Sonntag, 24. Juli 2016

KEEP IT TRUE FESTIVAL 2016:
FATES WARNING / HEIR APPARENT / PRAYING MANTIS ...
(30.04.2016 LAUDA KÖNIGSHOFEN)

Was in der Anfangszeit aufgrund der meist abgehalfterten und oftmals eigentlich schon ausrangierten Bands von der Metalwelt eher belächelt wurde, hat sich mittlerweile zu einem absoluten Kult-Festival gemausert:
das KEEP IT TRUE Festival!
Die Örtlichkeit, eine recht uncharismathische Mehrzweckhalle mit Glasdecke, ist von Beginn an der Austragungsort, und obwohl das Festival an einer anderen Location längst hätte wachsen können, bleiben die Veranstalter dem Konzept (Gott sei dank) treu und verzichten darauf, das Ganze wackenmäßig auszuschlachten. In die Halle passen schätzungsweise 3.000-4.000 Leute. Das wiederum ist der Grund, warum das nächstjährige Konzert immer schon während der aktuellen Ausgabe ausverkauft ist, denn jeder Besucher sichert sich natürlich gleich eine der hochbegehrten Karten fürs nächste Mal.
Ich selbst war bis dato noch nie auf diesem Konzert, doch als 2015 bekannt wurde, dass sich die Prog-Götter FATES WARNING in der Episode 2016 (exklusiv nur fürs KIT) zu einer Reunion des Original-Lineups die Ehre geben würden, musste ich mal wieder das Karten-Lasso schwingen. Meinem Kumpel Gerhard, dessen Bekannter 2015 dort sein sollte, gab ich frühzeitig die Order, zwei Tickets einzufangen. Gesagt, getan und 2016 konnte kommen!
Der Rest des Lineups ließ sich aber auch nicht lumpen, aber leider konnte ich aus terminlichen Gründen nur am Samstag zum Konzert fahren, demzufolge gibt es von meiner Seite nix über den Freitag zu hören.
Samstag war auch der absolute Porno-Tag, on Top: FATES WARNING, natürlich als Hauptact!
Plattenpapst Armin und DJ ThunderStruck waren mit von der Partie, wir wollten zeitig los, doch gerade als ich voller Elan mit einem Lied auf den Lippen durch die Oststadt Karlsruhes düste, rammte mich urplötzlich son dreckiger Spießer-Opel. Alles schien im Arsch, aus dem anderen Wrack schälte sich ein polnisches Ehepaar, total verstrahlt, wollten mir gleich unterschwellig die Schuld geben, immer so kleine Spitzen, wie schnell ich war und hier ist doch nur Tempo 30. Doch sogar die nach ner guten Stunde kommenden Bullen ergriffen meine Partei. Einer der beiden föhnte die alte Frau, die immer wieder stichelte wie schnell ich war, komplett an die Hauswand, dass sie ihn jetzt nimmer volllabern solle und das die Schuldfrage so eindeutig wie noch nie sei. Naja, meine Karre wurde abgeschleppt, war klinisch tot. Danach hattte sich so ein "Unfallbetreuer" einer Mietwagenfirma meiner angenommen, ein aalglatter Hund mit Cowboy-Stiefeln und Sonnenbrille in den Haaren, doch für mich lief alles blendend. Komisch, ist man mal nicht schuld an einem Cräsh will einem jeder gleich den Schritt schamponieren!!
Dabei ging natürlich massig Zeit flöten und letztenendes kamen wir statt um elf dann um drei los. Und natürlich fuhr uns der Strucker blindlings in einen Riesenstau! Doch letztenendes kamen wir am Ende der Welt an, wo sich sonst nur Fuchs und Hase gute Nacht sagen, doch nicht an diesem Wochenende.
Die erste Band, die wir dann sahen, waren ARTCH aus Norwegen. Ne mehr als ordentliche Band die einige eingängige Songs in den Äther bliesen. Zwar auch schon recht betagte Burschen, aber ne gute Band, der man künftig noch das ein oder andere Auge widmen sollte. Nächster Act war KENN NARDI, der Ex-Sänger der Prog-Metaller ANACRUSIS, den wollten Prog-Strucker und Armin unbedingt sehen. Ne klasse Stimme und auch die Musik war geil, auch wenn dazwischen doch immer wieder ziemlich frickelig und anstrengend wurde. Ich war, bin und werde halt nie ein 100%iger Prog-Jünger werden, dazu reicht vielleicht mein musikalischer Horizont nicht aus. War aber auf jeden Fall ne gute Nummer, und viele Leute zappelten sich gehörig einen ab!
