Donnerstag, 23. Februar 2012

EASY RIDER - TATSÄCHLICHER KULT ???


Also jetzt mal Butter bei die Fische! Ich schaue mir Unmengen von Filmen an, Manche alt, Manche neu, Manche gut, Manche schlecht, Manche Kult, Manche Trash.
Natürlich liegt die Entscheidung über Qualität von Filmen und allen anderen Dingen im Auge des Betrachters, will heissen, ist subjektiv.
Ich bin auch immer darum bedacht, schamhafte Lücken in meiner Filmographie zu schliessen, Lücken, von denen man eigentlich gar nicht reden darf.
Beispielsweise zog ich mir vor kurzem zum ersten Mal CITIZEN KANE rein, dieses vermeintliche Regie-Meisterwerk, welches überall und in der Filmwelt allgegenwärtig als absoluter Spitzenfilm abgefeiert wird. Mein Urteil: stinklangweilig und nur ein durchschnittlicher Schwarzweiss-Film. Im Gegensatz dazu hab ich auch endlich mal den Jimmi Stewart Klassiker "IST DAS LEBEN NICHT SCHÖN" gesehen, den kannte ich zwar schon, das war aber sicher 25 Jahre her, als ich den sah. Über die Handlung kann man sicher streiten, aber dieser Film hat es wirklich verdient, als Klassiker eingestuft zu werden. Wem da zum Schluss keine Tränen kommen, der ist aus Stein !!
Lange Rede, gar kein Sinn, ich wollte ja über den Roadmovie EASY RIDER reden, "der" Kultfilm der späten 60er Jahre und der dazugehörigen Generation.
Ja, ich gestehe, ich hatte bis dato diesen Film noch nie gesehen, klar wusste ich schon viel darüber, wer mitspielt, was der Soundtrack zu bieten hatte oder welche Preise bzw. welches Renomé dieser Film errang.
Jetzt hab ich ihn gesehen und ich muss sagen: WAS FÜR EIN GULLI-FÜLLUNG !!!
Ich kann es nicht milder ausdrücken. Der Film hat nichts, keine Handlung, keinen Sinn, keine guten Schauspieler. Nicht das Dennis Hopper und Peter Fonda keine guten Schauspieler waren, aber in diesem Film kommt dies mal speziell bei Hopper leider gar nicht zum tragen.
Da fahren zwei bekiffte Gurken durch die Lande und erleben vollkommen zusammenhangloses Zeug. Auch wenn ich mich noch so sehr anstrenge, eine Message kann ich hier beim besten Willen nicht herauslesen. Der Film soll für Freiheit stehen und sich gegen den Krieg und gegen das Establishment richten. Nur wo oder wie er das tut, bleibt mir fast gänzlich verborgen.
Einzige Lichtblicke sind zum einen der Auftritt vom jungen Jack Nicholson, der mit seiner psychotischen Art schon damals brillieren konnte und zum zweiten der unumstritten grandiose Soundtrack, der die Bilder des Films, die durchaus beeindrucken, passend untermalt. Rockgrößen wie die Byrds, Hendrix, Roger McGuinn und natürlich Steppenwolf machen den Film wenigstens auf akkustische Weise zu einem Meisterwerk. Diese Qualität kann ich aber wie gesagt leider nicht auf den Film beziehen, denn im Grunde ist er wie ein Cheech and Chong Film, dem die komplette Komik amputiert wurde. Und was dann von den Kiffer-Streifen übrig bliebe, kann jeder nachvollziehen, der sie kennt.
Dieses Video zeigt alles, was ich meine, schöne Bilder, klasse Musik, null Handlung geschweige denn herbeigeredetes Kultpotential! (mir ist natürlich klar, das in so einem kurzen Ausschnitt ohnehin nichts von einer Handlung zu sehen sein kann, aber selbst im Ganzen Film ist nicht sehr viel mehr davon zu finden)
Meine Meinung!

