Donnerstag, 21. Juni 2018

RYAN McGARVEY
(12.05.2018, LÖWENSAAL BADEN-BADEN)

Das wird ja immer besser.
Erst Danny Bryant, dann Aynsley Lister und dann auch noch RYAN McGARVEY !!
Tatsächlich kann man diese Reihefolge auch mit meiner aufsteigenden Beliebtheitsskala gleichsetzen, denn von den dreien ist mir McGARVEY der Herz-Allerliebste.
Schon sehr früh stand fest, dass mich rein gar nichts davon abhalten konnte, zu diesem Konzert zu gehen.
Nicht mal mein KSC!
Denn an dem Tag sollte das letzte (reguläre)Ligaspiel gegen Jena stattfinden, und da das ein Heimspiel war, konnte ich die Show felsensicher einplanen.
Ich sah ja im Löwen grad knapp zwei Monate zuvor auch Aynsley Lister(letzter Blog), deshalb konnte ich die beiden Shows ganz gut miteinander vergleichen.
Die beiden Typen sind ja vom Musikstil und vom Auftreten schon ähnlich, eigentlich, aber dann doch wieder gar nicht.
Denn genau DAS, was mir bei Lister fehlte, lieferte McGARVEY freihaus und in rauher Menge.
Ungeschliffene Rock-Attitude und Gitarrenpassagen, die einen vom Planenten fegten. Im Gegensatz zu Lister ist McGARVEY eben noch weitaus kantiger und introvertierter.
Er verkörpert viel mehr dieses einsame Rock'n'Roll-Outlaw-Image und ist trotz eingängigsten Bluesrocks um Meilen weiter weg vom glatt geschliffenen Mainstream.
Ähnlich wie Lister verlor auch er nur wenig Worte ans Publikum, aber bei ihm passte das zum Gesamtpaket und wirkte keinesfalls schüchtern. Er versank einfach in seinen
Songs und lad jeden der circa 150 Zuhörer aufs herzlichste ein, mit ihm mit zu kommen. Und viele, wenn nicht sogar alle nahmen diese Einladung an.
Einziger Wermutstropfen des Abends, denn ich bis heute nicht wirklich verstehen kann, ist die Zuschauerzahl. Während bei Lister noch sicher 200-250 Fans den Sall füllten
waren es bei McGarvey leider nur 150, bestensfalls gescgätzte 180 Leute. Der Stimmung allerdings machte das üebrhaupt nichts, denn der Saal wurde mit einem Vorhang etwas verkleinert,
so daß es im Publikum eng und schwitzig genug war. Besonders positiv zu erwähnen ist der hervorragende Sound, der die kleine Halle bis ins letzte Eckchen voll und ganz ausfüllte,
ne gute und kernige Lautstärke hatte und sozusagen das i-Tüpfelchen auf einer perfekten Show war. Ich war restlos bedient und kann auch nur jedem, der auf guten, handgemachten
und ehrlichen Bluesrock steht, empfehlen, sich mal ein Konzert des aus New-Mexico stammenden Musikers aunzuschauen, es wird keiner enttäuscht sein!
Zum Schluss noch ein Tuben-Schmankerl des Abends:

Montag, 18. Juni 2018

AYNSLEY LISTER
(24.02.2018, LÖWENSAAL BADEN-BADEN)

