Donnerstag, 9. April 2015

UFO
(25.02.2015 ALTE SEILEREI MANNHEIM)

Eine Rocklegende war zu Gast, und das auch noch mit einem neuen Album im Gepäck. Die Rede ist von den Engländern UFO, die, wenn auch nicht ganz so erfolgreich, aus der selben Brutstätte des späteren "New Wave of British Heavy Metal" kamen. Während andere Bands die Richtung gen Metal wählten, blieben UFO auf der Hardrock-Schiene und das mit außerordentlicher Klasse!
Heute sind noch drei Gründungsmitglieder übrig, allen voran Frontsau und Bühnenprügler Phil Mogg. Letztere Bezeichnung rührt von einer Aktion her, als Ex-Scorpion Michael Schenker die Klampfe für UFO schwang, und, warum auch immer, von olle Phil Mogg auf der Bühne den Rahmen verzogen bekam ... munkelt man. Das, und die die Tatsache, dass Mogg und Schenker noch weitere unüberbrückbare Differenzen hatten, führte dann auch damals wieder zum Split.
Jedenfalls übernahm dann irgendwann (nach gefühlten 1000 Lineup-Wechseln) 2004 Vinnie Moore die Leadgitarre. Und DAS war ein Giga-Schachzug der UFOs, denn was dieser Mensch aus den Saiten rauskitzelt ist schlichtweg phänomenal!
Ich war bis dato kein Riesen UFO-Fan, im Grunde brachte mich nur mein Kumpel Armin dazu, mitzugehen. Ich hatte nur das 0815-Repertoire drauf, ein paar Songs, ein paar Namen, ein zwei Platten. Aber das wird sich tunlichst ändern, da könnt ihr euch die Eier drauf kneifen! Denn das Konzert war der Hammer. Reinste Rock-Geschichte, Power-Riffs, ein gut aufgelegter und niemanden verprügelnder Phil Mogg, der trotz seiner 67 Lenze noch jeden Ton traumwandlerisch trifft. Es war alles geboten. Einzig die Leute waren etwas schwach. Nicht die Aktivität, die war soweit okay, die Anzahl war mit ca. 300-400 eher schwächer, die Inselaffen hatten definitv mehr verdient.
Es ist ja ein schmaler Grat, den solche alten Bands bewandern. Oftmals wird es eher peinlich wie sinnvoll, noch weiter zu machen. Aber im Falle UFO ist das ja mal gar nicht der Fall. Die Band steht noch voll im Saft und rockt mit Sicherheit jede Halle. Und nicht umsonst covern die epischen Metal-Götter IRON MAIDEN mit "Doctor, Doctor" einen UFO-Song. Die wissen halt, was gut ist. Und spätestens jetzt (besser spät als nie) weiß ich es auch! Beste Grüße gehen an Armin, der in meiner Musikwelt nicht nur UFO sondern auch einige andere Bands erfolgreich reanimieren konnte.

Mittwoch, 8. April 2015

BLACK LABEL SOCIETY
(27.02.2015 LAITERIE STRASBOURG)