Doch die nächsten drei Bands waren schlichtweg LEBENSVERÄNDERND!
Den Reigen eröffneten PRAYING MANTIS, NWOBHM-Legende, bei der auch schon einige Ex-Maiden-Jungs wie Dennis Stratton, Clive Burr oder Paul Di'Anno mitmischten, die aber den Riesen-Durcbruch leider nie geschafft haben. Seit drei Jahren sind die Engländer mit einem neuen Sänger bestückt der es wahrlich in sich hat. Die knallten ein Feuerwerk raus, was die nachfolgenden Bands erstmal toppen mussten. Eine Metal-Hymne jagte die nächste, die Fans gingen super mit. Einziger Wermutstropfen: draußen war es noch hell und durch das Glasdach kam noch das gesamte Tageslicht in die Halle. Das hinderte leider etwas das visuelle Erlebnis einer guten Metal-Show, doch diesen Zustand machte die Band durch gnadenlose Qualität hundert Mal wett. Kann nur jedem Metal-Head empfehlen, sich mal einige Dinger von PRAYING MANTIS einzuverleiben.
Dann kam, sah und siegte: HEIR APPARENT !!!
Ebenfalls Prog-Power-Metal-Legende mit ihrem Meilenstein-Album "Graceful Inheritance". Die Band aus Seattle ist bis auf den Sänger auch noch im originalen Lineup unterwegs. Der neue Sänger war dann vom Aussehen her ein totaler Flop. Ein kleiner, Hobbit-ähnlicher Glatzkopf mit Hipster-Vollbart. Der passte irgendwie überhaupt nicht zu dieser Band oder gar dieser Art der Musik. Doch meine Vorurteile sollten aufs derbste bestraft werden. Dieser kleine Mops muss ein auf die Erde gefallener Engel sein, denn ich habe noch nie, noch NIEMALS eine derartige Stimme gehört.Der konnte in Höhen singen, bei denen man die Existenz seiner Bällchen ernsthaft anzweifeln musste. Ich bin mir sicher, und das meine ich ernst, dieser Bursche kann definitv Glas zersingen. Die fantastischen Songs der Band gepaart mit dieser Stimme, das war einfach nur ein Erlebnis sonder gleichen. Während ich in die melancholichen Tiefen abtauchte und die Musik mir orgasmische Wonnekrämpfe bereitete, dachte ich ab und an, ob das FATES WARNING wirklich noch toppen konnten.
Eins vorneweg: sie konnten!!!
Das war schon eine grandiose Sache, als die Götter des Prog-Metal dann im originalen Lineup mit John Arch als Sänger auf die Bühne kamen. Das war episch und jeder in der Halle wusste, dass er Teil von was Besonderem war.!
Schon im Vorfeld war bekannt, dass FATES WARNING das gesamte Kult-Album "Awaken the Guardian" spielen würden. Und DAS kannte so gut wie jeder der Fans Note für Note! Moi aussi! Ich dachte eigentlich, dass John Arch nach der lange Bühnenabwesenheit etwas schüchtern oder "fehl-am-Platz" sein könnte. Es stellte sich aber heraus, dass der Rest der Band eher konzentriert (oder gar lustlos?, na ja Matheos ist wohl nie ne Stimmungs-Bombe!) die Songs spielte und John Arch hingegen stets die Nähe zum Publikum suchte und das Rampenlicht eher genoss.
Schnell war die Symbiose aus Musik und Publikum hergestellt und beides wuchs zu einer Einheit zusammen. Arch hat in den Jahren stimmlich absolut nichts verloren, jeder Ton saß traumwandlerisch.Das war der legendäre Abschluss eines unglaublichen Konzertes, was wahrscheinlich auch einzigartig bleiben wird. Dieser Abend war alle Strapazen, Staus und Unfälle wert. Beste Grüsse an Stau-Commander Strucker und Armin, obwohl der mir nur ein winziges Stück Käse abgeben wollte. Hier noch ein paar Videos aus der Tube, normalerweise rege ich mich ja über die vielen Filmer auf, aber aufgrund der Einzigartigkeit des Moments lasse hier mal Gnade vor Recht walten!

