Samstag, 26. Oktober 2013

CBGB FESTIVAL: MIDNIGHT MOB (12.10.2013 FONTANA'S NEW YORK)


Die Geschichte zu diesem Konzert ist relativ schnell erzählt, aber deswegen nicht minder erzählenswert. Zu Beginn des für uns dritten Festival-Tages hatte ich mir eine Band schauten wir uns eine New Yorker Rockband an, die es ziemlich in sich hatte.
MIDNIGHT MOB

stand auf dem Programm, eine rotzige und absolut geile Rock-Band mit einem Wirbelwind von Sängerin, die nicht nur lecker war, sondern auch noch richtig singen konnte. Ihre Bandbreite ging von schriller Axl-Rose-Quäke bis hin zur rauchig-heiseren Soulstimme. Auch der Rest der Band hatte seine Werkzeuge sehr gut im Griff und so kesselten die fünf vor ca. 40-50 Leuten (das ging in Ordnung, da der Club sehr klein und damit fast voll war)ihre Songs herunter und oftmals hörte man die Einflüsse wie Social Distortion, Misfits oder rockigere Sachen wie Skid Row oder eben die guten alten "Ganz in Rosie" heraus. Hat mir echt gut gefallen und war eine kleine Entschädigung für die Rohrkrepierer des ersten Tages. Erstens und nen coolen Club gesehen, zweitens ne gute Band erlebt, so macht CBGB Spass!
Hier noch ein Video der Band, wie immer zur audio-visuellen Untermalung. Enjoy!

CBGB FESTIVAL : JUDGE / MURPHYS LAW / MANIPULATE (11.10.2013 ST.VITUS BAR BROOKLYN NEW YORK)