Dienstag, 21. Februar 2012

AGNOSTIC FRONT / DEATH BY STEREO / NAYSAYER (19.02.2012 LA LAITERIE )

Mal wieder die Senioren von Agnostic Front, diesmal in Strasbourg. Ich hatte mir erhofft, daß da ne ganz gute Meute antanzen würde, doch weit gefehlt.
Bei der ersten Band, NAYSAYER, war der eh schon durch einen Vorhang abgeteilte Laden grade mal halbvoll, ca. 70 Leute standen sich die Beine in den Bauch und würdigten diese geile Band gerade mal mit spärlichem Applaus, weit und breit keine Spur von moshenden Massen, wie man sie vielleicht in anderen Teilen Frankreichs vortreffen würde.
Zweite Band waren die Kalifornier DEATH BY STEREO, die ich schon mal gesehen hatte, von denen ich auch einiges kannte, die mich aber aufs neue VOLLKOMMEN überzeugt haben. Was für eine geile Band, fernab von allen Hardcore-Stereotypen, ziehen die Jungs ihr Ding durch.
Auch wenn die Leute hier immernoch einen Stock im Arsch hatten, wussten DBS wenigstens, an diesen Stöcken zu rütteln und so spielte die Band die ersten Songs IM Publikum. Der Sänger wirblete wie der Dizzy Devil durch den Pulk, der Gitarrist und der Basser bahnten sich ihren Weg ebenfalls samt ihrer Klampfen und so kam wenigstens etwas Bewegung in das Ganze.
Als die Band dann wieder auf der Bühne war, war es natürlich auch wieder weitestgehend mit der Aktivität des Publikums sense. Lediglich ein paar Möchtegern-Londsale-Skins übten sich im 2-3 Mann Dorffest-Aufeinanderprall-Pogo, was so scheisse aussieht, daß man es dann lieber ganz bleiben lassen sollte. Anyway, DEATH BY STEREO lieferten dennoch eine gute Show ab und machten einigen Leuten (wieder) klar, was sie doch für eine geile und außergewöhnliche Band sind.
Zuguterletzt eben noch Agnostic Front, das gefühlte 100ste Mal, aber irgendwie halt doch immer noch Agnostic und immer noch geil. Die Godfathers hatten zwar einen Müll-Sound, doch das war nicht dafür ausschlaggebend, daß es eher ein mittelmässiges Konzert wurde. Denn die Meute war einfach zu schlecht, eine Mongo-Dichte, die man selbst für Strasbourg nicht erahnt hätte. Dazu gab es auch noch einige Skins, die aus ihrer rechten Gesinnung kein Geheimnis machten, auch das ist für Frankreich nicht neu, nervt aber ungemein. Und weil eben so viele rechte Trottel da waren, gab es auch noch ne schöne Keilerei im Pit. Warum oder wer gegen wen konnte ich nicht sehen, aber es flogen ganz schön die Fetzen. Auffallend war, daß AF sofort aufhörten, als sie von dem Ärger mitbekamen. Irgendwie sah es so aus, als sei Roger irgendwie beleidigt gewesen, daß es zu der Schlägerei kam. Na ja, gesagt hat er jedenfalls auch nix dagegen. Wie der ganze Abend war auch diese Situation irgendwie strange und einmal mehr hatte man in Strasbourg das Gefühl, wirklich in einer total anderen Welt zu sein.
Ein Glück war ich Gästeliste und musste nix zahlen.
Danke hierfür an Roger>Mazze>Larso

hier noch ein Foto, bei dem DEATH BY STEREO nen Haufen Leute auf die Bühne geholt haben, so richtig in S.T. -Manier, das hüpfende Etwas links ist übrigens Crazy-Stigma himself, der sein eigenes Konzert nicht abwarten konnte und seinem psychotischen Showtalent schon hier freien Lauf lassen musste !!!


Sonntag, 29. Januar 2012

SUICIDAL TENDENCIES, BIOHAZARD, TERROR ( SAARBRÜCKEN 27.01.2012)