Mittwoch, 15. Juni 2016

DANNY BRYANT
(02.04.2016 GOLDENER LÖWE BADEN-BADEN)

Es gibt in Baden-Baden ein paar coole ältere Rockies, die vor mittlerweile 15 Jahren eine geile Sache ins Leben gerufen haben:
den BLUES CLUB BADEN-BADEN!
Obwohl direkt vor meiner Nase, lief das Ganze aber die meiste Zeit so ziemlich komplett an mir vorbei. Gut, ich muss dazu sagen, dass selbst wenn ich früher davon Wind bekommen hätte, so der Über-Blues-Fan bin ich ja jetzt auch nicht. Aber so zwischendurch kommt da eben auch mal ein Blues-Rocker vorbei, und manchmal sind da richtig bekannte Leute bei.
Nun ist es so, dass ich an diesem Laden, in dem der Club seine Konzerte macht, dem "Goldenen Löwen" im Baden-Badener Stadtteil Lichtental, wo sich eigentlich absolut rein gar nichts erwähnenswertes abspielt, an diesem Laden fahre ich recht oft vorbei, wenn es mich mal wieder in die schwarzen Wälder zieht. Irgendwann im März war dem wieder so. Und als ich so voller Vorfreude durch das Örtchen fuhr, fegte mir plötzlich der Gedanke durchs Gehirn, wie geil es wäre, wenn die Burschen des Blues-Club doch mal den abartig geilen Blusrocker Danny Bryant holen würden, insbesondere, weil das letzte Mal, als dieser in Schlagweite war, ich leider verhindert war und das Konzert ärgerlicherweise sausen lassen musste.
Nun, just in dem Moment, als eben dieser Gedanke mein Unterbewusstsein in Beschlag nahm, erblickte ich ein Riesenbanner, welches an einem Straßengeländer angebracht war:
SAMSTAG 02.04.2016 DANNY BRYANT IM BLUES CLUB BADEN-BADEN
Das war wohl wirklich der zufälligste Zufall aller bisher dagewesenen Zufälle ... oder vielleicht doch nicht? Vielleicht sind da doch nochmal ganz andere Mächte im Gange, die einfach immer wieder beweisen,was ich doch für ne Glücksmarie bin!
An dem Samstag hatte ich auch noch rein gar nichts vor uns so zelebrierte ich die 5-Minütige Anreise zum Konzert.
Der Laden war gut voll, allerdings waren da auch sone Cocktail-Tischchen mit Barhockern aufgstellt, ohne die hätte der Saal sicher etwas leerer gewirkt, aber dennoch waren erfreuliche 200-300 Leute da. Das fand ich schonmal Klasse, immerhin befanden wir uns in Baden-Baden, Hauptstadt der kulturlosen Kanisterköpfe und Sammelpunkt von reichem Gesocks, von denen die meisten längst den Blinker gesetzt haben und für die schon das Streich-Konzert vor dem Kurhaus zu aufregend ist.
Glücklicherweise gab es keine Vorband und DANNY BRYANT betrat sozusagen als erster Act die Bühne. Er wirkte etwas aufgedunsener als auf seinen Covern, aber der Zweifel, ob das seine virtuosen Fähigkeiten beeinflussen könnte, war im Nu hinweg gerockt und nach anfänglichem abtasten ging die Luzie los, aber sowas von los!
Was dieser englische Mops so aus den Saiten holt, ist phänomenal. Unglaublich eingängige Songs und eine Reibeisen-Stimme runden das Gesamtpaket ab. Die Leute waren schnell elektrisiert und überall wurde getanzt, gegroovt, geswingt oder wie auch immer man sich zu guter Musik bewegt. Am Anfang etwas wortkarg und fast schon schüchtern, taute auch Danny bald auf und war nicht verlegen darum, den ein oder anderen Lacher einzustreuen. Aber das Hauptaugenmerk war natürlich auf das geniale und einzigartige Gitarrenspiel gerichtet. Eigentlich völlig unnötigerweise streute er dann noch ein Dylan-Cover ein und der ganze Saal sang "Knockin on heavens door". Hätt ich nicht gebraucht, aber andererseits hatten einige Anwesende schon dermaßen viele Lenze aufm Buckel, dass dieser Song bei einigen demnächst auch Programm werden könnte.
Aber wenn sie tatsächlich an der Himmelspforte stehen, dann mit der Gewissheit, nochmal eine hammergeiles Konzert gesehen zu haben. Ich kann jedem Gitarren-liebenden Musik-Fan wärmstens, ja sogar siedend empfehlen, sich mal was von DANNY BRYANT anzuhören, es wird sich lohnen.
Da bei dem Konzert wie gesagt hauptsächlich ältere Semester anwesend waren, gibt es im Netz auch keine Videos, jedenfalls hab ich nichts gefunden. Aber ich will mich darüber keinesfalls beschweren, im Gegenteil, es war überaus angenehm, nicht in jedem Winkel des Saales einen filmen zu sehen.
Damit man trotzdem einen kleines Geschmäckle bekommt, hier ein ganz gutes Video, welches alles zeigt, was gezeigt werden muss!

