Mittwoch, 20. August 2014

FLOTSAM & JETSAM
(07.08.2014 VORTEX SIEGEN)

Wir schreiben das Jahr 1988. Ich war gerade mal zarte 14 Jahre alt und war bereits fleissiger Leser des Metal Hammer. Darin laß ich natürlich auch regelmässig über die neuen Outputs und meistens ging ich da in erster Linie nach dem Cover-Artwork. Wenn mir das gefiel, interessierte ich mich auch für die Platte. Und da fiel mir damals natürlich gleich das Werk "No Place for Disgrace" auf, die zweite Scheibe der Phoenix-Thrasher FLOTSAM & JETSAM. Ich war sofort verliebt.
Jetzt konnte man damals aber nicht gerade so los schlendern und sich das Teil kaufen. Viele Grunde sprachen dagegen. Hauptgrund war, dass es in meiner Schlagweite keinerlei Plattenläden gab, ich war natürlich noch nicht mobil und die nächste "Großstadt" war Karlsruhe und irgendwie eine andere und schier unerreichbare Welt.
Natürlich gab es damals auch noch kein Internet, wo man sich die LP hätte bestellen können und von Mailorder hatte ich zu diesem Zeitpunkt eigentlich auch noch kaum keinen Schimmer.
Der Zufall wollte es so, dass ich just zu dieser Zeit an einer Klassenfahrt nach London teilnehmen konnte. Ich kratzte dafür all meine Talers zusammen und bettelte mich noch durch die Verwandtschaft.
In London konnte ich es kaum erwarten nach dem ganzen 0815-Touri-Graus endlich etwas Freizeit zu haben. Plattenläden gab es massig, aber mich zog es zuerst in den Mächtigsten: TOWER RECORDS !!!
Allein schon der Name liess meine Hose enger werden, als ich dann aber dieses Vinyl-Mekka von innen sah, war es um mich geschehen. Praktisch alle Platten, von denen ich je gelesen hatte, standen hier rum. Ich musste mich echt zurückhalten, denn die vermeintlich "günstigen" Preise waren natürlich nur eine Sinnestäuschung, die mich aber dazu verleitete, im Nu ca. 10 Platten in den Händen zu halten, die ich allesamt eintüten wollte. Gott sei dank realisierte ich rechtzeitig, dass es sich ja hier um Pfund-Preise handelte und ich den Wert noch mal drei rechnen musste, um auf den D-Mark-Wert zu kommen.
Letztenendes nahm ich mir in diesem Laden nur die FLOTSAM-Scheibe mit, weil ich ja ein paat Tage in der Stadt war und nicht gleich am ersten Tag mein ganzes Pulver verschiessen wollte.
Ich ging zu ner Frau hinter der Theke, gab ihr 20 Pfund und wollte einfach nur zahlen. Die nette dickbusige Frau afrikanischer Abstammung sagte mir, dass hier keine Kasse sei, und dass ich weiter vorne bezahlen müsse. Den Schein steckte sie allerdings ein. Jetzt war ich Dorf-Ei endlich in der verruchten Großstadt angekommen. Aber nicht mir diesem Jungen!! Meine Stimme bekam einen weinerlich kreischenden Ton und ich bestand darauf, dass ich mein Geld sofort zurück bekam. Sie sah wohl den Ernst in meinen Augen, hier gleich einen hysterischen Weinkrampf zu bekommen. Ich bekam meine Kohle wieder, zahlte das Teil und hatte meine erste FLOTSAM-Platte. Das ist die Geschicht, wie ich zur "FLOTS-Army" kam. Das Cover der Platte gefiel mir so gut, dass ich es mir später sogar auf die Wade tätowieren liess.
