Montag, 24. Oktober 2016

AIR RAID
(19.05.2016 SOUNDCHECK ONE WALDBRONN)

Diese Geschichte ist nun wirklich im Nu von der Backe geschrieben. AIR RAID, eine dieser neuen Bands, die den guten alten Heavy Metal wieder haben aufleben lassen, eine dieser Bands, deren Jungs diesen Spirit auch wirklich verkörpern!
Vorband und Mitorganisatoren sollten an diesem Donnerstag abend die überaus sympathischen Jungs von SPITFIRE sein. Die Bengel aus Karlsruhe sind echt klasse und versuchen obendrein noch was für die Szene zu organisieren. Leider Gottes kamen aber höchstens 30-40 Leute. Das Soundcheck one ist ja nicht allzu groß, aber mit den paar Fans war selbst dort noch Platz genug.Man hätte spielend jeden Furz seinem Verteiler zuordnen können.
SPITFIRE hatten trotzdem sichtlichen Spaß und zogen ihren Set durch. Ich freu mich schon auf deren neue Platte!
AIR RAID kamen während der SPITFIRE-Show erst an. Die Holländer waren ihrem Naturell entsprechend ziemlich relaxed und luden seelenruhig ihr Equipment aus während drinnen SPITFIRE bereits fast am Ende ihrer Show waren. Hektik kennen die glaub nicht. Das eigentlich imposante und bewundernswerte dieses Konzertes war die Tatsache, mit welcher Leidenschaft und Hingabe diese 5 Burschen an ihr Handwerk gehen. Am Vorabend waren sie noch im 750km entfernten Wien(!!!), und am nächsten Tag spielten sie in Gravenchon, ebenfalls 750km weit weg an der französischen Atlantik-Küste(!!!!!). Das alles mitsamt der Instrumente und Boxen in einem engen und sicher nicht gerade nach Rosen duftenden Kleinbus! Hut ab vor soviel Mentalität! DIE LEBEN ES !
Das Konzert selbst zogen sie dann professionell aber dann doch recht glanzlos durch. Die Songs sind allesamt Hits, kann sich jeder selbst davon überzeugen, aber wenn man halt so nen schlecht gefüllten Raum vor sich hat, könnte ich mich auch nur schwer zu einer Höchstleistung motivieren. Gut war es dennoch und ich bin mir eh sicher, dass die noch oft zu sehen sein werden, wenn man so reiselustig ist wie die!
Grüße gehen raus an die SPITFIRE-Jungs, im speziellen an Manu, aber auch an Rico und "Bruce Dickinson", dazu noch an die Evil Crew Donner-Sepp und Daddy-Dave!

Donnerstag, 13. Oktober 2016

CROWBAR / TROUBLE
(09.05.2016 STADTMITTE KARLSRUHE)

Sodele, jetzt gehts aber ran an die Bulletten!
Jetzt ist es abends wieder früh dunkel und ungemütlich draußen, da kann ich gar nicht anders, wie meinen Blog hier endlich mal wieder auf Vordermann zu bringen.
An diesem Montag im Mai, ich war noch voll auf Droge wegen des TUI-Konzertes drei Tage zuvor, sollte in der Stadtmitte die Doom-Legende schlechthin zu Gast sein: TROUBLE. Mit St.VITUS zusammen wahrscheinlich die bekannteste und einflussreichste Combo dieses Genres. Witzigerweise waren die aber nur Support für CROWBAR. Eigentlich hätte es umgekehrt sein müssen, aber bei so einem Killer-Package ist das wohl egal. Erfreulicherweise waren für nen Montag abend richtig gut Leute da, sicher 250-300 Stücker. Seit 2012 ist bei TROUBLE ein neuer Sänger am Micro, tatsächlich kein geringerer als der Ex-Shouter der New Orleans-Thrash-Legende EXHORDER. Und bei TROUBLE kann er sogar zeigen, dass in ihm weitaus mehr Potential steckt, als nur eintöniges Gekreische.
Die Doom-Götter aus Chicago legten dann auch schnell los und hatten Ruckzuck Betriebstemperatur. Es war genial, geradezu berauschend. Unglaublich eingängige Riffs und Songs, die einer wieder der andere vor Hit-Sirup nur so trieften. Ich war wirklich hin und weg. Eine Supershow mit einem Sänger, der klasse in die Band passt, obwohl man das bei seiner musikalischen Vergangenheit (u.a. auch ALABAMA THUNDERPUSSY, geiler Stoner-Shit!) nicht hätte vermuten müssen.
Diese fantastische Show hatte aber auch einen Nachteil: ich hatte danach keinen Bock mehr auf CROWBAR, und normalerweise liebe ich die! Aber mir war klar, dass die Darbietung von TROUBLE eine derartige Marke gesetzt hatte, die auch nicht von so einem Brett wie den Schwergewichten aus New Orleans erreicht werden konnte. Das war ungefähr so, als hätte man ne delikate Crème Brûlée verspeist und bekäme als Nachtisch nen Ranken Schwarzbrot mit Leberwurst! Nein, das geht nun wirklich nicht!
Natürlich zog ich mir noch ein paar Pfund CROWBAR rein, aber zur Mitte des Konzertes schwirrte ich ab, absolut high von TROUBLE, das war echt groß!
Danke an das Stadtmitte-Team um Lucas und Alex für diesen geilen Abend!