Was für ein Luxus, mal wieder eine internationale Bluesrock-Größe und das wieder sozusagen direkt um die Ecke, im Bluesclub Baden-Baden.
Ich kann gar nicht genug Worte des Lobes finden für das, was die Macher des Bluesclubs da auf die Beine stellen. Klar, ihre Möglichkeiten sind begrenzt, einen Bonamassa
werden sie niemals auf ihre Bühne bekommen können, aber die kleineren Underground-Versionen von ihm schon. Eine davon ist AYNSLEY LISTER. Ein Gitarrist der Spitzenklasse, ein smarter Typ der obendrein auch noch singen kann. In Insider-Kreisen längst kein Geheimtipp mehr. Und obwohl der erst 40 Jahre alte Engländer gerade voll am durchstarten ist, konnten ihn die Herren vom Bluesclub auf ihre Bühne holen. Kein Wunder (oder für Baden-Baden eigentlich doch ein Riesen-Wunder) war der Laden voll. Sicher 200-250 Leuten wollten sich den Burschen ansehen und keiner dürfte es bereut haben. Allerdings wurde schon zu Beginn schnell klar: Lister ist vieles, aber keine Rampen-Sau. Er wirklte eher schüchtern und zurückhaltend, aber vielleicht ich grad das seine Masche. Seine Songs erreichten die Zuhörer von der ersten Sekunde an. Es war gut, aber nicht so gut, dass ich selbst in Ekstase geraten sollte. Daran hinderten mich einige Kleinigkeiten. Für ein Bluesrock-Konzert war mir der Sound und das auftreten zu glatt und zu weich. Das Ganze hatte ganz viel Mainstream und kaum Rotz und Dreck. Lister wirkte wie ein überschliffener Diamant, immernoch noch ein Edelstein von feinster Qualität, aber es wurde zu viele Kanten weggeschliffen, Kanten, die für einen Hochkaräter aber wichtig sind, oder besser gesagt, Kanten, die ich persönlich für solch eine Hochkaräter wichtig finde. Und noch etwas fehlte mir: obgleich Aynsley Lister ein herausragender Gittarist ist, verlor er sich selbst zu selten in seinen Soli. Solche Musik lebt vom virtuosem und oftmals auch zügellosem Spiel, bei denen sich der Solist ein ums andere Mal ins Gitarren-Nirvana abschiesst und dabei einen Strudel verursacht, in den der Zuhörer hinein gezogen wird, ob er das nun will oder nicht! Genau DAS fehlte mir an diesem Abend etwas. Und dennoch war das Konzert mehr als nur gut, es war fantastisch, einen so tollen Künstler auf einer derart kleinen Bühne erleben zu können. Wer weiß, in diesem Genre starten die meisten Musiker ja erst im gehobeneren Alter richtig durch, vielleicht wird Lister (ähnlich wie Bonamassa) irgendwann auch die großen Hallen füllen. Falls das so kommen sollte, bin ich natürlich umso glücklicher, dieses Konzert in diesem Rahmen erlebt zu haben.

Dienstag, 13. März 2018

ALISON MOYET
(15.12.2017, SUBSTAGE KARLSRUHE)