Man sollte meinen, dass ich als Fan diese Band schon öfter gesehen hätte. Doch Fehlanzeige, denn es kam über die Jahre immer irgendwas dazwischen. Da selbst meine Lebenszeit begrenzt ist, und man ja bekanntlich seine Träume leben soll, fuhr ich zu diesem Konzert (mal wieder) alleine nach Siegen ins Vortex. Dort war ich schonmal alleine, und zwar bei Paul DiAnno. Egal, der Old Irons Express fährt auch nur mit dem Lok-Führer!
Der Laden war mit ca. 150 Leuten voll. Kaum zu glauben, dass FLOTSAM in so einem kleinen Club spielen(müssen). Mir ist es zwar recht, weil es nichts ehrlicheres wie ne kleine,intime Clubshow gibt, aber daran sieht man, dass die Band um Sänger Eric A.K. trotz ihrer unbestrittenen Qualität den großen Durchbruch nie geschafft hat.
Vor dem Konzert liefen die Gründungsmitglider Michael Gilbert(Gitarre) und Sänger Eric A.K. durch den Laden als seien es normale Roadies oder Zuschauer. Aber ich hatte mal wieder keine Eier, sie um ein Foto zu bitten.
Die Vorband gefiel mir gar nichtm deshalb auch kein Wort darüber. Als FLOTSAM auf die Bühne kamen, sah man sofort, wie bodenständig die Jungs sind. Die haben fast alles selbst gemacht, Amps aufgebaut, Kabel verlegt und Instrumente gestimmt.Sowas imponiert. Dann ging es los. Mein Herz schlug mir fast aus den Ohren raus.
Von Beginn an war klar, es würde legendär werden. Massig alte Songs, Hammer Sound, geniale Musiker und einen Sänger, der kein bisschen Charisma verloren hat und das, obwohl er nicht mehr jeden hohen Ton trifft. Im übrigen bin ich mir nicht mal sicher, ob er diese unmenschlich hohen Töne überhaupt jemals wirklich singen konnte. Doch Eric A.K. macht kein Hehl daraus, er kaschiert es nicht oder lässte solche Parts gar weg (wie es andere und eitlere Sänger machen).Er ist einfach ein genialer und authenischer Sänger der im Laufe des Abends Metal-Hymnen wie "HAMMERHEAD", "IRON TEARS", "HARD ON YOU", "ESCAPE FROM WITHIN", "I LIVE YOU DIE", "DOOMSDAY", "NO PLACE FOR DISGRACE" oder "SHE TOOK AN AXE" zum Besten gab. Die Jungs aus Arizona brachten mich sogar mal wieder zum Headbangen, ich genoss jeden Ton jedes Liedes. Darauf hatte ich so lange gewartet. Der Rest der Crowd moshte auch etwas herum, aber die meisten Aktivitäten der Leute beschränkten sich auf das Schütteln der Läusematten.
Aber das war okay. Die Stimmung war super und jeder Song wurde gefeiert und mitgesungen. Bemerkenswert ist, das die Band offenbar nicht nach einer festen Setlist spielten. Zumindest hatte es den Anschein, dass Erik A.K. in jeder Pause überlegte bzw. mit seinen Musiker besprach, welcher Song den jetzt passen würde. Sogar Wünsche aus dem Publikum wurden ab und an ausgeführt. Das beweisst wohl, wie unglaublich gut die Burschen eingespielt sein müssen. Aber daran sieht man eben auch, dass FLOTSAM durch und durch eine Metal-Band sind, die sich auch nie davon haben abschrecken lassen, nicht den ganz großen Wurf gemacht zu haben. Die ziehen ihr Ding durch und verzichten dabei auf sämtliche Allüren oder Macken, zumindest nach außen hin. Vollkommen high verliess ich das Vortex, ich bin so froh, die insgesamt fast 600 Kilometer gefahren zu sein. DAFÜR lebt man, das war ein kleiner Traum, den ich leben durfte, unter der Woche allein durchs Land ziehen, schöner ist es natürlich mit guten Jungs, aber so kommt man sich etwas elitärer vor :-)
in diesem Sinne