Dienstag, 13. September 2016

R.I.P.: GENE WILDER

Unsere Zeit ist sowas von schnelllebig geworden, dass sogenannte Stars heute noch von 0 auf 100 komplett durchstarten, durch die sozialen Medien fast schon ekelerregend gehyped werden, und zwei drei Jahre später kräht keine Hahn mehr nach ihnen oder ihrem vermeintlichen Werk, wenn überhaupt nur dann, wenn es um irgendwelche Eskapaden oder Exzesse geht. Umso mehr sind dann STARS zu schätzen, die diese Bezeichnung wirklich verdient haben und auf ein Lebenswerk zurückblicken können, welches von Qualität, guter Einstellung und Klasse geprägt war.
GENE WILDER war so einer.Was für ein genialer Komiker und Schauspieler, seiner Zeit oft vorraus, urkomisch, manchnmal auch tragikomisch, einfach ein guter, sympathischer Typ, wie wir ihn nie mehr wieder finden werden. Solche Originale gibt es heute gar nicht mehr. Wilder hat zwar mit 83 ein durchaus stolzes Alter erreicht, aber dennoch weine ich um diesen Menschen!
Es ist nun auch schon wieder zwei Wochen her, dass er gestorben ist und wenn ich mich nicht irre, war sein Tod den Medien nur eine beiläufige Randnotiz wert. Wirklich gute Künstler haben eben heutzutage immer weniger Stellenwert. Hirnlose Plastik-Stars haben die Zepter übernommen, weil sie sich und ihre Seelen einfach besser verkaufen.
Und dass dieser Gene Wilder für genialen Humor und zeitlose Filmkomödien stand und sein Lebenswerk einen ganzen Themenabend verdient hätte, wird deutlich, wenn man sich einfach ein paar seiner Klassiker über der Zunge zergehen lässt:
FRANKENSTEIN JUNIOR
SHERLOCK HOLMES' CLEVERER BRUDER
DIE FRAU IN ROT
WAS SIE SCHON IMMER ÜBER SEX WISSEN WOLLTEN
(mit Co-Genius Woody Allen!)
EIN RABBI IM WILDEN WESTEN
DIE GLÜCKSJÄGER
(das Traumduo Richard Pryor blind und Gene Wilder taub, zum brüllen!)
TRANS-AMERICA-EXPRESS
... um nur einige zu nennen!
Sein Tod ist ein Verlust, doch sein Vermächtnis werden Filmfreunde hoffentlich erhalten.
Ich jedenfalls werden meinen Teil dazu beitragen!