Bei Konzerten ist die Chemie zwischen Location und Band ungemein wichtig. Manche Bands passen zum Club oder zur Halle, manche überhaupt nicht. Als ich davon laß, daß die mächtige BLACK LABEL SOCIETY in die kleine und enge Laiterie kommen sollte, hatte ich sofort nen Ständer. Ich gehe schon zu lange auf Konzerte, um nicht zu wissen, dass dieser Abend purste Erotik versprach! Natürlich waren die ca. 1000 Karten schnell weg. Mit im Lineup waren die Stoner-Bands CROBOT und BLACK TUSK.
CROBOT sah ich nur sporadisch, ist zwar ne gute Band, aber im Laden war es schon mega eng und stickig und man musste an seinen Energie-Haushalt denken, wenn man bei der BLS eine Top-Leistung abrufen wollte.
Wir (Marc, Armin et moi) zogen es vor, uns im Vorraum des Ladens daran aufzugeilen, was man denn schon alles so live gesehen hatte. Armin gewann dieses "Kräftemessen" um LÄNGEN!
Danach schnupperten wir dann aber doch etwas in die Halle hinein um BLACK TUSK zu sehen. Das fand ich eher enttäuschend. Ziemlich ereignisloses Geschrubbel und gesangstechnisch das reine Gekläffe. Nur ab und an konnte ein eingehender Moshpart etwas die Lenden in Wallung bringen. Wie immer bei solch illustren Hauptbands sind die Vorbands meistens nur Vorgeplänkel, deren Ende man gar nicht schnell genug erwarten kann, nicht weil sie schlecht sind, sondern weil man so unendlich geil auf das Sahnebonbon ist. Wenn man ne Traumfrau im Bett liegen hat, rubbelt man sich ja vorher auch keinen vor einem billigen Porno sondern hüpft so schnell wie möglich in die Federn um dort glorreiche Taten zu vollbringen.
Und oh meine Freunde, glorreich sollte es wahrlich werden !!!
Das Banner mit dem BLS Logo verdeckte die Bühne, die Spannung war zum Bersten. Wie immer hatte ich mich nicht ganz nach vorne gedrängt, sondern wollte in guter alter Berserker-Manier beim ersten Song mit Kriegsgebrüll bis zu den ersten Reihen stürmen. Gesagt getan: der Vorhang fiel und das vielleicht übelste und gleichzeitig genialste Gitarren-Vieh stand vor uns: ZAKK WYLDE.
Und ich schoss wie ein etwas zu dicker Delphin durch die Menschenfluten und war schnurstracks so nach an olle Zakk's Gitarre dran, dass ich fast drauf spielen konnte.
Der Opener "The Beginning ... at last" fuhr einem wie ein D-Zug durch den Schädel, es war schweinelaut und dermaßen mächtig, dass es einem die Freuden-Tränen in die Augen drückte. Natürlich waren auch wieder einige Piss-Nelken am Start, die dachten, sie könnten sich die Chose gemütlich in der ersten Reihe anschauen. Doch im Gegensatz zu einer großen Halle waren diese Mumus hier in der klaren Unterzahl und wurden von einer schäumenden Meute gnadenlos weggemosht! Es war herrlich, ich gab alles, auf die ersten 3-4 Reihen gab es ne 1A Quetsch-Action, welche auch nochmal dafür sorgte, dass weitere ungebetene Individuen vom Moshpit regelrecht ausgespuckt wurden. Es war wirklich die "Wand" des Jahres, fetter kann kein Konzert sein!
Weitere Hits waren "Suicide Messiah", "Heart of Darkness", "Damn the Flood" oder "Funeral Bell". Ein BOMBEN-KOMMANDO !!
Dann kam das zu erwartende Gitarrensolo und es war lang ... soooo laaaaang... und leider auch nervig weil es nur hyperschnelles Gefidel war. Leider etwas unnötig und ein kleiner Stimmungskiller. Danach wurde dann Zakk's Piano auf die Bühne gerollt und die beiden Balladen "Angel of Mercy" und "In this River" verbreiteten in Verbindung mit einigen ausgerollten Bildern von Dimebag eine sehr emotionale Stimmung. Ist halt schon ein großer Verlust, den die Musikwelt und vor allem Dimebags Freunde nie ganz verdauen werden. Obwohl nach diesen beiden ruhigen Songs auch wieder einige Knaller kamen, konnte die Stimmung nie wieder zu solchen Siedpunkten kommen, wie es dass bei den ersten 7-8 Songs der Fall war.
Das fand ich aber nicht weiter schlimm, ich hatte ohnehin einen Arschwasser-Stau in der Hose und war auch ansonsten ziemlich ausgepumpt. Nur beim letzten Song, dem Klassiker "Stillborn" holte ich nochmal alles raus.
Völlig durchgekaut und über alle Maßen befriedigt machten wir uns auf den Heimweg. Ich hatte recht: dieser Abend war purste Erotik! Und wenn ich heute noch daran denke, verirrt sich der ein oder andere Glückstropfen in meine (schon wieder)schweiss-nasse Unterbuxe! Beste Grüße gehen an meine Mitstreiter Mighty Marc, Platten-Mogul Armin und auch an"4,5 Dioptrin aber ich seh trotzdem gut""-Jens samt seiner Holden, die auch da waren, die ich aber nicht mal zu Gesicht bekam.