"FLOTS 'TIL DEATH"


Freitag, 15. August 2014

BANE
(28.07.2014 ALTE HACKEREI KARLSRUHE)

Montag abende sind bei Konzerten immer so ne Sache, so nach dem Wochenende eigentlich ein schlechter Konzi-Tag, aber wenn man mit Karlsruhe nicht gerade die Hauptstadt der Musik-Szenen hat, dann bekommt man von den Agenturen halt oftmals nur die "Randtage" angeboten. Aber letztenendes liegt es ja immernoch an den Leuten, denn eigentlich macht es ja keinen Unterschied ob es jetzt Montag oder Donnerstag ist, man muss nur seine zwei Sitzbäckchen hoch bekommen und in die Clubs gehen. Thats all folks!
Vorband heute waren die beiden Karlsruher Bands SLOPE und SHARPTONGUE. Erstere verpasste ich leider, da ich meine Sitzbäckchen leider zu spät in Bewegung brachte. SHARPTONGUE sah ich dann in voller Pracht, ne mehr als ordentliche Band mit viel Potential. Die größte Hürde kommt halt noch, im Moment sind das alles Teenies, wenn sie es schaffen, die Band stetig nach vorne zu bringen oder zumindest auf einem guten Level zu halten, und das TROTZ kommendem Berufs bzw. Familienleben, dann kann das was werden. Aber ich denke daran scheitern leider die meisten Bands. Ist aber auch nicht schlimm, die Jungs haben Spass und leben Hardcore jetzt. Immernoch besser als nie!
Was mich an regionalen Bands nur immer wieder wundert: ich geh ja schon auf mehr als ein Konzert im Jahr und bilde mir ein, gutes Gesichts-Gedächtnis zu haben, aber zum Beispiel hab ich von den SHARPTONGUE-Jungs noch nie einen auf einer Show gesehen. Ich will ja keinem Unrecht tun, und vielleicht täusche ich mich da auch, aber komisch ist es allemal.
Doch nun zur Hauptband: BANE !!!
Politisch (über)korrekte Bands sind zwar sinnvoll, können einem aber ab und an auch etwas auf den Senkel gehen, wenn sie es mit ihrer "Correctness" übertreiben und dabei die Musik in den Hintergrund gerät.
BANE finden da meiner Meinung einen recht guten Weg. Trotz vieler und guter Statements und kritischen Texten des Bandkopfes und Bewegungs-Legasthenikers Aaron Bedard tritt die Power und die Musik niemals in den Hintergrund. Und so hatte es die Meute in der gut gefüllten Hackerei (150, aller ehrenwert!) relativ leicht, von Beginn an zu toben. Bedard erinnert was Mimik und Aktion angeht oftmals an einen epileptischen Affen, aber genau das macht ihn authentisch und liebenswert. Er ist echt. In allen belangen. Er lebt Hardcore, ja wenn es sein müsste, würde er ihn sogar bluten!.
Die Setlist hatt viele alte Dinger und auch einiges vom neuen Album. Die Stimmung war sehr gut, wenn auch nicht immer auf dem Höhepunekt. Man kann es gut mit Wellen vergleichen, die an den Klippen branden. 3-4-5 Wellen schwappen nur so hin und her, doch die 6 und 7 Welle, die knallte gegen die Klippen und die Gischt spritzt weit in die Luft. So ungefähr war das, bei manchen Songs musste man Angst um die Grundmauern der Hackerei und deren Einrichtung haben. es bauten sich Menschentürme auf und jeder im Turm war darum bedacht, den Text des Songes lauthals mitzugröhlen, bestenfalls ins Mikro des Sängers.Es war herrlich, es war hart, aber zu jeder Zeit auch fair. Keine lästigen Roundhouse-Kicks oder Aggro-Kids, die nur darauf aus sind, jemandem aufs Maul zu hauen.
Es war ein richtig, richtig gutes Konzert und für nen Montag abends war es geradezu genial!
Und wer BANE nochmals in deutschen Landen sehen möchte, hat Glück. Denn die Gerüchte, dass das die letzte BANE-Tour durch Europa sei, erstickte Bedard im Keim. BANE sind noch lange nicht am Ende!

Montag, 11. August 2014

THE DICTATORS
(25.07.2014 UNDERGROUND KÖLN)