Ins altehrwürdige Substage kommen ja viele Bands und Künstler, die einen mehr, die anderen weniger bekannt. Aber so richtige Stars,
die am weltlichen Hitgeschehen einen nicht unerheblichen Anteil hatten, sind dann in diesem Club doch eher Mangelware.
Ist auch eigentlich nicht schlimm, denn für solche größeren Karäter gibts ja nebenan die nächst höhere Club-Etage mit dem Tollhaus,
die aus ihrer Schatulle auch weitaus lukrativere Gagen bezahlen können.
Umso efreuter und positiv überraschter war ich, dass tatsächlich ALISON MOYET ins Substage kommen sollte. In meinen Augen ein Star, der speziell
in den 80ern diverse Welthits hatte. Zum einen als Teil des Duos YAZOO (größte Hits "Don't go" und "Only you"zusammen mit Vince Clark) und zum anderen solo.
Vor allem in ihrer Solo-Karriere hatte Moyet mit ihrer unverwechselbar samtig rauchigen Blues-Stimme große Erfolge wie "All cried out", "Is this love" oder "Invinsible".
Ich bin zwar jetzt nicht der Riesen-Fan, aber Alison Moyet ist für mich eine Synthie-Pop-Ikone der 80er Jahre und allein deswegen musste ich auf dieses Konzert!
Das Substage war gerammelt voll und wie erwartet war der Altersdurchschnitt dermaßen hoch, dass man am Merch besser Stützstrümpfe statt Shirts hätte verkaufen sollen.
Aber ich finde es auch geil, wenn Leute jenseits der 50 noch ihren (mittlerweile runzligen) Arsch hoch bekommen und noch auf solche Konzerte gehen,
und damit meine ich natürlich nicht solche Anti-Konzerte wie von André Rieu oder der Läusematte David Garret. Nein, ich meine wirkliche Konzerte, bei denen man steht,
mit Freunden ein paar Biere kippt, die Musik erlebt und sich kindisch darüber freut, mal wieder einen Stempel auf die Hand bekommen zu haben,
den man am nächsten Tag dann gewollt zufällig und voller Stolz den Kollegen oder Freunden präsentiert und damit mitteilt, dass man sich im Gegensatz zu all den
Couch-Kartoffeln mal wieder ne rauschende Club-Nacht um die Ohren gehauen hat.
Wer an diesem Abend allerdings ne bunte 80er-Jahre-Party erwartet hatte, war komplett falsch gewickelt.
MOYET betrat die vernebelte Bühne im unheimlichen und sehr atmosphärischem Gegenlicht.
Da ihr Gesicht noch nicht zu erkennen war, sondern nur ihre Silhouette aus den Nebelschwaden stach,
war man förmlich gezwungen, das Augenmerk auf MOYETs mittlerweile überaus weibliche Formen zu richten, die durch ein hautenges schwarzes Wollkleid noch unterstrichen wurden.
Ich wills mal gewählt ausdrücken: Rubens hätte vor Glück in die Leinwand gebissen!
Ich bin mir sicher, dass es während der ersten 2-3 Songs einigen Anwesenden etwas komisch wurde, denn was sie da sahen bzw. hörten war düsterer und avantgardistischer Elektro-Pop,
sicher nicht jedermanns Sache, aber ich fand es gerade in Verbindung mit Lightshow sehr fesselnd.
Der einzige Wermutstropfen war zu diesem Zeitpunkt, dass MOYET überhaupt keine Ansagen machte und eher abgehoben und unnahbar wirkte. Sie machte keinerlei Anstalten,>br> auch nur den geringsten Kontakt zum Publikum aufzubauen. Doch das war nur ein der anfänglichen Atmosphäre geschuldter Trugschluss,
der sich nach kurzer Zeit in Wohlgefallen auflöste. Die Engländerin erwies sich als sympathisch und dankbar, dass heute noch so viele Menschen zu ihren Shows kommen.
Sie erzählte im Laufe des Konzertes sogar einige witzige Anekdoten und fühlte sich auf der Bühne sichtlich wohl. Natürlich hing das auch damit zusammen,
dass sich die "schwere" Atmosphäre des Anfangs durch den ein oder anderen Hit maßgeblich erleichterte und so enstand ein wirklich tolles und abwechslungsreiches Konzert,
welches auch ein Spiegelbild des musikalischen Lebenswerkes MOYETS war. Die Leuten gingen super mit, auch wenn die neueren, etwas progressiveren Songs sicher nicht bei jedem
im Saal auf Anhieb Verzückung auslösten. ALISON MOYET untermauerte an diesem Abend, dass sie eine charismatische und vielseitige SPop-Ikone ist,
die sich aber nicht wie andere Künstler aus den 80er Jahren nur auf ihre Hits reduzieren lässt, sondern musikalisch (eher weg vom Mainstream) weiterentwickelt hat und die es aber schafft, dass alles unter einen glaubhaften Hut zu bringen. Sie zählt sicher nicht zu den ganz großen Stars unserer Zeit,
aber gerade deswegen ist sie auch ein völlig normaler Familienmensch geblieben, zumindest hat sie bei mir diesen Eindruck hinterlassen. Tolle Frau, tolle Sängerin, geiles Konzert und wahrscheinlich die größte Stimme, die die Substage-Bühne betreten hat!