An unserem zweiten Festival-Tag standen dann doch ganz andere Kaliber auf dem Programm. Keine geringeren als die legendären JUDGE, die sich anlässich des BNB-Bowls im Mai wieder zusammen rauften, gaben sich die Ehre! Zu dieser NYHC-Legende gesellten sich deren weitere: Jimmy G. und seine ebenso zur Institution gewordenen Band MURPHYS LAW. Dazu noch als Appetizer ein recht neue und überaus sehenswerte Band namens MANIPULATE. DAS waren die nackten Fakten Abends. Doch was mich letztlich erwarten sollte, konnte ich schlecht einschätzen, schmerzten mir doch noch meine Nüsse aufgrund der "Tiefschläge", die ich am Vortag einstecken musste. Ich wusste nicht wirklich, ob dieses Konzert, so kultig es auf dem Papier auch war, eine wirkliche Relevanz in der Szene hatte.
Der Laden, die St.Vitus Bar, befand sich in einem der letzten Zipfel Brooklyns, ehrlich gesagt kein Ort, an dem man unbedingt nachts als suchender Touri herum irren muss. Im übrigen ist es ohnehin sensationell, wie schnell man sich in New York von einer normalen Gegend in einen Moloch bewegen kann. Das geht oftmals fliessend ineinander über und mehr oder weniger plötzlich steht man in einem sozialen Brennpunkt-Ghetto. Aber genau das ist es ja auch, was diese Stadt so prickelnd macht. Neben den feinen Fassaden der Postkarten-Gebiete und den hippen Künstlervierteln (die aber auf alle Fälle auch ihre Reize haben), gibt es meist einen Steinwurf weiter eben auch noch richtig harte und urbane Randgebiete, in denen längst nicht alles unter Kontrolle ist. Jedenfalls spazierten mein Mädel und ich durchs nächtliche Brooklyn, doch mehr als ein paar zweifelnde Blicke trafen uns dann im Endeffekt auch nicht. Am Laden angekommen überkam mich dann das zweite Glücksgefühl (das Erste hatte ich bei der Bekanntmachung, dass JUDGE überhaupt beim CBGB Festival spielen sollten, welches mir damals spontan die Glückstränen aus den Augen presste): vor der St.Vitus Bar war gut was los und die Show war ausverkauft.Gott sei dank! Also rin in den Schuppen und sich gute Plätze gesichert.Es war natürlich eine Menge Mutanten-Volk anwesend, aber so übel, wie ich es mir vorgestellt hatte, war es dann auch nicht. Die Stiernacken-Dichte des BNB-Bowls wurde jedenfalls nicht erreicht! Im Laden selbst war ein CBGB Kamera-Team, welche das Konzert aus mehreren Winkeln aufnehmen sollten. Erste Band des Abends waren die New Yorker MANIPULATE, die mit ihrem knallharten Hardcore schon mal ne gute Ansage durch den Club prügelten. Von den Leuten her war die Resonanz eher verhalten, aber einige liessen es sich nehmen, etwas rumzuzappeln. Echt ne klasse Band, die alles hat, was nötig ist.Die Jungs sind offensichtlich auch keine Greenhorns mehr, alle schon etwas älter, die haben sich sicher schon in anderen Bands ihren Lorbeeren verdient. Im Publikum waren mittlerweile auch einige NYHC-Persönlichkeiten wie Lord Ezec oder Civ (Gorilla Biscuits) anwesend udn es wurden immer mehr zu einer großen Party. Einen großen Anteil hatte natürlich auch MURPHYS LAW, die mit ihrem Gute-Laune-Kiff-Sauf-Party-Hardcore schnell den Laden im Griff hatten. Auch wenn die Crowd hier ebenfalls eher verhalten agierte, machte das der Show nur wenig aus. Jimmy G. hatte nen Heidenspass und liess so einiges an Sprüchen und Statements ab. Natürlich verurteilte er die Messerattacke von olle Harley, die im Jahr zuvor den Himmel des CBGB-Festivals heftig trübte. Aber in Jimmys Manier machte er sich eben auch über solche Leute und andere Internet-Maulhelden lustig. Auch John Joseph bekam etwas Fett ob seines Gesundheitswahnes ab. Wie in der Szene so üblich waren mittlerweile viele Gäste der DMS-Crew auf der Bühne und feierten gemeinsam ihre (etwas elitäre) New Yorker Existenz! MURPHYS LAW gehören einfach nur NYHC-Szene dazu, und das, ohne jemals auf Bad Boy Image gemacht zu haben. Wirklich ne klasse Band, live der Hammer und nie, nie langweilig.
JUDGE WAS NEXT !!!
Der Laden war gut voll, die Spannung war zum Bersten. Als es losging ging, brach auf der Bühne sowie in der Meute ne ordentliche Power los.Es war genau so, wie ich es mir gewünscht hatte, der Pit moshte, die Leute flogen durch die Luft und der dicke Mike Judge lief Gefahr, im Sauerstoffzelt zu landen. JUDGE begannen mit dem stampfenden Dieselmotor-Opener "The Storm" (nicht unbedingt perfekt um neue Meute zu ausrasten zu bringen, aber es funktionierte trotzdem) gefolgt von von den Klassikern "Take me home" und "Bringin it down". Es war schon ein merkwürdiges Gefühl. Die Songs hatte ich schon gefühlte 1000 Mal gehört, immer mit dem Gedanken, dass diese Band je leider Geschichte ist, und jetzt standen sie da und brachten mein Herz zum klopfen! Als dann mein Lieblingssong "Hear me" kam, war ich restlos hingerissen.Allerdings stellte ich auch fest, dass bereits jetzt die Leute schon etwas weniger abgingen, warum auch immer. Sehr verausgabt hatten sie sich ja bisher nicht und der Altersdurchschnitt war auch nicht so hoch, wie man vielleicht hätte annehmen können. Allgemein ging die Energie etwas flöten und die anfangs kochende Menge kühlte mehr und mehr ab. Sogar als JUDGE ihr Blitz-Cover "Warriors" spielten und dabei noch Civ mit ner saugeilen Judge-Kutte auf die Bühne kam und mit sang, liessen sich die Leute nicht wirklich mehr zum ausrasten bringen. Kuckst du Alles in allem war es aber ein Klasse-Konzert mit hohem Kult-Faktor, auch wenn ich mir etwas mehr erhofft hatte. Aber diese Konzert zeigt einmal mehr, dass GORILLA BISCUITS (BNB-Bowl 2011) faktisch und unumstösslich die beste HC-Show meines bis dato noch jungen Lebens war! Nach dem Konzert kehrten wir noch in einen durchaus gemütlichen McDonalds ein, der mehr Treff für Crack-Süchtige und Obdachlose denn Schnellimbiss war. Als wir dann den gruseligen Rückweg antraten und ich permanet dieses "Warriors" Thema im Schädel hatte, wurde man unweigerlich an den gleichnamigen Film erinnert (auch wenn dieser in der Bronx spielt). Aber glücklicherweise forderte mich niemand auf, raus zum Spielen zu kommen !!!