Mittwoch, 25. März 2015

SHEER TERROR
(08.03.2015 SO36 BERLIN)

Ja tatsächlich, wir sind für SHEER TERROR nach Berlin gefahren. Die (neuen) Jungs um Paul Bearer (besser bekannt als Rev Paulie) waren endlich mal wieder im Lande, leider kaum in der Nähe. Also pickten wir (DJ Schlagersahne et moi)uns das vermeintlich beste Konzert heraus. Auch wenn das Lineup um Paulie komplett erneuert wurde, war jedem klar: SHEER TERROR IST REV PAULIE.
Also Pferde gesattelt und in die Hauptstadt gedüst.
In Kreuzberg erstmal mit ein paar Berliner Atzen getroffen und noch ne leckeren Happen im "Kreuz-Burger" reingejapst, ist ja idealerweise exactement neben dem SO36. Danach gings dann aber endlich los. Merwürdigerweise gab es an der Abendkasse noch Karten, DAS sollte schon eine Art Warnschuss sein, wie der Abend laufen sollte. Das SO ist jetzt nicht der allergrößte Laden, ich schätze mal son 800er maximal 1000. Leider fanden sich aber "nur" ca. 500 Leute ein. Das war schonmal eine Enttäuschung. Auch beim betrachten der Leute fiel auf, dass es fast ausschliesslich Alt-Holz war, welches den Weg zum Konzert fand. Auch das ist meistens kein gutes Zeichen.
Vorband war die lokale Hardcore-Größe PUNISHABLE ACT. Ne klasse Band, keine Frage, aber trotz des Heimvorteils und eines gnadenlos guten Konzertes sollten die irgendwie gar nicht so dolle ankommen. Mir kam es fast so vor, als hätten die speziell in Kreuzberg irgendwie kein Standing. Vielleicht hängt das auch damit zusammen, dass Fronterman Mike ja bekanntermaßen BFCer ist, wer weiß... Die Berliner spielten sich einen regelrechten Wolf und bei jeder normalen Hardcore-Meute wäre da schon die Kuh geflogen. Nicht an diesem Abend. Vielleicht 10-12 Leute schüttelten und warfen sich gegeneinander, mehr nicht. Schade!
Also setzte ich all meine Hoffnungen in SHEER TERROR. Als Paulie dann mit seiner Mannschaft auf die Bühne kam war schnell klar. Paulie ist definitv kein normaler Mensch. Er ist eine menschgewordene Bulldogge, die eigentlich nur aus einem riesigen und unglaublich wuchtigen Kopf besteht. Ein wirklichen Körper hat er nicht, vielmehr sind Arme und Beine direkt am Kopf angewachsen. Seine kleinen Schweinsaugen schaffen es gerade so, den Kampf mit den speckigen Bäckchen zu gewinnen. Alles in allem ein räudiger und über alle Maßen authentischer Strassenköter, den man nicht zum Feind haben will. Nicht umsonst arbeitet diese NYHC-Legende als Türsteher.
Der Sound war klasse, Paulies Stimme klingt immer noch übel reibeisig, als würde er jeden morgen mit Scherben gurgeln. Die Songs, allesamt Hardcore-Hymnen mit viel Oi garniert, sind eigentlich totale Feier-Lieder, bei denen man Arm im Arm mit seinen Kumpels durch die Gegend mosht. Doch wie zu befürchten war, der Motor der Meute wollte nicht wirklich anspringen. Klar, ein paar sprangen umher, es wurde schon auch gemosht, aber es blieb meilenweit unter dem Niveau, welches man sich gewünscht hätte. Zwischen den Songs machte Paulie lange Ansagen, erzählte Witze und Geschichten, philosophierte über die verschiedensten Dinge und vergaß wohl ab und an, dass man mal wieder einen Song singen sollte. Das Gelaber war zwar höchst unterhaltsam, aber nach 4-5 Minuten war dann auch irgendwann die Nerv-Grenze erreicht.
An der Stimmung im Pit änderte sich nicht viel, aber musikalisch war die Show schon groß. Gerade in den neuern Songs schockt Paulie damit, sogar einige Passagen richtig zu singen. Man kann es sich kaum vorstellen, aber es erinnerte mich teilweise tatsächlich an olle Keith Caputo von Life of Agony (der ja mittlerweile "Mina" heisst und sich den Docht abschnibbeln liess). Unterm Strich war es ein gutes Konzert aber die insgesamt 1400 Kilometer dann doch nicht wert.
Aber man ist ja bekanntlich nur einmal jung und es kann ja nicht jede Entscheidung, die man trifft, legendäre Ausmaße annehmen. Natürlich waren wir nicht sone Softies, die bei soner Tour gleich übernachten müssen. Wie man es in altbekannter Old-Irons-Manier kennt schädelten wir die Nacht über natürlich auch wieder heim. ATTACKE !!!
Allerbeste Grüsse gehen an meine Herthaner Badekappe, Schilling und den dicken Eric, den Exil-Karlsruher Lukas und natürlich meinen Mit(st)reiter Larso, der auf der langen Rückfahrt ne Menge Mainstream-Mucke über sich ergehen lassen musste!