Dienstag, 6. März 2018

W.A.S.P.
(30.10.2017 LAITERIE STRASBOURG)

W.A.S.P. !!!! Die perfekte Mischung aus Metal und Glam Rock, aufgrund dieser Mischung fast schon ein Unikat, Blackie Lawless, ein Original,
mittlerweile zwar aufgedunsen wie eine Wasserleiche, aber immernoch massig Tinte im Füller! So war es zumindest bei den letzten Malen, als ich
die Burschen sah. Deren Hits sind einfach zeitlos und werden mir auch noch in 10 oder 20 Jahren gefallen. Und als dann noch bekannt gegeben wurde,
dass W.A.S.P. in die Laiterei kommen sollten, malte ich mir vorab aus, dass das ja eigentlich nur in purer Mosh-Erotik enden konnte -
dem Verrücktheitsgrad der Franzosen sei Dank. Die Tatsache, dass W.A.S.P. aus Jubiläumsgründen in der Hauptsache nur das Album "The Crimson Idol"
spielen sollten, tat meiner Begeisterung keinen wirklichen Abbruch. Ich war mir sicher, dass die Hit-Dichte dennoch stimmen würde.
Leider kam es aber doch etwas anders, W.A.S.P. hatten zum Konzeptalbum "The Crimson Idol" extra ein übergreifendes fast schon Spielfilm-gleiches Video drehen lassen,
dieses lief auf einer Leinwand von Beginn der Show an zu jedem Song! Leider waren dadurch massig Pausen im Konzert, in denen nur Video-Sequenzen liefen, auch gab es
zwischen den Songs keinerlei Ansagen oder Kontakt zwischen Band und Publikum, welches im übrigen durchaus zahlreich erschienen war.
So konnte nicht der Hauch von Stimmung aufkommen. Mal davon abgesehen, dass ohnehin kaum Abgeh-willige Leute im Saal waren, wäre auch bei der besten Crowd
keine Stimmung aufgekommen. Lediglich zum Ende der Show, als W.A.S.P. endlich einige ihrer lang ersehnten Hits raus schmetterten, wurde es etwas lebhafter, aber lange
nicht genug, um von einem guten Konzert zu reden. Mir kam es im Nachhinein so vor, als sei dieses Video-Konzept auch für die Band eher eine Belastung gewesen,
Ich kann mir nicht vorstellen, dass sowas kastriertes Spass macht, jedenfalls bildete ich mir ein, dass man es Blackie und Co. ansah. Bei den Zugaben jedenfalls
wirkte nicht nur das Publikum sondern auch die Band selbst weitaus befreiter. Unterm Strich hätte man sich so gesehen das Motto der Tour auf diese Weise auch sparen können. So lange W.A.S.P. noch genügend Saft in der Kanne haben sind sie ein immer gern gesehener Gast, aber dann bitte mit einer normalen Setlist, die von vorne bis hinten nur so knallt!
Dickste Grüße gehen raus an Up the Irons-Gary , Musikpapst Armin, BlitzundDonner-Sepp und natürlich an unsere zwei Schwachstellen MaiersMatze und Grimmser, die sich
like Walldorf und Statler zu fein dafür waren, um beim "Fussvolk" zu stehen und lieber alleine auf ihrem Rentner-Balkönchen blieben.
PS: die Rückfahrt im Auto (der coolen Leute!) war dann auch der wahre Höhepunkt des Abends! Bei Kehl noch etwas zaghaft
und von leichter Scham gebremst, gipfelte spätestens bei Achern in einem feuchte Augen-Brothers in Arms-Chor
und alle vier Protagonisten begleiteten voller Inbrunst und Sangeskraft eine Rock-Hymne nach der anderen - ich sag nur: THERE'S NO EASY WAY OUT

Donnerstag, 11. Januar 2018

LITTLE STEVEN & THE DICIPLES OF SOUL
(04.10.2017, THE PARAMOUNT
LONG ISLAND NYC)