Mal wieder Persistence Tour, und wie letztes Jahr hielt der Tourtross in der Garage in Saarbrücken. Ein echt cooler Laden und eine absolute Alternative zu Kesselvotzen-City!!
Und ab sofort wird bei Konzis in SB auch IMMER ein Zwischenstop im Outlet von Zweibrücken auf dem Programm stehen. Sneakersucht - OLÉ !!
Da wir alle fünf nicht unbedingt scharf auf die ersten vier Bands waren, gingen wir alles ziemlich relaxed an, denn TERROR spielten ja erst um acht!
Letztes Jahr war diese Tour ja ebenfalls in Saarbrücken, aber im Gegensatz dazu war der Laden dieses Mal pickepackevoll.
Und für uns ging es mit dem ersten Highlight los. Die Power-Giganten TERROR mit ihrem nimmermüden Duracell-Äffchen Scott Vogel enterten die Bühne und es war, wie es sein muss!!
Pure HARDCORE-MACHT breitete sich im Nu in der ganzen Halle aus und der Mob regierte!!
Meiner Meinung nach sind TERROR wie MADBALL, die haben es einfach. Deren Shows können glaube ich niemals wirklich schlecht sein! Es gibt nicht viele Bands, über die man dieses Urteil bilden kann.
Schon diese Show allein wäre die 30 Mäuse Eintritt wert gewesen. Doch es ging ja noch weiter.
Und zwar mit einer Band, von der keiner so richtig wusste, was man erwarten sollte.
BIOHAZARD, deren Sänger die Band ja bekanntermaßen verliess, traten somit ein schweres Erbe an. Blondie Billy Graziadei übernimmt weiterhin seine Gesangsparts, rückt aber natürlich mehr in die Rolle des Frontmannes. Mit Scott Roberts haben die New Yorker einen neuen Bassisten, der den Großteil von Evan Seinfelds Gesangsparts übernimmt.
Zu Beginn war ich skeptisch und der viele der Halle ebenso. Die Stimmung war sehr verhalten, was natürlich auch mit dem vorherigen Monster-Gig von TERROR zu tun haben konnte. Danach hätten es viele Bands schwer gehabt.
Doch mit jedem Lied wurde es besser, Roberts klang sogar fast wie der Ex-Shouter. Und einen großen Vorteil haben BIOHAZARD allemal: sie können auf einen saugeiles Repertoire an Hammer-Mosh-Songs zurückgreifen, welche, Frontmann hin oder her, immer die Leute aus dem Arsch holen werden. Natürlich kommt der Band auch das NYHC-Urgestein Bobby Hampel zu Gute, nicht nur ein Hammer-Gitarrist, sondern auch ein menschgewordener Tornado und herrlich unangepasster Typ!
Jedenfalls kamen die BIOs immer besser in Fahrt was sich auch auf die Meute auswirkte. Sicher (noch?) kein Vergleich zu früheren Zeiten, aber auf alle Fälle besser, als zuvor befürchtet!
Das Highlight des Abends sollte aber nach BIOHAZARD nicht lange auf sich warten lassen und Küchenquirl Mike Muir betrat mit seiner Band die Bühne. Wie fast immer begannen sie mit dem Ohrwurm "You can't bring me down". Ein grandioser Opener, der gleich gebührend gefeiert wurde. Dann wurde es aber etwas ruhiger, denn S.T. wählten einige ruhigere Nummern aus, was ein absoluter Stimmungstöter war. Deshalb brauchte das Konzert eine Weile, bis es wieder die Meute für sich aufbrachte. Erst beim glaube ich sechsten Song ("War inside my head") war Polen wieder offen und der Funke entzündete neue und wundervolle Moshpit-Actions. Und das ging auch bis zum Ende weiter so und als das Licht wieder anging, sah man die Soße aus Bier, Schweiß und sicher auch etwas Blut, in der man die ganze Zeit stand.
Unterm Strich war es ein Sahne-Konzert, in der vor allem TERROR und über weite Strecken auch BIOHAZARD und S.T. gezeigt haben, welches Optimum wann aus so einem Abend heraus holen kann.

Samstag, 28. Januar 2012

EVIL CONDUCT (WILD AT HEART BERLIN 14.01.2012)