SIMPLE MINDS
(07.03.2015 TOLLHAUS KARLSRUHE)

Vor etwas mehr als einem Jahr spielten die SIMPLE MINDS ja schonmal im Tollhaus. Dieses Konzert bzw. diese Tour in kleineren Clubs scheint den Schotten ziemlich gut gefallen zu haben, denn jetzt waren sie wieder zu Gast.
Eigentlich war es das letzte Mal ja schon nahezu perfekt. Deshalb überlegte ich überhaupt nochmal hinzugehen aber ich hätte mich geärgert, wenn ich es verpasst hätte. Der Laden war wieder ausverkauft, wir hatten aber wieder das Glück super Sitzplätze auf dem Oberrang zu erkämpfen und somit beste Sicht auf das Geschehen. Und was kaum zu glauben ist, der Sound, der letztes Mal schon kristallklar rüber kam, schien an diesem Abend wirklich und wahrhaftig noch besser zu sein. Ich hab ja nun schon viele Konzerte erlebt, aber das schlug sozusagen dem Klangfass den Boden aus. Die Setlist war größtenteils ähnlich zum letzten Mal, und wieder wartete ich vergeblich auf "Belfast Child" und "Mandela Day". Das und die Tatsache, dass das Publikum nen Tick passiver war wie 2014, waren aber auch die einzigen Mini-Wölkchen an meinem abendlichen Firmanent. Die etwas gesetzteren Herren verbreiteten mit wenig Worten, einem sympathischen und scheinbar bodenständigen Auftreten und viel Guter Musik eine so sagenhafte Stimmung, dass es regelrechtes Balsam für die Seele war. Ich bin mir sicher, auch jetzt war wieder keiner enttäuscht.
Mehr muss ich hier auch gar nicht mehr labern, nur soviel: solltet ihr irgendwann nochmals die Gelegenheit haben,
die SIMPLE MINDS zu sehen, dann bitte ... TUT ES!

Dienstag, 24. März 2015

HUNDRED SEVENTY SPLIT
(24.03.2015 JUBEZ KARLSRUHE)