Eigentlich war ich mir sicher, dass ich diese Band niemals mehr sehen würde, zumindest nirgends in Europa.Irgendwie dachte ich, dass die Mannen um Dick Manitoba sich solche Tourstrapazen nicht mehr geben würde, vielleicht auch, weil diese Kult-Band ohnehin nur noch Szene-Kennern bekannt ist und sie bisher in Deutschland noch NIE gespielt hatten.
Doch da hatte ich falsch gedacht. Die sagenumwobenen DICTATORS waren auf Tour und hatten endlich auch 2 Deutschland-Shows mit im Gepäck. Und das Kölner Konzert durften wir, die Schlagers et moi, dann tatsächlich und livehaftig erleben. Nach knapp drei Stunden kurzweiliger Fahrt und einem Snack beim Italiener um die Ecke ging es dann ins Underground, ein geiler Laden mit atmosphärischem Biergarten.
Es war gut voll, wennauch nicht ausverkauft und man sah sofort, dass man sich hier einer Großstadt befand, denn die Dichte an subkulturellen Szene-Leuten war bemerkenswert. Alt-Skins, RocknRoller, Metalheads und Punkrocker, alles war vertreten. Aufgrund der Tatsache, dass die Blütezeit der DICTATORS in den 70er und 80er Jahren ihren Höhepunkt hatte, waren dementsprechend wenig junge Fans zugegen, aber das machte gar nichts, denn auch der adulte Mob hatte Bock !! Wenn man bedenkt welchen Einfluss die DICTATORS auf Musikrichtungen wie Punk und Rock hatte, und sie eigentlich in einem Atemzug mit Protopunk-Bands wie den STOOGES, den NEW YORK DOLLS oder MC5 genannt werden, ist es schon etwas schade, dass diese richtunsgweisende Band nur noch relativ wenig Anerkennung findet. Und das, obwohl sie mit ihrem Gitarristen ROSS THE BOSS den Gründer der New Yorker Powermetaller MANOWAR in ihren Reihen hat.
Leider war Bassist und Gründungsmitglied Andy Shernoff nicht mit dabei, nicht, weil er nicht mehr in der Band ist, sondern weil er, wie man nachlasen kann, einfach zuvuiel um die Ohren hat und sich mit über 60 sone Tour nicht mehr geben will. Aus diesem Grund treten die DICTATORS auch unter dem Namen DICTATORS NYC auf, weil ALLE Songs von Shernoff geschrieben wurden! Fleissiges Bürschchen, dieser Andy! Doch genug geschwafelt, zum Konzert.
Es gab an diesem Abend einige Unbekannte, beispielsweise ob der Laden voll würde oder ob die "älteren" Männer denn noch wirklich abgehen würden und die Menge begeistern konnten. Doch alle Zweifel waren wie weg geniesst als DICK "HANDSOME" MANITOBA den ersten Song anstimmte.
IT WAS DICTATORS TIME !!!!!
Und dazu passte auch der Tites des ersten Songs "The Party starts now". Dick Manitoba hatte ne fette Lederjacke mit nem geilen DICTATORS-Rückenstick an, doch er brachte die Meute und sich selbst bald so zum schwitzen, dass er diese ausziehen musste.
Die Stimmung war von der ersten Minute an am kochen, die Leute hüpften umher, Bier spritze durch die Luft und die Lieder wurden inbrünstig mitgesungen. HERRLICH !!!
Zwischen den Songs, die ja oftmals von New York City und dem Leben in dieser Stadt handeln, baute Manitoba (im übrigen der geborene Entertainer)
einige Anekdoten und Erinnerungen aus New York ein, so wie es früher mal war, als die Lower East Side noch ein hartes aber liebenswertes Stückchen Manhattan war. Bei der Setlist durften natürlich Klassiker wie "Avenue A", "Baby let's twist" "Faster and Louder" (bei dem im Original Bruce Springsteen mitsingt, der seines Zeichens großer DICTATORS Fan ist) und die Rockhymne schlechthin "Who will save Rock'n'Roll" nicht fehlen.
Es war ein grandioses Konzert und absolut kurzweilig, jeder im Laden hatte seinen Spass, das gilt für die Band und ebenso für die ca.300-400 Fans. Für mich einziger Wermuts-Tropfen: Nachm Konzert lief ROSS THE BOSS durch den Biergarten, noch triefend vor Schweiss. Und ich hatte nicht die Eier in der Hose, ihn um ein Foto zu bitten. Na ja, egal, es wird gemunkelt, dass diese Tour nur eine Art Gradmesser war, wie viele Leute die DICTATORS noch so ranholen können. Und da die Konzerte wohl überall fast ausverkauft waren, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Urgesteine aus Gotham City abermals durch deutsche Lande touren werden.
Mit dem guten Gefühl, ein ziemlich großes Stück Rock'n'Roll gerettet zu haben, machten wir uns auf die Heimreise. Dieses Konzert war jeden Kilometer wert!
Beste Grüsse an die Schlagers samt Ex-Verlobten und an Tex Dixigas, vielleicht klappt es das nächste Mal und du kannst dir bei olle Dick ein paar neue Moves abschauen ;-)

VIVA DICTATORS!!!



Donnerstag, 31. Juli 2014

NEW NOISE FESTIVAL 9
(19.07.2014 KARLSRUHE)