Mittwoch, 23. Oktober 2013

CBGB FESTIVAL: SOAPBOX ARMY (10.10.2013 FAT BABY NEW YORK)


Wie immer suchte ich auch vor meinem diesjährigen New York Trip gerade zu manisch und bereits Monate zuvor nach etwaigen Konzerten, die wir in der Stadt der Städte anschauen konnten. Lange Zeit war aber, gerade was Punk und Hardcore-Shows angeht, kaum Land in Sicht. Mehr oder weniger zufällig stiess ich dann aber auf das oben genannte Festival, welches das 40-jährige Jubiläum des legendären CBGB Clubs in der Bowery honorieren sollte. Eigentlich ein Riesenglück!! Ich weiß zwar nicht, ob solch ein kommerzielles Festival, dessen Höhepunkt ein grosses Open-Air Konzert auf dem Times Square ist, den richtige Rahmen darstellt, einen versifften und über alle Maßen kultigen Underground-Club zu feiern, in dem sich eigentlich fast nur Subkulturen die Klinke in die Hand gaben, aber mir war klar, dass es da auch einige Juwelen abzugrätschen gab denn beim so einem Club MUSSTEN auch gute Sachen dabei sein.. Ich war also voller Zuversicht bis endlich die ersten Bands bekannt gegeben wurden. Ein Festival-Pass kaufte ich uns blind, mit dem man Zugang zu allen Konzerten und Filmvorführungen hatte. 50 Mäuse für Frühkäufer schienen mir fair, aber wie gesagt, die Bands kannte ich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht. Als dann nach und nach die ersten Bands bekannt gegeben wurden, war ich zunächst etwas ernüchtert, denn ich kannt offen gestanden so gut wie NICHTS davon. Aber das sollte sich ändern. Meine Geduld wurde belohnt und es wurden u.a. Shows von JUDGE, MURPHYS LAW und ICE-T (!!!) angekündigt. Allein damit war der Preis schon reingeholt! Natürlich checkte ich im Vorfeld einen großen Teil der Bands durch und machte mir so einen Plan, was ich und mein Mädel alles anschauen konnten bzw. wollten. Tagsüber hatten wir uns im BOWERY ELECTRIC, einem Club in der Nähe des ehemaligen CBGB, der wohl auch als eine Art Festival-Basis diente, unsere Pässe abgeholt und abends standen die ersten beiden Konzerte an. Obwohl fast alle Locations in der Lower East Side gelegen waren und alle gut zu Fuss zu erreichen waren, konnte man sich natürlich nur ein bestimmte Anzahl von Bands anschauen, weil sich natürlich (bei mehreren hundert Bands) auch vieles überschnitt. Frohen Mutes stiefelten wir also in einem Club Namnes FAT BABY, die Pässe wurden akzeptiert, doch es kam mir komisch vor, denn es war absolut nichts los. Die Band, die wir anschauen wollten hiess SOAPBOX ARMY aus New York,