Da ich durch meinen Reisebericht jetzt etwas im Rückstand mit meinen Konzertberichten bin und diese ja auch nicht zu kurz kommen sollen, habe ich beschlossen, die letzten Shows nicht chronologisch abzuarbeiten, sondern so, wie es mir grad in den Sinn kommt. Das hängt vor allem damit zusammen, dass ich grad von einem Weltklasse-Konzert komme und erstens nicht so lange warten möchte, bis dieses "dran" ist und zweitens ich nicht Gefahr laufen möchte, einige Details zu vergessen.
Lange Rede... heute gehts um die Rockband HUNDRED SEVENTY SPLIT. Offengestanden hätte ich diese Band nicht gekannt, wäre nicht als Zusatz dabei gestanden, dass das die Band zweier Miglieder der legendären TEN YEARS AFTER ist. Der eine, Leo Lyons (71!!!), sogar Gründungsmitglied von TEN YEARS und Joe Gooch (37), seines Zeichens genialer Gitarrist und Sänger, der 2003 das Erbe des genialen Alvin Lee bei T.Y.A. antrat. Eben diese beiden Burschen starteten dann das oben genannte Sideprojekt, welches nun auch schon fünf Jahre existiert. Im Programm hat die Band natürlich auch eine Klassiker von T.Y.A.
Man durfte also gespannt sein. Leider fanden sich nur ca. 120 Leute im Jubez ein, wenn der Rest der Karlsruher Rockgemeinde nur annähernd geahnt hätte, was ihnen da entgeht, es wäre locker ne 1000er Halle ausverkauft gewesen. Aber leider sind die Engländer halt nicht wirklich bekannt und haben wohl auch ne Plattenfirma am Start, die sich nicht gerade den Arsch aufreissen was Promo und Vertrieb angeht ... aber vielleicht ist das ja auch so gewollt.
Vorband gab es glücklicherweise keine, und als das Trio auf die Bühne kam, war mein erster Gedanke: Leo Lyons sieht etwas aus wie Mad Jack aus "Der Mann in den Bergen" der auf seinem Esel "Nummer 13" die Gegend unsicher machte. Die Älteren werden sich vielleicht erinnern.
Aber von Ältersschwäche keine Spur. Die drei legten los wie die Eisenbahn!
Ich will mal so sagen: Das Konzert war der reinste Bombenteppich, wirklich JEDER Song war eine Rockgranate, die einen in seinen Riff-Bann zog, nur die übergenialen Gitarrensoli von Joe Gooch ließen einen ab und an aus der Trance erwachen, weil man kaum glauben konnte, was man da hörte. Gooch ist wirklich ein würdiger Nachfolger von Alvin Lee, der war ja ein Gitarren-Genie, keine Frage, aber ich wage fast zu behaupten, dass Gooch noch einen Tick virtuoser ist.
Lyons überigens rockte dermaßen ab, dass man zeitweise glaubte, er würde seinem Bass gehörig einen in die Lücke düsen.
Jedenfalls hat er gemäß dem Codex des Old Irons Syndicates noch MASSEN an Kugeln in der Muskete!
Nach ner Stunde machten sie dann ne kurze Pause, um etwas zu relaxen. Gleich danach gab es einen kleinen und etwas softeren Blues-Part, der aber nicht weinger spitzenmäßig war. Aber in Wirklichkeit nutzten sie die Zeit nur, um ihre Kanonen neu zu laden, denn sie feuerten bald wieder aus allen Rohren. Wirklich,ich übertreibe nicht ein kleines Bißchen! Die Leute tanzten und rockten die Bude, klar wären einige mehr toll gewesen, aber der Band machte es sichtlichen Spass und das übertrug sich auf das Publikum. Und genau darum geht es doch eigentlich. Egal, ob es H.S.S. oder T.Y.A. Songs waren, wirklich jedes einzelne Lied war Hammer und traf voll ins Schwarze, wirklich jeder Song liess einen die Augen schliessen und versetzte einen unwiderstehlich in einen der vielen Rockhimmel. Zieht euch selbst was davon rein, ihr werdet mich verstehen!
Beste Grüsse gehen raus aus Chris (danke für die CD!) und Platten-Mogul Armin!

EINFACH MAL WEG ... EIN REISEBERICHT
EPISODE 9:
IMPRESSIONEN - SCHÖN WARS !

Wie versprochen hier zum Abschluss dieser Reiseberichterstattung noch einige Schnappschüsse, ich denke das ein oder andere Bild ist ganz passabel geworden und unterstreicht meine Geschichten, nicht dass mir hier einer denkt, ich hätte mal wieder maßlos übertrieben.
Gegrüsst dürfen sich alle fühlen, die sich tatsächlich die ganzen Reise-Blogs reingezogen haben. Ich fühle mich geehrt!

NIMES


SÈTE


NARBONNE PLAGE


CARCASSONNE


CAMARGUE - SAINTES-MARIES-DE-LA-MER


BIARRITZ


IRGENDWO IN DEN PYRENÄEN


UND ZUGUTERLETZT: DER OMINÖSE U-BOOT BUNKER IN LA ROCHELLE, AN DEN ICH TROTZ ALLER ANSTRENGUNGEN NICHT NÄHER HERAN KAM. FREI NACH KAPITÄNLEUTNANT THOMSEN WAR ICH AN DIESEM TAG "NOT IN THE CONDITION TO FUCK !!!