Gott bin ich froh und auch ein wenig stolz, dass es dieses kleine, aber feine Festival in Karlsruhe gibt. Wenn auch in diesem Jahr nicht die großen Knaller verpflichtet werden konnten, waren dennoch einige Hochkaräter dabei. Allen voran die deutsche Hardcore-Legende RYKERS !!
An diesem Samstag war es schweineheiss,ca. 35 Grad ! Das schieb ich jetzt mal als Hauptgrund vor, warum ich die Zeit während der ersten 8-9 Bands lieber mit meinen Buddies im Schatten verbrachte und das Treiben auf dem Gelänge beobachtete, als mich in den Treibhaus-artigen Zelten aufzuhalten.
Man bekam ja auch ne große Portion der Musik von draussen mit.
Wie der Zufall so wollte spielten die Bands, die ich sehen wollte allesamt erst ab 17 Uhr und auch noch in einer Reihe.
Deshalb beschränkt sich dieser Blog auch nur auf vier Shows, obwohl es ja weitaus mehr Bands waren.
First in row: WORLD EATER aus Saarbrücken. Von denen hatte ich mir vorher schon einiges reingezogen, richtig geiles Zeugs. Und live kamen die Jungs auch richtig gut rüber. Astreiner Hardcore, son Madball-Sttyle würd ich mal sagen. Ne klasse Show, die auch von den Leuten gut und moshend angenommen wurde, auch wenn nur ca. 150 Leute im großen Zelt verweilten. Das war schon mal das erste Brett. Doch wenn wir weiter in Brettern messen wollen, dann sollte die nächste Band ein ganzer Bretter-Stapel sein.
COLDBURN aus Leipzig, leck mir die Nüsse, waren die geil. Geile Typen, alles irgendwie im TUI-Style, aber dennoch weit weg von einer Kopie. Auch die Meute ging noch ein Stück weit mehr zur Sache, auch gab es fette Singalong Passagen. Allein diese Band hatte gelohnt, das Festival zu besuchen. Bin seitdem Fan!!!
Ok, WORLD EATER = Brett, COLDBURN = Bretter-Stapel, dann MUSS man die nächste Band eigentlich als ganzes Sägewerk bezeichnen.
NASTY aus Belgien. DAS ist einfach übelster Ghetto-Hardcore, der alles wegfegt, was Beine hat. Der Sänger ist ne Mischung aus Vanilla Ice und nem durchgeknallten Strassenkämpfer. Ein geiler Typ, der die Leute polarisiert und allein schon durch seine Präsenz die Crowd zum durchdrehen bringt. Ich hatte NASTY schonmal gesehen, damals passte die Meute nicht. Diesmal war sie weitaus besser, Der Mosh war teilweise richtig übel, manche Leute wollten auch diven, aber dafür waren dann doch zu wenige Leute im Pit ...leider. Dennoch ne Hammer Show! Vielleicht seh ich irgendwann mal so ne NASTY-Show,von der man immer wieder hört, dass da jeder zweite blutend ausm Moshpit rauskommt. Nun denn, ich bin ja nicht der größte Fan außer des violenten Drehkick-Tanzes, viele Leute übertreiben es einfach was dann wieder zu sinnlosen Keilerreien führt. Aber die Power, die von der Moshpit ausgeht, der ausserhalb jeder Kontrolle ist, die hat schon was!
Nun machte aber NASTY Platz für die deutschen Hardcore-Legende RYKERS, die nach ihrer Reunion wieder einige Shows spielen und auch ne neue Platte am Start haben. Ob sich die Kasseler auch wieder langfrsitig etablieren können bleibt abzuwarten. Auch war ich mir nicht sicher, wie denn die Resonanz bei diesem Festival sein sollte, wo doch die anderen Bands schon ne ganz Richtung verkörperten. Doch es sollte gut werden, richtig gut!
Vor der Bühne wurden die Veteranen von ca. 100 Leuten supportet. Und gemäß der Musik war auch der Pit entsprechend: OLDSCHOOL! Es war herrlich, eine Hymne jagte die nächste. Ich denke RYKERS waren ebenso überrascht, doch ganz gut anzukommen, Wie ich später erfuhr, hatten sie aufgrund des Festival-Lineups auch ihre Zweifel.
Hauptband des Abends waren MAROON. Mit denen konnte ich noch nie was anfangen. Und als der widerliche Sänger auch noch andauernd auf die Bühne und in die Luft rotzte, hatte ich schnell genug. Ich hatte den Tag über eh zuviel Sonne getankt, da gab ich den Rufen meines Bettes nach und subtrahierte mich respektvoll.
Alles in allem war es wieder ein saugeiles Ding, leider waren es nichtmal halbsoviele Besucher wie letztes Jahr. Ich hoffe, das lag nur an den fehlenden Hochkarätern und nicht an der Tatsache, dass das Interesse an diesem geilen Ding zurück geht. Ich werde jedenfalls alles dafür tun und meinen Teil dazu beitragen, dass sich das NEW NOISE FESTIVAL in Karlsruhe auch in den nächsten Jahren weiter etablieren wird.
An dieser Stelle 1000Dank an das NEW NOISE-Team Lucas,Alex und Chris, aber auch an alle anderen Helfer, die sowas überhaupt erst möglich machen. Dazu gehen noch dickste Grüsse an die Old Irons Crew aka Larsen, Jensen und Türsen, dazu noch Freddy Beutlin, an den menschlichen Mörser Glatti, an FP-Jürgen und last but not least an den Pichl-Prinzen !!!