eine Indie Rockband, von der ich sogar schonmal gehört hatte. Der Club war saucool und die Show sollte in einem Kellerraum stattfinden. Doch irgendwie musste da was schief gelaufen sein, denn es waren bei Konzert-Beginn gerade mal 16 Leute im Saal (abgezählt!) und dazu zählten Band, Barkeeper, Türsteher und Freundin des Sängers. Wirkliche Gäste waren es depremierende 6 Leute. Ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich solche Situationen hasse. Also saßen wir peinlich berührt auf einer Eck-Couch und sahen der Band zu, die ihre aber Show durchzog und sich die Enttäuschung über das schwache Feedback auf ihr Konzert kaum anmerken ließ. Es waren echt klasse Songs dabei aber ich kann so einen Abend einfach nicht geniessen, nicht mal ansatzweise.Nach ner Stunde war der Spuk dann auch schon vorbei und wir zogen weiter in den nächsten Club um dort CEE KNOWLEDGE AND THE COSMIC FUNK ORCHESTRA zu sehen. Die Verbindung zwischen Rap und Funk fand ich auf Anhieb geil, deshalb war klar, dass wir uns die Show reinziehen würden. Der Laden hiess BAR 13 und war nicht allzu weit weg.Ich dachte mir,es kann ja nur noch besser werden, nachdem Drama, welches wir grad erleben mussten. Doch dann kam der nächste Tritt in die Nüsse!! Der Laden war tatsächlich vom Gesundheitsamt geschlossen worden !!!! Stand auf einem Zettel an der abgeschlossenen Tür.
Dass die Halbhirne vielleicht mal die Ausweich-Location bekannt gegeben hätten, war wohl zuviel erwartet. Irgendwo fand die Show statt, aber leider konnte ich auch trotz CBGB App (für die man halt Internet braucht)nicht heraus bekommen, wo das Ganze nun ersatzweise stattfand. Ich war bedient!! SO hatte ich mir den ersten Tag des Festivals nicht vorgestellt. Aber es sollte noch so viel besser werden ... also ... STAY TUNED !!! Zum Schluss noch nen Video der SOAPBOX ARMY, damit wenigstens was gutes von diesem Blog hängen bleibt!!

Samstag, 21. September 2013

THE WINERY DOGS (SUBSTAGE KARLSRUHE 19.09.2013)

Das hier wird kein Konzert-Bericht, wie man ihn normaler hier lesen kann. Bei diesem Konzert arbeitete ich an der Kasse und konnte demnach nur einen kleinen Teil des Konzertes sehen. Doch durch eine "Kleinigkeit", die ich an diesem Abend bemerken musste, schien es mir angemessen, dennoch einen kleinen Bericht darüber zu schreiben. Zunächst einmal die Band: THE WINERY DOGS, eine Art Allstar-Band bestehend aus den Musikerlegenden Richie Kotzen (Gitarre und Gesang und u.a. Ex-Mitglied von Bands wie POISON und MR.BIG), Billy Sheehan (Bass und u.a. Ex-Mitglied von DAVID LEE ROTH und ebenfalls von MR.BIG) und Last und in diesem Fall auch Least: Mike Portnoy (Drum-Genie und Ex-Mitglied von DREAM THEATER und aktuelles Miglied von TRANSATLANTIC). Hier ein Bild von Letzterem