Endlich mal wieder New York, endlich mal wieder in die Stadt aller Städte, im Oktober 2017 war es mal wieder soweit, bereits zum fünften Mal! Versteht sich von selbst, dass ich schon Monate vorher sämtliche Tourpläne und Foren durchvögelte, um die ein oder andere NY-Show einzutüten. Doch das gestaltete sich wider Erwarten etwas schwierig, denn in unserem Urlaub sollte erstmal nicht viel geboten sein. Wochenlang suchte ich mir nen Wolf und fand außer so ne Schlaftabletten wie Paramore nicht wirklich viel. Paul Weller wäre auch in der Stadt gewesen, aber der "ewige Mod" benötigt für seinen Fuhrpark von Motor-Rollern offenbar ne Menge Unterhalt, was die ganz schön gesalzenen Preise erklären würde. Und da mir dessen Neues Zeugs eh nicht so rein läuft, musste ich auch diese Option sausen lassen. Doch dann, wie aus dem nichts streifte mich plötzlich ein greller Blitz, oder besser gesagt, es streifte mich der wahrscheinlich grellste Blitz, der einen nur treffen kann, wie ein Komet schlug es bei mir ein:
BRUCE SPRINGSTEEN ON BROADWAY !!!
Mir lief es eiskalt den Rücken runter und zugleich bekam ich Schweissausbrüche, konnte das wahr sein? Da MUSSTE ich hin. Doch von vorn herein hatte ich wenig Hoffnung, obwohl der BOSS beinahe täglich auftreten sollte und das von Oktober bis mindestens Februar(!), fasste der Laden nur schlappe 1000 Leute, also würde der Andrang riesig sein.
Ich wollte dennoch alles daran setzen, also registrierte ich mich bei Ticketmaster, dem exklusiven Karten-Dealer für dieses Event. Doch die Registrierung berechtige nicht zum Ticketkauf, sondern war dafür, dass du eventuell an der Verlosung teilnehmen durftest. Das heisst, nur wenn du Glück hattest, bekommst du einen Code, mit diesem Code konnte man dann versuchen, sich für ein Ticket zu bewerben. Meine Hoffnung schwand minutlich. Ich bekam eine Email, dass ich in den nächsten 6 Wochen immer auf Abruf sein sollte, denn in dieser Zeit konnte dir ein Promotion-Code per SMS zugeschickt werden, diesen musste man dann sofort in einem speziellen Portal eingeben, um an der Verlosung teilzunehmen. Falls das nicht gleich geschehen würde, wäre alles für die Katz gewesen.
In den ersten Tagen war ich noch heiß wie Frittenfett, doch nach zwei drei Wochen rechnete ich nicht mehr mit einer positiven Nachricht. Umso überraschter war ich, als nach ca. 8 Wochen die langersehente SMS mit einem Code kam, doch leider war diese für die zweite Verkaufswelle, ich hätte mich also für Tickets im Januar oder Februar bewerben können.
Wäre ja auch zu schön gewesen, doch wenn auch der Springsteen-Glücks-Komet an mir vorbei düste, so schlug dennoch sein kleiner, aber nicht minder geiler Kometenbruder direkt in meinem Vorgarten ein. Nämlich just in dem Moment, als mir bewusst wurde, dass das mit dem Boss nicht klappt, fand ich ne andere Show und zwar von keinem geringeren als LITTLE STEVEN mit seinen Kumpanen, den DICIPLES OF SOUL. Und DAFÜR konnte ich mir leicht zwei Tickets ziehen, die mit 45 Dollar sogar mehr als günstig waren. Einziger Haken, den ich gerade biegen musste: das Konzert war mitten in Long Island.
Ich sah darin aber kein wirkliches Problem, da kommt man ganz gut mnit dem Zug hin. Also am besagten Tag mein Mädel geschnappt und in den Zug gesprungen. Doch irgendiwe verzögerte sich an dem Tag alles und die Zugfahrt an sich war auch fast 90 Minuten lang. Und zu alledem musste man vom dortigen Bahnhof zum Club noch ein Taxi nehmen, weil der nochmal 3-4 Kilometer entfernt war.