Freitag, 18. Juli 2014

ZZ TOP
(02.07.2014 SAARLANDHALLE SAARBRÜCKEN)

Schon seit Ewigkeiten wollte ich die drei Texaner mal sehen, nicht wegen ihren Bärten, sondern weil es einfach geile und zeitlose Musik ist, die diese Herren da machen. Idealerweise stehen meine beiden Brüder ebenfalls auf die Blues-Rocker, also machten wir daraus eine Familientour ins schöne Saarland.
Die Parkplatz-Situation an der Saarlandhalle ist gelinde gesagt katastrophal, wir mussten in einem nahegelegenen Wohngebiet parken und ca. 15 Minuten zur Halle laufen. War aber auch kein Beinbruch.
Vor und in der Halle allerelei Rocker-Typen (oder solche, die diesen Lifestyle mit ihrer Lederweste an und auch wieder ausziehen), aber hauptsächlich waren es normale Leute, die die Halle gut füllten. Kaum Metal-Headz, die ja aber normalerweise auch ab und an auf ZZ TOP stehen.
Zur Vorband kann ich nicht wirklich viel sagen, extrem laut, sehr abenteuerliche Instrumente und ne Mischung aus Folk und Blues-Rock. Die Jungs nannten sich THE BEN MILLER BAND und dieses Foto hier aus dem Netz ist selbsterklärend.
"Peter Lustig meets Cat Stevens"
War ganz nett aber ehrlich gesagt war ich einzig und allein scharf auf DIE Band des Abends.

ZZ FUCKIN' TOP !!!



Der schlaue Konzertbesucher informiert sich natürlich imm Vorfeld über die etwaige Setlist des Abends.Und so stellte ich fest, dass ZZ TOP bei den letzten 4-5 Konzerten immer die gleiche Setlist am Start hatten. Es steckt also keine Raketentechnik dahinter, wenn man annahm, bei dieser Show in den Genuss derselben Songs zu kommen.
Und dem war auch exakt so!
Endlich, die Saiten-Zauberer spazierten relaxed auf die Bühne. Das erste was mir auffiel: so bewegen sich doch keine Leute, die auf die 70 zugehen? Noch vor dem ersten Ton kam mir ein verschwörerischer Gedanke: WER BEWEISST MIR EIGENTLICH,DASS HINTER DEN BRILLEN,HÜTEN UND BÄRTEN TATSACHLICH DIE ORIGINALEN MUSIKER AUFTRETEN?
Indizien wie glatte Haut, perlweisse Zähne und geschmeidige dem ersten Riff und der ersten Gesangspassage der Burschen war diese Verschwörungs-Gülle schnell im Lokus entsorgt.
DAS waren ZZ TOP wie sie leiben und leben!!!
Die Setlist war ausgewogen, etwas neues, viel altes, mal rockig, dann überkam sie wieder der Blues. Für jeden was dabei. Die Leuten gingen ordentlich mit, nicht mehrm nicht weniger. Die Sitzplätze gönnten ihren Arschbacken aber auch gar keine Sitzpause, nicht mal bei den großen Hits stand die Halle, das fand ich etwas enttäuschend.
Hier könnt ihr die Songs sehen, mit "Doubleback", "Rough Boy" und meinem Fav "Sleeping Bag" fehlten zwar drei große Hits aber ansonsten war alles dabei, was sich irgendwann mal das Attribut "bekannt" verdiente.

Dazu noch diverse Cover-Versionen, die es auch in sich hatten, aber das seht ihr ja selbst. Nun, gerade bei den Blues-Passagen, die teilweise sehr lang gezogen waren(was Blues-Passagen im allgemeinen so an sich haben) konnten einem schonmal kurzzeitig die Augendeckel runterfallen, nicht dass ich Blues nicht mag, im Gegenteil. Aber live kann das schonmal langatmig werden. Anyway, das machte das Konzert keineswegs schlecht. Wie oben schon erwähnt, auf härtere, riffbetontere Songs gabs dann halt mal wieder was zum "erholen".
Ebenso abwechslungsreich sind die beiden Stimmen von Gibbons und Hill. Während Gibbons eher ne verauchte und rauhe Whiskey-Stimme hat singt Hill eher die klaren Rock'n'Roll-Parts. Die perfekte Ergänzung. Und daß die drei nicht nur musikalisch sondern auch menschlich zusammen passen, beweisst ihr bereits 45-jähriges (!) Bestehen.
Alles in allem ein klasse Konzert. Ich bin froh, diese Burschen vor ihrem Rentner-Dasein nochmal gesehen zu haben, obwohl sie in keinster Weise den Eindruck machen, auch nur annähernd ans Aufhören zu denken. Einziger und minimaler Kritikpunkt des abends (ausser dass sie "Sleeping Bag" nicht spielten: die sehr karge Bühnendeko.Ich erwartete keine pompöse Aufmachung, aber wenigstens ein Backdrop mit dem Schriftzug wäre schön gewesen. So standen auf der Bühne lediglich zwei Mini-Leinwände und das Equipment.
Dieses Bild hier zeigt das ganz gut
Na ja, gemessen an der musikalischen Power und der Hitdichte des Abends ein Aspekt, der letztenendes kaum ins Gewicht fiel.