Montag, 23. März 2015

EINFACH MAL WEG ... EIN REISEBERICHT
EPISODE 8:
VON BILBAO NACH LA ROCHELLE

Endlich, die vorletzte Episode, ich bin auch schon mächtig mit Konzertberichten im Rückstand.
Ich hatte also Spanien gerade wieder verlassen, es war ca. 14 Uhr und ich schipperte gemütlich die Atlantikküste entlang, es war mal wieder ein wunderschöner Tag, wie bisher eigentlich immer, sieht man mal von dem Morgen in NIMES ab, als ich durch die Arena geschwommen bin. Da las ich auf einem Landstrassen-Schild von der Stadt BIARRITZ. Ich hatte von dem mondänen Schickimicki-Badeort schon oft gehört, konnte mir aber eigentlich überhaupt kein Bild davon machen. Das wollte ich ändern! Der Ortseingang sah erstmal stinknormal aus, aber je weiter man Richtung Meer kam, desto schöner und edler wurde es, und als ich dann auf eine enge Küstenstrasse kam, die entlang des Strandes führte, wusste ich sofort: DAS war der Jackpot der gesamten Reise. Schon die ersten Eindrücke waren unglaublich. Im aufgewühlten Meer gab es überall Klippen, von denen einige durch steinerne Brücken und Stege verbunden waren. Die Strandpromenade bestand hauptsächlich aus alten aber perfekt erhaltenen Häusern und Hotels und grenzte direkt an einen traumhaften Strand. Dazu stand die Sonne recht tief und durch die Gischt war überall etwas Nebel in der Luft, was eine sensationelle Stimmung erzeugte. Ich kam aus dem Knipsen gar nicht mehr raus. Einziger Wermutstropfen: dieses sonntägliche Ziel hatten ebenfalls hunderte, vielleicht sogar tausende von Touris. Aber das verminderte die Schönheit von BIARRITZ in keinster Weise. Durch die Klippen und Küstenlandschaft führen unzählige kleine, und giga-romantische Wege mit kleinen Bäumen, die abends wohl noch beleuchtet werden. Also wenn das kein Hosenöffner für verliebte Pärchen ist, dann ist der Zug der Liebe aber sowas von endgültig abgefahren.Irgendwie erinnerte mich das alles etwas an das märchenhafte Bruchtal aus den Herr der Ringe-Filmen.
Als letzte Episode werde ich übrigens noch einige Fotos des ganzen Trips hochladen, natürlich auch welche von diesem malerischen Ort. Jedenfalls verbrachte ich fast den ganzen Tag dort, ich schaute mir auch noch das Stadtzentrum an, das war zwar ebenfalls sehr schön, aber da kam dann auch der High-Society Faktor rüber, denn überall gab es die teuersten Boutiquen, aber in kleinen verträumten Gässchen gab es auch Bars und Restaurants, eben alles, was verliebte so brauchen, sofern sie über genügend Schotter verfügen oder zumindest bereit dazu sind, ein zwei Hypotheken auf den Kopf zu hauen!
Als es dämmrig wurde, schaute ich mir zunächst im Auto an, bis wohin ich heute noch kommen würde. Bis LA ROCHELLE wollte ich nicht mehr fahren, weil es noch ein ganz schönes Stück war und ich es wie immer vorzog,die Strecke bei Tag sehen. Also suchte ich mir auf der Karte das kleines Hafenstädtchen ARCACHON aus, welches an einer riesigen Bucht liegt, welche sozusagen ein natürlicher, und vom Atlantik geschützer Hafen ist. Dort gab es leider kein IBIS Budget (ja tatsächlich), sondern nur ein normales IBIS, welches fast das doppelte kostete. Aber nach diesem perfekten Tag war es mir das wert.
Irgendwie sollte das ein schlechtes Vorzeichen für den nächsten Tag sein.