Montag, 13. Juni 2016

KINDHEITS-KULT: DIE WOMBLES

Diese Burschen hier dürften nicht mehr allzu viele kennen, die das hier lesen.
Ende 70er Anfang 80er kam diese Serie aus England zu uns, ursprünglich waren diese Viecher, die zwar Teddybären ähneln sollen aber meiner Meinung nach nichts weiter als ordinäre Ratten sind, die Protagonisten von Kindern-Büchern, in denen es vornehmlich um das sauberhalten der Umwelt ging. Die Burschen lebten im Londoner Stadtteil Wimbledon, was den dort ansässigen Fussball-Club FC Wimbledon, bei dem unter anderen der Schlächter Vinnie Jones spielte, später dazu bewog, sich einen Womble als Maskottchen zu nehmen. Das passte ja auch irgendwie, denn nicht nur Jones spielte öfter als oft wie eine miese Keller-Ratte!
Und wären diese Wombles nicht schon kultig genug gewesen, machte die deutsche Synchronisation, die komplett von Dieter Hallervorden gesprochen wurde, das Ganze zu einem eigentlich unvergesslichen und urkomischen Juwel dieser Zeit. Ich bin mir zwar nicht sicher, ab welcher Generation man überhaupt noch was mit dem "Didi" Hallervorden anfangen kann, aber in einer Zeit, in der es noch nicht von austauschbaren Stand-Up Comedians wimmelte, waren seine Serien wie "Nonstop Nonsens" oder "Welle Wahnsinn" damals elemtare Bestandteile des kulturellen Lebens und des sozialen Werdegangs eines jeden Heranwachsenden. Doch wenn man heute irgendwo ne "Flasche Pommes Frites" bestellt, wird man eher geistesleer angeschaut oder gleich für verrückt erklärt.
Jedenfalls muss ich immernoch aufgrund der paar Womble-Videofetzen, die man im Netz noch so findet, Tränen lachen. Alleine schon die Namen der Wombles wie Trinidad, Orinoco, Wellington oder Onkel Bulgarien, die schon damals eine gewisse Progressiv-Komik in sich trugen, sind es wert, das folgende Video anzuschauen.
Übrigens recherchierte ich just in dem Moment, als ich diese Zeilen tippte, dass es ja mindestens die ersten 28 Folgen auf zwei DVDs gibt, aber freut euch nicht zu früh: diese wurden wohl auch wieder unnötigerweise neu vertont und Didi's Stimme (und vor allem sein dreckiges Lachen) leider gestrichen. Deswegen gibt es hierzu keine Kaufempfehlung meinerseits.
Die neue Synchronisation (von der gibt es auch massig Folgen in der Tube) ist zwar auch ganz okay und killt den Kultfaktor der Serie nicht vollens, aber dennoch würde ich mir ne digitale Version MIT Hallervorden wünschen.
Das war meine Kindheit und ist heute Kult!!

Mittwoch, 1. Juni 2016

SIBERIAN MEAT GRINDER / DOG TRACK
(29.01.2016 CAFE CENTRAL WEINHEIM)