Es war also eine geballte Portion musikalischer Kunst auf der Bühne. Selbst in den paar Song-Fetzen, die ich hören durfte, konnte ich das mit jeder gespielten Note bestätigen. Das Trio hatte einen fetten Sound und mit ihren eingängigen und teileweise Grunge-igen Rocksongs hatten sie die mit 500 Leuten gut gefüllte Halle schnell in ihren Bann gezogen.
Doch wie so oft bringen Erfolg und die permante Bestätigung, etwas ganz Besonderes zu sein, auch die ein oder andere Star-Allüre mit sich.
Und genau das möchte ich hier für die Nachwelt festhalten. Man bekommt natürlich so Einiges mit, wenn man die Möglichkeit hat, in so einem Musik-Club zu arbeiten. Nun, manche Töpfe sollten lieber auf der hinteren Herdplatte bleiben, was so viel heisst wie: alles kann und sollte ich hier nicht preisgeben, denn ich will noch ne Weile im Substage jobben. Doch eine Oberpeinlichkeit, die sich Mike Portnoy offenbar bei jedem Konzert leistet, muss hier einfach ein für alle Mal preisgegeben werden.
Mike Portnoy benutzt einen Drumstick-Halter. Nun, das ist soweit nichts besonders, denn eigentlich jeder Schlagzeuger hat irgendwo an seinem Drumkit eine Halterung oder einen Köcher für frische Drumsticks. Der Unterschied zu Portnoy: Er benutzt einen MENSCHLICHEN Drumstick-Halter.
Offenbar ist eigens für diese Drum-Diva ein Typ mit auf Tour, der den gesamten Set (immerhin über 100 Minuten !) in der Hocke hinter dem Schlagzeug sitzen muss und dem feinen Herrn permanent 2 Drumsticks entgegen zu strecken. Und damit diese sklavenähnliche Existenz auch etwas ausgelastet ist, muss er parallel zum Halten der Sticks auch noch das Mikro links neben Portnoy bedienen und zwar immer, wenn er was mitsingen muss zu ihm hin, und damit es ihn nach den Gesangseinlagen nicht stört, wieder von ihm weg. DAS nenn ich mal ne wirkliche Star-Allüre. Portnoy, den ich als Schlagzeuger immer extremst verehrt habe(und das auch weiterhin tun werde), bekommt dafür ein dickes "BUUUH" und drei Daumen nach unten.

Mittwoch, 11. September 2013

THE GASLIGHT ANTHEM (POSTHALLE WÜRZBURG 13.08.2013)