Dementsprechend kamen wir etwas zu spät und ine Vorband gab es auch keine, also gingen uns 2-3 Songs flöten. Aber was solls, ich war im Herzen von Long Island, genauer gesagt in Huntington.Der Club, das PARAMOUNT, war ein Klassiker, da gehen sicher 2.000 Leute rein, mit roten Samtsitzen auf der Empore und unten vor der Bühne ein großer Steh-Bereich. LITTLE STEVEN, seines Zeichens ja auch Klampfer der E-Street-Band (für alle nicht Brucianer, das ist Springsteens semi-autarke Begleit-Band) war schon voll im Gange, ist halt ne Rampensau (was er auch als Hauptdarsteller in der Serie "Lillyhammer" beeindruckend unter Beweis stellt>Anm.d.Verf.)!
Natürlich immer mit dabei sein Markenzeichen: das Kopftuch. Dieses sieht aber von Jahr zu Jahr kleiner aus, mag aber auch daran liegen, dass Stevens Backen immer mehr denen eines übergewichtigen Hamsters gleichen. Der Sound war klasse, die Stimmung euphorisch, die Fans gingen gut mit und im ersten Teil der Show fand man sich musikalisch auf fast der gleichen Wellenlänge wie Springsteens Sound. Ich war glücklich! Es ist immer wieder erstaunlich, wie sich eine kleine Idee s irgendwann tatsächlich verwirklicht und einem dann auch noch die Ewartungen erfüllt oder gar übertroffen werden. Meiner Freundin gefiel es nicht so sehr, das lag aber nicht nur an der Musik sondern hauptsächlich daran, dass es in dem Laden arschkalt war. Obwohl draußen ganz angenehme Temperaturen herrschten, stand drinnen die Klima-Anlage anscheinend auf "Blitzkrieg" (war wohl noch eine original Kaiser aus dem 2.Weltkrieg).
Mir gefiel es trotzdem, lediglich im zweiten Teil der Show waren einige Songs dann etwas Funk-lastig, was nicht so sehr mein Ding war, aber das Konzert an sich war allererste Sahne.
Im Repertoire von LS gibt es einige Cover-Versionen und so kredenzte er an diesem Abend als Beilage zum Hauptgericht auch Songs von Southside Johnny, Tom Petty (der tragischerweise gerade zwei Tage vorher verstorben war) und sogar was von James Brown. Auf seinen kommerziell größten Hit "Sun City" (war damals so ein großer Protestsong der von einem Zusammenschluss vieler Künstler gesungen wurde >United Artists Against Apartheid) mussten die Fans aber vergeblich warten.
Aufgrund der logistischen Situation sind wir dann etwas früher gegangen, denn wir mussten den Zug bekommen. Doch auch das erwies sich als schwerer wie gedacht. Es war nirgendwo ein Taxi zu bekommen. Also liefen wir etwas durch Huntington, einem Ort der irgendwie wie eine kleine amerikanische Provinz-Stadt aussah, so mit einer klassischen Hauptstrasse, auf der sich das gesamte soziale Stadtleben abspielt, die hieß bezeichnender Weise auch noch ELM STREET. Doch zu einem Alptraum sollte es dann doch nicht werden, denn ein Taxi hielt auf mein Handzeichen hin an. Dieses war zwar von einem besoffenen Alki bestellt worden, aber der Taxifahrer war da relativ schmerzfrei und packte uns mit rein. Der Besoffene, der vorne neben dem Fahrer saß, war auch wirklich hackedicht und hatte sich wohl ne gehörige Portion Frust weg gesoffen. Er wollte uns alle zum weiterballern einladen, schliesslich gab es für ihn was zu feiern, denn er hatte an dem Tag erfahren, dass seine Frau in der Gegend rumvögelt(kein Witz).
Am Bahnhof angekommen hatten wir natürlich trotz Taxi unseren Zug verpasst und mussten fast ne Stunde auf den nächsten warten, und das im nächtlichen und menschenleeren Niemandsland von Long Island.
Irgendwann nach ein Uhr nachts waren wir dann wieder in der Stadt. Wir mussten abermals feststellen, dass es um diese Zeit in New York gar nicht mehr so gemütlich ist, klar Times Square und Co. sind beinahe rund um die Uhr touristentauglich, aber bewegt man sich etwas abseits der Hauptorte, begegnet man wohl oder übel den teilweise erschreckenden Kreaturen der Nacht - Crack sei dank!
Unterm Strich ein geiler und denkwürdiger Abend, cool mal raus nach Long Island zu kommen, aber hätte ich vorher um den Aufwand gewusst, würde ich das so wahrscheinlich so nicht mehr machen.