Dienstag, 6. September 2016

TRAPPED UNDER ICE / NO TURNING BACK
(06.05.2016 NCO-CLUB KARLSRUHE)

Dieses Geschichte wäre eigentlich schnell erzählt, und trotzdem hab ich so ewig gebraucht, die Kurve zu bekommen. Anyway, schnell erzählt ist die Sache, weil einem bei Konzerten dieser Art ziemlich schnell die Superlative ausgehen und man das Erlebte gar nicht wirklich in Worte fassen kann.
Als bekannt wurde, dass TRAPPED UNDER ICE zu dieser exklusiven Show kommen würden, war schnell klar; das wird epochal! Die einzige Show in Süddeutschland, und einer von nur drei Auftritten in Europa (tags zuvor in Tilburg,NL, am nächsten Tag in Leipzig). Da kamen sie aus aller Herren Länder wie die Motten zum Licht. Rund um die Location sah man massig Nummernschilder aus Belgien, Luxemburg, Frankreich, Schweiz und sogar Tschechien!
Warum gerade Karlsruhe den Zuschlag für diesen Knaller bekam, liegt zumindest für mich auch der Hand. Als damals der Shitstorm über den TUI-Shouter Justice Tripp hereinbrach (die meisten werden die Geschichte kennen), hielt Karlsruhe in Form von New Noise den Jungs die Stange und buchte sie trotzdem, obwohl sie deswegen selbst viel Kritik einstecken mussten. Aber mal ehrlich, wenn ich mir die Sache heute nochmal durch den Kopf gehen lassen, muss ich immer mehr zu Justice halten. Son Typ springt ihm auf der Bühne in den Rücken, will ein "Singalong" mit dem Sänger machen, dabei stürzen beide fast von der Bühne, Hardcore hin oder her, da hätte ich auch nen Hals geschoben und dem Typ ne Bombe verpasst. Und überhaupt, jeder wixt sich einen ab, wenn eine Band ne derbe Strassen-Köter-Mentalität verkörpert, aber wenn der Köter dann mal von der Leine gelassen wird, ist es auch wieder nicht recht.
Will gar nicht wissen, was der NASTY-Sänger in der Situation gemacht hätte!
Ich denke eben aus diesem Grund bekam Karlsruhe diese Mega-Show, die ursprünglich in der Stadtmitte stattfinden sollte. Doch der VVK ging dermaßen durch die Decke, dass schnell der weitaus größere NCO-Club herhalten musste. Dort gehen immerhin 1000 Leute rein.
Schlussendlich waren über 700 Leute in der Halle, die damit sehr gut voll war. Zu den Vorbands kann ich wenig sagen, außer NO TURNING BACK hatte ich mir nichts genauer angesehen, und NTB waren an dem Tag auch nicht die allererste Sahne, oder ich war einfach zu geil auf TUI!
Dann sollte es beginnen, jeder wusste, dass das ganz groß werden würde, die Halle blubbert wie heisses Wasser, welches kurz vor dem kochen ist. Ich könnte jetzt viel erzählen, aber das folgende Video zeigt all die Perfektion, die dieser Moment in sich hatte:
Während ich das Video aufnahm, biss ich mir etwas in den Arsch, weil ich dadurch selbst nicht mitwirbeln konnte, aber das hätte ohnehin wieder wie immer geendet: ich wäre mit einem Kriegsschrei auf den Lippen und vor Adrenalin nur so triefend ins Getümmel gestürmt und exakt 12 Sekunden später mit aufgeplatzter Lippe und mehr Flecken wie bei ner überreifen Banane wieder auf dem Boden der Realität gelandet. Also war das, zumindest an diesem hart-bemoshten Abend, wahrscheinlich die gesündere Wahl. Das Konzert war perfekt, alles war, wie man es sich nicht besser hätte vorstellen können. Brutal de Luxe auf ganzer Linie !!! Am Ende verliess KEINER die Halle, weder Musiker noch Fan, der nicht auf irgendeine Weise high von diesem Scheiss war! Ich bin mir auch sicher, dass Jungs aus Baltimore auch nicht mit soner Meute gerechnet hatten. TRAPPED UNDER ICE lieferten ab, was jeder erwartete oder besser sich jeder in seinen künsten Träumen erhoffte, diese Show zählt auf alle Fälle zu den Top Five Hardcore Konzerten EVER! Und das im "beschaulichen" Karlsruhe. Auf SOWAS kann man stolz sein!
Dickes Danke an die NEW NOISER Lucas und Alex for having this Band!Grüße gehen an die üblichen Verdächtigen die da waren: T-Dog nebst Madame, Griesgram Schlager aka the Cocktail-Kotzer ;-), Jens, Onkel Mad und DJ Ketsch. Ich hoffe, ich hab niemanden vergessen !?!
Zuguterletzt noch ein paar Megabilder des Abends, von dem es vielleicht auch eine Live-Platte geben wird.