Donnerstag, 10. Juli 2014

ABSOLUTER PLATTENTIPP:
WOODY WOODMANSEY'S U-BOAT

Neulich im Plattenladen meines Vertrauens, besser bekannt als STUDIO EINS in Karlsruhe, schlenderten meine Finger so durch die ganzen Stapel von Vinyl-Juwelen. Ich hatte mir schon Sachen Von Jeff Beck, Marc Almond, Talk Talk und Bruce Springsteen rausgesucht. Wie man schon unschwer erkennen kann, für jeden wat bei!
Und irgendwie zog es mich am Schluss noch im Rockbereich zum Buchstaben "W", der ganz hinten im Eck wahrscheinlich desöfteren etwas vernachlässigt wird. Ich musste meine Plauze etwas auf den "U" und "V"-Stapel ablegen, um auch wirklich ganz nach hinten zukommen. Plötzlich stach mir ein Cover direkt ins Auge. Es hatte diesen geilen 70er/80er Comic-Stil. Die Platte hieß
WOODY WOODMANSEY'S U-BOAT
Ich zog mir die Platte, die in gutem Zustand war,für legendäre 4 Euro, ohne auch nur die geringste Ahnung zu haben, um was es sich denn da handeln könnte. Wenn die Mucke Schrott gewesen wäre, hätte ich wenigstens das Cover gefeiert. Zu Hause konnte ich aber nicht anders wie mir als allererstes dieses Teil auf dem Plattenteller zu servieren. Was dann kam war schlichtweg Seelenverwandtschaft. Jeder Ton, jede Note, jeder Song, jede Sekunde floß mir wie warmer Honig durch die Ohren. Unglaublich gute Musik, sone Mischung zwischen THE WHO und den BEATLES, ganz oft erinnerte es auch an Musical-Mucke wie Jesus Christ Superstar oder Hair, was ja auch sehr nett anzuhören ist. Ich konnte es kaum fassen und war total hin und auch etwas weg! Ich bin sogar nochmal zum Plattenspieler gelaufen, ob denn auch tatsächlich die Platte zum dazugehörigen Cover lief. Natürlich war dem so. Also genoss ich die ganze Platte und das gleich zweimal nonstop. Danach musste ich zu diesem Woody, bzw. zu der Band etwas recherchieren.
So arg viel findet man nicht: das war ne nordenglische Rockband von 1976.Der Drummer Namensgeber und Mastermind war Mick "Woody" Woodmansey, der auch schon bei der Band SPIDERS FROM MARS spielte, Diese Band wurde wiederum bekannt durch die Zusammenarbeit mit DAVID BOWIE als dessen Backing Band in den früheren Jahren (Ziggy Stardust usw.)
Dann flog olle Woody irgendwann aus der Band und gründete seine eigene Combo. Ihre erste und einzige Platte ist dann der hier erwähnte Output, der mich regelrecht zu schwärmen brachte.1977 war die Burschen sogar als Support von URIAH HEEP auf Europa-Tour!! Was Videos angeht findet man fast nix, eigentlich habe ich nur das hier gefunden, das Lied fängt auch erst nach nem zähen Drum-Intro von über 2 Minten an, was aber danach kommt, ist genial, wenn auch nicht unbedingt von der Sound-Qualität! Die Platte wurde 2001 als CD released.Gibts bei der Amazone oder sicher auch anderswo. Ich kann euch nur raten, sucht euch irgendwo und irgendwie ein paar Songs und zieht se euch richtig garstig rein, es wird niemand bereuen!!!