Donnerstag, 30. November 2017

TRAPPED UNDER ICE
(25.10.2017 STADTMITTE KARLSRUHE)

Verrückte Hardcore-Welt!
Die Euphorie war groß, als die New-Noise-Buben bekannt gaben, dass TUI wieder in die Stadt kommen sollten. Der legendäre NCO-Auftritt letztes Jahr steht seit dem definitiv in meinem Buch der geilen Konzerte, und zwar ganz oben. Also war ja die logische Konsequenz, dass es wieder proppevoll und wieder extatisch werden würde.
Doch meistens kommt es anders und zweitens als man denkt: positiv geschätzt kamen am diesen Mittwoch abend gerade mal 100 Leute zu der Show. Im Vergleich zu dem Terror-Mob von über 800 Leuten, die letztes Jahr aus ganz Europa nach Karlsruhe pilgerten, eine eher enttäuschende Anzahl. Klar war es letztes Jahr ein Reunion Show und das einzige Konzert im Süden Deutschlands (und dazu noch freitags), aber dennoch hatte man das so nicht erwarten können.
Vorband waren WORLD EATER, ne klasse Band aus Saarbrücken, ich muss aber gestehen, dass ich von deren Show keine Sekunde sah, weil ich mich einerseits draußen mit ein paar Leuten unterhielt und andererseits das WLAN im Backstage-Bereich nutzte, um mir das DFB-Pokalspiel von Bayern gegen Rattenball anzuschauen.
Bei TRAPPED UNDER ICE war ich dann aber auf voll dabei. Glücklicherweise waren unter den 100 Leuten auch einige Hard-Dancers, was der Stimmung natürlich enorm gut tat. Dadurch wurde es tatsächlich noch zu einer guten und energiegeladenen Show. TUI schien das nicht groß zu kümmern, dass es nicht ganz so voll war. Die können ihren Power-Modus offenbar beliebig aktivieren und damit jeden Laden aufmischen. Die Hits dafür haben sie zweifelsohne.
Allerdings war dann auch nach ca. 50 Minuten schon wieder Schicht. Mir persönlich macht ja sowas nichts aus, ich messe Konzerte an ihrer Qualität, nicht an der Quantität. Wenn ne Band in ner Stunde auf den Punkt kommt und alles abliefert, was ich erwarte, dann bin ich zufrieden. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass da einige Fans schon etwas angeranzt waren. Aber unter dem allerletzten Strich des Abends war es eine klasse Hardcore-Show mit Power-Moshing wie aus dem Lehrbuch. Auch wenn sie definitiv mehr Leute verdient gehabt hätte!
Special Thanks gehen an die New-Noise-Brigade Alex und Lucas, T-Dog aka MC Resteesser samt Madame, Mount Faxe, Schach-Matt und natürlich an BlitzUndDonner-Sepp.
Falls ich jemanden vergessen habe, sollte der sich mal Gedanken machen, warum das so ist ;-)

Samstag, 11. November 2017

ARRESTED DEVELOPMENT
(26.10.2017, JUNGLE KÖLN)