Eigentlich wollten wir an dem Abend hauptsächlich die Burschens von DOG TRACK supporten, aber es war natürlich ein überaus glücklicher Umstand, dass der Headliner an diesem Abend auch ne zombige Band war. Keine geringeren als die SIBERIAN MEAT GRINDERS waren zu Gast. Die russische Band, deren Namen eher an Grindcore-Gemetzel erinnert, ist ne absolut sehenswerte Crossover-Combo mit zwei psychopathisch rappenden Sängern, deren Markenzeichen es ist, während der gesamten Show mit sone Gummi-Fetisch-Masken zu singen. Sieht krank aus und macht sicher auch ne gesunden Teint!
Doch zunächst sollten DOG TRACK (mit zwei Ex-WARSTREET Jungs)den ca.100 Leuten n paar gehörigen Oldschool-Knaller um die Ohren geben. Die Band hat echtes Potential, von Power-Mosh bis Hardcore-Punk ist alles geboten. Natürlich haben es regionale Vorbands traditionell schwer, die Meute zu animieren, doch die Resonanz war mehr als ordentlich. Und wie man später festellen konnte(musste!), waren die Anwesenden ohnehin etwas behäbig und kamen nicht mal bei der Hauptshow richtig ausm Arsch.
Obwohl es diese in sich hatte!!!
SIBERIAN MEAT GRINDER haben ne klasse Mischung aus Thrash, Hardcore und Rap/Crossover-Elementen gefunden. Jedenfalls fetzt das tierisch und in Verbindung mit nem apokalyptischen Moshpit wäre das sicher ne unvergessliche Show gewesen, aber wenn halt von Hundert Männchen nur 6-7 "ringelpietzen" dann wird das nüscht mit der Apokalypse!
Aber es machte dennoch ne Riesenlaune vor allem den beiden Energie-geladenen Sängern zuzuschauen, die eigentlich alles mitbringen, um jeden im Saal mit ihrem Virus anzustecken. Ohnehin kommen die Russen mit einigen guten Messages gegen Homophobie und Rassismus rüber, mit denen sie in ihrem reaktionären Heimatland sicher nicht nur netten Applaus ernten.
Wer sich unter der Mucke nix ausdenken kann, der soll sich mal das Video reinziehen!
Leider war Weinheim nicht ganz so enthusiastisch! Aber dennoch n gutes Konzert mit zwei stabilen Bands!
Grüsse gehen raus an T-Dog und die Tracks, Lars O. und mein Mädel, die mal wieder mächtig Spass dabei hatte, sich durchgeknallte Russen mit Gummimasken reinzuziehen.

Montag, 16. Mai 2016

KNOCK'EM DOWN FESTIVAL:
STALLION / IRON KOBRA / SPITFIRE / IRON THOR
(16.01.2016 JUZE SPECHT ETTLINGEN)