Sonntag, 24. Juli 2016

KEEP IT TRUE FESTIVAL 2016:
FATES WARNING / HEIR APPARENT / PRAYING MANTIS ...
(30.04.2016 LAUDA KÖNIGSHOFEN)

Was in der Anfangszeit aufgrund der meist abgehalfterten und oftmals eigentlich schon ausrangierten Bands von der Metalwelt eher belächelt wurde, hat sich mittlerweile zu einem absoluten Kult-Festival gemausert:
das KEEP IT TRUE Festival!
Die Örtlichkeit, eine recht uncharismathische Mehrzweckhalle mit Glasdecke, ist von Beginn an der Austragungsort, und obwohl das Festival an einer anderen Location längst hätte wachsen können, bleiben die Veranstalter dem Konzept (Gott sei dank) treu und verzichten darauf, das Ganze wackenmäßig auszuschlachten. In die Halle passen schätzungsweise 3.000-4.000 Leute. Das wiederum ist der Grund, warum das nächstjährige Konzert immer schon während der aktuellen Ausgabe ausverkauft ist, denn jeder Besucher sichert sich natürlich gleich eine der hochbegehrten Karten fürs nächste Mal.
Ich selbst war bis dato noch nie auf diesem Konzert, doch als 2015 bekannt wurde, dass sich die Prog-Götter FATES WARNING in der Episode 2016 (exklusiv nur fürs KIT) zu einer Reunion des Original-Lineups die Ehre geben würden, musste ich mal wieder das Karten-Lasso schwingen. Meinem Kumpel Gerhard, dessen Bekannter 2015 dort sein sollte, gab ich frühzeitig die Order, zwei Tickets einzufangen. Gesagt, getan und 2016 konnte kommen!
Der Rest des Lineups ließ sich aber auch nicht lumpen, aber leider konnte ich aus terminlichen Gründen nur am Samstag zum Konzert fahren, demzufolge gibt es von meiner Seite nix über den Freitag zu hören.
Samstag war auch der absolute Porno-Tag, on Top: FATES WARNING, natürlich als Hauptact!
Plattenpapst Armin und DJ ThunderStruck waren mit von der Partie, wir wollten zeitig los, doch gerade als ich voller Elan mit einem Lied auf den Lippen durch die Oststadt Karlsruhes düste, rammte mich urplötzlich son dreckiger Spießer-Opel. Alles schien im Arsch, aus dem anderen Wrack schälte sich ein polnisches Ehepaar, total verstrahlt, wollten mir gleich unterschwellig die Schuld geben, immer so kleine Spitzen, wie schnell ich war und hier ist doch nur Tempo 30. Doch sogar die nach ner guten Stunde kommenden Bullen ergriffen meine Partei. Einer der beiden föhnte die alte Frau, die immer wieder stichelte wie schnell ich war, komplett an die Hauswand, dass sie ihn jetzt nimmer volllabern solle und das die Schuldfrage so eindeutig wie noch nie sei. Naja, meine Karre wurde abgeschleppt, war klinisch tot. Danach hattte sich so ein "Unfallbetreuer" einer Mietwagenfirma meiner angenommen, ein aalglatter Hund mit Cowboy-Stiefeln und Sonnenbrille in den Haaren, doch für mich lief alles blendend. Komisch, ist man mal nicht schuld an einem Cräsh will einem jeder gleich den Schritt schamponieren!!
Dabei ging natürlich massig Zeit flöten und letztenendes kamen wir statt um elf dann um drei los. Und natürlich fuhr uns der Strucker blindlings in einen Riesenstau! Doch letztenendes kamen wir am Ende der Welt an, wo sich sonst nur Fuchs und Hase gute Nacht sagen, doch nicht an diesem Wochenende.
Die erste Band, die wir dann sahen, waren ARTCH aus Norwegen. Ne mehr als ordentliche Band die einige eingängige Songs in den Äther bliesen. Zwar auch schon recht betagte Burschen, aber ne gute Band, der man künftig noch das ein oder andere Auge widmen sollte. Nächster Act war KENN NARDI, der Ex-Sänger der Prog-Metaller ANACRUSIS, den wollten Prog-Strucker und Armin unbedingt sehen. Ne klasse Stimme und auch die Musik war geil, auch wenn dazwischen doch immer wieder ziemlich frickelig und anstrengend wurde. Ich war, bin und werde halt nie ein 100%iger Prog-Jünger werden, dazu reicht vielleicht mein musikalischer Horizont nicht aus. War aber auf jeden Fall ne gute Nummer, und viele Leute zappelten sich gehörig einen ab!