Da wir mit ein paar Leuten in Sachen Fankongreß ohnehin in der Hauptstadt verweilen durften, bot es sich natürlich an, auch konzertmässig was mitzunehmen. Die holländischen Oi-Skins von EVIL CONDUCT kamen da gerade recht. Nachdem mir mein szenekundiger Kumpel Badekappe versichert hatte, daß da mit Sicherheit keine Faschos auftauchen würden, war die Sache gebongt. Ins Wild at Heart passen schätzungsweise 250 Leute rein, aber leider hatte der nette Mensch am Eingang wohl seinen Rechenschieber zu Hause gelassen, denn es waren sicher mehr als 300 (überwiegend spärlich behaarte) Gesellen in dem Laden drin, die überaus fröhlich ud trinkfreudig aufgelegt waren.
So kam es auch, daß man kaum entspannt das Konzi mit den Kumpels anschauen konnte, sondern aufgrund des Gedränges relativ verteilt stand. Auch wurscht. Support des Abends war der Chef des WAH selbst mit seiner Punk-Combo (Namen weiß ich nimmer). Guter, stabiler Punkrock a la Distortion.
Kam gut rüber, aber die vielen Glatzen in dem Laden harrten nur dem Hauptact entgegen.
Ich war mir sicher, daß es bei der EVIL CONDUCT zum absoluten Pogo-Mayhem kommen würde, denn das Potential war dafür geradezu prädestiniert. Als sie dann aber ihre Show begannen, war dem keinesfalls so. Die Stimmung war prächtig, JEDES Oi-Hymne wurde lautstark mitgesungen, die Biergläser und Flaschen flogen tief als gäbe es bald schlechtes Wetter, aber gepogt ... nein, warum auch immer, gepogt wurde so gut wie gar nicht. Vielleicht war es auch einfach zu voll. Anyway, das Konzert war deluxe, auch wenn sich EC wirkliche jedes Oi-Klischees bedienten, welches man von Jamaica bis Rotterdam so auftreiben kann. Ich glaube mehr Oi als die Niederländer kann man kaum sein. Es wurde von Skinhead Girls, von vereinigten Strassenkämpfen und natürlich von brüderlichen Saufgelagen gesungen, und die Meute nahm es dankend an. Da ich die Nacht zuvor keine Sekunde gepennt hatte und ich aufgrund des flächendeckenden Scherben-Teppichs kaum noch sicher stehen konnte, subtrahierte ich mich nach ca. 10-12 Songs vom Geschehen und machte mich bettwärts.
Keine schlechte Entscheidung, denn das Konzi hatte seinen Höhepunkt erreicht und es war mit nichts Neuem mehr zu rechnen und pennen stand zwangsläufig ganz oben auf meiner "to do"-Liste.
Ich bin jetzt nicht der allergrößte Oi-Fan und in diesem Genre gibt es sicherlich immer wieder Grauzonen oder zwielichtige Leute, aber Fakt ist, daß so ein Konzert einen gewissen Charme hat und mir dieser wirkliche Skinhead-Gedanke schon immer auf eine spezielle Art sympathisch war.
Oi!

Dienstag, 3. Januar 2012

BORN FROM PAIN, AYS, THE PLATOON (26.12.2011 KARLSRUHE)