Zum ersten Mal (und hoffentlich nicht zum letzten Mal)fand in Karlsruhe dieses gottgeile Underground-Festival statt, ausschliesslich "Geheimtipp-Bands" fernab von jedem Mainstream-Metal.
Diese grandiose Zusammenkunft hatten die Fans den Jungs der Karlsruher Band "SPITFIRE" zu verdanken, die das Risiko eingingen, sowas auf die Beine zu stellen.
Zum Dank war das Konzert auch schon nach kürzester Zeit ausverkauft. Aber die coolen Leute hatten natürlich ihr Tickets! Dummerweise hatte der KSC an dem Tag auch ein höchst überflüssiges Freundschafts-Spiel gegen die Bayern, somit konnte ich nicht zu Beginn des 8 Bands-umfassenden Lineups da sein.
Den ersten Schmaus, den meine Ohren genießen durften, bescherten mir die Veranstaler selbst: SPITFIRE. Eine talentierte Band dreier Jungs, die den Metal leben, ja ihn regelrecht ausschwitzen. Klasse Songs, mal hyperschnell, mal melodisch, immer klasse. Die CD gibt es überigens unter anderem auch in Mo's Plattenladen, nur so am Rande.
Der Laden war wie schon erwähnt proppevoll, fast 500 Leute, und die Meute feierte die Lokalmatadoren auch gut ab.
Somit war die Vorarbeit für IRON KOBRA geleistet, die straight from Ruhrpott auf diese Bühne fanden. Was eine geile Band, wenn man mal von den Ansagen absieht, hätte man die Typen auch glatt für Amis halten können. Ich hatte mir deren letzte Platte pünktlich zum Konzert mehrfach reingezogen. Sind echte Hymnen dabei, sollte sich jeder Fan unbedingt mal einverleiben.
Höhepunkt am Rande war einer meiner Kumpanen (der hier ungenannt bleiben will), der während der Kobra-Show mit panther-haften Bewegungen die Bühne erklamm und sich todesmutig auf die feiernde Meute warf.Leider war sein Sprung recht unsportlicher Natur und somit landete er nicht wirklich AUF den Metalheads, sondern eher dazwischen und verschwand schneller als gewollt in den wirbelden Wogen, ja er wurde geradezu verschluckt.Aber auf jeden Fall ne gute Oldschool-Aktion, die ehrlichen Respekt verdient!
Das nächste Juwel, STALLION aus Konstanz (oder so), musste schon während des IRON KOBRA-Gigs an uns vorbei, um Backstage zu kommen. Lars, Armin, JimboJones et moi feierten die schon dabei sowas von ab, waren sie doch komplett in Spandex, Leder und Nietenbänder gehüllt. DAS konnte nur gut werden, doch, oh meine Freunde der gutaussehenden Metal-Bands, "gut" kommt dieser Band nicht mal im Ansatz gleich, nicht mal sehr gut trifft es. Es war eine gerade zu PERFEKTE Show, Sound, Songs, Performance, Meute: ALLES STIMMTE! Unzählige Metal-Kutten schüttelten ihr Haupthaar, moshten umher und grölten die Songs. Ich fand die STALLION-Musik schon auf Platte saugut, aber was die live draufhaben ist nochmal ne ganz andere Liga.
Hier ein paar Schnappschüsse uns meiner eigenen Handy-Feder:
Aufgrund dieser Qualität ist es auch kein großes Wunder, dass eigens wegen STALLION so ne italienische Metal-Crew angereist war. Danach hätte es jedenfalls fast jede Band schwer gehabt, aber dummerweise war der nächste Act, der da kommen sollte, leider nicht das allergelbste vom Ei. IRON THOR waren irgendwie nicht so prall. Die deutsche Cover-Band, die sich den Werken der kanadischen Band THOR gewidmet hat, musste auch noch auf ihren eigentlichen Sänger verzichten, der warum auch immer ausfiel. Das waren einfach zuviele schlechte Sterne, unter denen diese Show stehen sollte. Cover-Band an sich ist schon nicht mein Ding, dann Ersatz-Sänger und zuguterletzt auch noch der monströse Schatten, den STALLION geworfen hatten: das war zuviel für mich und ich entschloss mich, meiner Müdigkeit nachzugeben und auf die Hauptband EVIL INVADERS zu verichten. Die sind zwar gut, aber an diesem Abend waren sie mir leider keine 90 Minuten Wartezeit wert, schon gar nicht, wenn diese Zeit mit langweiligen Songs gefüllt war.
Leider gab es an diesem Abend auch was äußerst negatives zu erwähnen. Wie ich später von einem der SPITFIRE-Jungs erfuhr, haben irgendwelche dreckigen Wixer (ich kann sie nicht harmloser bezeichnen) unbedingt rumrandalieren müssen und die ganzen Toiletten kaputt getreten und auch sonst einiges mutwillig zerstört. Würde ich solch einen Bastard erwischen, würde ich ihm höchstpersönlich seine Läusematte unter dem Spülkasten festknoten. Sowas geht halt gar nicht, die Veranstalter hatten einige Tausend Euro Schaden, auf denen sie natürlich alleine sitzen blieben. Sowas nennt sich dann Underground-Szene. Echt verabscheuungswürdig das Ganze! Dennoch soll es nächstes Jahr eine Neuauflage dieses Festivals geben, dank des Dummvolks aber wohl nicht mehr in Karlsruhe! Dickste Grüße an Papst Armin, JimboJones, Ger-Hard, Larso "oh leck-oh leck ... da war er weg" und natürlich an die Band SPITFIRE für diesen epischen Abend!

Samstag, 14. Mai 2016

KNOCK OUT FESTIVAL:
BLIND GUARDIAN / OPERATION MINDCRIME / D.A.D. / AXXIS ...
(19.12.2015 SCHWARZWALDHALLE KARLSRUHE)