Doch die nächsten drei Bands waren schlichtweg LEBENSVERÄNDERND!
Den Reigen eröffneten PRAYING MANTIS, NWOBHM-Legende, bei der auch schon einige Ex-Maiden-Jungs wie Dennis Stratton, Clive Burr oder Paul Di'Anno mitmischten, die aber den Riesen-Durcbruch leider nie geschafft haben. Seit drei Jahren sind die Engländer mit einem neuen Sänger bestückt der es wahrlich in sich hat. Die knallten ein Feuerwerk raus, was die nachfolgenden Bands erstmal toppen mussten. Eine Metal-Hymne jagte die nächste, die Fans gingen super mit. Einziger Wermutstropfen: draußen war es noch hell und durch das Glasdach kam noch das gesamte Tageslicht in die Halle. Das hinderte leider etwas das visuelle Erlebnis einer guten Metal-Show, doch diesen Zustand machte die Band durch gnadenlose Qualität hundert Mal wett. Kann nur jedem Metal-Head empfehlen, sich mal einige Dinger von PRAYING MANTIS einzuverleiben.
Dann kam, sah und siegte: HEIR APPARENT !!!
Ebenfalls Prog-Power-Metal-Legende mit ihrem Meilenstein-Album "Graceful Inheritance". Die Band aus Seattle ist bis auf den Sänger auch noch im originalen Lineup unterwegs. Der neue Sänger war dann vom Aussehen her ein totaler Flop. Ein kleiner, Hobbit-ähnlicher Glatzkopf mit Hipster-Vollbart. Der passte irgendwie überhaupt nicht zu dieser Band oder gar dieser Art der Musik. Doch meine Vorurteile sollten aufs derbste bestraft werden. Dieser kleine Mops muss ein auf die Erde gefallener Engel sein, denn ich habe noch nie, noch NIEMALS eine derartige Stimme gehört.Der konnte in Höhen singen, bei denen man die Existenz seiner Bällchen ernsthaft anzweifeln musste. Ich bin mir sicher, und das meine ich ernst, dieser Bursche kann definitv Glas zersingen. Die fantastischen Songs der Band gepaart mit dieser Stimme, das war einfach nur ein Erlebnis sonder gleichen. Während ich in die melancholichen Tiefen abtauchte und die Musik mir orgasmische Wonnekrämpfe bereitete, dachte ich ab und an, ob das FATES WARNING wirklich noch toppen konnten.
Eins vorneweg: sie konnten!!!
Das war schon eine grandiose Sache, als die Götter des Prog-Metal dann im originalen Lineup mit John Arch als Sänger auf die Bühne kamen. Das war episch und jeder in der Halle wusste, dass er Teil von was Besonderem war.!
Schon im Vorfeld war bekannt, dass FATES WARNING das gesamte Kult-Album "Awaken the Guardian" spielen würden. Und DAS kannte so gut wie jeder der Fans Note für Note! Moi aussi! Ich dachte eigentlich, dass John Arch nach der lange Bühnenabwesenheit etwas schüchtern oder "fehl-am-Platz" sein könnte. Es stellte sich aber heraus, dass der Rest der Band eher konzentriert (oder gar lustlos?, na ja Matheos ist wohl nie ne Stimmungs-Bombe!) die Songs spielte und John Arch hingegen stets die Nähe zum Publikum suchte und das Rampenlicht eher genoss.
Schnell war die Symbiose aus Musik und Publikum hergestellt und beides wuchs zu einer Einheit zusammen. Arch hat in den Jahren stimmlich absolut nichts verloren, jeder Ton saß traumwandlerisch.Das war der legendäre Abschluss eines unglaublichen Konzertes, was wahrscheinlich auch einzigartig bleiben wird. Dieser Abend war alle Strapazen, Staus und Unfälle wert. Beste Grüsse an Stau-Commander Strucker und Armin, obwohl der mir nur ein winziges Stück Käse abgeben wollte. Hier noch ein paar Videos aus der Tube, normalerweise rege ich mich ja über die vielen Filmer auf, aber aufgrund der Einzigartigkeit des Moments lasse hier mal Gnade vor Recht walten!