Ich weiß nicht, ob man zu einer Musikrichtung bzw. zu einer Band eine Art Seelenverwandtschaft haben kann. Wenn ja, dann trifft das bei mir und den GASLIGHT ANTHEMS absolut zu. Schon mit den ersten Klängen, die zugegebenermaßen so gut wie bei jedem Hörer schnurstracks den Weg ins musikalische Folk-Rock-Herz finden, traf mich die Musik der bodenständigen Jungs direkt in die Seele. Ich fühlte sofort eine Verbundenheit und stellte mir unumstösslich vor, unter diesen Klängen einer amerikanischen Landstrasse in den melancholischen Sonnenuntergang zu folgen. Merkwürdigerweise befällt mich das gleiche Gefühl bei den meisten Songs von Bruce Springsteen, der ja wie GASLIGHT ANTHEM, ebenfalls aus der gleichen Ecke New Jerseys stammt und schon ein wenig deren Mentor war.
Und nun, obwohl mir diese Band so ausserordentlich gut gefällt, hatte ich es bis dato dennoch nie geschafft, diese auch mal live zu erleben. Irgendwas kam immer quer. Umso erfreuter war ich, als mir mein Mädel zu Weihnachten 2 Tickets für das Konzert in Würzburg schenkte. Leider gab es aber an diesem Tag Umstände, die ihr den Konzertbesuch unmöglich machten. Aber sie wäre nicht mein Freundin, wenn sie nicht darauf bestanden hätte, dass ich mit einem Ersatzmann trotzdem fahren solle. Aber erwartungsgemäß ist es am gleichen Tag eher unwahrscheinlich, einen Kurzentschlossenen zu finden, der für sone Zerreis-Aktion Zeit übrig hätte. Ergo rollte der Old Irons Express mal wieder als One-Man-Show hinaus in die Nacht.
Würzburg ist ja jetzt auch keine Weltreise und in guten zwei Stunden abgeritten. Die zweite Karte konnte ich noch losbekommen, obwohl der Laden gar nicht mal ausverkauft war. Trotzdem war die Posthalle gut voll und ich schätze mal 2.000 Leute schauten sich die Vorband an: THE GHOSTROCKETS. Gar nicht mal schlecht, ging so in die Richtung Foo Fighters, würd ich ma sagen, mit nem komplett abzappelnden Psycho-Sänger, dessen Performance eher einem 40minütigen Epilepsie-Anfall ähnelte als einer Rock-Show, aber wie gesagt, durchaus originell was die Schweinfurter das so ablieferten.
Endlich die Hauptband, straight from New Brunswick, New Jersey: THE GASLIGHT ANTHEM.
Doch trotz ihrer immensen Hit-Dichte, auf die sie von Beginn an bauten, hatte ich mir eine bessere Band-Aura vorgestellt. Zuerst kam mir die Band etwas reserviert, fast schon arrogant vor, irgendwie wollte der Funken zwischen Band und Meute nicht überspringen. Natürlich feierten die Leute die Songs mit jeder Note ab, aber das heisst ja noch lange nicht, dass die Chemie ebenso stimmt. Nach einigen Songs zwängte sich mir aber der Verdacht auf, dass ich etwas falsch urteilte, denn es war eher Schüchternheit, die oftmals fälschlicherweise als eine Art von kühler Reserviertheit interpretiert wird. Also genug geschwafelt, THE GASLIGHT ANTHEM im speziellen Frontmann Brian Fallon, sind keinesfalls arrogant, sondern anscheinend so auf dem Boden geblieben, dass sie eben aufgrund von Lampenfieber ne Weile brauchen, um wirklich aufzutauen.
Und so war es dann auch, mit jedem Song, mit jedem Riff, mit jeder Harmonie wurde es besser und gegen Ende der Show waren Fans und Band eine feste Einheit. Das und die Tatsache, dass die Burschen einen Hit am anderen rausballerten, war der Garant dafür, dass das Konzert ein voller Erfolg wurde und jeden Kilometer meiner Solo-Tour wert war. Wen es interessiert, der kann sich hier noch die SETLIST
reinziehen. THE GASLIGHT ANTHEM - immer wieder gern ...

Dienstag, 27. August 2013

MUNICIPAL WASTE / THE CASUALTIES (LE GRILLEN COLMAR 06.08.13)


