selbst.Das ist selbst mit einem Team zusammen eine Menge Arbeit. Mit den großen Plattenfirmen hat er schon vor einiger Zeit gebrochen, weil diese für ihn die Künstler nur noch aussaugen und solange "am Leben" halten, wie diese auch Profit abwerfen. Erfreulicherweise will FISH, der mit richtigem Namen Derek William Dick heisst, nach seinem Rückzug aus dem Musikgeschäft ganz nach Karlsruhe ziehen, wäre sicherlich ein illustrer Dauergast im Wildparkstadion. Jedenfalls waren die ca. 400 Leute wiedermal vollauf begeistert und feierten den Schotten gebührend ab. Der wiederum kam auch trotz dem schlechten Gesundheitszustand nochmals zu einer Zugabe zurück auf die Bühne. Insider wissen, dass er dies in Karlsruhe immer im KSC-Trikot tut, leider kam er diesemal aber "nur" mit einem KSC-Shirt raus, dachte ich zumindest, dieses zog er dann aber aus, darunter kam ein Deutschland-Trikot zum Vorschein, na ja, wegen der WM halt, er meinte dazu, dass die deutsche Mannschaft so sympathisch sei und er bei der WM zu ihr gehalten hatte.
Zu guter letzt zog er das dann aber auch noch aus, und DA war es dann, das KSC-Trikot. Leider nicht das aktuelle, hier herrscht definitiv Handlungsbedarf !!!
Als das Konzert dann vorbei war und alle Gäste aus dem Laden waren, kam FISH nochmal raus, er wusste wohl irgendwoher, dass ich derjenige war, von dem ihm vorher erzählt wurde.
Er ging auf mich zu und fragte mich, ob ich der Typ vom KSC sei. Als ich das bestätigte, freute er sich dermaßen, dass er mich tatsächlich spontan umarmte. Ich war ziemlich perplex und freute mich natürlich auch. Wir unterhielten uns dann eine Weile über Fussball, Ultras und den KSC. Er erzählte mir von früher, wie es war, wenn die "Hibs" (er ist Fan des schottischen Clubs Hibernian F.C.)auswärts fuhren und zum Beispiel ganz Glasgow zerlegten. Es war genial, wir verstanden uns auf Anhieb, er feierte die Gegengerade und unser Tun über alle Maßen ab, wenn er im Stadion sei, dann schaue er oft mehr auf die Kurve als aufs Spiel. Ich brachte dann so nen lockeren Spruch wie: Wenn er mal wieder im Stadion ist, dann solle er sich einfach melden. Ich dachte mir natürlich nichts dabei, schon gar nicht daran, dass er mir gleich darauf und ohne zu zögern seine private Handynummer und seine Email-Adresse gab. Es war eigentlich komplett surreal und ich konnte diese ganze Situation erstmal gar nicht fassen. Was für ein klasse Typ!
Ich erlaubte ihm dann noch ein Foto mit mir zu machen .... he he, natürlich nicht, aber einen Schnappschuss gab es dann natürlich schon noch. Guckst du hier

Montag, 24. November 2014

OVERKILL / PRONG / ENFORCER
(06.11.2014 SUBSTAGE KARLSRUHE)