Mittwoch, 15. Juni 2016

DANNY BRYANT
(02.04.2016 GOLDENER LÖWE BADEN-BADEN)

Es gibt in Baden-Baden ein paar coole ältere Rockies, die vor mittlerweile 15 Jahren eine geile Sache ins Leben gerufen haben:
den BLUES CLUB BADEN-BADEN!
Obwohl direkt vor meiner Nase, lief das Ganze aber die meiste Zeit so ziemlich komplett an mir vorbei. Gut, ich muss dazu sagen, dass selbst wenn ich früher davon Wind bekommen hätte, so der Über-Blues-Fan bin ich ja jetzt auch nicht. Aber so zwischendurch kommt da eben auch mal ein Blues-Rocker vorbei, und manchmal sind da richtig bekannte Leute bei.
Nun ist es so, dass ich an diesem Laden, in dem der Club seine Konzerte macht, dem "Goldenen Löwen" im Baden-Badener Stadtteil Lichtental, wo sich eigentlich absolut rein gar nichts erwähnenswertes abspielt, an diesem Laden fahre ich recht oft vorbei, wenn es mich mal wieder in die schwarzen Wälder zieht. Irgendwann im März war dem wieder so. Und als ich so voller Vorfreude durch das Örtchen fuhr, fegte mir plötzlich der Gedanke durchs Gehirn, wie geil es wäre, wenn die Burschen des Blues-Club doch mal den abartig geilen Blusrocker Danny Bryant holen würden, insbesondere, weil das letzte Mal, als dieser in Schlagweite war, ich leider verhindert war und das Konzert ärgerlicherweise sausen lassen musste.
Nun, just in dem Moment, als eben dieser Gedanke mein Unterbewusstsein in Beschlag nahm, erblickte ich ein Riesenbanner, welches an einem Straßengeländer angebracht war:
SAMSTAG 02.04.2016 DANNY BRYANT IM BLUES CLUB BADEN-BADEN
Das war wohl wirklich der zufälligste Zufall aller bisher dagewesenen Zufälle ... oder vielleicht doch nicht? Vielleicht sind da doch nochmal ganz andere Mächte im Gange, die einfach immer wieder beweisen,was ich doch für ne Glücksmarie bin!
An dem Samstag hatte ich auch noch rein gar nichts vor uns so zelebrierte ich die 5-Minütige Anreise zum Konzert.
Der Laden war gut voll, allerdings waren da auch sone Cocktail-Tischchen mit Barhockern aufgstellt, ohne die hätte der Saal sicher etwas leerer gewirkt, aber dennoch waren erfreuliche 200-300 Leute da. Das fand ich schonmal Klasse, immerhin befanden wir uns in Baden-Baden, Hauptstadt der kulturlosen Kanisterköpfe und Sammelpunkt von reichem Gesocks, von denen die meisten längst den Blinker gesetzt haben und für die schon das Streich-Konzert vor dem Kurhaus zu aufregend ist.
Glücklicherweise gab es keine Vorband und DANNY BRYANT betrat sozusagen als erster Act die Bühne. Er wirkte etwas aufgedunsener als auf seinen Covern, aber der Zweifel, ob das seine virtuosen Fähigkeiten beeinflussen könnte, war im Nu hinweg gerockt und nach anfänglichem abtasten ging die Luzie los, aber sowas von los!
Was dieser englische Mops so aus den Saiten holt, ist phänomenal. Unglaublich eingängige Songs und eine Reibeisen-Stimme runden das Gesamtpaket ab. Die Leute waren schnell elektrisiert und überall wurde getanzt, gegroovt, geswingt oder wie auch immer man sich zu guter Musik bewegt. Am Anfang etwas wortkarg und fast schon schüchtern, taute auch Danny bald auf und war nicht verlegen darum, den ein oder anderen Lacher einzustreuen. Aber das Hauptaugenmerk war natürlich auf das geniale und einzigartige Gitarrenspiel gerichtet. Eigentlich völlig unnötigerweise streute er dann noch ein Dylan-Cover ein und der ganze Saal sang "Knockin on heavens door". Hätt ich nicht gebraucht, aber andererseits hatten einige Anwesende schon dermaßen viele Lenze aufm Buckel, dass dieser Song bei einigen demnächst auch Programm werden könnte.
Aber wenn sie tatsächlich an der Himmelspforte stehen, dann mit der Gewissheit, nochmal eine hammergeiles Konzert gesehen zu haben. Ich kann jedem Gitarren-liebenden Musik-Fan wärmstens, ja sogar siedend empfehlen, sich mal was von DANNY BRYANT anzuhören, es wird sich lohnen.
Da bei dem Konzert wie gesagt hauptsächlich ältere Semester anwesend waren, gibt es im Netz auch keine Videos, jedenfalls hab ich nichts gefunden. Aber ich will mich darüber keinesfalls beschweren, im Gegenteil, es war überaus angenehm, nicht in jedem Winkel des Saales einen filmen zu sehen.
Damit man trotzdem einen kleines Geschmäckle bekommt, hier ein ganz gutes Video, welches alles zeigt, was gezeigt werden muss!