THRASH METAL, die in den 80ern vielleicht populärste Form des Metal, erlebte in den letzten Jahren eine Art Revival. Bands wie LAZARUS AD, WARBRINGER, TOXIC HOLOCAUST oder BONDED BY BLOOD (um nur einige zu nennen) hauchten dieser überaus erhaltenswerten Stilrichtung neues und vor allem brachiales Leben ein. Ebenso taten es die Jungs auch Richmond,Virginia, namentlich berüchtigt als MUNICIPAL WASTE. Schon einige Male wollte ich die sehen und immer kam was dazwischen. Zuletzt hatte ich sie schlichtweg verpasst, weil sie auf dem Léz'Art-Festival bereits um 14 Uhr mittags spielten. Anyway, jetzt sollte es endlich klappen. Das Lineup des Abends schien etwas abenteuerlich: mit von der Partie war die regionale Hardcore-Band THE BORING und die Tour teilten sich M.W. mit den CASUALTIES, ihres Zeichen stachelige Streetpunks straight from New York City!
Man durfte gespannt sein, was sich da für ein Klientel ansammeln würde. Der Laden war gut voll. Es waren überwiegend Hundepunks im Saal, was wohl soviel hieß, wie dass der Hauptteil der Leute wegen den CASUALTIES vor Ort war. Hardcores oder Thrasher Leute waren dann doch eher in der Unterzahl. Wir, das heisst Warstreet-JenZ et moi (anderen O.I.'s machte der Honeymoon einen Strich durch die Rechnung ;-), schlugen während THE BORING im Club auf.Die Band war definitiv nicht schlecht, die spielen so nen Madball-Style und haben 2 Sänger,konnte man sich echt gut reinziehen, aber war jetzt auch keine Band, bei denen man sich vor Glückseligkeit die Haare ausreissen möchte.
Die Stachelritter von den CASUALTIES waren danach dran. Und das war schon eine richtig derbe Ansage! Knallharter Bollock-Hardcore-Punk mit biergetränkten OI-Einlagen. Herrlich! Die Meute war auch am Start und die ganzen Punks spiessten sich mit ihren Nieten gegenseitig auf. Einige von den bunten Kameraden waren sogar so clever MIT einem vollen Weizenglas auf die Bühne zu steigen und MIT demselben wieder in die Menge zu diven. Und als sie dann auf dem Boden aufschlugen, wunderten sie sich wahrscheinlich noch, dass ihr Glas plötzlich leer und zudem noch zerdeppert war. Bollocks halt! Aber die Stimmung war klasse und je heisser es wurde, desto mehr zerfielen die hochgestellten Iros der Protagonisten. Alles in allem eine klasse Show der New Yorker, welche alleine schon den Eintritt wert gewesen wäre. Doch der Hauptact sollte ja noch kommen. MUNICIPAL WASTE !!! Allesamt nicht größer als 1,65 ziemlich zugewuchert - als typische Hass-Zwerge sozusagen. Und genau in dem Stil treten sie auch auf. Ein Thrash-Brett schlug den Leuten direkt ins Gesicht. meine Befürchtungen, dass viele nach den CASSUALTIES gehen würden bzw. sich nicht für M.W. interssieren würden, bestätigten sich Gott sei dank nicht. Und so entstand schnell ein klasse Moshpit aus Punks, HCs und Thrashern. Einer war sogar mit Gasmaske im Pit - DELUXE!!
Es war herrlich, so herrlich dass ich es mir auch nicht nehmen lassen wollte, meine Kutte etwas anzuschwitzen. Also schnappte ich mir entschlossen den handlichen Jens unter den Arm und rannte mit Kriegsgebrüll ins Getümmel.
War das ein Spass!!
Natürlich hatten M.W. auch den passenden Soundtrack dazu und schmetterten ein Sauf-Brett am anderen runtern. Nicht umsonst heisst es : MUNICIPAL WASTE IS GONNA FUCK-YOU-UP !!!
Ich bin wirklich überglücklich, diese geile und spassige Thrash-Show gesehen zu haben, es war eines dieser Konzerte, bei denen man die Hits noch tagelang leise vor sich her singt und einfach nicht mehr ausm Schädel bekommt!
Ich jedenfalls werde es zu einer meiner Lebensaufgaben machen, diese Spitzen-Band einmal nach Karlsruhe zu holen. Die Jungs in der Hacke, dazu ne tollwütige Mosh-Meute, die alles abreisst, DANACH könnte ich dann beruhigt den Blinker setzen !!

Dienstag, 20. August 2013

NEW NOISE FESTIVAL 2013 (03.08.2013)