Endlich mal wieder ein gutes Hardcore-Konzert in Karlsruhe und dann auch noch an Weihnachten, wo eh jeder Zeit hat. Da versprach einiges und einiges sollte es auch halten.
Der Laden war mit ca. 150 Leuten gut voll und neben der üblichen New-Era-Drehkick-Fraktion war auch eine Gruppe von solchen Möchtegern-Hundepunx am Start, welche mit Sicherheit alle ein vollkommen intaktes Elternhaus haben und abends, nach getaner Rumlungerei-Arbeit nach Hause gehen und von Mama das Mittagessen aufgewärmt bekommen. Einige dieser Freizeit-Revoluzzer gingen sogar den krassen Weg des Widerstandes und malten sich mit Edding diverse politische und anarchistische Statements auf die Kopfhaut, die gerade durch den frisch rasierten Iro zum Vorschein kam. Viva la revolucion !! Sid Vicious wären vor stolz wahrscheinlich die Sicherheitsnadeln aus den Ohren gefallen!
Zum Konzert.
THE PLATOON enterten die Bühne und liessen mich staunen. Ein fetter Sound, der dir die Augäpfel in die Höhlen drückte. Die Band hörte sich teilweise wie Merauder an, auch die Songs waren purer Mosh. Echt ne geile Band, einzig die Bühnenpräsenz, die und allein aus dem Sänger bestand, kann man hier kritisieren.
Die Bassistin hatte hauptsächlich damit zu tun, sich auf ihr Spiel zu konzentrieren und der Gitarrist sah eher aus wie son kugelförmiger Brillenschlumpf vom Wissenschafts-Club. Zur Ehrenrettung der Bassistin sei gesagt, daß es wohl ihr erstes Konzert mit der Band war, DAFÜR war es aller Ehrenwert. Aber DIE Musik mit ner Mördermeute und ner richtig abgehenden Band, das hätte gleichmal doppelt Potential! Aber wie gesagt, auch in der Form fand ich THE PLATOON wirklich sehr gut, weshalb ich mir auch gleich den Silberling des Quartetts für schmale 7 Euro sicherte. Im übrigen ist die CD ein Hammer, überaus fette Produktion und Hammer Songs, auch wenn es Herrn L.S. aus M. nicht aus den Socken lüpfte, aber welche Band, die ich anschleppe, vermag das schon , gelle?
Zweite Band des Abends waren AYS, was soviel heisst wie Against Your Society.
Schnell wurde klar, daß viele New-Eras wegen diesen Jungs da waren, die sich offensichtlich schon einen gewissen Namen erspielt haben. Die Mucke ging dann auch gut durch und die Leute kickten und stampften was das Zeug hielt, ne wilde Sache, von links nach rechts wieder zurück!
Hat Spass gemacht, lediglich der Sänger war schon ne komische Nummer, dieser tapezierte Knochen machte andauernd einen auf Psycho, was man ihm einfach nicht abnehmen konnte.
Der Typ wirkte oftmals wie die billige Verhohnepipelung von Klaus Kinski, und DEN kann nun wirklich niemand glaubhaft nachahmen!!
Aber wie gesagt, Musik und Stimmung waren sehr gut, besser als erwartet!
Hauptband des Abends waren BORN FROM PAIN, die Deutsch-Holländer oder Holland-Deutschen, oder was auch immer das für eine Hybrid-Band ist.
BFP gibt es ja schon einige Zeit und von der Gründungsformation ist ausser dem EX-Basser glaub ich nimmer viel übrig, aber seit eben dieser Bassist das Micro übernommen hat, hat sich die Band derbe gemausert. Er ist aber auch ne Rampensau, der es sehr gut versteht, die Leute mitzureissen und zu animieren.
BFP hauten einige Oldies raus, aber auch neuere Stücke kamen bei den Leute sehr gut an.
Selbst die "Kappen-Front" ging auf die Lieder super ab, was ich so niemals erwartet hätte, da ja BFP eher im Metal-Bereich des Hardcore angesiedelt sind. Auf jeden Fall ging es super ab und als kleiner Dauer-Anheizer lief das ganze Konzert über ein Polizeigewalt-Video, welches durch einen Beamer auf die Bühne projeziert wurde. Wer also noch nicht genügend Emotionen für den Moshpit in sich hatte, da konnte man sich reinen Hass abzapfen und in Tanzwut umwandeln.
Überraschenderweise hüpfte plötzlich Scott Vogel von Terror durch den Äther, der mit BFP wohl auf Tour ist. Mann, muss dem langweilig sein zu Hause, nach gefühlten 8 Jahren auf Dauer-Tour könnte er zu Weihnachten mal zu Hause bei den Plagen sein, aber nicht olle Scott, nix wie weg und Hauptsache auf Tour! Was für ein Vogel (im wahrsten Sinne!)
Ich muss ehrlicherweise zugestehen, daß ich folgende Info erst jetzt aus dem Internet erfahren habe: Der Terror-Shouter war im Jahre 2007 einmal aushilfsweise Sänger der Holländer was natürlich die Verbundenheit von Scott Vogel zu BFP ein stückweit mehr erklärt.
Insgesamt waren es also drei absolut sehenswerte Bands mit einer gut aufgelegten Meute.
Was will man mehr zu Weihnachten!
Last but not least ist zu erwähnen, daß diese ganze Tour in Zusammenarbeit mit der "Hardcore Help Foundation" Essens -und Kleiderspenden sammelte, die einer jeweils ortsansässigen Hilfsorganisation zukommen, in unserem Fall ging das gesammelte Zeugs (und das war nicht wenig!) an die Tafeln in Karlsruhe !!
ALLEREHRENWERT !!!