Am nächsten Morgen nahm mir nämlich der Blick aus dem Fenster erstmal die gute Laune. Es regnete wie aus Kübeln. Na ja, am Meer ändert sich ja sowas schnell, also nix wie in die Stadt. War das ein graues Kaff, auch der Yachthafen war vollkommen unromantisch und fernab jeglichen nautischen Flairs. Einfach nur ne Aneinander-Reihung tausender Boote und Yachten. Aber ich liess mich nicht entmutigen und nahm Kurs auf LA ROCHELLE. Doch der Regen liess nicht wirklich nach. An meinem letzten (geplanten) Ziel angekommen, kurvte ich erstmal ne Weile durch die durchaus schöne und ziemlich große Stadt, bis ich endlich das Hafengebiet fand, in dem der große U-Boot Bunker lag. Doch die nächste Ernüchterung liess nicht lange auf sich warten: das gesamte Areal des Hafens war hermetisch abgeriegelt und wurde von bewaffneten Soldaten bewacht. Ich versuchte es geschlagene drei Stunden lang, an diese Bunker heran zukommen, die man leider nur von weitem und durch die Zäune hindurch sehen konnte. Auch Klaus-Dieter hatte einige gerissene Ideen, die sich aber alle als nicht durchführbar erweisen, denn anscheinend wurden selbst die abenteuerlichsten Zufahrtswege erst kürzlich allesamt versperrt. Wer mich kennt, der weiß, dass ich es mit allen Mitteln versuchte, legal und kriminell. Doch nichts klappte. Ich wollte sogar einen LKW-Fahrer bestechen, mich in seiner Karre mit in den Hafen zu nehmen, doch der lehnte natürlich ab. Direkt an den Zäunen war eine Art Kulturzentrum, dessen eine Hälfte auf dem Hafengebiet stand. Die "Grenze" verlief sozusagen durch das Haus hindurch In dieses kam ich sogar ungesehen rein, irgendwie war niemand zu Haus. Also schlich ich da drinnen rum, durch Büros, Lagerräume und Klos, alle Fenster zur Hafenseite waren vergittert, nur eines wäre offen gewesen, aber darin wäre ich stecken geblieben, denn es war viel zu klein. Na ja, ich bin ehrlich: ich BIN drin stecken geblieben! Ich bekam mich Gott sei dank wieder rausgeschält und konnte das Gebäude unbemerkt wieder verlassen. Draussen fand ich dann ein Stück alten Zaun, der zwar noch intakt war, aber ich hätte ihn einreissen können, zumindest soweit, dass ich durchgekommen wäre. Aber in dem Moment, als ich mit dem Gedanken spielte, fuhr ein Militärfahrzeug vorbei. Die Tarn-Jungs sahen mich zwar nicht, aber ich denke, es kann jeder verstehen, dass ich meine Versuche hiermit abbrach, denn ich wäre höllisch genervt gewesen, wegen eines alten U-Boot Bunkers erschossen zu werden.
Jetzt war ich angepisst und damit meinte ich nicht meine regen-nassen Klamotten. Ich schmollte, weil an dem Tag so gar nichts klappen wollte. Und was macht man, wenn man schmollt? Richtig, man fährt nach Hause zu Mama!
Und genau das tat ich dann auch. Ich kaufte noch etwas Proviant, tankte die Karre voll und trat die 1.200 Kilometer lange Heimreise an. Ich war zu diesem Zeitpunkt 8 Tage unterwegs, hatte tolle Sachen erlebt, falls ich mich gesucht hatte, konnte ich mit Sicherheit verkünden, mich auch wirklich gefunden zu haben. Ich war rundum erfüllt.
Bei Fahrtbeginn war es ca. 16 Uhr, also schon dabei, dunkel zu werden. Ich wusste nicht, ob ich die ganze Strecke durchfahren konnte, zur Not wäre ich nochmals in ein Hotel gegangen, aber die Strecke und mein Auto hatten regelrechten Sex miteinander, es ging fast alles von alleine. Natürlich hörte ich tolle Musik und auch ein paar äusserst informative Podcasts, und wenn es mir dann doch mal etwas langweilig wurde, rupfte ich mir ein paar Nasenhaare raus, die ich danach stolz zählte, während mir vor Schmerzen die Tränen herunter liefen. Ich hatte auch noch die Idee, mit einem Selfie-Rülps-Video eine neuen Facebook-Challenge ins Leben zurufen, aber wie es so ist, wenn man auf ein Bäuerchen aus den Tiefen seines Rachens wartet, dann kommt er irgendwie nie. Sobald ich das Handy dann aber weglegte, röhrte ich wie ein brünftiger Elch gegen die Scheibe.
Weil es so perfekt lief, fuhr ich die ganze Strecke in einem Rutsch und war um 3.52 morgens wieder zu Hause.
Ich bin mir sicher, dass ich sowas nicht zum letzten Mal getan habe, dafür war es einfach zu toll.
Hier noch ein paar Daten der Reise:
4.200 Kilometer
5 Tankfüllungen (bin so stolz auf mein Baby)
180 Euro Maut
105 Greifvögel gezählt
2 Nutten gezählt (das fand ich dann doch etwas enttäuschend; was ist nur aus Frankreichs Landstrassen geworden!)