Es ist schon aller Ehrenwert, was die drei Jungs (gebürtig bekannt als Lucas, Alex und Chris) da mittlerweile aus dem Boden gestampft haben. Die Provinzstadt Karlsruhe hat hier einen ungeschliffenen Rohdiamanten, der schon jetzt in Festival-Kreisen nicht nur in Deutschland einen richtig guten Namen erlangt hat. Was wird daraus wohl noch werden, wenn es sich über die Jahre noch weiter etablieren wird!? Ich jedenfalls bin jetzt schon froh und stolz, dass es in Karlsruhe ein solches Hardcore-Festival überhaupt gibt. Leider mischten dieses Jahr zwei Faktoren mit ins Geschehen hinein, welche mir das Ganze etwas vermiesen sollten bzw. die Freude an der Musik zumindest für meinen Teil etwas trüben sollten. Erstens wurde das Pokal-Spiel des KSC ausgerechnet auf diesen Samstag gelegt, und dann auch noch als Abendspiel! Und zweitens: die brutale Hitze an dem Tag, die den Aufenthalt in den Zelten sehr, sehr anstrengend machte. Der erste Grund hatte natürlich zur Folge, dass ich mir nur einen Teil des Line-Ups anschauen konnte. Die Hauptbands des Abends fielen leider dem KSC zum Opfer, der natürlich auch gegenüber diesem geilen Festival Vorrang haben musste.Thats the life I chose! Alles in allem habe ich also nur 3 Bands wirklich aktiv gesehen. Das waren RISK IT, FINAL PRAYER und DEATH BEFORE DISHONOR. Alle anderen Bands hörte ich mir zwar größtenteils an, aber allesamt nur von ausserhalb der Zelte. Deshalb masse ich mir nicht an, über diese Shows etwas zu schreiben. Tut mir echt leid, nur so wenig gesehen zu haben, aber die Verlockung auf dem Gelände etwas im Schatten zu chillen und im Sommerwind gepaart mit teilweise melancholisch schönem Hardcore-Gekreische (a la XERXES und Co.) die Seele etwas baumeln zu lassen, war einfach zu groß.
Aber auch das macht ja ein Festival aus. Nicht nur die Bands direkt live zu erleben, sondern auch etwas von dem wirklichen DIY-Festival-Feeling aufzusaugen, Leute zu treffen und die Zeit zu geniessen. Zu den Bands die ich sah: RISK IT hatten einen grausigen Sound, den Sänger hörte man so gut wie gar nicht, was bei einer HC-Band ungefähr so rüberkommt, wie ne Knarre ohne Munition. Die Band ist klasse und es wollte auch einige Leute im kleinen Zelt darauf abgehen, aber der Sound machte doch einigen Tanzwütigen einen kleinen Strich durch die Rechnung. FINAL PRAYER hatten dann später (vielleicht auch aufgrund einiger Beschwerden), einen weitaus besseren Sound und fetzten eine gute Show unters Zeltdach. Wirklich groß war die Meute zwar auch nicht, aber es waren genügend um die sandige Pitch-Grundlage gehörig aufzuwirbeln.
Der mit Abstand beste Act des Tages (soviel Auswahl hatte ich ja wie gesagt leider nicht) waren die Bostoner DEATH BEFORE DISHONOR. Ich hab die schon ein paar Mal gesehen, doch dieses Konzert war pures Dynamit. Der Sound war brettmässig und man hätte meinen können, dass er das Dach des großen Zeltes sogar etwas aufgeblähte.
Der Moshpit war auch ordentlich und Oldschool wie Newschool moshte gemeinsam durch die Gegend. Es gab auch nur einmal nen kurzen Konflikt zwischen den Fronten, welcher dann aber auch schnell wieder erledigt war. DBD jedenfalls räumten gehörig ab, allein diese Show war den Besuch des Festivals wert.
Verpasst habe ich abends dann leider u.a. die Shows von INTEGRITY, EMPOSERMENT (:-) gell Jockes!) und den mächtigen NAPALM DEATH, die laut Buschfunk allesamt gehörig auf den Putz hauten und keine Wünsche offen liessen. Auch was Karlsruher Szene-Leute anging war es zwar schon weitaus besser als letztes Jahr, doch ist das noch sehr ausbaufähig. Normalerweise müssten die hiesigen Musik-Fans, egal ob Alt-Punks, Thrash-Metaller oder Hardcores, eigentlich geschlossen hinter so einem Event stehen, aber in Sachen musikalischem Zusammenhalt hatte die Fächerstadt ja schon immer gewisse Defizite. Ich werd jedenfalls nächstes Jahr wieder gehörig die Werbetrommel rühren!!!
NEW NOISE 2014 - HERE WE COME!