Griesgram und ich kamen übelst zu spät, sodass wir von ENFORCER nur noch ihren Hit "Midnight Vice" bestaunen durften.Die erste Band DARKOLOGY verpassten wir folglich komplett.Da hätte ich mal vorher den Timetable studieren sollen. Na ja, kommt in den besten Familien vor, wenigstens hab ICH ja ENFORCER schonmal live und in voller Glamour-Pracht gesehen (hä hä).
Next was PRONG !
Diese Band stellt für mich eines der größten Rätsel meiner Musikwelt dar. Seit Jahren begleitet mich diese Band, seit Jahren habe ich Kumpels, die die Musik des New Yorker Trios deftigst abfeiern, und ebenso seit Jahren kann ich persönlich mit PRONG einfach nichts anfangen!
Auch jetzt wieder, die Musik drückte, der Sound war geil, die Leute gingen ordentlich ab, alles passte ... eigentlich. Und als ich so über die Gründe vor mich hin sinnierte, warum mir denn PRONG einfach nicht gefallen will, fand ich eine Umschreibung, die es zumindest für mich sehr passend erklärt: Sie kommen mit ihrer Musik einfach nicht auf den Punkt. Die Songs haben allesamt eine Struktur, die irgendwie am Wesentlichen vorbei geht, Moshparts, Höhepunkte, Breaks, alles das wird zwar eingesetzt, aber es wirkt immer unabgestimmt und eben , wie schon gesagt, nicht auf den Punkt gebracht. Und obwohl das noch eines der besseren PRONG-Konzerte war, die ich gesehen habe, kam ich auch an diesem Tag zu dem gerade formulierten Schluss!
Aber ich war ja auch hauptsächlich wegen OVERKILL da, und ich denke ein Großteil der ca. 600 Leute dachte da ähnlich. Mit Frontmann und Charisma-Kanone Bobby Blitz und dem etwas kahl gewordenen D.D.Verni stehen immerhin noch 2 von 3 Gründungsmitgliedern auf der Bühne. Und der Rest ist auch schon über 10-15 Jahre dabei, keine Wunder also, dass OVERKILL eine extrem gut eingespielte Band sind und somit live auch als Kracher gelten ... was sie heute einmal mehr unter Beweis stellen sollten. Sie starteten mit dem Opener der neuen Platte (White Devil Amory) "Amorist", welches schon mal ne richtige Ansage ist und zum mitgrölen einläd. Übrigens stellte ich meine Mosh-Aktivitäten im Gegensatz zum letzten Mal etwas hinten an und begnügte mich damit, mir die Show anzuschauen und die Lieder mitzusingen. Vielleicht beruhte meine fehlende Rempel-Bereitschaft auch auf der Tatsache, dass mein stabiler Bruder Faxe dieses Mal nicht mit von der Partie war, der mir letztes Mal mit seinem nonchalanten Tanzstil den Rücken komplett freihielt und dabei, zuzusagen mit dem kleinen Finger der linken Hand ohne größere Probleme den gesamten Moshpit rumrührte. Dabei sang er sogar nahezu jeden Song mit, ohne bis dato jemals was von OVERKILL gehört zu haben, sozusagen in feinster Enrico Palazzo-Manier ! Es folgten alte Hymnen wie "Overkill","Hello from the gutter", "Wrecking Crew" oder "Rotten to the core", natürlich ebenfalls sone Geschosse wie "Ironbound", "Electric Rattlesnake" oder "Bring me the night". Für meinen Geschmack hätten es noch ein paar mehr alte Dinger sein können (wo war "In union we stand" ???), aber trotzdem, war es mal wieder ein Feuerwerk, wie man es sich nur wünschen kann. OVERKILL sind einfach eine Live-Bank, auch wenn Bobby Blitz mittlerweile einige Male hinter die Bühne musste, um etwas zu verschnaufen, wenn man aber genauer hinsah, kippte der dort auch mächtig was an Spritt weg, also nix mit altem Eisen, solange die Päuschen noch fürs saufen benutzt werden.
Als Zugabe gabs dann noch was von der Neuen plus "Elimination" und das legendäre "Fuck you" beschloss eine grandiose und euphorisierende Show, die einen wie immer etwas hungrig zurück lässt ... hungrig auf die nächste OVERKILL-Show, die sicher kommen wird !!!

we don't care what you say

FUCK YOU


Ach ja, Grüsse gehen natürlich auch noch raus: wie immer an Lars-Oh,Jen-Z, Raffke Beutlin und Polland, die olle Kutte Beyerle und diesmal auch ans Substage for having OVERKILL !!!
*EDIT: hab ja noch nen wichtigen Gruss vergessen:
Moshing Rula wirbelt auch ziemlich durch den Pit,
beste Grüsse auch an sie!