Ich hatte mal einen Mathematik-Lehrer, der hieß Rosch, Raimund Rosch. Wir nannten ihn nur "Hühnereier-Rosch", weil er seine geistige Überlegenheit, an der er den Schülern gegenüber niemals Zweifel aufkommen ließ, gern dadurch zum Ausdruck brachte, indem er uns komplizierte Rechenmodelle mit dem zusammenzählen von Eiern, genauer gesagt von Hühnereiern, veranschaulichen wollte.Auf den Hühnerzusatz legte er tatsäschlich großen Wert! Das Vorhaben, uns mathematisch zu erleuchten, blieb jedoch meistens eher fruchtlos, was wiederum die cholerische Ader dieses Menschen zum kochen brachte. Und oftmals, wenn er mal wieder ausflippte, weil ihn einer seiner Schüler geistlos anstarrte, während er auf eine Antwort wartete, stieß er einen Fluch aus der da lautete:
PFETZ'N OCHS INS HORN !
Diesen Ausdruck der Wut habe ich irgendwie in meinen Wortschatz übernahmen, wenn auch nur für mich selbst.
Und genau dieser Ausdruck kommt mir über meinen inneren Lippen, wenn ich daran denke, wie sehr ich in den letzten Monaten diesen Blog vernachlässigt habe. Ich bin ganze vier Monate im Rückstand, aber ich gelobe Besserung und werde in den nächsten Tagen einiges nachtragen! Versprochen! Jetzt zum eigentlichen Event: das KNOCK OUT FESTIVAL - mal hui mal pfui! Aber auf alle Fälle ein mittlerweile weit über die Grenzen Karlsruhes bekanntes Metal-Festival. Manchmal schreckt einen das Lineup förmlich ab, manchmal ist es so lala, und dann, so wie letztes Jahr, sind ein paar richtig geile Dinger im Rohr. Es war zwar nicht jede Band Jackpot-verdächtig, aber D.A.D., AXXIS und allen voran GEOFF TATE'S OPERATION MINDCRIME waren allein schon das Eintrittsgeld wert.
Die erste Band war ORPHANED LAND, aber die verpasste ich traditionellerweise. Muss aber ordentlich gewesen sein. Ich traf mich vor der Halle mit Daddy David und drinnen mit Papst Armin.
Die erste Band, die wir sahen, war die Ruhrpott-Legende AXXIS. Der Sänger ist ja eine Schwallbacke vor dem Herrn, aber kann der singen und die Jungs haben halt auch ein paar Powermetal-Hymnen in ihrem Turn-Beutel, die auch an diesem Abend mehr als gut ankamen.
Das war schonmal ein guter und stabiler Beginn. RAGE meets REFUGE was next, das war dann aber leider Langeweile pur, kompletter Einheitsbrei-Metal, aber da mir RAGE eh noch nie gefiel, und auch der Ableger REFUGE nicht das gelbe meiner musikalischen Eier ist, verbrachte ich die Zeit lieber im Vorraum und laberte mit einigen bekannten Menschen.
Das sollte bei der nächsten Band natürlich ganz anders werden denn das dänische Dynamit um D.A.D. legten grad mal so eine Bomben-Show hin. Die verbreiten mit ihrer klasse Hardrock-Mucke Unmengen guter Laune und genau darum soll es ja auch gehen. Mein absoluter Höhepunkt des Abends sollte danach aufwarten: GEOFF TATEs OPERATION MINDCRIME. Für alle Unwissenden: olle Geoff war zu den Hochzeiten von QUEENSRYCHE deren begnadeter Sänger. Ihr wohl bekanntestes und wahrscheinlich auch genialstes Album hieß damals "Operation Mindcrime", ein zeitlos episches Meisterwerk von der ersten bis zur letzten Note!
Nach der Trennung Tate's von Queensryche und diversen Rechtsstreitigkeiten kam man wohl zu einer Art Einigung. Geoff Tates Band heißt nicht mehr QUEENSRYCHE (zeitweise gab es nämlich zwei davon), dafür darf er wohl aber die Songs der damaligen Platte spielen, und genau das sollte er an diesem Abend tun.
Zu Beginn hatte der etwas aufgedunsene Tate ein paar stimmliche "Unfeinheiten", aber die legten sich bald. Und auch die Angst, einer der Knöpfe seiner Bühnen-Weste könnte aufgrund der immensen Spannung einem Fan der ersten Reihen ein Auge ausschießen, bewahrheitete sich nicht. Die Dinge nahmen ihren Lauf und jeder Ton, jedes Riff, jedes Wort dieses unglaublichen Konzept-Albums wurden von immer mehr Leuten gefeiert. Ich tauchte völlig ab und genoß das Konzert abgöttisch. Tate hat nichts von seiner Stimme eingebüßt und auch der Rest seiner Band ließ qualitativ kaum Unterschiede zum Original-Lineup feststellen.
Danach war die Show für mich gelaufen, nichts konnte da noch was drauf setzen, schon gar nicht BLIND GUARDIAN. Die Band ist nicht schlecht, weiß Gott nicht, früher hatten die wirklich eingängige und geniale Metal-Hymnen, aber das Zeugs der letzten Jahre, zumindest da, was ich mir davon reingezogen hab, ist einfach ziemlich langweilig und plätschert mehr vor sich hin als daß es wirklich hängenbleibende Akzente setzen kann.
Ein Glück brachten sie ihren meiner Meinung nach größten Hit ("Banish from Sanctuary") recht früh, den wollte ich hören! Danach blieb ich aus Respekt noch 4-5 Songs, die mich aber auch nicht mehr aufstacheln konnten. Und so machte ich mich, noch völlig high von der "Operation Mindcrime", auf den Heimweg.
Übrigens gab es dieses Jahr noch ein Novum, was das KNOCK-OUT FESTIVAL betrifft. Der Karlsruher Veranstalter Caldera erkannte die Zeichen der Zeit und hängte nach dem Samstag noch ein weiteres Extra-Festival dran: das KNOCK DOWN FESTIVAL, welches dann sonntags eher in Richtung Metalcore und Hardcore gehen sollte. Das zog ich mir zwar nicht rein, aber zur Info spielten da solche Dinger wie DEEZ NUTS, EXPIRE und NASTY, welche ich richtig abgefeiert hätte. Aber es kamen halt auch sone Sachen wie ESKIMO CALLBOY, ANY GIVEN DAY oder CALLEJON, welche meine Synapsen halt nicht so zum hüpfen bringen, aber grundsätzlich ne geile Sache, die wohl auch sehr gut besucht war. Mal sehen, was es nächstes Jahr zu bieten hat. Das KNOCK OUT FESTIVAL 2016 ist jedenfalls jetzt schon abgehakt, denn es kommen fast nur Arschbomben. Mit SALTATIO MORTIS, J.B.O. und EISBRECHER spielen schonmal drei Bands, die bei mir eher den Kackreiz erhöhen als daß ich sie jemals abfeiern könnte. Aber die Geschmäcker sind halt verschieden, ist okay so, muss ich schon net hin. Voll wird es dennoch werden!