Donnerstag, 29. Dezember 2011

SETLIST.FM

Mal ganz kurz und nebenbei und natürlich nur für die Leute, die es noch nicht kennen und die das überhaupt interessiert: hier die Vorstellung einer kleiner aber sehr feinen Internet-Seite. Hier handelt es sich um ein Portal, welches das Wikipedia-Prinzip benutzt, um die Setlisten der verschiedensten Konzerte zu dokumentieren. Es ist wirklich verblüffend, in welchem Umfang und vor allem wie schnell die Songlisten von Konzerten aller Genres den Weg hierher finden. Man könnte fast meinen, da sei eine ganze Armee geheimer Krümelschlümpfe am Werk, die nur die eine Bestimmung haben: Konzerte in aller Welt zu besuchen und deren Setlisten ins Internet zu posten!
Doch mal Spass ohne, checkt das mal bei Konzerten, die ihr besucht. Auch ihr werdet erstaunt sein. Und wenn man mal auf einer Show war und (wie ich) mal was drüber schreiben will oder einfach nur wissen will, welches denn der "eine geile Song" war, den man noch nicht kannte, dann einfach die Band suchen und wenn ihr Glück habt (hatte ich bisher fast immer), hat irgendein verpickelter Fan oder auch ein Bandmitglied eben diese Infos für die Nachwelt ins Netz gehackt.
Und wenn nicht, dann schreibt grad selbst eine rein !!
PS: das Bild unten einfach anklicken, dann kommt ihr auf die Seite, ich mach mir ja die Arbeit mit dem HTML-Rotz nicht umsonst !!

;)

Mittwoch, 28. Dezember 2011

BUCHTIP: "ULTRA"



Von Jonas Gabler (auch bekannt aus der kürzlich auf ZDFneo gezeigten und sehr guten Reportage "Wild Germany" über Ultras in Deutschland)
Es gibt sicherlich schon diverse Schriftstücke, die das Phänomen "ULTRÀ" mehr oder weniger passend erklären. Auch ich habe schon das ein oder andere Buch zum Thema gelesen. Natürlich erfindet Gabler mit seinem Buch das Rad nicht neu und einige Infos und Ereignisse sind natürlich bereits bekannt, sofern sich jemand etwas mit der Materie auskennt. Doch Jonas Gablers Buch hat zu anderen 2 gravierende Unterschiede:

1.) Er hat einige Zeit in Italien gelebt wo er als Praktikant fürs "Progetto Ultra" gearbeitet hat, einer Einrichtung die mit einem übergreifenden Fanprojekt zu vergleichen ist. In dieser Zeit hat Gabler offensichtlich sehr viel über die italienischen Ultras und deren Geschichte gelernt hat. Das kommt diesem Buch definitv zu Gute, denn selbst Italien-Kenner werden hier noch neue und überaus bemerkenswerte Fakten über die italienischen Ultras finden.

2.) Und das hat mich besonders verblüfft: im letzten Teil des Buches zieht Gabler ein Fazit und stellt dabei sehr interessante Fragen und Thesen in den Raum. Dies führt unausweichlich zu einer Selbstreflexion des Lesers, sofern er sich Teil einer Ultra-Szene nennt. Auch bei mir lösten einige Thesen und Argumente Gedankengänge aus, die ich so nicht erwartet hätte. Beispielsweise erwähnt Gabler die omnipräsente Ablehnung des moderenen Fussballs. Kaum eine Szene hat sich diesen Grundsatz sprichwörtlich nicht auf ihre Fahne geschrieben. Natürlich auch einige Szenen, die sich offen zu einer linken und antifaschistischen Politik bekennen.
Gabler spannt aber hier den Bogen zu dem eigentlichen Urheber dieses Grundsatzes, denn kein geringerer als der nationalsozialistische Massenmörder Adolf Hitler propagierte zuerst die Ablehnung des modernen Fussballs, natürlich aus anderen Gesichtspunkten wie es sich heute darstellt. Hitler war gegen eine Professionalisierung der Ligen, weil er dadurch eine Unterwanderung der Juden vermeiden wollte. Für mich wirft das schon ein anderes Bild auf diesen Grundsatz, was die HEUTIGEN Motive natürlich in keinster Weise abwertet.
Genauso prangert er richtigerweise an, daß viele Szenen gegen den Staat und dessen Sicherheitsapparat sind, also fast schon anarchistische Tendenzen haben. Die gleichen Szenen fordern aber immer wieder die Einhaltung ihrer Grundrechte, die besonders bei Polizei-Einsätzen in vielen Stadien mit Füssen getreten werden.
Auch dies ist ein Ansatz, über den man sich wahrlich Gedanken machen kann.
Denn wenn ich die Grundrechte eines Staates akzeptiere, kann ich kaum ein wirklicher Anarchist sein.
Das sind nur zwei Beispiele von aufgestellten Thesen, im Buch finden sich noch einge mehr.

Also egal ob Szene-Kenner, Ultra, Fan oder einfach nur für Interessierter:
Kaufen und lesen !!! Es lohnt sich!