Samstag, 5. Juli 2014

SEPULTURA / SUICIDAL ANGELS
(22.06.2014 JUBEZ KARLSRUHE)

SEPULTURA ... oder was davon noch übrig ist. Über die brasillianische Thrash-Ikone wurde und wird viel geredet. Natürlich sind sie nach dem Weggang oder besser, nach dem Zerwürfnis mit den Cavalera-Brüdern nur noch der restliche Rumpf dessen, was SEPULTURA einnmal ausmachte.
Aber nichtsdestotrotz wollte ich mir die Jungs im Jubez anschauen, nicht nur wegen des Support-Acts SUICIDAL ANGELS, sondern eben auch, weil man lokale Konzis einfach unterstützen muss, ob man jetzt Feuer und Flamme ist, oder wie in diesem Fall, dem Abend etwas skeptisch entgegen sah.
Die lokale Vorband DESOLACE verpasste ich leider, weiß aber auch so, dass das klasse Jungs sind, die ihren Weg auf beeindruckende Weise voran schreiten.
SUICIDAL ANGELS hatte ich vor ein paar Monaten schonmal gesehen, ist ne gute Band, aber leider etwas abwechslungslos. Mir fehlen da sone Breakgewitter und mal ein Moshpart, der einem die Nüsse in den Hals drückt. Aber dennoch ne gute und solide Thrash-Show die Spass machte.
Doch die ca. 350 Leute (Respekt Karlsruhe, fürn Sonntag Abend gar nicht mal schlecht) warteten im Endeffekt alle nur auf SEPULTURA !!
Zur Band: aus den erfolgreichen Anfangszeiten ist nur noch Gitarrist Andreas Kisser übrig. Den Gsang übernimmt ja seit über 15 Jahren(! und immer noch der "Neue") der Ami Derrick Leon Green, ein schwarzer Hühne, der ebenso aus den Docklands des Rotterdamer Hafens kommen könnte. Dazu hat er jetzt noch seine Dreads abgeschnibbelt und trägt ne blanke und glänzende Kugel als Kopf. Mal ehrlich, ICH möchte mit dem Burschen keine Probleme haben.
Green ist auch echt kein schlechter Ersatz, stimmlich ne Granate, äusserlich wie gesagt, durchaus angsteinflössend und ob seiner dunklen Hautfarbe bringt er auch den Ethno-Einschlag, den SEPULTURA in manchen Songs hat, mehr als glaubhaft rüber. Gleich zu beginn des Konzert kam ne mächtige Ansage des Sängers, der richtig ungemütlich wurde und allen Hatern und Dummschwätzern nochmals klar machte, dass SIE SEPULTURA sind und niemand anders. Und so auf die Art, wer ein Problem damit hat, könne sich sicher gerne bei ihm melden. ich kann mir NICHT vorstellen, dass viele Anfragen kommen ...
Das Line-Up vervollständigten noch ein Basser, der ne absolute Kopie non Napalm Deaths Shane Embury zu sein scheint (er hat die gleichen verranzten Zuckerwatte-Haare und schüttelt diese in ebenso manischer Manier). Dazu noch ein Schlagzeuger der sicher vom Körper her kein Riese ist, aber was der Floh an den Drums macht, ist sensationell. Ein Instinkt-Musiker, wie ein Uhrwerk, schein sich bei den komplizierten Breaks und Wirbeln nicht mal im Ansatz konzentrieren zu müssen. Allein der war schon den Eintritt wert!
SEPULTURA hatten einen fantastischen Sound. Und obwohl ich zugeben muss, dass neuere Material eigentlich kaum zu kennen, waren mir doch viele der Songs geläufig und krachen, krachen tute jeder !!!
Was waren das für Nackenbrecher, auch die Crowd ging ganz gut mit, es waren erfreulich viele Jung-Metaller am Start. Speziell bei den bekannteren Dingern wie "Arise", "Territory", "Propaganda" und natürlich "Roots Bloody Roots" moshte fast das ganze Jubez. Es war ein zumindest für mich überraschend gutes Konzert, ich hatte meine Erwartungen nicht so hoch angesetzt. Dass es so ein Brett werden würde, hätte ich nie gedacht. Und mit der Meinung war ich glaub nicht alleine.
War auch echt schön zu sehen, wen SEPULTURA alles hinterm Ofen vor holte. War schön mal wieder einige alte Gesichter zu sehen. Und so gehen meine dicksten Grüsse raus an Musikpapst Chris, dafür, dass er die Band nach Karlsruhe holte (und für das geile Geschenk!),JenSOS,meinen Bruder Dave, Graffiti-Petro (der mit seinem Vater da war !!!) Bodybanger Strucker und NN-Alex, FCBeyerle samt Crew und Rula, deren Musikgeschmack mich immer wieder verblüfft!