Sonntag, 6. März 2016

DANKO JONES / DEAD LORD / 77
(19.11.2016 SUBSTAGE KARLSRUHE)

Ich hab ne Weile überlegt, ob ich zu dieser Show überhaupt was schreiben soll. Doch ich war dort und der Abend verdient einen Blog, wennauch nur einen kurzen. Auf dieses Konzert freute ich mich schon lange. Hauptsächlich wegen der beiden Vorbands hätte es eigentlich ein genialer Abend werden müssen. Dem war aber nicht so. Unterm Strich waren die Spanier um SEVENTY SEVEN bzw 77 noch die geilste Band des Abends. Die sahen ungefähr so aus wie AC/DC in ihren Anfängen, klangen auch ähnlich rotzig und dreckig geil. Ne klasse Band, deren Schlagzeuger phänomenal ist: das Bürschchen ist grad mal 3-4 Kilo schwerer als die Drumsticks, die er meisterhaft über die Felle prügelt. Ehrlich, ich hab selten so einen schmächtigen Menschen gesehen, die Figur eines 13 jährigen Reckturners, vielleicht ist er ja sogar so extrem jung, jedenfalls am Schlagzeug ein absolutes Psycho-Biest!!!
Auf die nächste Band war ich eigentlich am schärfsten und nach dem Konzert wohl auch am meisten enttäuscht: DEAD LORD!!
Die rockigen Stoner-Schweden haben ja erst zwei Platten draußen, die letzte der beiden ist jedenfalls endlos geil, doch KEINE Band der Welt kann auch nur einen Fuss auf die Bühne bringen, wenn sie mit so einem beschissenem Sound klar kommen muss. Ich weiß nicht, ob es wie so oft am Substage lag oder am bandeigenen Mischer: das klang, als hätte mir einer mit ner Käsepistole die Gehörgänge vollgepumpt. Der Gesang war kaum zu hören, die Gitarre verschmolz komplett mit dem Bass und das Schlagzeug klapperte viel zu laut durch die Halle. Das verdarb mir wirklich alles! Daran konnte dann auch DANKO JONES nichts ändern. Ich weiß nicht, woran es liegt: ob ich mit einer falschen Erwartungshaltung an diese Band gehe oder es mir einfach zu langweilig ist. Obwohl ich um die Qualität dieser Band weiß, konnte ich mich noch nie für sie begeistern. Aber es war okay, die Stimmung war gut und der Sound war dann auch wieder weitaus besser als bei DEAD LORD. Aber auch der bessere Klang und die euphorischere Stimmung konnten mir den Käsebrei nicht mehr aus den Ohren drücken. Schade, da hatte ich mir echt mehr erhofft. Auf alle Fälle sind alle drei Combos keine Schlechten!
Dickliche Grüsse gibts für LarsoVegano,Papst Arminius,Jimmy Floyd und die Jensens!