Die Hochzeit des Ami-Rap waren ja bekanntermaßen die 90er. Da ploppten die Gruppen und Rapper gerade so aus den Ghettos der großen Städte. Ein Großteil der damaligen Acts fuhr dann auch schnell auf der kommerziell erfolgreichsten Schiene: dem Gangster-Rap. Die Jungs überboten sich gegenseitig im Böse kucken und Uzis wedeln. Die vorherrschenden Klamotten war schwarz und Armee-lastig und man ließ kaum einen Zweifel daran, dass man sich dem Ghetto-Leben kampflos ergeben hatte, ja es sogar auf gewisse Art und Weise glorifizierte.
Im Gegensatz dazu gab es aber auch eine andere Entwicklung im Rap. Eine immer größer werdende Gilde, die aus den Stereotypen des Ghettolebens ausbrechen wollten und für die Rechte und Chancengleichheit der Schwarzen kämpfen wollten, und das nicht mit Gewalt, sondern mit Bildung und schwarzem Bewusstsein.
Aus diesem Grund schlossen sich sogar einige Künstler zu der sogenannten "Native Tongue Posse" zusammen. Hier waren Rap-Gruppen wie DE LA SOUL, BRAND NUBIAN oder A TRIBE CALLED QUEST vertreten. All diese Bands kamen überwiegend aus dem Großraum New York. Doch auch unten im Süden, genauer in Georgia, entwickelt sich eine Ensemble mit ähnlichen Zielen.
Die Rede ist von ARRESTED DEVELOPMENT !!!
Schon früh stand deren bunter und positiver Stil dafür, dass die schwarze Bevölkerung nicht im tristen Ghetto-Leben vor sich hin vegetieren solle, sondern für bessere Lebensbedingungen und eine gute Ausbildung kämpfen müsse.
Und während sie diese Message ins ganze Land hinaus trugen, schrieben sie nebenbei noch einige Monster-Hits, die sie auch außerhalb der Staaten bekannt machten.
Na ja, aber selbst die positivsten Menschen brauchen irgendwann auch wieder ewas Schotter. Also gabs mal schnell ne "Greatest Hits Tour", einer der Stops war auch in Deutschland, genauer gesagt in der Essigfabrik in Köln.
Also Mädel geschnappt und nix wie hin, kurz vorher noch DJ Bulldo-G in Düsseldorf aufgegabelt und ab zur Show!
Warum genau weiß nicht, kann sein dass der Vorverkauf nicht so dolle war, jedenfalls wurde das Konzert bald nach Bekanntgabe in den kleineren Club "Jungle" verlegt.
Unterm Strich war das aber eine gute Entscheidung, denn aufgrund des kleineren Ladens war es wenigstens proppevoll und man konnte die Vibes zwischen Band und Publikum förmlich spüren.
Es gab keine Vorband, auch etwas, was mir sehr gut gefiel, und so ging es von 0 auf 100 los. Ich weiß nicht genau, wer von der ursprünglichen Zusammensetzung noch dabei ist, aber der Hauptrapper SPEECH und der Muskelprotz von Background-Sängerin und Tänzerin gehören auf jeden Fall von Beginn an dazu. Es war herrlich, die versprühten mit all ihren Musikern eine derart Gute Laune, dass mich sogar die paar Kiffer nicht wirklich störten, die unbedingt cool sein mussten und in so einem kleinen und ruckzuck auch stickigen Laden einige Wickel qualmen mussten.
Seit einigen Jahren haben ARRESTED noch einen zweiten Rapper dabei der sich ONE LOVE nennt. Das ist ja mal ein talentiertes Bürschchen, den könntest du mit seinen Fähigkeiten und seiner klaren Stimme ohne Umschweife in jede Rap-Gruppe der 90er bis heute stecken. Im übrigen hatte die klare und unverkennbare Stimme auch SPEECH im Gepäck dabei. Der rappte dermaßen exakt und deutlich, dass es sich oftmals zu 100% nach Platte anhörte, aber dabei ging das Live-Feeling zu keiner Zeit verloren.
Was für ein Abend, was für eine Hip-Hop-Legende, was für ein gutes Gefühl, welches da vermittelt wurde, und da ging es mit Sicherheit jedem der ca. 500 Leute so. Im übrigen waren das überwiegend kaum erkennbare Rap-Fans, der Großteil sah eher nach hippen Lehrern und ewigen Studenten aus - eben Everyday People! Aber das tat der Stimmung keinen Abbruch, im Gegenteil, die Atmosphäre war echt und nicht so gezwungen wie heutzutage, wo bei Konzerten nur noch posiert wird und die beiden einzigen Bewegungen aus Schlitzmob-Selfies und stupidem Arm-Wippen besteht.
An diesem Abend wurde getanzt, gehüpft und mitgesungen, so eben, wie es normalerweise auf einem Hip-Hop Konzert sein sollte. Der Abend in Köln war definitiv eine lohnenswerte Reise in die Vergangenheit und wenn ich SPEECH richtig verstanden habe, arbeiten die sogar an neuem Material.
, Beste Grüße an meine Süße und natürlich an DJ Bulldo-G und auch noch an die Flachpfeife von Dreadlock-Kiffer, der offensichtlich nicht mehr soviel wie früher vertrug und beim zweiten Song ohnmächtig wurde! War das ein Spass, und obendrein ein Qualmer weniger!