Montag, 13. Juni 2016

KINDHEITS-KULT: DIE WOMBLES

Diese Burschen hier dürften nicht mehr allzu viele kennen, die das hier lesen.
Ende 70er Anfang 80er kam diese Serie aus England zu uns, ursprünglich waren diese Viecher, die zwar Teddybären ähneln sollen aber meiner Meinung nach nichts weiter als ordinäre Ratten sind, die Protagonisten von Kindern-Büchern, in denen es vornehmlich um das sauberhalten der Umwelt ging. Die Burschen lebten im Londoner Stadtteil Wimbledon, was den dort ansässigen Fussball-Club FC Wimbledon, bei dem unter anderen der Schlächter Vinnie Jones spielte, später dazu bewog, sich einen Womble als Maskottchen zu nehmen. Das passte ja auch irgendwie, denn nicht nur Jones spielte öfter als oft wie eine miese Keller-Ratte!
Und wären diese Wombles nicht schon kultig genug gewesen, machte die deutsche Synchronisation, die komplett von Dieter Hallervorden gesprochen wurde, das Ganze zu einem eigentlich unvergesslichen und urkomischen Juwel dieser Zeit. Ich bin mir zwar nicht sicher, ab welcher Generation man überhaupt noch was mit dem "Didi" Hallervorden anfangen kann, aber in einer Zeit, in der es noch nicht von austauschbaren Stand-Up Comedians wimmelte, waren seine Serien wie "Nonstop Nonsens" oder "Welle Wahnsinn" damals elemtare Bestandteile des kulturellen Lebens und des sozialen Werdegangs eines jeden Heranwachsenden. Doch wenn man heute irgendwo ne "Flasche Pommes Frites" bestellt, wird man eher geistesleer angeschaut oder gleich für verrückt erklärt.
Jedenfalls muss ich immernoch aufgrund der paar Womble-Videofetzen, die man im Netz noch so findet, Tränen lachen. Alleine schon die Namen der Wombles wie Trinidad, Orinoco, Wellington oder Onkel Bulgarien, die schon damals eine gewisse Progressiv-Komik in sich trugen, sind es wert, das folgende Video anzuschauen.
Übrigens recherchierte ich just in dem Moment, als ich diese Zeilen tippte, dass es ja mindestens die ersten 28 Folgen auf zwei DVDs gibt, aber freut euch nicht zu früh: diese wurden wohl auch wieder unnötigerweise neu vertont und Didi's Stimme (und vor allem sein dreckiges Lachen) leider gestrichen. Deswegen gibt es hierzu keine Kaufempfehlung meinerseits.
Die neue Synchronisation (von der gibt es auch massig Folgen in der Tube) ist zwar auch ganz okay und killt den Kultfaktor der Serie nicht vollens, aber dennoch würde ich mir ne digitale Version MIT Hallervorden wünschen.
Das war meine Kindheit und ist heute Kult!!